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Freitag, 24. Mai 2024

Steuerprofessor ohne Ahnung von VWL

Falls sich noch irgendjemand fragt, warum so viele Personen die in ihrem Studium mit Ökonomie in Berührung kommen so schlecht volkswirtschaftlich argumentieren können, hier ist ein Beispiel warum das so ist. Da wird einfach mal in den Raum geworfen, dass Staatsschulden schlecht seien, weil sie ja mehr geworden sind. Es werden absolute und keine relativen Schulden betrachtet. Warum auch, sonst passt das Argumentationsmuster nicht. Es wird vernachlässigt, dass diesen Schulden immer ein Guthaben gegenübersteht. Das in Form von privatem Geldvermögen. Wenn der Her Professor also die absoluten Geldschulden senken möchte, dann muss er die absoluten Geldvermögen senken. Da dieser Professor auf einer Plattform zur Verbreitung neoliberaler Ideologien publiziert, wird er wohl kaum Steuerüberschüsse fordern. Das ist aber das einzige wie der Staat seine Geldschulden abbauen kann.

Dieser Text zeigt wie dumm formal gut ausgebildete Personen denken. Da werden irgendwelche Zahlen als schlimm angenommen. Die armen Kinder erben unsere Geldschulden. Das ein kleiner Teil die Guthaben erbt wird ignoriert. Das staatliches Sparen zur Verwahrlosung unserer Infrastruktur und Bildungsinstitutionen geführt hat (also reale Schulden), wen kümmert es. Das wird ein gigantisches Umweltproblem haben und Geld nicht mehr existiert wenn wir so weiter machen, kann sich dieser Herr Professor wahrscheinlich nicht vorstellen.

Das wäre alles auch ganz amüsant, wenn er seine Ideologie nicht über Studierende verbreiten dürfte.

Chris

Mittwoch, 23. September 2020

Gold ist ein Relikt

Goldhandel in die Tonne schreibt die Zeit. Recht hat sie. Gold als industrielles Basismaterial ist wichtig. Als sichere Rücklage oder Investment nicht. Das wird zwar immer wieder behauptet, aber eine Frage muss erlaubt sein. Was passiert denn mit dem Goldpreis, wenn alle Staaten der Welt ihre Goldreserven auf den Markt schmeißen. Die Reserven kosten Geld. Sie müssen in Tresoren bewacht werden, ohne das sie eine hohe Rendite abwerfen. Die im Beitrag angesprochenen Umweltbelastungen bei der Förderung kommen hinzu. Die Umwelt wird vergiftet, damit ein Barren Gold in einem Schrank liegt und nichts macht als da zu sein. Wie absurd. Das Gold krisensicher sei, stimmt halt auch nicht. In den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts musste Gold an die US Regierung abgetreten werden. Im Zweifel hilft es eben gar nichts. Gold ist ein Relikt. Mehr nicht. Ich finde den Beitrag sehr gut, weil er einige wesentlichen Punkte endlich anspricht.

Chris

Montag, 2. März 2015

Es ist eigentlich einfach

Die INSM blässt zum Angriff gegen die Niedrigzinspolitik der EZB. Sie steht damit im Einklang zu den Banken die nun einen Sparanreiz in Form einer Sparprämie vom Staat fordert. Das setzt voraus, dass es ein Recht auf Rendite gibt. In meinen Augen ist das Unsinn. Schließlich ist selbst das Sparen auf Tagesgeldkonten und Sparbüchern eine Spekulation.

Während sich Finanzminister Wolfgang Schäuble trotz hoher Verschuldung über sinkende Zinsausgaben freut und fast zum Nulltarif neue Schulden aufnehmen kann, leiden die privaten Sparer in Deutschland. Tagesgeldkonten und Sparbücher erzielen keine Rendite mehr, sodass weniger gespart wird. Die Sparkassen, die ebenso leiden, fordern nun zum Lastenausgleich staatliche Sparanreize.

Um die Menschen hinter sich zu wissen wird mal wieder die Mittelschicht aufgerufen. Irgendwie findet sich da ja jeder Deutsche wieder. Das die Mehrheit massiv von den niedrigen Zinsen negativ betroffen wäre, kann man nicht sagen. Schließlich haben knapp 50% der Menschen in diesem Land faktisch kein Geldvermögen. Auch wenn man welches hat, muss man schon relativ viel gespart haben um starke Einbußen zur Kenntnis zu nehmen.
Damit will man den ungerechten Nebeneffekten der europäischen Geldpolitik entgegentreten. Denn die Geldpolitik der EZB trifft nicht alle Sparer gleich, sondern insbesondere die deutsche Mittelschicht, die oft Kunde bei den Sparkassen ist.

Es ist erstaunlich wie schnell die freie Marktwirtschaft von ihren Verteidigern verlassen wird, wenn sie sich negativ auf sie auswirkt. Der folgenden Zusammenhänge sind zwar richtig
 
Erstens wird insbesondere die Verzinsung risikoarmer Anlageformen (Bankeinlagen) durch die Nullzinspolitik gegen Null gedrückt (finanzielle Repression). Dies trifft insbesondere die risikoaverse deutsche Mittelschicht, die in der Vergangenheit aufgrund niedriger Inflationsraten auf das Sparbuch vertraute. Die obersten Einkommensschichten, die große Anteile ihres Vermögens in Form von Aktien- und Immobilien, etc. halten, werden dagegen begünstigt, da die Geldpolitik der EZB diese Vermögenspreise nach oben treibt.

Er ist aber im Zusammenhang der gewünschten neoliberalen Marktwirtschaft vollkommen uninteressant. Als die Spitzen-, Kapitalertragssteuer, Vermögenssteuer und Unternehmenssteuer gesenkt wurde, sah man ähnliche Effekte. Da traf es aber nur die unteren Einkommen massiv. Jetzt können sich nicht einmal Wirtschaftsprofessoren ein Loft in der Innenstadt leisten. Das ist also zu viel des Guten. Der nächste Punkt ist schwer nachzuvollziehen

Zweitens wirkt die Geldpolitik der EZB über den Reallohnkanal negativ auf die Einkommen der Mittelschicht. Das billige Geld der Zentralbanken begünstigt Spekulationsphasen auf den Finanzmärkten, in deren Verlauf kleine privilegierte Bevölkerungsschichten hohe Spekulationsgewinne privatisieren (z.B. in Form von Boni). Platzt die Blase, dann kommt es zu geldpolitischen Rettungsaktionen und die Banken müssen rekapitalisiert werden. Dies hat negative Folgen für das Lohneinkommen breiter Bevölkerungsschichten (Lohnrepression).
Denn die Staatsverschuldung steigt an, was den öffentlichen Sektor zur Zurückhaltung in den Lohnverhandlungen zwingt. Die Lohnpolitik im öffentlichen Sektor hat Signalfunktion für den privaten Sektor, wo in der Krise die Löhne ebenfalls gedrückt werden. Das Lohnniveau der Mittel- und Unterschicht wurde deshalb in den letzten Jahrzehnten allenfalls konstant gehalten. 

Hier wird Ursache und Wirkung etwas vertauscht. Das die Löhne seit 2000 stagnieren, auch in Phasen deutlich höherer Zentralbankzinsen wird ignoriert. Das Staaten sich mit fast Null Prozent Zinsen verschulden können, gleichzeitig keine höheren Löhne zahlen, ist ein Ideologie und kein Logikproblem. Auch das die Rettung der Banken irgendetwas zwangsläufiges hat ist Quatsch. Andere Methoden der Wirtschaftsstabilisierung wären denkbar. Höhere Steuern auf Bonuszahlungen könnten den Staat entlasten und zur Finanzierung der Rettungsaktionen hinzugezogen werden. Das alles ist unabhängig von einer Niedrigzinspolitik. Sie ist nicht ursächlich, sondern ein verstärkender Faktor.
Darum kommt der Herr Wirtschaftsprofessor auch zu folgender Forderung

Die beste Therapie für die Sparkassen wären höhere Leitzinsen der EZB. Das Risiko spekulativer Blasen auf den Finanzmärkten würde reduziert, reale Löhne könnten wieder stärker steigen, Haushaltssparen sowie die Kreditvergabe an den privaten Sektor würden wieder attraktiv. Nur dann wird das Geschäftsmodell der Sparkassen auf lange Frist bestehen bleiben.

Die Logik ist, dass die Wirtschaft stärker wächst wenn die Zinsen höher sind. Das ist in diesem Gedankenspiel so, weil die Höhe der Ersparnisse steigt. Da in diesem Konstrukt Erparnisse = Investitionen sind, ist die Welt wieder in Ordnung. 
Das Problem ist, dass in diesem Gedankengebäude ein Angebot immer eine Nachfrage schafft. Das die Zinsen niedrig sind, weil die Nachfrage fehlt, kommt nicht vor. Obwohl es so mehr Sinn machen würde. Die Unternehmen haben seit einigen Jahren folgende Situation. Der Konsum in Innland stagniert und die Weltwirtschaftsentwicklung ist relativ schwach. Welchen Sinn hat es zu investieren? Welche Firma baut seine Produktion aus, wenn klar ist das nicht mehr verkauft werden kann. Das ist betriebswirtschaftlicher Unsinn. Folglich fragt man keine Kredite nach. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach sicheren Geldanlagen. Die privaten Rentenversicherung sind verpflichtet in sichere Anlagen zu investieren. Da gibt es im Moment nicht mehr so viele. Folglich ist die Nachfrage nach Krediten niedrig und das Angebot von Geld hoch. Das kleine Einmaleins der Wirtschaftslehre sagt voraus, dass der Preis des Geldes (der Zins) sinkt. Einfach oder?

Chris

Dienstag, 1. Juli 2014

Geld verstehen

Man darf sich nicht abschrecken lassen, dass eine Partei diesen informativen Vortrag organisiert hat. Für mich war einiges neu und ich bin der Meinung, dass so mancher Stammtischbewohner und Verschwörungstheoretiker diesen Vortrag sehen sollte, um sein Halbwissen aufzubessern. Da der Vortragende Ingenieur und kein BWLer ist, ist es leicht verständlich und nicht zu fachspezifisch.



Chris

Donnerstag, 2. Januar 2014

Medienmerkwürdigkeiten

Neues Jahr, neues Glück in der Medienmerkwürdigkeit. Die Zahl der Beschäftigten erreicht ein neues Hoch. Folglich müssten Fachkräfte begehrt und nachgefragt sein wie nie. Komisch nur, dass niemand aus dem Ausland nach Deutschland will, um hier zu arbeiten. Nach der Logik des Fachkräftemangels und dem Mythos der deutschen Hochlöhnen, müssten sie kommen die Fachkräfte. Die haben aber scheinbar Anstand und wollen nicht für zu hohe Löhne arbeiten. Folglich schlägt Frank-Jürgen Weise (der Nachname ist nicht Programm) vor, die Einstiegslöhne für eine Blue Card (die Green Card Deutschlands) zu senken. Das muss man sich durch den Kopf gehen lassen. Die Löhne für Fachkräfte sind in Deutschland nicht hoch, der Standort nicht interessant genug, um ausländische Fachkräfte anzulocken. Die Lösung des Problems ist, dass die Löhne gesenkt werden müssen. Auf wunderbare Weise des Herrn Weise steigt dann die Nachfrage der Fachkräfte. Die wollen schließlich ihrem Unternehmen nur gutes tun und am besten gar nichts bekommen. Da sie das nicht dürfen, da Sklaverei verboten ist, hoffen sie auf niedrigere Löhne. Nur so kann man diese geistige Umnachtung halbwegs verstehen. Vielleicht hängt noch ein wenig zu viel Silvestersekt im Kopf. Wer weiß.

Chris

Donnerstag, 27. Juni 2013

Ist das Geldsystem die Ursache für Wirtschaftskrise?

Mal ein Gedanke warum der Glaube, dass eine zyklischen Konjunkturentwicklung ihre Ursache im heutigen Geldsystem haben soll, meiner Meinung nach Unsinn ist. Die These, dass das Geldsystem an allem Schuld ist, ist so alt wie das Geld selbst. Hier wird eine These der österreichischen Wirtschaftsphilosophen klar vertreten. Ohne eine Zentralbank und ohne ein kreditbasiertes Geldsystem, die Wirtschaftskrisen nicht existent wären.
Das würde voraussetzen, dass Fehlinvestitionen nur von der Geldmenge abhängen würden. Technologische Entwicklungen wie die Automatisierung zum Beispiel in der Landwirtschaft und daraus resultierende Überproduktionen ergeben sich nicht, weil Geld in der einen oder anderen Form existiert. Sie ergeben sich, weil A und B erkennen, dass sie ihren Absatz um X Güter steigern könnten. Beide investieren, sodass sie X Güter mehr produzieren. Am Ende hat man 2X Güter, also X Güter zu viel.
Die Konsequenz ist, dass die Preise sinken. Das kann dazu führen, dass das Unternehmen nicht mehr rentabel arbeitet und pleite geht. Bisher tauchte an keiner Stelle das Geldsystem auf. Es sind die normalen Prozesse der kapitalistischen Wirtschaft. In Sonderfällen kann es dazu kommen, dass zu viele Unternehmen gleichzeitig in die gleiche Richtung investieren und es zu einer Krise kommt. Die Größe der Krise mag durch eine expansive Geldpolitik beeinflusst sein, aber Ursache ist sie sicher nicht. Denn nur weil viel Geld vorhanden ist, möchte man es nicht verlieren. Man möchte es sinnvoll investieren und Gewinne erwirtschaften. Daran ändert das Geldsystem erst einmal gar nichts.
Die These, dass eine goldgedeckte Währung eine gedeckte Währung ist, ist im Grunde auch nur die halbe Wahrheit. Eine gedeckte Währung bedeutet in erster Linie, dass man für die Währung etwas bekommt. In jedem Fall kriegt man für sein Geld Güter. Das ist der goldgedeckten und ungedeckten Währung gleich. In den Extremszenarien des Systemzusammenbruchs, wenn die ungedeckte Währung nichts mehr Wert wäre, hätten wir das gleiche Bild bei der Golddeckung. Gold kann man nicht essen. Somit tauscht man viel Gold gegen Essen. Hinzu kommt die Frage, ob man in Krisenzeiten das Gold überhaupt bekäme. Viele Staaten gaben ihre Golddeckung auf, wenn es Probleme gab.

Fazit
Krisen allein auf das Währungssystem zu schieben ist kurzsichtig. Das Thema ist sehr komplex und alles andere als verstanden. Sicher ist nur, dass die Ursache der Krise die Menschen und ihre Interaktion miteinander sind. Nur diese kann man nicht vermeiden, wenn es um eine menschengemachte Ökonomie geht.

Chris

Donnerstag, 9. Mai 2013

Wenn die Schulden angeblich zu hoch sind

Wieso darf man die Guthabenseite ausblenden, wenn die Summe aus Defizit und Überschuss immer Null ist? Jeder der behauptet wir haben ein Schuldenproblem und gleichzeitig die starken Steigerungen bei den Geldvermögen feiert widerspricht sich. Schuldeproblem heißt implizit auch Guthabenproblem auf der anderen Seite.

Chris

Montag, 6. Mai 2013

Kalte Enteignung

Worüber sich nun viele Sparer und Kunden kapitalgedeckter Altersvorsorgeprodukte – angstachelt von SPIEGEL, WELT, Handelsblatt, Focus und Co. – aufregen, ist die vermeintliche „kalte Enteignung“ ihrer Ersparnisse. Auch wenn sich das für Betroffenen hart anhört: Es gibt kein Recht auf Zinsgewinne, auch wenn die politische und mediale Diskussion der letzten zwei Jahrzehnte etwas anderes suggeriert haben.

Jens Berger bringt es auf den Punkt. Wenn Menschen sparen, dann verleihen sie Geld gegen Zinsen. Ist viel Geld vorhanden sind die Zinsen eben niedrig. Reicht einem die Höhe nicht, dann muss man eben das Risiko erhöhen. Wenn jemand eine Zinsgarantie haben will, die über der Inflationsrate liegt, dann könnte er das Selbige auch für Güterpreise, Löhne, Renten und ähnliches fordern. Steigende Löhne sind aber per se schlecht, auch steigende Güterpreise und Renten sowieso, da sie die Lohnnebenkosten steigen lassen. Warum sind Zinsen etwas besonderes? Vor allem da die meisten Menschen kaum Zinsen bekommen. Das sollte man wahrscheinlich mal die Politiker fragen, welche Kapitalerträge nicht als Einkommen sehen, oder die Zeitungen die sich aufregen, dass es eine kalte Enteignung der Ersparnisse gibt.

Chris

Sonntag, 5. Mai 2013

Hat ein privates Geldsystem Vorteile?

In gewisser Regelmäßigkeit hört man, dass ein Privatgeld die Lösung aller Probleme darstellt. Der Staat soll sich aus der Organisation von Geld heraushalten und dies privaten Gruppen und/oder Unternehmen überlassen. Die Grundannahme ist, dass das staatliche Geldsystem die Wurzel allen Übels sei. Das zu beweisen ist nur innerhalb einer abstrakten logischen Welt möglich, deren Rahmenbedigungen mit der Realität nicht viel oder gar nichts zu tun haben. Selbst wenn das Staatsgeldsystem nicht ideal ist, welche offensichtlichen Probleme entstehen aus einem privat organisiertem System. Mir fallen folgende ein (sicher gibt es noch mehr):
  • Kleine Währungen sind spekulationsanfälliger
  • Arbeitnehmer sind vom Geldtyp des Arbeitgebers abhängig
  • es entstehen Kosten beim Tausch zwischen den Währungen. Für arme Menschen sind die Kosten dramatisch höher als für Reiche, da sie nur einen Geldtyp erhalten und diesen dann tauschen müssen. Reiche haben mehr Einkommensquellen und können sich das tauschen sparen.
  • Währungen müssen Betrugssicher sein. Die Überwachung müsste der Staat übernehmen. Der Aufwand dies für hunderte Währungen zu tun wäre deutlich höher, als es für eine zu tun.
  • Eingeschränkter Handel, da nicht jedes Geschäft jede Währung annehmen würde.
  • Preisvergleiche sind für den Verbraucher deutlich schwieriger durchzuführen, da er die Tauschkosten gegebenenfalls mit einpreisen muss.
  • Preiskalkulation für Unternehmen wird schwieriger, da sie Spekulationen ausgesetzt wären.
Für mich läuft das Ganze dann darauf hinaus, dass man sich auf eine Währung als Standard festlegt. Einen wirklichen Vorteil gibt es in meinen Augen auch nicht. Die Behauptung, dass der Staat zu viel Macht hat, wenn er die Währung kontrolliert ist nachvollziehbar. Indem man diese Kontrolle an einige wenige unkontrollierte Konzerne auslagert wird diese Machtkonzentration nur verschoben. Im Falle des Staates hätte man wenigstens noch die Möglichkeit die Verantwortlichen abzuwählen.

Chris

Freitag, 3. Mai 2013

Inflation und Geldpolitik

In einem aktuellen Vortrag weißt Heiner Flassbeck darauf hin, dass wenn die reine Geldpolitik für die Inflationsrate verantwortlich wäre, dann dürfte es keine Diskrepanz zwischen den Euromitgliedsländern geben. Die Geldpolitik ist in allen Ländern die Gleiche und nur Nachfrage unterscheidet sich in den jeweiligen Ländern.
Auch die aktuelle Erfahrung in der gesamten Eurozone belegt dies. Zwar will Frau Merkel gerne steigende Zinsen der EZB, allerdings wurde der Leitzins gestern weiter gesenkt. Da der Inflationsdurchschnitt unter dem Inflationsziel von 2% liegt und das trotz bereits niedriger Zinsen ist nicht zu erwarten, dass sich die Inflation erhöhen wird. Interessant sind einige Schlagzeilen der deutschen Presse

Diese Medien können zwar rumjammern. Wenn die Wirtschaft im Euroraum zusammenbricht, dann ist das Ersparte auch weg.

Chris

Sonntag, 2. September 2012

Geldmenge und Inflation

Hat die Geldmenge direkt etwas mit der Inflation zu tun? Häufig wird dieser Zusammenhang angenommen. Ein Gedankenspiel verdeutlicht, dass dies nicht der Fall sein muss. Inflation bedeutet, dass die Güterpreise steigen. Damit sie steigen können, müssen sowohl die Kosten steigen als auch die Möglichkeit der Konsumenten vorhanden sein die höheren Preise zu bezahlen. Wenn nun die Geldmenge steigt, steigen per se erst einmal nicht die Kosten für die produzierenden Unternehmen.Wieso auch. Steigende Kosten entstehen durch höhere Löhne, höhere Energiepreise oder teurere Rohstoffe, z.B. aufgrund gestiegener Nachfrage. Die Nachfrage kann aber nur steigen, wenn mehr Geld beim Nachfrager vorhanden ist. Das heißt so lange die gestiegene Geldmenge innerhalb von Banken versandet und nicht der breiten Masse als Kaufkraftsteigerung zugeführt wird ist eine Inflation unwahrscheinlich. Ebenso wie die Geldmenge ist auch die Wassermenge auch nicht das einzige Kriterium dafür ob man ertrinkt oder nicht. Die Sache ist komplizierter.

Experten die Angst vor der Geldmengenausweitung verbreiten, haben meist einen triftigen Grund. Sie wollen das Staaten sich aus der Wirtschaft heraushalten, dass man in Gold investiert, sie wollen ein angeblich stabiles goldgedecktes Währungssystem, sie weisen darauf hin, dass das Beibehalten der Sozialstaaten zu Problem führen muss, und vieles mehr. Deutschland ist nach über 80 Jahren immer noch von der Hyperinflation traumatisiert. In meinen Augen ist das erschreckend, denn das Kriegstrauma haben wir, wie man an Afghanistan und der Rhetorik der Bundesregierung sieht, sehr gut überwunden. Zerstörte Städte sind also weniger schlimm als entwertete Vermögen. Eine erschreckende Erkenntnis, die sehr viel über die deutsche Gesellschaft aussagt.

Chris

Donnerstag, 30. August 2012

Konzentration der Einkommen und Vermögen

Wer kann anhand solcher (Teil 1; Teil 2) Vermögensverteilungen wirklich daran glauben, dass fairer Wettbewerb und Chancengleichheit vorherrscht? Trotz Wirtschafts- und Bankenkrisen sind die Verluste der obersten 10% schnell wieder ausgeglichen. Trotz massiver Ungleichverteilung hält sich der Mythos der hochbelasteten Reichen hartnäckig, auch in Deutschland. Wenn Gesellschaften solche Zustände zulassen und über Arbeitslosigkeit, Armut, Verschuldung, politische Instabilität klagen, dann kann man nur antworten "selber Schuld". Viele der Probleme könnte man beheben, wenn die wirtschaftlichen Erträge der Welt ein wenig Gleicher verteilt wären.

Chris

Dienstag, 24. Juli 2012

Das Märchen von der Geldvernichtung

Eine sehr anschauliche Darstellung was mit den angeblich verbrannten Geldern der Finanzkrise so passiert ist. Letztenendes geben wir den Verlierern, aber weigern uns es bei den Gewinnern mittels Steuern wiederzuholen. Das in diesem Bereich aufklärungsbedarf besteht sieht man zum Beispiel hier an verschiedenen Kommentaren.

Chris

Mittwoch, 11. Juli 2012

Zwangskredite

Reiche sollen Staatskasse mit Krediten füllen schlägt das DIW vor. Warum sollen sie keine Steuer zahlen? Es wäre einfacher und würde die Schuldenlast senken. Die Rechnung, dass dieser Kredit den Schuldenstand von Deutschland von 80% auf 60% senken würde ist Unsinn. Im Moment machen wir doch nichts anderes. Wir leihen uns Geld von den Vermögenden. Das Banken die Zwischenhändler sind spielt keine Rollen.

Chris

Donnerstag, 24. Mai 2012

Gedanken zu Null Prozent Zinsen

Niedrige Zinsen sollen Unternehmen dazu bringen mehr zu investieren. Für Staaten scheint dies nicht zu gelten. Wenn nicht jetzt wann dann, sollte man fragen. Wäre es nicht jetzt ein guter Zeitpunkt seine Staatsgebäude zu sanieren, um später von den Energieeinsparungen zu profitieren? Wäre es jetzt kein guter Zeitpunkt in Bildung zu investieren und später von den höheren Steuern zu profitieren? 
Scheinbar nicht.

Chris

Dienstag, 14. Februar 2012

Humanisten erkennen was Ökonomen an Gedanken verwehrt ist.

Unser Kunststück: Wir machten das Tauschmittel zum Tauschzweck, aus dem Geld, das eigentlich nur das Medium des Warenhandels sein sollte, *die Handelsware schlechthin. Nur auf dem Boden dieser Basisblödheit konnte die Illusion entstehen, dass man durch die Investition von fiktivem Kapital in fiktives Kapital realen Wohlstand erzeugen könnte. Tatsächlich aber entsteht Wohlstand natürlich nur durch reale Leistungen in der realen Welt.

Chris

Dienstag, 28. Juni 2011

Die Angst vor dem Zinseszins

Viele Bürger beschäftigen sich kritisch mit der Gesellschaft. Grüne, braune, rote und violette Aktivisten kommen diesem Bedürfnis entgegen. Die Kritik am Zinssystem bietet hierfür den idealen Ansatzpunkt in ihrer Argumentation. Erstens ist Kritik immer gut. Zweitens hängt der Zins irgendwie mit dem Kapitalismus zusammen, so daß Kritik am Zinssystem irgendwie antikapitalistisch aussieht. Und drittens hängt der Zins mit dem Zinseszins und der Exponentialfunktion zusammen. Diese Exponentialfunktion wird mit einem Wachstumszwang in Zusammenhang gebracht, der zu Naturzerstörung führt. Ökologisch ist die Kritik am Zinssystem

Freitag, 17. Juni 2011

Mehr Wettbwerb bei Krankenkassen

Mal sehen ob sich Bahr durchsetzen kann. Schließlich sind die privaten Krankenversicherer verärgert über seine Idee etliche Reformen der Ära Rösler zurückzunehmen. Er will damit den Wettbewerb der gesetzliche Kassen stärken, öffnet diesen aber wieder den Markt der privaten Kassen. Da diese kein Interesse an Wettbewerb haben, meinen diese erst einmal das dies Wettbewerbsverzerrung sei. Schließlich werden die gesetzlichen Kassen steuerlich begünstigt. Das sie jede Person zum gleichen, faktisch festgelegten Preis nehmen müssen ist scheinbar kein Vorteil für die Privaten. Diese sehen ihre Felle davonschwimmen. Wer chronisch Krank ist wird sich keine private Zusatzversicherung für seine Krankheit nehmen, wenn er billiger bei einer gesetzlichen ist. Ich kann Bahr nur unterstützen. Wenn die FDP Wettbewerb fordert, dann soll sie ihn auch fördern. Da die privaten Krankenkassen gute FDP Spender sind glaube ich aber nicht an die Umsetzung.

Chris

Donnerstag, 16. Juni 2011

Empfehlung

Eine schöne Erklärung was Geld ist und wie es heute funktioniert findet man hier.

Chris