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Montag, 6. April 2020

Nochmal zu den Nachdenkseiten

Ich verstehe die Argumentation der Autoren dort nicht wirklich. Wenn es um ökonomische Zusammenhänge geht, dann haben sie Ahnung. Außenpolitisch kaufen sie sich gerne Expertise ein und zeigen gut belegte Zusammenhänge. In Zeiten von CORVID-19 wollen sie alternative Positionen zeigen. Das ohne jeglich Einordnung. Dann kritisieren die Betreier, dass KENFM als Verschwörungstheoretiker bezeichnet wird. Mich wundert das nicht so richtig. Ken macht ein Video, wo er Angst hat beobachtet zu werden (stellt es online?!). Er vergleicht den Faschismus in Deutschland mit den Ausgangsbeschränkungen. Ziemlich wirr das Ganze.  In jedem zweiten Interview kommt der 11. September vor. Den Klimawandel leugnet er zwar nicht, aber er kritisiert Untersuchungen und lädt die passenden Gäste. Man muss nicht jede alternative Meinung präsentieren. Wie man auf die Idee kommen kann, dass KenFM eine fragwürde Informationsplattform ist, ist offensichtlich. Selbst wenn dort mal etwas vernünftiges publiziert wird, wie soll man es von der Masse an Schrott unterscheiden. Die kritischen Nachdenkseiten können das nicht erkennen. Sie sind im Lagerdenken verfangen und einige ihres Publikums hängen solchen Theorien an. Das zeigen die Leserbriefe sehr häufig. Ich unterstelle Müller und Berger nicht, dass sie dafür anfällig sind. Als Mediengestalter mit einiger Reichweite sollten sie sensibler sein, für den Typus Mensch der sie konsumiert. Da gehören eben nicht nur die Mainstreammedien eigeordnet, sondern eben auch die alternativen Medien die sie regelmäßig zitieren.
Warum?
Wenn man die Nachdenkseiten halbweigs unkritisch ließt, kommt man auf die Idee, dass Russia Today und KenFM objektive Meinungen verbreiten die unterdrückt werden. Monitor (eines wenigen kritischen Formate im öffentlich rechtlichen Rundfunk) wird ebenso kritisiert wie die Tagesschau, usw. D.h. unkritisch gelesen wird man in Medienformate getrieben, welche zwar hin und wieder alternative Sichtweisen präsentieren, aber alles andere als seriös sind. Das Albrecht Müller das Problem nicht erkennt, ist bezeichnend und wundert sich dann wie man auf die Idee kommen kann die Nachdenkseiten in die gleiche Reihe zu setzen. 
Das ist schade, denn in ihren Kernkompetenzen sind die Nachdenkseiten sehr stark. Sie sollten sich auf das Konzentrieren was sie beherrschen und nicht auf alles.

Chris

Mittwoch, 29. Juli 2015

Zur Behauptung wir Deutschen sind doch die Guten

Regelmäßig wird geschrieben, dass die Griechen ihre Schulden zurück zahlen sollten und sich an uns Deutschen ein Beispiel nehmen sollten. Sie sollen sich an die Regeln halten und nicht einfach die Schuld streichen. Das klingt erst einmal schlüssig. Allerdings gibt es für überschuldete Unternehmen und Privatpersonen die Möglichkeit insolvent zu gehen. Von den Privatinsolvenzen gab es bei den guten regelkonformen Deutschen letztes Jahr 120.000 Verfahren. Die Schuld wird dort nur teilweise zurückgezahlt. Das ist keine Kritik an den überschuldeten Personen. Es zeigt, dass man solchen Menschen eine Chance geben muss. Wer Regeltreue einfordert sollte fragen, wer die Regeln macht und ob man sie selbst auch einhält.

Chris

Montag, 6. Juli 2015

Mal sehen wie es weiter geht

Varoufakis tritt zurück. In meinen Augen ein cleverer Schachzug. Er hat den Unmut der Gläubiger auf sich gezogen. Indem er geht, kann weiter verhandelt werden ohne das die Eurogruppe ihre Gesicht verliert (vielleicht sogar auf einer vernünftigen Ebene). Man wird ihm Feigheit von Seiten der deutschen Stammtische vorwerfen. Wäre er geblieben hätten ihm die Stammtische vorgeworfen die Verhandlungen zu sabotieren und hätten gefordert, dass er gehen solle. Politisch in meinen Augen eine gute Entscheidung, obwohl es traurig ist, dass sich in der Politik nur die Idioten halten können.

Chris

Dienstag, 30. Juni 2015

Die "kleinen" Notlügen

Keinen wird es interessieren. Wir werden von unseren "Spitzen"politiker offen belogen, damit die Front gegenüber der griechischen Regierung geschlossen bleibt. Die Nachdenkseiten haben die Angebote beider Seiten gegenübergestellt. Das Entgegenkommen der EU ist keines. Es existiert nicht. Trotzdem sind die Griechen Schuld am Scheitern der Verhandlungen. Die Presse versagt mal wieder auf ganzer Linie. Mich erinnert das an die Bahnstreiks vor einiger Zeit. Dort war Herr Weselsky Schuld. Der Bahnvorstand hatte mit der Misere nichts zu tun. Unsere angebliche vierte Gewalt richtet sich gerade selbst. Wenn der Glaube an die unabhängigen Medien schwindet werden die Verkaufszahlen schwinden. Warum soll man sich auch Propagandablätter der Mächtigen kaufen?

Chris

Montag, 29. Juni 2015

Warum sollte man eigentlich über Inhalte debatieren

Wenn die Medienvertreter und die Politik so gleichförmig tönen, dann muss man sehr vorsichtig sein. Diejenigen die am lautesten Schreien sind oft genug diejenigen die am wenigsten zu sagen haben. Warum der griechische Regierungschef Tsipras die Volskabstimmung will, wurde nirgendwo in diesem Hetzjournalismus dargestellt. Warum soll er sein Volk ans Messer liefern. Wenn er dem "Kompromiss" zustimmt versinkt sein Land im wirtschaftlichen Chaos. Tut er es nicht, dann versinkt es im wirtschaftlichen Chaos. Griechenland verliert auf jedem Fall, wenn sich die Dogmatiker aus Deutschland durchsetzen. Die Frage ist nur, wie viel der Rest der EU verliert.
Besonders absurd finde ich, dass Ideologen Ideologie vorwerfen.

Chris

Freitag, 19. Juni 2015

Wir sind die Guten

Darum ist es auch keine Kriegstreiberei, wenn ein deutscher NATO-General die Aufrüstung an der russischen Grenze fordert. NATO Manöver in Polen und Tschechien, Waffenlieferungen in die Ukraine und man wundert sich, dass Russland sich bedroht fühlt? Säbelrasseln kommt nur aus östlicher Richtung, denn wir sind schließlich die Guten. Die Rüstungsindustrie freut sich.

Anmerkung
Warum darf ein Soldat eigentlich in dem politischen Meinungsbildungsprozess mitmischen und warum wird es abgedruckt? Wie objektiv wird seine Meinung sein, wenn er jahrzehntelang die Bedrohung aus dem Osten oder sonst woher sehen musste? Irgendwie muss man die Laune der Armee hochhalten und ihr dasein legitimieren.

Chris

Mittwoch, 1. April 2015

Relativierungen

Die Krise allein durch striktes Sparen und Strukturreformen lösen zu wollen, war demnach zwar ein richtiger Ansatz - allerdings nur für kurze Zeit. Heute, nach fünf Jahren, sei er politisch kaum noch durchzuhalten, zu viele Menschen würden bereits zu lange darunter leiden.

Henrik Enderlein, Ökonom und Chef des Jacques Delors Instituts

Wieviele Warnungen habe ich im Vorfeld gelesen, dass die Sparpolitik scheitern wird und sie tat es. Es war und ist kein richtiger Ansatz. Die Schulden haben sich vermehrt und die Wirtschaft in den Krisenländern wurde zerstört. Daten statt Pauschalfbehauptungen sollten wir alle rufen.

Chris

Montag, 2. März 2015

Es ist eigentlich einfach

Die INSM blässt zum Angriff gegen die Niedrigzinspolitik der EZB. Sie steht damit im Einklang zu den Banken die nun einen Sparanreiz in Form einer Sparprämie vom Staat fordert. Das setzt voraus, dass es ein Recht auf Rendite gibt. In meinen Augen ist das Unsinn. Schließlich ist selbst das Sparen auf Tagesgeldkonten und Sparbüchern eine Spekulation.

Während sich Finanzminister Wolfgang Schäuble trotz hoher Verschuldung über sinkende Zinsausgaben freut und fast zum Nulltarif neue Schulden aufnehmen kann, leiden die privaten Sparer in Deutschland. Tagesgeldkonten und Sparbücher erzielen keine Rendite mehr, sodass weniger gespart wird. Die Sparkassen, die ebenso leiden, fordern nun zum Lastenausgleich staatliche Sparanreize.

Um die Menschen hinter sich zu wissen wird mal wieder die Mittelschicht aufgerufen. Irgendwie findet sich da ja jeder Deutsche wieder. Das die Mehrheit massiv von den niedrigen Zinsen negativ betroffen wäre, kann man nicht sagen. Schließlich haben knapp 50% der Menschen in diesem Land faktisch kein Geldvermögen. Auch wenn man welches hat, muss man schon relativ viel gespart haben um starke Einbußen zur Kenntnis zu nehmen.
Damit will man den ungerechten Nebeneffekten der europäischen Geldpolitik entgegentreten. Denn die Geldpolitik der EZB trifft nicht alle Sparer gleich, sondern insbesondere die deutsche Mittelschicht, die oft Kunde bei den Sparkassen ist.

Es ist erstaunlich wie schnell die freie Marktwirtschaft von ihren Verteidigern verlassen wird, wenn sie sich negativ auf sie auswirkt. Der folgenden Zusammenhänge sind zwar richtig
 
Erstens wird insbesondere die Verzinsung risikoarmer Anlageformen (Bankeinlagen) durch die Nullzinspolitik gegen Null gedrückt (finanzielle Repression). Dies trifft insbesondere die risikoaverse deutsche Mittelschicht, die in der Vergangenheit aufgrund niedriger Inflationsraten auf das Sparbuch vertraute. Die obersten Einkommensschichten, die große Anteile ihres Vermögens in Form von Aktien- und Immobilien, etc. halten, werden dagegen begünstigt, da die Geldpolitik der EZB diese Vermögenspreise nach oben treibt.

Er ist aber im Zusammenhang der gewünschten neoliberalen Marktwirtschaft vollkommen uninteressant. Als die Spitzen-, Kapitalertragssteuer, Vermögenssteuer und Unternehmenssteuer gesenkt wurde, sah man ähnliche Effekte. Da traf es aber nur die unteren Einkommen massiv. Jetzt können sich nicht einmal Wirtschaftsprofessoren ein Loft in der Innenstadt leisten. Das ist also zu viel des Guten. Der nächste Punkt ist schwer nachzuvollziehen

Zweitens wirkt die Geldpolitik der EZB über den Reallohnkanal negativ auf die Einkommen der Mittelschicht. Das billige Geld der Zentralbanken begünstigt Spekulationsphasen auf den Finanzmärkten, in deren Verlauf kleine privilegierte Bevölkerungsschichten hohe Spekulationsgewinne privatisieren (z.B. in Form von Boni). Platzt die Blase, dann kommt es zu geldpolitischen Rettungsaktionen und die Banken müssen rekapitalisiert werden. Dies hat negative Folgen für das Lohneinkommen breiter Bevölkerungsschichten (Lohnrepression).
Denn die Staatsverschuldung steigt an, was den öffentlichen Sektor zur Zurückhaltung in den Lohnverhandlungen zwingt. Die Lohnpolitik im öffentlichen Sektor hat Signalfunktion für den privaten Sektor, wo in der Krise die Löhne ebenfalls gedrückt werden. Das Lohnniveau der Mittel- und Unterschicht wurde deshalb in den letzten Jahrzehnten allenfalls konstant gehalten. 

Hier wird Ursache und Wirkung etwas vertauscht. Das die Löhne seit 2000 stagnieren, auch in Phasen deutlich höherer Zentralbankzinsen wird ignoriert. Das Staaten sich mit fast Null Prozent Zinsen verschulden können, gleichzeitig keine höheren Löhne zahlen, ist ein Ideologie und kein Logikproblem. Auch das die Rettung der Banken irgendetwas zwangsläufiges hat ist Quatsch. Andere Methoden der Wirtschaftsstabilisierung wären denkbar. Höhere Steuern auf Bonuszahlungen könnten den Staat entlasten und zur Finanzierung der Rettungsaktionen hinzugezogen werden. Das alles ist unabhängig von einer Niedrigzinspolitik. Sie ist nicht ursächlich, sondern ein verstärkender Faktor.
Darum kommt der Herr Wirtschaftsprofessor auch zu folgender Forderung

Die beste Therapie für die Sparkassen wären höhere Leitzinsen der EZB. Das Risiko spekulativer Blasen auf den Finanzmärkten würde reduziert, reale Löhne könnten wieder stärker steigen, Haushaltssparen sowie die Kreditvergabe an den privaten Sektor würden wieder attraktiv. Nur dann wird das Geschäftsmodell der Sparkassen auf lange Frist bestehen bleiben.

Die Logik ist, dass die Wirtschaft stärker wächst wenn die Zinsen höher sind. Das ist in diesem Gedankenspiel so, weil die Höhe der Ersparnisse steigt. Da in diesem Konstrukt Erparnisse = Investitionen sind, ist die Welt wieder in Ordnung. 
Das Problem ist, dass in diesem Gedankengebäude ein Angebot immer eine Nachfrage schafft. Das die Zinsen niedrig sind, weil die Nachfrage fehlt, kommt nicht vor. Obwohl es so mehr Sinn machen würde. Die Unternehmen haben seit einigen Jahren folgende Situation. Der Konsum in Innland stagniert und die Weltwirtschaftsentwicklung ist relativ schwach. Welchen Sinn hat es zu investieren? Welche Firma baut seine Produktion aus, wenn klar ist das nicht mehr verkauft werden kann. Das ist betriebswirtschaftlicher Unsinn. Folglich fragt man keine Kredite nach. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach sicheren Geldanlagen. Die privaten Rentenversicherung sind verpflichtet in sichere Anlagen zu investieren. Da gibt es im Moment nicht mehr so viele. Folglich ist die Nachfrage nach Krediten niedrig und das Angebot von Geld hoch. Das kleine Einmaleins der Wirtschaftslehre sagt voraus, dass der Preis des Geldes (der Zins) sinkt. Einfach oder?

Chris

Dienstag, 17. Februar 2015

Wenn Kriegstreibern die Argumente ausgehen

So viel also zu den Zweifeln die ein Reinhard Mohr so sieht. Es werden Fotos aus dem Georgien Konflikt gezeigt und als Beleg für russische Panzer in der Ukraine gewertet. An den fehlerhaften Bildern ist Putin wahrscheinlich auch noch Schuld.

Chris

Samstag, 14. Februar 2015

Geisterfahrer Reinhard Mohr

Reinhard Mohr regt sich über die Kritik an seiner Zunft auf. Er meint Zweifel sei ein prima Propagandainstrument und verurteilt ihn. Dabei verbreitet er selbst nur noch Propaganda und Halbwahrheiten, um seine These zu "belegen". Das erinnert mich ein wenig an den Witz mit dem Geisterfahrer, der auf die Radiowahrnung es sei ein Geisterfahrer auf der Autobahn unterwegs meint, es seien hunderte. Nun hat das was Reinhard Mohr macht nichts mit Journalismus zu tun. Ich denke das ist auch gar nicht mehr gewünscht. Es geht letztlich um Leserzahlen. Bei einem absurden Artikel wie dem von Mohr regen sich die Kritiker auf und verbreiten ihn. Die Befürworter freuen sich und verbreiten ihn auch. Das heißt, dass Ziel der objektiven Informationsdarstellung ist eher hinderlich. Wären die Informationen objektiv, belegbar und nachvollziehbar dargestellt, dann wäre es nicht mehr einfach. So kann Mohr behaupten 

Auch den inzwischen so gut wie lückenlos belegten Abschuss der Passagiermaschine MH17 durch prorussische Separatisten zog sie in Zweifel

Das er die Wahrheit damit etwas dehnt ist ihm egal. Es bestätigt sein Weltbild und das ist das Ziel des Ganzen. Den Gegner wird nicht zugehört und seine Argumente werden nicht versucht zu verstehen. Stattdessen wird die Gegenseite ins Lächerliche gezogen.Was mich erstaunt ist, dass so viele Menschen auf solchen Blender hereinfallen. 
Dabei ist die Realität ziemlich einfach. Egal was viele behaupten, fast niemand weiß was in der Ukraine vor sich geht. Stattdessen wird mit Glauben argumentiert. Natürlich denke ich auch, dass Russland Waffen in die Urkaine liefert. Allerdings gibt es bisher keine Beweise. Somit kann ich keine Sanktionen befürworten. Die USA und deren Alliierte liefern Waffen und Geld. Das geben sie sogar zu. Kein Schreiber wie Mohr geht darauf ein. Warum auch wie sind schließlich die Guten. Vor allem die vermeintlichen Beweise die er glaubt zu haben, stellen die Anti-russische Fraktion eigentlich in ein lächerliches Bild. Der größte Überwachungsapparat der Menschheitsgeschichte und dennoch kriegt er es nicht auf die Reihe Waffen, einen Flugzeugabsturz und Truppenbewegungen in die Öffentlichkeit zu bringen. Selbst der letzte Depp sollte dann Zweifeln.

P.S.: Schade das sich solche Schreiberlinge der Kritik nicht wirklich stellen. Warum sie das nicht tun ist klar. Ihre Argumente sind haltlos und leicht zu widerlegen. Wer lässt sich schon gerne lächerlich machen.

Chris

Mittwoch, 4. Februar 2015

Es sind die kleinen Dinge

Oh je. Jetzt verkauft die griechische Regierung ihre Dienstwagen und fliegt nur noch Economy Class. Mal sehen wie die Bild Zeitung auf diesen "Affront" reagiert.

Chris

Mittwoch, 14. Januar 2015

Inflationsangst der neoliberalen Ökonomen

Herr Professor Freytag meint zur Deflationsangst der EZB


Wer diese vielen Ökonomen sind verrät er nicht. In seinem Beitrag bringt er auch keine Argumente die gegen eine Inflation sprechen würden. Dafür schreibt er Modellerkenntnisse auf, die sich leicht als absurd herausstellen lassen.
Sein Argument gegen eine Deflation ist, dass der Ölpreis niedrig ist. Dagegen spricht, dass die Inflationsrate schon vor dem Ölpreiseinsturz sehr niedrig war. D.h. der Effekt ist da, aber er ist einer von vielen. Die Austeritätsprogramme, sieht Freytag auch. Er findet sie aber nicht schlimm. In seiner Welt gibt es eben keine Menschen, sondern nur abstrakte Wirtschaftsmodelle, welche in der Realität nicht standhalten. Vor allem Deutschland unterschreitet in stetiger Regelmäßigkeit die Zielinflationsrate von 2%. Das sollte eigentlich als Widerspruch zu einem angeblich robusten Wachstum gesehen werden. Die Angst der neoklassischen Ökonomen ist, dass die gestiegene Geldmenge die Inflation treibt. Das die Geldmenge die Inflation treibt ist nur bedingt richtig. Die Nachfrage nach Gütern treibt die Preise. D.h. wenn die Geldmenge nicht in Nachfrage umgemünzt wird, dann passiert gar nichts. Kein Unternehmen wird seine Güter teurer verkaufen, weil sich die Geldmenge auf einmal verdoppelt hat. Erst wenn diese Geldmenge in Form von Nachfrage in den Kreislauf kommt, passiert etwas. Da die Löhne als Massennachfrage im Moment nicht wirklich steigen, ist wenig zu befürchten. Folglich ist die Inflationsangst absurd und die Deflationsangst nicht ganz unberechtigt. Freytag versteht die anktuellen Zustände nicht, weil er sie nicht verstehen kann. Er ist wie viele der INSM Schreiberlinge in seiner Modellwelt verfangen. Er erkennt nicht, dass die Modellannahmen, welche ihn zu seinen Erkenntnissen führen, absurd sind. Ein guter Beitrag hierzu ist hier zu finden.

Chris

Montag, 12. Januar 2015

Es sind immer die deutschen Ökonomen

Wenn es um die Euro Stabilisierung geht sind es immer die deutschen Ökonomen die vor zu viel Eingriff der EZB oder ähnlichem warnen. Innerhalb Europas muss es doch noch andere Kritiker geben. Es wäre ein viel stärkeres Bild. Stattdessen zitiert man deutsche Ökonomen aus dem Finanzbereich (keine Volkswirte) oder eben die deutschen EZB Volkswirte (alle auf einer Linie). Gegenstimmen sind fast Fehlanzeige. Dabei wäre es interessant wie hoch die deutsche Volkswirtschaftslehre weltweit im wissenschaftlichen Bereich angesehen ist.
Mein Problem mit den Aussagen der Experten ist, dass sie immer das gleiche erzählen. Nach deren Prognosen vor einigen Jahren hätte Europa eine starke Inflation haben müssen. Stattdessen gibt es eine Deflation. Die ist aber nicht so schlimm, meinen die Experten und fordern Vertrauen in ihre Prognosefähigkeiten.

Chris

Mittwoch, 8. Oktober 2014

Mobilität soll irgendwie Arbeitslosigkeit senken

Dabei kursieren in Europa längst intelligente Reformvorschläge, die nicht unbedingt Milliarden kosten - etwa für eine bessere Verzahnung der europäischen Arbeitsmärkte, die weiterhin viel weniger Mobilität als etwa in den USA erlauben. 

Für solche nachgeplapperten Vorschläge bekommen Journalisten, oder Leute die sich dafür halten sogar Geld. Der Vergleich der EU mit den USA hinkt insofern, als das man in der EU nicht eine Sprache spricht. Somit wird es immer Probleme bei der Mobilität geben. Bei der Arbeit kann man vielleicht noch Englisch sprechen. Im Privatleben ist das nur bedingt möglich. Mobilität bedeutet, dass man eben mal von einem Land in das nächste ziehen kann. Die Sprache zu lernen braucht aber immer Zeit. Ein weiterer Punkt ist, dass die Ungleichheit in den USA zwar hoch, in Europa aber deutlich größer sein dürfte. Die Lohnunterschiede und die Lebensqualität zwischen Luxemburg und Rumänien dürften sehr stark sein. D.h. kaum ein Luxemburger würde sich in diese Richtung bewegen wollen. 

Das vordergründige Fazit
Selbst wenn man also rechtlich alles möglich machen würde, so würde praktisch wahrscheinlich nicht viel passieren.

Das Fazit zum Nachdenken
Europa hat eine Arbeitslosenquote von mehr als 10%. Jedes Land innerhalb der EU hat eine Arbeitslosigkeit größer Null. Wie soll die Arbeitslosigkeit innerhalb Europas deutlich sinken, wenn die Zahl der freien Stellen deutlich unter der Zahl der Suchenden liegt? Kein Unternehmen wird Arbeitsplätze schaffen, nur weil jetzt mal eben Spanier in Polen arbeiten dürfen, oder umgekehrt. Die Unternehmen werden dort investieren wo es für sie am günstigsten ist (Infrastruktur, Steuern, etc.). Das können sie heute schon. Der gepriesene Effekt ist also wahrscheinlich keiner.

Chris

Donnerstag, 7. August 2014

Man stelle sich die umgekehrte Situation vor

Die ukrainische Armee trägt die Kämpfe in Richtung der Absturzstelle des malayischen Flugzeugs. Man stelle sich den Aufschrei der deutschen Presse vor, wenn der Fall verdreht wäre. Stattdessen wird halbwegs sachlich über den Ist Zustand berichtet. Es ist auch nicht mehr das abgeschossene, sondern mutmaßlich abgeschossene Flugzeug. Ist etwa Besserung in Sicht. Man kann es nur hoffen.

Chris

Freitag, 1. August 2014

Volker Rühe meint in einem SPON Interview
 
Das ist aber keine Entschuldigung für die Annexion der Krim oder das jetzige russische Verhalten.

Diese Argumente höre ich des Öfteren. Die Kritik an der Annexion (was auch immer es juristisch war) kann ich irgendwie nachvollziehen. Den Nachsatz verstehe ich nicht. Welches russische Verhalten ist im Moment nicht stimmig? Gibt es Beweise für Waffenlieferungen, Einflussnahme auf die Separatisten, Beteiligung am Abschuss des Flugzeugs, Behinderung der Aufklärung, oder ähnliches? Ich glaube nicht, dass ich das hätte übersehen können. Weit weniger als ein Beweis wird in fast allen Mainstream Medien, mit vielen "Sollten", "Könnten" und "Vermutlichs" als Begleiterscheinung, breitgetreten. Ich hätte gerne mal eine Aufarbeitung. Was wird wem in diesem Konflikt vorgeworfen und welche Belege gibt es dafür. Wenn das auf dem Tisch ist, dann kann man erst anfangen die aktuelle Krise aufzuarbeiten. Das wäre ein Schritt weg vom Emotionalen hin zum Rationalen. Stattdessen werden Sanktionen verhängt. Grandios dabei die These von SPON, dass die Gaspreise nicht steigen werden, da es langfristige Verträge gibt. Die gibt es in anderen Bereichen auch und sie werden vom Westen gebrochen. 
Erstaunlich ist, dass alle offiziell gegen den Konflikt sind und er dennoch stattfindet.

Chris

Freitag, 25. Juli 2014

Kritik an ukrainischen Militär

Human Rights Watch beschuldigt das ukrainische Militär, Zivilisten in Donezk mit Raketen beschossen zu haben. Die Flugkörper vom Typ "Grad" sind zielungenau - ihr Einsatz im bewohnten Gebiet sei ein Kriegsverbrechen, sagen die Menschenrechtler.

Spannend an der Aussage ist, dass es das erste Lüftchen ist, welches gegen die Regierung in Kiev gerichtet ist. Kommt da langsam etwas Objektivität durch? Beide Seiten schenken sich nichts, d.h. beide Seiten sollten für ihre Verbrechen kritisiert werden.
Eine allgemeine Frage ergibt sich zusätzlich aus der Aussage von Human Rights Watch. Sind zielgenaue Waffen die in bewohnten Gebieten eingesetzt werden und Zivilisten töten dann kein Kriegsverbrechen? 

Chris

Donnerstag, 24. Juli 2014

Aufwachen Frau Merkel


Zugang zur Unglücksstelle, Aushändigung der Leichen, Aushändigung des Flugschreibers? Ist erst kooperiert worden, wenn Russland zu gibt Schuld zu sein? Russland hat seine eigene Theorie aufgestellt und diese mit Daten belegt. Wie gut oder schlecht diese Daten sind kann ich nicht beurteilen. Von westlichen Geheimdiensten bekommt man nur Theorien ohne jeglichen Beweis zu sehen. Aus diesem Grund bin ich sehr vorsichtig, wem ich glauben soll. Vor allem nach den glanzvollen Verdiensten westlicher Geheimdienste vor dem Irak Krieg.

Chris

Mittwoch, 23. Juli 2014

Wie kann man etwas verlieren, was man nicht besessen hat?

Aus SPON

Die Allianz hat die Zinssätze 2013 mit den Durchschnittszinsen der Jahre 2003 bis 2008 verglichen und dann die durch die gelockerte Geldpolitik "entgangenen" Zinsen auf der Einlagenseite den Zinsgewinnen bei Krediten gegenüberstellt. Das Ergebnis: Die Menschen in Deutschland verloren 2013 unter dem Strich pro Kopf 67,60 Euro. In den Zahlen ist allerdings der Inflationseffekt nicht berücksichtigt. Derzeit liegen die Sparzinsen meist unter der Inflationsrate und Sparer verlieren real Geld. Andererseits ist die Teuerungsrate sehr niedrig, was Verbraucher entlastet. 

Übersetzung dieses Abschnitts
Durch den aktuellen Zinssatz hat man 67,60 Euro weniger Zinsen bekommen, als man durch den Durchschnittszinssatz bekommen hätte. Verlust = 0. Man kann schlecht Geld verlieren das man nicht hatte.
Das man durch die Inflationrate Geld real verliert ist ebenfalls falsch. Man büßt Kaufkraft ein. Das Geld bleibt aber gleich. Auch bei 100% Inflationsrate pro Tag wären meine 10 Euro immer noch 10 Euro. Das Geld ist gleich, die Kaufkraft nicht.

Wesentliche Punkte werden in der Studie der Allianz nicht erwähnt. 
  • Zinsen müssen erwirtschaftet werden. D.h. der niedrige Zinssatz ergibt sich aus einer fehlenden Investionswilligkeit und somit einer fehlenden Nachfrage nach Krediten. 
  • Zu viel Geld lässt die Zinsen automatisch senke, somit ist die Idee, dass wir alle für Alter und Gesundheit in Form von Privatversicherungen sparen sollten Unsinning.
Chris