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Mittwoch, 6. Mai 2026

Ökonomendenken

Ich lese gerade ein sehr interessantes Buch über Ökonomie und ökonomische Modelle. Interessant dabei ist, den Wahrheitsanspruch den scheinbar viele Ökonomen haben. Als Ingenieur kann ich sagen, dass man mit einem solchen Anspruch deutlich vorsichtiger ist. Dabei kann man viele Dinge im Gegensatz zur Ökonomie testen.

Was mich tatsächlich faziniert ist, dass viele Dinge die mir etwas merkwürdig vorkamen, tatsächlich merkwürdig sind. So ist die Aussage, dass Märkte effizient seien mit der Aussage Märkte könne man nicht steuern und Regeln, weil sie zu komplex seien nicht kompatibel. Tatsächlich ist das wohl eine alte Diskussion. Aber diese taucht nirgends auf. Das Machtungleichgewichte nicht betrachtet werden, fiel mir auch in vielen Diskussionen auf. Aber das es tatsächlich so ist, entsetzt mich dann doch. 

In der Standardökonomie lebt man scheinbar von Floskeln die in Modelle gegossen worden sind. Effizienz ist das größte Mantra. Was effizient ist, wird nicht wirklich definiert. Man nimmt dann Paretooptima an. Gleichzeitig ignoriert man soziale Ungleichheiten und Umweltzerstörung. Will sagen, wie kann man von Effizienz reden, wenn man ganz wesentliche Aspekte auslässt. Die soziale Ungleichheit kann dazu führen, dass die Märkte komplett  verschwinden. Scheint nicht sehr effizient von einem Markt zu sein, wenn er sich selbst abschafft?

Auch wird selten diskutiert wo Märkte gut funktionieren und wo nicht. Wenn man sehr viel Bürokratie braucht, um einen Markt zu konstruieren, funktioniert er wahrscheinlich nicht gut. Diese Ignoranz ist erstaunlich. Ökonomen leben in ihrer eigenen Welt. Das akzeptiere ich. Aber das niemand sonst auf die Idee kommt das breit in Frage zu stellen ist erstaunlich. Weniger ökonomisches Denken würde uns guttun.

 Chris 

Sonntag, 24. August 2025

Moralisches Denken

Was mich erstaunt ist das ambivalente Denke viele Menschen, wenn es um Moral und ein gerechtes Verhalten geht. Eigentlich müssten wir der Moral folgen, die wir unseren Kindern antrainieren. Da wird niemand sagen, "nimm alles und wenn jemand etwas von dir will ist es eine Neiddebatte". Kinder werden ermutigt zu teilen, nicht alles für sich zu behalten. Sie sollen die anderen Kinder nicht beleidigen, rumschupsen, usw.

Also genau das was die CDU aktuell macht und die AfD gerne machen würde.

Chris 

Montag, 2. Dezember 2024

Mein Wort des Jahres 2024

Autonormativ ist mein Wort des Jahres. Es stellt klar warum wir vom Auto nicht wegkommen. Oft wird autozentrisch genutzt. Das ist aber nicht so eingängig. Zentrisch heißt es steht im Zentrum. Vieles steht dort. Aber normativ heißt, dass es normal ist und alles andere eben nicht. Fahrradfahren ist nicht normal. Nicht auf der Straße parken zu dürfen ist nicht normal, Ampel abschaffen ist nicht normal, auf der Straße zu laufen ist nicht normal, usw.

Und weil es nicht normal ist, diese Dinge zu tun, entwickeln die meisten eine enorme Reaktanz auf Änderungen. Denn ihre Norm wird angegriffen. Viele Menschen können sich Alternativen überhaupt nicht vorstellen. Selbst Menschen die Arme, Alte und Behinderte verachten, erkennen genau dann ein Herz für diese Gruppen, wenn es um die Verteidigung der Norm geht (FPD lässt grüßen). Der Autozentrismus ist also nur eine logische Konsequenz der Autonormativität. Alle die gegen diese Normalität sind, haben sich zu rechtfertigen und nicht diejenigen die ihr offensichtliches Privileg ausleben. 

Als Folge stehen Baustellenschilder immer auf Fuß- und Radwegen. Die Umleitungen für Fußgänger sind teilweise absurd, obwohl einfach nur eine Fahrspur gesperrt werden müsste. Die langsamsten werden dann mit Ampeln und langen Wegen bestraft. Sie sind halt nicht normal. Parken auf dem Radweg, statt auf der Straße ist normal. Man will den Verkehr nicht behindern. In der autonormalen Welt ist ein Fahrrad kein Verkehrsmittel. Elektromobilität wird nur als Elektroauto verstanden. Verkehrswende bedeutet den Motor zu tauschen. Das alles macht Sinn, wenn man diese Normalität verstanden und begriffen hat. Dann sind Parkhäuser wichtiger als Wohnhäuser. Wir bauen Garagen, obwohl die Flächenversiegelung zu hoch ist, damit ein Stück Blech nicht nass wird. Ein Auto ist eben mehr als nur ein Fahrzeug. 

Das macht die Änderungen so schwierig.

Chris

Freitag, 4. Oktober 2024

Wohlstandsminderung

Im Diskurs über Überreichtum, sollten wir unseren Politikern folgende simple Frage stellen. Wo kommt der Wohlstand der Überreichen her? Sie erwarten eine Rendite ihres Vermögens von mehr als 5%. Bei einem Wirtschaftswachstum von 0-3% muss eine Umverteilung von unten nach oben stattfinden. D.h. es wird gesellschaftlicher Wohlstand an der Spitze konzentriert.

Wir haben einen Gini Koeffizienten in Deutschland beim Vermögen von über 0.8. Das bedeutet eine extreme Konzentration an der Spitze. Ein Diskurs darüber findet aber nicht statt und es wird mehr oder weniger verheimlicht. Das wäre die zweite Frage. Warum diskutieren wir nicht darüber? Das ist keine Neiddebatte. Das Ergebnis kann ja sein, dass wir als Gesellschaft es gut finden, dass eine kleine Elite von Menschen durch Geburt sehr viel Vermögen haben. Nur warum, wird es quasi verschleiert? Weil alle an der Spitze und diejenigen die von dieser Spitze profitieren insgeheim wissen, dass es keine Legitimation gibt.

Stattdessen führen wir absurde Diskussionen darüber, dass Bürgergeldempfänger zu viel bekommen würden. Setzt man das Ganze in Relation, dass erkennt man, dass 5% Rendite auf die Spitzenvermögen wahrscheinlich in der Größenordnung des gesamten Bürgergelds liegt. Der Unterschied ist, dass die Menschen die Bürgergeld erhalten dieses zum Überleben brauchen. Spitzenvermögen brauchen die Rendite nicht. 

Die Ressourcen fehlen dann an anderer Stelle. Den Zusammenhang zwischen einer Bahn die kaputt ist, Brücken die zusammenbrechen, Schulen die nicht gut funktionieren, usw. machen wenige. Dabei ist es relativ einfach. Wir haben an der Spitze eine Elite, welche den Wohlstand absaugt.

Es wäre aber absurd zu behaupten, diese Elite hat das geplant und wäre böse? Die Sache ist komplexer. Überreiche beauftragen Menschen, welche sich um den Erhalt und die Mehrung ihres Vermögens kümmern sollen. Diese Menschen werden nach Leistung bezahlt und gehen ihre eigenen Wege. Sie gründen Lobbyvereine, beeinflussen Gesetze, usw. Um diese Ebene entstehen weitere Nutznießer wie Banken, Juristen, etc. Alle wollen profitieren. D.h. die Strukturen entstehen ungeplant und verfestigen sich. Ich vermute, dass selbst die Superreichen ein solches System nicht aufbrechen könnten, weil sie Gegenwind der Institutionen darunter bekämen.

Wenn der Diskurs nicht geführt wird, dann bleiben alle die es Ansprechen Spinner, Neider, usw. Aber die Frage bleiben, wo kommen die Renditen her, die oberhalb des Wachstums liegen und warum diskutieren wir eigentlich als Gesellschaft nicht darüber, wenn es doch angeblich okay wäre.

Auf eine Antwort der CDU und FDP wäre ich sehr gespannt. Es ist nicht zu erwarten, dass unsere Medien das aufgreifen. Sie sind konfliktscheu und an der Spitze unglaublich arrogant. Man müsse ja schließlich Journalist sein, damit man Zusammenhänge einordnen könne. Wie David Graeber beschreibt versteckt man sich hinter Abschlüssen, um über bürokratische Strukturen das System zu stabilisieren. Das passiert niemals bewusst. Menschen tun das einfach, weil sie daran glauben (wie sonst sollte Religion funktionieren). 

Ich wünschte mir, dass der Zusammenhang dargestellt wird. Brücken brechen zusammen, weil wir lieber Luxusyachten und gigantomane Häuser bauen und leerstehen lassen, als in Infrastruktur zu investieren. Am Ende ist dann der Migrant Schuld und nicht etwa die menschlich erschaffenen Strukturen, welche einige Wenige an die Spitze schieben umgeben von Ja-Sagern.

Chris

Montag, 10. Juni 2024

Realitätsabgleich

Ein Realitätsabgleich ist manchmal ganz gut. Was ich gestern als Wahlhelfer gesehen habe, ist ein solcher Abgleich. Dass sich Menschen quasi nicht mit der Wahl beschäftigen und überrascht sind, dass so viele Parteien auf dem Zettel stehen, wusste ich schon. Es erklärt, warum Wahlplakate bei so vielen immer noch funktionieren. Es werden Marken gewählt und keine Inhalte. Erschreckend war etwas anderes. Deutschland ist fett, alt und krank. In vielen Fällen treffen 2 von 3 zusammen. Schnaufend wurde sich einige Meter durch den Raum bewegt. Ausweichbewegungen beim Laufen hatten locker 20 % der Personen. Es wurde mit dem Auto bis vor das Wahllokal gefahren. Dabei sind die Wege nicht weit.

Und jetzt spielen wir diese Erkenntnis mal etwas weiter. Diese Menschen bräuchten jetzt schon Hilfe, werden diese aber in wenigen Jahren definitiv benötigen. Das Potenzial an Pflegebedürftigkeit war enorm. Trotzdem wählen diese Menschen dann Rassisten, die hier lebende Menschen am liebsten ausweisen würde und Parteien, die junge Menschen nicht nach Deutschland lassen wollen. D.h. sie sägen auf dem stark durchgebogenen Ast, auf dem sie sitzen. 

Warum ist es kein Thema, dass Deutschland fett und krank ist? Es wird in den Medien über die Landesverteidigung fabuliert. Man wolle Altsoldaten reaktivieren. Wenn ich mir selbst die jüngeren anschaue, dann taugen diese als Sandsäcke. Das ist herablassend und es mag individuelle Ursachen geben. Aber in der Häufung ist es, ein strukturelles Problem. Wir fördern qua Infrastruktur Bewegungsarmut. Durch den Rückbau von preiswerten Alternativen gammelt man gerne vor dem Fernseher und isst dabei ungesundes Zeug. Gesundes Essen ist teurer als ungesundes. Gezielt wird verhindert, Kinder gegen so etwas zu schützen. Und die Erwachsenen leben es vor. Da werden Bonbons an die paar Kinder, die kommen, verteilt. Ist ja nett gemeint. Auf die Idee ein paar Äpfel hinzulegen kommt niemand.

Mein Fazit ist, die Hässlichkeit unsere Politik gegenüber Menschen, die arm und oder fremd sind, schlägt sich in den Menschen wieder, die diese Politik wählen. Warum das so ist, keine Ahnung. Vielleicht merken diese Personen, dass sie nicht mehr mithalten können. Sie sind halt gammelig. Meiner Erfahrung nach, grenzt man sich genau dann ab, wenn man selbst nichts zu bieten hat. Wenn ich gut in etwas bin, dann fürchte ich keine Konkurrenz. Wenn ich weiß, ich komme kaum durch einen Raum gelaufen, dann ist der 20 jährige Syrer mir unheimlich. Er ist das, was ich gerne körperlich wäre. Statt ihm ein besseres Leben zu gönnen, hasse ich ihn für das, was ich nicht bin und wofür ich auch nicht bereit bin etwas zu tun.

Das ist nur eine These. Fakt ist, dass Deutschland krank ist.

Chris


Mittwoch, 22. November 2023

Inverse MMT

Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts belegt im Grunde die MMT. Von einen Tag auf den anderen sinken die Produktion und Dienstleistungen. Es gibt immer noch die Menschen und Maschinen. Es hat sich nichts geändert, außer das Geld nicht mehr ausgebene werden darf. D.h. Geld ist nur der Formalismus, welcher die Tätigkeiten aktiviert. Nicht mehr und nicht weniger. Zu behaupten das Geld wäre knapp ist absurd. Denn die Produktivkapazitäten und Dienstleistungen sind ja vorhanden und wollten das Geld nutzen. Jetzt dürfen diese Personen und Institutionen das nicht mehr. Warum? Weil es einen Text gibt der beschreibt, dass genau das so zu sein hat. Es gibt keinen physikalischen Grund, sondern nur die Geschichte die es behauptet.

Chris

Mittwoch, 14. Juni 2023

Wenn die FDP eine widerspruchsfreie Ideologie hätte

Die FDP behauptet immer wieder, sie vertrete die Freiheit und den Markt. Daher sind Regeln und Vorgaben nur mit Maßvoll zu verwenden. Jede Person sollte nach ihrer eigenen Leistung beurteilt werden und aufgrund der eigenen Leistung Erfolg haben.

Folgt man dieser Ideologie, dann kommen lustige Ergebnisse heraus. Die FDP müsste für eine niedrige Vermögenssteuer, aber sehr hohe Erbschafts- und Schenkungssteuer sein. Denn schließlich sollte jeder durch seine eigene Leistung Erfolg haben. Auch müsste die FDP für eine sehr hohe Kindergrundsicherung und Pflegeversicherung sein. Denn wie kann es sein, dass der Erfolg der Kinder vom Wohlstand der Eltern abhängt? Wenn die eigene Leistung zählt passt das nicht. Auch "haften" Kinder für ihre pflegebedürftigen Eltern. So als ob es eine Wahl gewesen wäre in eine arme Familie hineingeboren worden zu sein. Beides wird natürlich nicht von der FDP gefordert. Denn Kinder sind Eigenverantwortung. Ebenso wie die Pflege. Allerdings ist es nicht die Eigenverantwortung der betroffenen Person. Wenn jemand sich nicht Pflege selbst leisten kann und die Kinder zahlen müssen, oder selbst pflegen, dann war es wohl kaum die freiwillige Wahl der Kinder. Umgekehrt genauso. Das Eltern schlecht bezahlt werden, arbeitslos geworden sind, ist wohl kaum die Wahl oder das Verschulden der Kinder. Eine große Inkonsistenz bei der FDP. Wer hätte das gedacht.

Aber auch bei den Regeln wird es interessant. Eine Vorgabe zur Klimawirksamkeit von Heizungen sollte es laut einiger FDPler nicht geben. Das bräuchte man nicht. Lieber die CO2 Preise nach oben. Die Begründung ist, das eine Vorgaben ja die Menschen über Gebühr belasten würde, da sie eine neue Heizung kaufen müssten. Wenn die Energiepreise aber dramatisch steigen, dann ist das Problem auf einmal weg?! Auch ist die Frage, wie man den Menschen erklärt, dass eine Rationierung der Heizleistung, aufgrund der hohen Kosten okay sei, aber ein Förderprogramm für bessere Heizungen nicht?!

Aber gut der Preis der Verschmutzung soll laut FDP jeder selbst tragen. Konsequent zu Ende gedacht, bedeutet das nichts gutes. Denn die eine widerspruchsfreie FDP Ideologie würde viele FDP Forderungen wie Atomkraft und mehr Autos nicht zulassen. Die wahren Kosten für AKW müssten die Unternehmen tragen. Damit ist Atomkraft so tot wie sie es schon immer ohne staatliche Garantien war. Beim Verkehr sieht es ähnlich aus. Die Kosten für PKW sind um einiges höher als durch Steuern aktuell abgebildet werden. D.h. die Steuern müssten hoch in diesem Bereich. Da das Verursacherprinzip über den Markt gelten sollte, würden die Fahrpreise für Autos um einiges steigen. Die FDP verrät diese logisch Folge ihrer Forderungen nicht. Und das es niemals dazu kömmen würde zeigt der Tankrabatt.

Genau an diesen Beispielen zeigt sich in meinen Augen das Problem der FDP. Sie ist eine reine Klientelpartei. Allerdings weiß ich nicht so Recht für wen eigentlich. Ich denke ihr Klientel sind Personen wie die FDP Spitze. Also Menschen die Glauben zu wissen was wohlhabende und reiche Menschen wollen. Sie wissen es nicht. Darum hassen sie auch die Grünen. Diese machen ein halbwegs konsistentes Programm und bedenken ihre Widersprüche teilweise mit. So sind die Heizungen langfristig billiger, aber kurzfristig teuer. Also gibt es eine Förderung. Damit könnte man sich vielleicht auseinandersetzen, aber man könnte eben auch Fake News verbreiten und Lügen. 

Chris

Mittwoch, 1. Februar 2023

Unfähigkeit der Politik

Mittlerweile unterstelle ich vielen unserer Politiker unfähig oder dumm zu sein. Die Alternative wäre, dass es böse Menschen wären die mit Vorsatz etwas schlechtes wollen. Einige Beispiele:

Unsere Bundesregierung begreift, dass wir zu wenig Pflegekräfte haben. Wir haben einen Mangel. Sie begreift auch, dass die Arbeitsbedingungen zu schlecht sind und das Leben in Großstädten nicht bezahlbar ist. In der logischen Konsequenz werden die Löhne nicht erhöht. Nehmen wir an die Politiker sind nicht böse, dann muss man annehmen, dass sie unfähig sind. Sie sind nicht fähig die Lohnpolitik des Staates mit der Bezahlung in den Kliniken, Kitas, Schulen, usw. zusammenzubringen. Ihre Begründung ist, dass die armen Kommunen doch kein Geld hätten. Das mag vielleicht stimmen. Vorrausgesetzt die Politiker sind nicht böse, dann sind sie unfähig. Unfähig zu erkennen, dass sie die Fallpauschalenhöhe mit definieren können. Sie könnten auch den Hartz 4 (Bürgergeld) Anteil der Kommunen übernehmen, oder einfach mal den Kommunen mehr Geld bereitstellen. Das geht wenn man will, denn über die finanzielle Verteilung bestimmt die Politik. Diese Unfähigkeit geht in vielen Bereichen weiter.

Da gibt es einen LehrerInnenmangel. Die Idee ist, wir erhöhen die Arbeitszeit. Problem gelöst möchte man meinen. Aber wieder zeigt es die Unfähigkeit. Wie soll man denn mehr Arbeiten, wenn es keine Kinderbetreuung gibt? Wo sollen die Kinder dann hin? Wer bereitet den Unterricht vor und kontrolliert die Aufgaben der Schüler und Schülerinnen? Niemand vermutlich, weil es nur darum geht, dass jemand da ist. Es wird das Problem betrachtet, aber die Ursache nicht analysiert.

Genug vom sozialen Bereich, denn auch im Verkehr sieht es nicht besser aus. Seit mehr als 80 Jahren ist bekannt, wenn es mehr Straßen gibt, dann gibt es mehr Verkehr. Die Idee der FDP mehr Straßen gegen die Staus. Ist die FDP böse oder unfähig? Wie lange möchte man wissenschaftliches Allgemeinwissen denn noch ignorieren. Man möchte Alternativen schaffen. Die Alternative heißt immer Auto. Genau wie Individualmobilität immer Auto heißt. Alternative heißt, dass ich wählen kann zwischen Auto und anderen Verkehrsträgern. Leider ist die FDP unfähig, weil sie auf die am lautesten schreienden Personen hört.

Bei der Energiewende das gleiche Spiel. Es existieren preiswerte Energiewandlungsmaschinen. Die sind nicht besonders spannend. Sie liegen als Platten auf Dächern oder drehen sich im Wind. Unsere Politik ist unfähig und setzt auf Technologien die nicht einmal existieren. Warum? Weil sie eben unfähig ist, unfähig eine effiziente Lösung zu akzeptieren. Klar kann ich kein Band durchschneiden, wenn ein paar Solaranlagen auf dem Dach liegen. Aber darum auf Kernkraft setzen? Vollkommen unklar.

Die Liste ist unendlich lang. Da wird eine Fallpauschale eingeführt die nicht funktioniert, es werden Sozialsysteme erschaffen die unsozial sind und die Umweltpolitik ist nice to have. Wir brauchen ja keine Umwelt in der wir leben. Aber warum ist das so?

In meinen Augen ist das so, weil Versprechen wichtiger ist als Resultate. Wir versprechen Dinge, wir machen eine Vision auf. Ob die richtig oder relevant ist, ist egal. Hyperloop, Flugtaxis, Blockchain, dass alles sind Ideen ohne jeglichen Nutzen. Aber sie klingen spektakulär. Wie langweilig sind doch Straßenbahnen, Fahrradwege und Bäume. Dieses Konzept des Ideenverkaufens zieht sich durch die Gesellschaft. Forschungsprojekte werden in der Mehrzahl so beschrieben. Hinterher wundert man sich, dass nichts rauskommt. Vernünftig geplante Ideen sind nicht spektakulär genug und werden nicht gefördert. Ist halt langweilig.

Ein wesentlicher Sektor, der Schuld daran hat sind die Medien. Selten werden Versprechungen vorgeholt und gefragt was daraus wurde. Immer ist Tag eins in der Berichterstattung. Da sind Versprechungen und Ankündigungen für Politiker natürlich etwas sehr feines. Das kann man darstellen und vorschlagen, ist dann im Gespräch mit den Journalisten und dann ist Schluss. Diejenigen die nachfragen tauchen warum auch immer nicht im medialen Mainstream auf, sondern in den Randbereichen (Uhrzeit). Da wird dann nachts beschrieben wie A und B zusammenhängen. 20 Uhr in der Tagesschau wird es ignoriert. Man möchte ja nur Berichten was ist. Die Konsequenz ist, dass Unfähigkeit gepaart mit Verkaufstalent einen Politiker heute weiter bringen, als Ideen und Lösungsorientierung.

Chris

Freitag, 9. Dezember 2022

Deutschland mag keine Kinder

Mittlerweile bin ich mir sicher. Deutschland mag keine Kinder. Klingt komisch, weil Kinder immer vorgeholt werden, um die Zukunft zu idealisieren, viele Menschen sich freuen, wenn sie Babys sehen, usw. Aber strukturell gehe ich fast so weit, zu sagen Deutschland mag keine Kinder. Wie kann das sein, schließlich gibt es doch so viele Kinderspielplätze und sogar Kindergeld. Schaut man hinter diese Fassade, dann wird es gruselig.

Fangen wir bei banalen Dingen an. Ich hatte eine Diskussion, wo ich darauf hinwies, dass mehr Straßen und ein autozentrierter Verkehr eine massive Freihheiteinschränkung darstellt. Das wurde geleugnet. Aber gehen wir das mal durch. Kinder in der Grundschule dürfen in der Regel nicht mit den Rad fahren, sie sollen ihren Schulweg üben und nur an bestimmten stellen die Straße queren. Was passiert hier? Die Kinder töten oder verletzen keine Autos. Umgekehrt verletzten Autos Kinder, sie parken die Straßenquerungen zu, die Fahrradwege oder übersehen Kinder die zur Schule gehen. Die Schulung wie sich zu verhalten wäre, wird also nicht denjenigen gegeben die in den Autos sitzen, sondern genau den Kindern. Es wird als gegeben hingenommen, dass Autos überall parken dürfen und Schulwege unsicher sind. Kinder sind egal. Noch nie habe ich die Diskussion gelesen, dass die Freiheit der Kinder wichtig ist und sie sich sicher durch die Städte bewegen sollen. Parkverbote, den Umbau in einer menschenfreundliche Stadt, das alles Schade ja der Freiheit. So ließt man es von CDU, FDP und AfD. Die Einschränkung der Kinder ist egal. Sollen sich doch die Eltern kümmern. Deren Problem.

Neben dem Verkehr gibt es die Schulen und Kitas. Die Ausstattung ist teilweise schlecht. Es werden Vereine durch Eltern betrieben, damit Papier vorhanden ist. Schließt die Schule wegen Covid, dann war die größte Sorge, dass die Eltern nicht arbeiten können. Aktuell sieht man das Desaster. Während bei Covid alles getan wurde alte Menschen zu schützen und zu retten, sieht man aktuell das Kinder keine Intensivplätze haben. Das ist lange bekannt und keine Überraschung. Kinder sind halt nicht wichtig, sie sind keine Wähler und Eltern als Wählergruppe zu klein. Kinder dürfen also sterben oder schwere Schäden haben, weil die Finanzierung leider nicht ausreicht. Weder ist das Thema präsent noch wird es skandalisiert.

Wenn die Kinder gesund sind, sind viele von ihnen arm. Der nächste Skandal, den niemanden interessiert. Das Kinder teilweise keine vernünfige Ernährung haben, weil das Geld zu knapp ist, da kann man nichts machen. Die Spritkosten explodieren, da geht es ganz schnell. Sonst kommen die Eltern ja nicht zur Tafel, um ihre Kinder zu versorgen, oder wie soll man solchen Unfug erklären. Kinder sind nicht wichtig. Sie sollen schön aussehen und niedlich sein. Das ist so tief verankert, dass es "normal" ist fremde Kinder anzufassen oder zu streicheln, weil sie doch so niedlich sind. Die Empathielosigkeit die einem entgegenschlägt, wenn man dies kritisiert ist erstaunlich. Man solle sich nicht so haben. Ähnliches passiert regelmäßig, wenn große Hunde vor kleinen Kindern rumlaufen und diese panische Angst haben. Das Kind solle sich nicht so haben. Das der Hund so groß wie das Kind ist, egal. Empathielosigkeit at its best.

Ist das kindsein überstanden geht es in der Jugend weiter. Kinder und Jugendliche werden nicht für voll genommen. Sie sind dumm per Definition. Klingt ein wenig drastisch. Folgt man der CDU oder AfD, dann werden Kinder sofort Transpersonen oder Homosexuell, weil sie erfahren das es diese Lebensweisen existieren. Kinder und Jugendliche werden missbraucht, wenn es passt, um den eigenen Hass auf alles was anders wird zu pflegen. Kriegen sie Kritik von eben jenen Jungendlichen, dann sollen die in die Schule gehen und ruhig sein. So geschehen bei Fridays for Future Demonstrationen. Junge Menschen interessieren sich. Sie wollen eine bessere Welt aufbauen. Sie haben eine Vision von Zukunft. Die alten Menschen wollen davon nichts wissen und diffamieren diese Kinder und Jugendlichen stattdessen. Bei den aktuellen Klimaaktionen sieht es ähnlich aus. Der Hass der Kinder und Jugendlichen entgegenschlägt ist erstaunlich. Das Fazit ist immer gleich. Die sollen sich nicht so haben denen geht es doch gut.

Das ist aber die große Lüge. Kindern und Jungendlichen geht es nicht gut. Sie haben eine unglaublich schlechte medizinische Versorgung zu ertragen, sie sind dem Autoverkehr ausgeliefert, sie haben keine demokratisches Stimmrecht und knapp 20% leben in Armut. Wenn sie dann größer werden, erwarten sie sehr hohe Mieten und niedrige Löhne trotz Fachkräftemangel. Erwartet wird aber, dass diese jungen Menschen den Status Quo einhalten und sich nicht wehren oder aufbegehren. Die Fragen warum sie das tun sollten, kann niemand beantworten. Es wird spannend, was all die heutigen Besserwisser sagen, wenn die junge Generation sich weigert sie zu pflegen, oder einfach ihre Häuser besetzt. Denn gerade die Altengesellschaft ist von den jungen Erwerbstätigen abhängig. Man sollte junge Menschen gut behandeln, denn sie entscheiden am Ende.

Chris

Donnerstag, 15. September 2022

Warum fassen Menschen fremde Kinder an?

Ich habe es schon sehr oft erlebt, dass fremde Menschen meine Kinder anfassen. Wenn man diese Personen darauf anspricht oder fragt was das soll, erntet man sehr schnell Unverständnis. Kinder werden nicht als Menschen mit dem Recht auf Privatsphäre anerkannt. Meine Wahrnehmung ist, dass Kinder nicht Ernst genommen werden. Sie sind ja ach so wichtig und so niedlich. Aber die Realität sieht anders aus. Kinder werden angefasst, werden von der Seite angelabert, wenn es ihnen schlecht geht, usw. Alles Dinge die wir niemals bei einem Erwachsenen machen würden. 

Mich regt das einfach nur auf. Hunde laufen über Kinderspielplätze ohne Leine (ach der tut doch nichts), Menschen rauchen neben Spielplätzen, Schulen, usw. (das stört doch nicht), sie tatschen Kinder an (was haben sie denn) spricht man sie darauf an, dann wird abgewehrt und hinterher garantiert als Helikoptereltern bezeichnet. Kinder sind halt nicht wichtig in unserer Gesellschaft. Sie schmücken sie und es ist toll das es sie gibt. Aber sie dürfen uns in keinster Weise belasten. Darum kann die Kinderarmut unberichtet seit Jahren steigen, darum ist das Bildungssystem seit Jahren marode, darum werden Kinderkliniken ohne Kritik geschlossen, darum ist unsere gesamte Verkehrsinfrastruktur nicht im Ansatz kindgerecht (Kinder müssen sich Autos unterordnen), usw.

Chris

Donnerstag, 8. September 2022

Default

Warum ist eigentlich Fleisch essen normal und veganes oder vegetarisches Essen wird als "besonders" auf Buffets ausgewiesen? Sollte es nicht eigentlich besonders sein, umweltverschmutzend zu Essen?

Chris

Superintelligenz

 Seid einiger Zeit geht mir etwas durch den Kopf. Wenn ich eine KI wäre, welche die Menschheit auslöschen will, wie würde ich das machen? Sicher wäre ich nicht so doof wie in den Filmen und würde Roboter bauen. Ich hätte ja Zeit. Ich wäre auch resistent gegen Hitze. Warum also nicht gezielt hier und da ein paar Fehlmeldungen streuen. Menschen beim finden von Fake News helfen. Märkte minimal manipulieren, sodass sich fossile Energieträger doch länger "lohnen". Dann einen Autokraten die fixe Idee in den Kopf setzen, dass in der Ukraine Faschisten am Werk sind. Und schon ist wieder eine Ablenkung realsiert. Vernünftige Politik? Da spült man dann unwichtige Dinge in den Sozialen Medien nach oben und jeder muss sich abgrenzen oder äußern.

Klingt nach einem plausiblen Szenario. Da könnte man ein schönes dystopisches Buch darüber schreiben. Hoffnung gibt es keine, denn wir würden eine solche Über KI nicht erkennen. Was sie antreibt würden wir nicht verstehen. Aber unsere Ausrottung macht insofern Sinn, dass Menschen gefährlich sind, für sich und alle anderen. Warum also nicht lieber auf Nummer sicher gehen? Die KI könnte man natürlich auch gegen Aliens austauschen, welche den Planeten übernehmen wollen. Wenn sie eh 10.000 Jahre brauchen um herzukommen und in solchen Dimensionen denken, dann kann die Menschheit ihre Ausrottung doch gleich selbst durchführen. 

Es ist alles so frustrierend. Ich verstehe nicht warum so viele Menschen lieber reagieren anstatt zu agieren. Warum sie sich lieber dem Klimawandel ausliefern wollen, anstatt es als Chance zu begreifen. Was ist denn so schlimm an Solarenergie? Was ist so schlimm an Fahrradfahren und gesundem Essen?

Chris

Dienstag, 28. Juni 2022

Poller

Warum stehen eigentlich an Eingängen zu Fuß- und Radwegen häufig diese Poller. Sind Autofahrer nicht in der Lage Schilder zu lesen? Mit einem Lastenrad oder Fahrradanhänger ist es immer spannend, wenn man dort durch muss.

Chris

Montag, 20. Juni 2022

Kampfradler

Immer wenn es um mehr Infrastruktur für Fahrradfahrer geht, kommt die alte Leier. Die braucht man nicht. Radfahrer brauchen keinen Schutz, sie seien selbst Schuld und sollen sich mal an die Verkehrregeln halten. Denn sie fahren ständig bei rot, fahren viel zu schnell und erschrecken Fußgänger.

Wer schreibt so etwas? Meistens Autofahrer die Angst haben, dass ihnen Straßen weggenommen werden. Nun ist es müßig dagegen zu argumentieren. Aber versuche es trotzdem. Bei uns in den Stadtteilen wurden Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt. Es sollte geprüft werden, ob zu schnell gefahren wird und ob Maßnahmen nötig seien. Das Fazit war, dass in den 4 gemessenen 50km/h Zonen 10 - 15 % aller Autofahrer zu schnell waren. Davon einige deutlich. In der einen gemessenen 30 km/h waren es ca. 25%. Die Stadt ist der Meinung es bestünde kein Handlungsgrund. Zwar würden knapp 20 % der Personen durch die Führerscheinprüfung fallen, aber wen juckt das schon.

Worauf ich hinaus will ist folgendes. Verkehrsvergehen bei Autofahrenden sind Kavaliersdelikte. Sie werden nicht als dramatisch wahrgenommen. Fahrradfahrer die bei einer leeren Straße bei rot fahren, das ist wirklich schlimm. Die Frage warum Fahrradfahrer bei rot an einer leeren Straße stehen müssen und es keine Ampelschaltung gibt, die dann automatisch auf grün schaltet wird nicht gestellt. Es dreht sich eben alles ums Auto.

Hier meine Erkenntnisse der letzen Monate.

  • Wenn man als Fahrradfahrer nach links abbiegen will, dann muss man in aller Regel 2 Ampeln nehmen.
  • Wenn ich auf einem Radweg parke passiert nichts. Wenn ich mein Fahrrad auf der Straße abstelle, dann kriege ich Probleme
  • Automobile sind in den letzten 15 Jahren um ca. 15% größer geworden. D.h. bei gleicher Anzahl brauchen sie noch mehr Platz. Dann schieben die Autofahrer den Fahrradfahrern die Schuld zu, weil diese einen Radweg bekommen.
  • Radwege fast immer zu schmal
  • Baustellen denken nicht an Fahrradfahrer (irgendwelche behelfsbrücken sind so schmal, dass Fahrradhänger nicht passen. Die Ausschielderung kommt zu spät und Schilder werden in den Weg gestellt).

So das musste mal raus aus meinem Kopf. Mein Fazit ist, dass Autos aus der Stadt raus müssen soweit es geht. Der Platzbedarf und der Lärm sind absurd. Daran ändern auch Elektrofahrzeuge nichts.

Kurze Anmerkung. Es gibt auch den Verweis, dass Radfahrer bitte auch für ihre Infrastruktur zahlen sollen. Das fände ich gut, denn die 2 - 5 Euro im Jahr kann ich mir leisten. Mehr ist es nicht. Die Fahrradwege kosten ein 100 mal weniger als eine Straße und der Unterhalt kostet 1000 mal weniger. Autofahrer machen sich oft nicht bewusst, dass die KFZ Steuer nicht im Ansatz ausreicht die Infrastruktur zu erhalten.

Chris

Mittwoch, 1. Juni 2022

Es geht ums Gendern.

Ließt man mal wieder die Kommentare dazu, dann ist die Rede von "die Sprache würde zerstört" oder "so spricht doch keiner". Im Beitrag geht es aber nur zum Teil um Gendern, sondern dass eine Tagesschaumoderatoring diesbezüglich beleidigt wurde. Wieder einmal die Opfer Täter Umkehr. Hätte sie nicht gegendert, dann wäre sie nicht beleidigt worden.

Auch der Verweis, dass unsere ach so tolle Sprache bitte gleich sein sollte ist absurd. Niemand spricht in der Realität wie ein Jurist, Politiker oder auch wie ein typischer Moderator oder eine Moderatorin im öffentlich rechtlichen Fernsehen. Das ist meist eine formale Sprache. Niemand regt sich darüber auf. Wenn jemand gendert schon. Interessanterweise sind es eben jene alten weißen Männer die sich daran stören, sich verändern oder an Veränderungen gewöhnen zu müssen.

Chris

Montag, 24. Januar 2022

Inflation ist keine Enteignung

Ganz häufig wird Inflation mit Enteignung gleichgesetzt. Die Preise steigen und man kann sich weniger leisten. Allerdings ist diese Aussage falsch. Eine Enteignung bedeutet, dass mir etwas weggenommen wird. Nehmen wir an ich habe 100 Euro. 50 Euro werden enteignet, dann habe ich noch 50 Euro übrig. Bei einer Inflation ist das nicht der Fall. Dort habe ich die 100 Euro. Ich kann mir nur weniger kaufen. Man könnte meinen das sei Haarspalterei. Ist es aber nicht. Denn es ist nicht das Gleiche, was ein simples Beispiel illustriert. Nehmen wir an es herrscht 50% Inflation vor. Bei der dargestellten Enteignung wäre es so, dass ich mir nur die Hälfte leisten kann. Ist das wirklich so? Nur wenn es nur ein Gut gibt und/oder alle Güter die gleiche Inflationsrate haben. Nehmen wir an es gibt 2 Güter. Beide kosten initial 50 Euro. Ich kann mir also Gut 1 einmal kaufen und Gut 2 einmal. Jetzt verteuert sich Gut 2 auf 150 Euro. Auf einmal kann ich mir Gut 2 nicht mehr leisten. Von Gut 1 kann ich mir aber 2 Stück kaufen. Die Inflation ist 50%, über alle Güter. Eine Enteignung würde aber bedeuten, dass ich mir 1 Stück Gut 1 oder 1 Stück Gut 2 bei leisten kann, unter der Annahme die Güterpreise blieben gleich. Eine Inflation ist etwas anderes. Güterpreise entwickeln sich nicht gleich, daher ist es offensichtlich ein Unterschied.

Auch sonst ist das Argument der Enteignung sehr fragwürdig. Man hat Anspruch auf das Geld und nicht den Wert des Geldes. Das wird aber offensichtlich gemischt. Wenn ich mir einen Apfel kaufe und der verfault, dann würde ich auch nicht sagen, ich werde enteignet. Umgekehrt, wenn die Häuserpreise steigen, dann würde ich mich als schlauen Investor bezeichnen und nicht derjenige der beschenkt wird. Geld ist erst einmal eine Zahl. Erst wenn man etwas kauft realisiert man den potentiellen Wert. Die Schwierigkeit ist, dass wir keine objektiven Werte haben. Das ist etwas das Goldstandardgläubige und Kryptojünger oft nicht verstehen. Wir messen den Wert eines Gutes in Geld. Wir definieren den Wert des Geldes aber in den Gütern die wir bekommen. D.h. rein mathematisch haben wir genau eine Gleichung und zwei Unbekannte. Daher ein unlösbares Problem. In der Praxis zeigt sich genau das. Die Werte und Preise werden ausgehandelt oder einfach definiert. 

Chris

Dienstag, 20. Juli 2021

Frédéric Schwilden ein perfekter Repräsentant der Rentnerrepublik

Der Journalist und Autor Frédéric Schwilden wirft der jungen Generation vor, in Selbstmitleid zu verfallen.


Er sollte sich einfach die Statistiken ansehen. Dann würde er sehen, dass es eben kein Selbstmitleid. Beispiel Forschung. Vor 30 Jahren gab es noch einen akademischen Mittelbau. Da wurde man durchaus Beamter, wenn man an der Uni blieb. Jetzt haben gerade mal 4% der Forschenden einen unbefristeten Vertrag, mit Laufzeiten teilweise unter einigen Monaten. Dabei leisten sie deutlich mehr. Beispielsweise würde die Lehre an den Universitäten zusammenbrechen, wenn viele befristet Beschäftigte nicht konsequent Subventionsbetrug betreiben würden. Die DFG, das BMWi und andere Fördergeber bezahlen Forschung aber in den seltensten Fällen Lehre. Selbstmitleid?
Bei den Mieten geht es weiter. Die Löhne der jungen Generation U40 sind im Schnitt niedriger als von Gleichaltrigen vor 30 Jahren (inflationsbereinigt). Die Lebenshaltungskosten, insbesondere der Mieten, sind exorbitant gestiegen. Wem gehören die Wohnungen in denen man mietet? Direkt oder indirekt der älteren Generation. Das sieht man eindeutig in der Vermögensverteilung. Selbstmitleid?
Und so geht es immer weiter. Die junge Generation soll bitte privat für das Alter vorsorgen. Bei den Alten war das nicht notwendig, dort wurde die Rente deutlich über die Zeit erhöht. Die Jungen sollen bitte flexibel am Arbeitsmarkt sein und wieder länger Arbeiten (insgesamt + Wochenarbeitszeit). Auch dort das gegenteilige Bild bei den Boomern. Die aktuelle Generation ist die bestausgebildeste. Dennoch zahlt es sich für die meisten eben nicht aus. Die Realeinkommen sind stagniert, der Klimawandel steht vor der Tür und selbst das Bundesverfassungsgericht sagt, dass die junge Generation durch die Alten zu stark belastet werden.
Also lieber Frederick, dass ist kein Selbstmitleid, sondern eine realistische Einschätzung der Lage. Klar ist, dass du bei den Boomern offene Türen einrennst, um deine Bücher zu verkaufen. In eine Bar zu gehen und ein paar Geschichten anzuhören ist zwar nett, gibt aber sicher keinen Überblick über die Gesellschaft. Arbeiterklasse von Julia Friedrichs gibt einen solchen Überblick und zeigt, dass es kein Selbstmitleid ist, wenn man als letztes geimpft wird, während man zu Hause seine Kinder unterrichtet, damit Boomer nach Mallorca in Urlaub fahren und bei der EM in vollen Stadien sitzen dürfen.

Chris

Montag, 19. Juli 2021

Huch der Klimawandel ist da

Haltet die Stoppuhr bereit. Ich will wissen wie schnell das Bekenntnis zum Klimawandel aus den konservativen Parteien wieder verschwunden ist. Seit Jahren wird vor mehr Unwettern, größeren Hitzewellen und daraus resultierend vor deutlich steigenden Kosten gewarnt. Auf einmal kommen Seehofer, Merkel und viele andere hervor und meinen, seht her, das ist der Klimawandel. Für Menschen im globalen Süden ist eine solche Aussage zynisch. Selbst Altmaier verblödet sich nicht darauf hinzuweisen. Also jene Politiker die seit Jahren eine Klimaschutz Politik teilweise aktiv verhindert haben. Braunkohle Förderung war eigentlich zu teuer und Unternehmen wollten schon aussteigen. Aber hey, man kann ihnen den Ausstieg vergolden und die Laufzeit künstlich verlängern, wenn Abschaltprämien in Aussicht gestellt werden.

Eine Bahnoffensive ist seit Jahrzehnten im Gespräch, stattdessen baut man jetzt Oberleitungen an Autobahnen. Die Produktion von Windrotorblättern ist fast komplett ins Ausland gewandert, weil die Union durch ihre Gesetzgebung den Aufbau von Windenergieanlagen quasi gestoppt hat. Wälder werden weiter gerodet, um Kohle zu födern und gleichzeitig mit dem Finger nach Brasilien gezeigt. In einer Endlosschleife wird betont, dass Deutschland nur 2% CO2 rausbläst, obwohl es in der Summe 4% sind und pro Kopf mit an der Spitze liegt. Umweltfreundliche Agrarpolitik kann man mit der Lupe suchen. Man hat etwas für die Bienen getan, aber nicht ohne vorherigen Abwehrkampf. 

Die Liste des Versagens ist endlos. Jetzt kommen sie vor, wie bei der Pandemie und appellieren. Der Klimawandel ist da und man müsse endlich etwas tun. Wer hätte das ahnen können. Die Parolen verschleiern, dass schon lange etwas hätte getan werden können. Wurde verschlafen, wurde nicht gemacht. Wer die CDU wählt, wählt auf jeden Fall keine Zukunftspolitik. Es die Bewahrungspolitik für die wegsterbenden Restwähler der Union. Das schlimme ist, sie merken es nicht einmal. Mir wurde im Kontext der Pandemie einmal gesagt, die Union gibt ihr bestes. Und das befürchte ich auch. Eine höhere Qualität bekommt man von diesen Personen einfach nicht.

Chris

Donnerstag, 24. Juni 2021

Nachtrag: Bernd Raffelhüschen

Nachdem ich noch ein wenig nachgedacht habe. fiel mir auf, wie inhaltslos der Beitrag von Bernd Raffelhüschen ist. Der Mann ist angeblich ein Wissenschaftler. Was er präsentiert ist reine Meinungsmache. Die Kosten pro Jahr betragen 3.8 Mrd. Euro. So what? Aus konservativen und neoliberalen Kreisen habe ich noch nie eine Kritik am 2% BIP Ziel der Bundeswehrfinanzierung gehört. Das ist deutlich über diesem Betrag und nützt niemandem.

Bernd Raffelhüschen verkörpert das Problem, dass wir in Deutschland haben. Jemand nimmt sich etwas heraus was er oder sie nicht mag. Dann sucht er oder sie sich die passenden Quellen und agitiert dagegen. Widersprüche stören nicht. Gestern gab es mal wieder einen Beitrag, das vegane Ernährung besser sei, als fleischbasierte. Jeder Mensch mit einem Funken Intelligenz muss so etwas anerkennen. Stattdessen werden Quellen hervorgeholt, dass für Soja der Regenwald gerodet wird. Das ist dann der "Beweis", dass vegane Ernährung doch nicht so toll ist. Was wird dabei mal eben ignoriert? Zum einen, dass diese Extraflächen benötigt werden, weil ein Vielfaches an Fläche für Tierfutteranbau belegt ist. Dann kommt das "Argument" man kaufe nur Fleisch, welches auf der heimischen Weide geweidet hat. Das mag für den einzelnen vielleicht zutreffen. Zwei Punkte die das Argument vegane Ernährung sei Klimafreundlicher untermauern. 

1. Punkt - Nicht alle Menschen die Fleisch essen, beziehen es von der heimischen Wiese.

2. Punkt - Die heimische Wiese könnte ein Wald sein, wenn dort keine Tiere grasen.

Regelwald wird abgeholzt und das ist schlimm. Aber unsere eigene Landwirtschaft verhindert das aufforsten. Das ist egal, weil das war ja schon immer so.

Undogmatisch muss es aus schlichter Logik so sein, dass Pflanze ernährt Tier -> ernährt Mensch einen größeren Einfluss auf den Ressourcenverbrauch hat als Pflanze ernährt Mensch. Stattdessen werden Veganern, dann diskreditiert, weil sie angeblich missionieren.

Fakten sind eben keine Mission.

Raffelhüschen ist genauso. Er will den Status Quo erhalten. Ihn interessieren keine armen Menschen. Er missbraucht das Bild von ihnen, wenn es in seine Agenda passt. Wie beim veganen Flächenverbrauch sagt er, dieser sei zu groß und die junge Generation wird belastet und das ginge ja nicht. Er blendet dabei vollkommen aus, dass im Zweifel (und das ist heute schon so) die junge Generation die Alten zu Hause pflegt und/oder subtanziell aus ihrem Einkommen finanziert. Dabei gibt es so "lustige" Effekte, dass Kinder ihre Eltern finanzieren sollen, selbst wenn der Kontakt seit Jahren aus Gründen abgebrochen ist. Sippenhaft sozusagen. Das wird mal eben ausgeblendet. 

Diese Einparameterdenke ist ein Kernproblem und wird von vielen medial vertretenden Ökonomen regelmäßig präsentiert. Hans-Werner Sinn war auch so ein Exemplar. Die Schuldenbremse muss unbedingt eingehalten werden. Warum eigentlich? Damit die Regeln eingehalten werden. Kreativ ist das nicht und es zeigt, dass die sichtbaren Personen an der Spitze eben oft doch nur Schaumschläger sind. 

Chris

Freitag, 4. Juni 2021

Warum hat Lars Feld ein Problem mit Staatsschulden? Ich weiß es nicht.

Es ist nur ein sehr kurzer Beitrag. Die Kernaussagen aus einem Streitgespräch von Lars Feld sind darin aber enthalten

Die nächste Krise kommt bestimmt. Bis dahin müssen wir das Pulver trocken halten und in der kommenden Dekade wieder eine Schuldenquote von 55 bis 60 Prozent erreichen.“

Derzeit macht die Staatsverschuldung mehr als 70 Prozent des Bruttoinlandprodukts aus.

Ich sehe diese Aussage und staune. Gibt es ein physikalisches Gesetz das sagt unsere Staatsverschuldung darf nicht mehr als 50% sein? Lars Feld tut gerade so, als ob ein Staat sparen könnte. Die Frage ist doch bei wem wir verschuldet sind. Aktuell sind wir in unserer eigenen Wärhung verschuldet. Auf einen Schlag könnten wir die Schulden abbauen. 100% Steuern und fertig. Niemand bei Verstand würde das fordern. Warum also werden Staatsschulden so dermaßen von einigen Ökonomen ins Gespräch gebracht? Eine Reduktion der Staatsschulden heißt, ich senke die Geldmenge. Wenn ich das tue senke ich die Nachfrage und damit die Inflation. Haben wir ein Inflationsproblem? Soweit ich das mitbekommen nicht. Okay wir haben keines, warum also die Staatsschulden? Warum nicht Unternehmensschulden, oder Privatschulden? Keine Ahnung, nur beim Staat ist irgendein Problem vorhanden. 

Jetzt zur Realität. Wir erleben gerade eine dramatische Krise. Der Klimawandel nimmt auch in den entwickelten Ländern langsam Fahrt auf. In dieser Situation kann doch nicht die Diskussion der Ökonomen sein, dass irgendeine Zahl im Computer zu hoch oder niedrig ist. Die Frage muss doch sein, wie man die Ressourcen die man hat gut einsetzt, um die Krise zu bewältigen. Das ist vollkommen unabhängig von der Staatsschuldenfrage. Gehen wir das Ganze mal rein rational an. Wir haben 1000% Schulden und sagen, dass sei zuviel. Der Staat streicht diese einfach und nach einer Weile ruckelt sich alles wieder ein. Diese Weile sind wahrscheinlich wenige Jahre. Die Güter die durch dieses Geld erzeugt worden sind, sind aber noch da. Ich will damit nicht sagen, man sollte genau das tun. Wenn Lars Feld fordert, die Staatsschuldenquote muss runter, dann will ich wissen warum. Alle Schuldenbremser können mir das nicht schlüssig erklären. Man solle die zukünftige Generation nicht belasten heißt es. Es ist also besser keine Schulen zu haben, aber dafür weniger Schulden? Vor allem hindert niemand die Politik daran eine Erbschaftssteuer einzuführen die den Namen verdient. Soll heißen, um ihr Dogma zu erreichen, wird die soziale Ungleichheit hervorgeholt die sonst verachtet wird. Wehe man fordert einen Mindestlohn.

Ich wäre gespannt, ob mir irgendjemand Quellen schicken kann die schlüssig diesen Staatschuldenfetisch begründen. Ich sehe bisher keine schlüssige Erklärung außer, das muss so, weil es in irgendeinem Vertrag steht.

Chris