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Freitag, 3. April 2020

"Es handele sich um „ein System, das bei guten Wetter einigermaßen funktioniert, aber sobald ein Sturm aufkommt, wird es schwierig.“

Wie schön das Prinzip der Fallpauschalen doch beschrieben werden kann. So lange die Mainstream Ökonomen nur in Kosten, nicht aber in Nutzen denken wird sich wenig ändern. Würden sie es bei sich selbst tun, dann müsste man viele von ihnen sofort entlassen. Wieviel Geld hat man gespart und was kosten diese Sparmaßnahmen jetzt. Zu behaupten, solche Pandemie hätte man ja nicht kommen sehen ist keine Ausrede. Es wurde nur einfach nicht daran gedacht, weil man nicht über seine Wirtschaftlichkeitskennzahlen hinausschauen kann. Garantiert haben Ärzte auf die Probleme hingewiesen und wurden als Panikmacher abgestempelt. 
Der Gesundheitssektor ist nicht der einzige Bereich wo das passiert ist. Hinter den Boeingabstürzen lag auch eine solche Motivation. Ausfallende Schulstunden? Wie es werden auch Menschen krank. Wer kann das Ahnen. Wenn das Ziel der Ökonomie ist Ressourcen sinnhaft aufzuteilen, dann versagen einige ihrer Vertreter regelmäßig.

Chris

Donnerstag, 26. März 2020

Es ist daher ethisch geboten, das Gesundheitssystem wirtschaftlich, effektiv und effizient zu gestalten

Wenn man Ökonomen über die Planung eines Gesundheitssystems beraten lässt dann kommen solche Aussagen heraus. Man solle Überkapazitäten (wer definiert die nach welcher Metrik?) abbauen und Personal auf Zentren konzentrieren. Klingt alles schön, aber das aktuelle Coronabeispiel zeigt, dass die Überkapazitäten für größere Notfälle gebraucht werden. Es gibt mehr Fallzahlen pro Pflegekraft und Arzt. Gleichzeitig steigt der Dokumentationsaufwand. Die so dollen Fallpauschalen haben den Verwaltungsaufwand explodieren lassen. Den tragen in Teilen die Ärzte. Also mehr Patienten + mehr Dokumentationsaufwand. Das führt zu der irren Schlussfolgerung, dass man zu viele Ärzte hätte. Im Vergleich zu anderen Ländern würden die Ärzte schließlich weniger Patienten betreuen. Die Altersstruktur und der Overhead wird nicht betrachtet. Warum auch. Es sind ja Ökonomen. Floskelhaft gehen sie vor und haben uns die aktuelle Misere beschert. Man soll sicher wirtschaftlich sinnvoll handeln. Allerdings muss immer auf den Tisch was das bedeutet. 
Wenn man Flugzeuge nach den Prinzipien der Ökonomie auslegen würde, dann dürfte es niemals einen schweren Sturm geben, oder eine harte Landung. Denn diese sind selten und daher gibt es strukturelle Überkapaziäten die abgebaut gehören. Stürzt dann ein Flugzeug ab, will es niemand gewesen sein. 
Darum ist es wichtig, die Vorschläge der neoliberalen Ökonomen vorzuholen und eindeutig zu falsifizieren. Die Planung funktioniert nicht. Im Gegensatz zu einem Flugzeug dauert die Anpassung von Gesundheits-, Bildungsstrukturen, Infratstruktur und ähnlichem sehr lange.  Um den Ärztemangel zu beheben, kann man locker 20 Jahre planen. Es müssten Ausbildungsmöglichkeiten erst noch eingerichtet werden. Dann braucht man Personal, das ausbildet und dann müssen die neuen Ärzte sich Qualifizieren (9-12 Jahre vom Studium bis Facharzt). Bei der Pflege geht es ein wenig schneller, aber sicher nicht viel. Die Arbeitsbedingungen müssten deutlich verbessert werden. Weniger Arbeit bei mehr Geld ist die Losung. Das wäre ökonomisch sinnvoll. Wenn man dafür einen Wirtschaftseinbruch (wie aktuell) vermeidet, spart man dann Milliarden Euro.

Chris

Montag, 15. August 2016

Hinter dem Vorhang

Wenn Journalisten ihre Arbeit machen würden, dann würden sie nicht schreiben


Sondern sie würden schreiben, dass es mehr versicherungsfremde Leistungen gibt und diese an die GKV ausgelagert werden. Der Bund kürzt die Zuschüsse und man wundert sich, dass die Beiträge nicht reichen. Die Kosten für das Gesundheitssystem kann man nicht an den Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen festmachen. Vielmehr müsste man die Einnahmen der Gesundheitsindustrie aufsummieren. Ein Teil diese Einnahmen entsprechen den Kosten der gesetzlichen Krankenkassen. Klingt schwierig, ist es aber nicht. Wenn die Kosten gleich bleiben, ein Teil der Finanzierung aber an die GKV ausgelagert wird, dann steigen die Kosten für die Kassen an. Die Gesamtkosten bleiben gleich. Natürlich kann man dann nicht so vortrefflich gegen das gesetzliche Krankenkassensystem wettern. 

Chris

Mittwoch, 16. Juli 2014

Mal wieder die Gesundheitskosten

Mir ist die Dramatik die hier verbreitet werden soll nicht ganz klar. Die Kosten steigen im Rahme der der Produktivität + Inflation. D.h. bezogen auf die Wirtschaftskraft in Deutschland ist das Ganze also machbar. Bezogen auf das BIP gibt es auch keine drastische Entwicklung nach oben, sondern eher ein Schwanken in den letzten 9 Jahren

Auch die Logik
Eine alternde Bevölkerung bedingt eine zunehmende Inanspruchnahme medizinischer Versorgung.;

bzw.
Wegen einer älter und damit zwangsläufig kränker werdenden Gesellschaft wird sich die Last auf immer weniger Schultern verteilen.

ist nicht zwingend . Warum sollte das so sein? Die höchsten Kosten im Gesunheitssystem entstehen in den letzten Jahren vor dem Tod. Das Alter spielt da weniger eine Rolle. D.h. die Menschen werden zwar älter, allerdings kosten heute 60 jährige weniger als vor einigen Jahrzehnten.
Gleichzeitig wird der Bundeshaushalt auch zu Lasten der GKV
konsolidiert, indem der Bundeszuschuss zur Finanzierung
versicherungsfremder Leistungen kräftig gekürzt wird.

bzw.
auch wegen der Beitragssatzsenkung

Genau hier kommen wir dem Problem näher. Die Einnahmen werden systematisch gekürzt und die Leistungen konstant gehalten. Die Probleme die daraus entstehen werden auf die alternde Bevölkerung geschoben. Wie sieht denn der Lösungsvorschlag aus? Meine Vermutung ist, dass wir alle privat vorsorgen sollen. Denn das ist billiger und viel besser. Leider zeigt die Realität ein anderes Bild.

Chris

Donnerstag, 10. April 2014

Eine große australische Studie stellt fest, dass Homöopathie nicht besser als Placebos wirkt

Ich freue mich immer auf solche Studienzusammenfassungen. In den Begleitforen kann man die absurden Glaubesdiskussionen und in vielen Fällen nur lachen. Hier ein kleines Best Of der Nullargumente der Homöopathiebefürworter

Aber bei mir hat es gewirkt
Ich nehme eine Zuckerkugel zu mir und werde gesund. Daraus resultierend stelle ich den Zusammenhang her, dass es bei gewirkt hat. Woher weiß derjenige der diese Aussage tätigt, dass er nicht ohne Zuckerkugel gesund geworden wäre? Woher weiß er, dass nicht der Placeboeffekt greift, oder der intensive Kontakt zum Homöopathen? Den letzten beiden Punkten wird die Wirksamkeit nicht abgesprochen. 

Wenn es nicht wirkt, dann schadet es doch niemandem
Auch diese Aussage ist falsch. Wenn ich Diabetes habe und statt Insulin ein homöopathisches Mittel zu mir nehme, schadet es mir. Noch schlimmer wird es, wenn ich Schutzbefohlenen wie Kindern, wirksame Medikamente verweigere.

Die böse Pharmaindustrie will doch nur Geld verdienen
Die Pharamaindustrie will Geld verdienen. Das wollen Autokonzerne auch. Autos erfüllen ihren Zweck. Medikamente erfüllen ihn in den meisten Fällen auch. Ich will die Pharmaindustrie nicht verteidigen . Dort gibt es mehr als ein schwarzes Schaf. Allerdings ist ein korrupter Industriezweig KEIN Argument für die Wirksamkeit der Homöopathie. Vor allem wenn man sich die Preise der "Medikamente" dort ansieht. Die Kosten liegen bei 174 Euro für 100 g. Im Supermarkt bekommt man 100g Zucker für 6.5 Euro Cent. Das Verhältnis liegt deutlich über 2500/1. Solche Margen sind selbst bei der bösen Pharmabranche selten. Da die Homöopathen auch nur Geld verdienen wollen, ist die Schulmedizin wirksam? Nach dem Argumentationsmuster der Befürworter muss man dies bejahen.

Alternative Medizin
Es geht bei Homöopathie nicht um eine alternative Form der Medizin. Medizin wirkt oder eben nicht. Naturheilverfahren funktionieren. Bei vielen Kräutern und Tees wurde eine Wirksamkeit über dem Placeboeffekt nachgewiesen. Somit ist das Argument, dass man mit diesen Studien nur die Pharmaindustrie fördern will, um Tabletten in unseren Körper zu bringen hinfällig. Wenn dem so wäre, dann würde man den Placeboeffekt wegreden. Man würde die Wirksamkeit des persönlichen Kontakts zu Ärzten in Frage stellen. Das alles geschieht aber nicht.

Ich glaube das es funktioniert
Das ist ein Todschlagargument. Gegen Glauben kann man nicht argumentieren. Der Unterschied zwischen Glauben und Wissenschaft ist, dass die Wissenschaft sich immer wieder hinterfragt. Viele Medikamente deren Wirksamkeit in späteren Studien nicht mehr nachgewiesen wurde, werden verboten. Im Gegensatz zu dem was die Homöopathiegläubigen sagen, geschieht das regelmäßig. Das heißt Wissenschaft versucht sich immer wieder zu widerlegen. Beweisen kann sie nichts.


Fazit
Mich erstaunt, dass gerade die vermeintlich intelligenten, gut gebildeten Menschen auf diesen Humbuck hereinfallen. Bevor ich 10 Euro für ein wenig Zucker ausgeben, kaufe ich mir lieber ein Stück Kuchen. Der ist billiger und schmeckt besser.

Chris

Montag, 21. Oktober 2013

Über den angeblichen Wettbewerb im Gesundheitssystem

Im Gesundheitsbereich gibt es keine Marktwirtschaft. Billiger wird es auch nicht, wenn man den Krankenhäusern den Auftrag gibt Überschüsse zu erwirtschaften. Es gibt Zielvereinbarungen in den einzelnen Kliniken. Dort wird definiert wieviele Fälle behandelt werden sollen. Diese werden dann auch bearbeitet, selbst wenn es manchmal Zweifel an der Sinnhaftigkeit gibt. Um das Murren zu unterdrücken werden die Chefärzte einfach beteiligt und schon sind sie als letzte Instanz ruhig gestellt. Wenn alle Kliniken Gewinn machen sollen, ist das betriebswirtschaftlich vielleicht sinnvoll, global ist es Irrsinn. Es gibt mehr Fälle, mehr Kosten, mehr kranke Menschen.
Selbst wenn man die Wahl der Klinik hätte, würde man als Patient immer noch keine Ahnung haben ob eine Behandlung notwendig ist oder nicht. Wenn man das nicht einschätzen kann, dann kann man auch nicht wählen. Wahl ist die Grundlage eines Marktes. Ohne das Wissen ob man das Produkt "Behandlung" überhaupt braucht, kann man auch nicht einschätzen ob der Preis gerechtfertigt ist. Wenn man nicht einschätzen kann ob der Preis gerechtfertigt ist, kommt es zu keiner Preisbildung.

Es ist erstaunlich, dass den Gesundheitsexperten und Ökonomen solche einfachen Zusammenhänge weder bekannt zu sein scheinen, noch das sie diese in Betracht ziehen. Das beschriebene ist nur der normale Alltagsirrsinn in deutschen Kliniken. Hinzu kommen eine ganze Reihe anderer Dinge. Zum Beispiel weiß man manchmal selbst als Arzt gar nicht ob Behandlungen Sinn machen. Auch ist die Nachfrage nach einer Behandlung potentiell unendlich, wenn es um das eigene Überleben geht. Eine Behandlung kann nicht substituiert werden. Die Dienstleistung kann nicht ausgegliedert werden. Man kann nicht in jedes beliebige Krankenhaus gehen, da man vielleicht nicht die Zeit oder die Möglichkeit hat. Diese Beispiele verdeutlichen den Unsinn, der verbreitet wird, um das Gesundheitswesen zu Privatisieren. Der Sinn ist nicht Verbesserung der Umstände, sondern das Generieren von sicheren Einnahmen. Wenn es ein Markt wäre, mit echter Konkurrenz, dann würde nicht so viel Lobbyarbeit gemacht werden, um dort agieren zu können. Die Renditen wären gering und die zu leistende Arbeit hoch. 

Chris

Dienstag, 1. Oktober 2013

Raffelhüschen is back

Nachdem er es mit der Rentenversicherung versucht hat, ist nun die Krankenversicherung dran. Auch diese ist, aufgrund des demographischen Wandels, zu teuer. Sie ist unfinanzierbar. Raffelhüschen in Standardmanier extrapoliert munter vor sich hin und kommt zu dem Schluss, dass im Jahr 2050 der Beitragssatz 30% betragen könnte.

2050 womöglich auf 30 Prozent klettern

Interessant ist dabei das Wort womöglich. Es bedeutet so viel wie; vielleicht, vielleicht aber auch nicht. Auf dieser Basis zu argumentieren, ist bestenfalls fragwürdig. Folgt man ihr trotzdem, zeigt sich, dass Raffelhüschen  von einer Zusammenlegung aller Kassen, privat wie gesetzlich, nichts hält. Denn es wären Beamte betroffen. Diese seien im Schnitt 10 Jahre älter und das würde die gesetzlichen Kassen erst recht sprengen. Erstaunlicherweise trifft das auf die privaten Kassen im Moment aber nicht zu. Diese können zu den höheren Leistungen noch Gewinne und Werbung finanzieren. Warum sollte dieser Transfer also nicht funktionieren. Ach ja, die Beamten. Raffelhüschen ist selber einer und möchte nicht auf seine schönen Vorteile verzichten. Stattdessen will er eine Entkoppelung des Gehalts von der Gesundheitsleistung. Es soll nur noch eine Basisleistung geben. Alles andere ist extra. Gerade körperlich anstrengende und verschleißende Arbeiten müssten dann, eigentlich, besser vergütet werden. Das wird aber nicht geschehen, da Menschen weder die Wahl haben, noch so weit planen. Das interessiert den Elfenbeinturmbewohner aber ganz und gar nicht. Es soll eine

20/ 30/ 40-Klassenmedizin

geben. Das die Kosten in den letzten 4 Jahren nur knapp oberhalb der Inflationsrate lagen wird nicht beachtet. Es interessiert den Herrn Professor auch nicht, dass seine Forderungen asozial sind. Wie gut Gesundheitsleistung nach Einkommenshöhe funktioniert sieht man in Schwellenländern und/oder den USA. Dort ist die Lebenserwartung u.a. wegen schlechter Gesundheitsversorgung niedriger als bei den Wohlhabenden. 
Raffelhüschen sollte folgendes erklären. Wir haben ein wirtschaftliches Wachstum von 1-2% je Jahr. Somit könnten wir 1-2% Ausgabensteigerung im gesamten Gesundheitssektor zulassen. Die Frage der Finanzierung ist ein anderer Punkt. Diese sollte so billig wie möglich sein. Somit fallen die Privatversicherungen raus. Einfache Logik und für einen Professor nachzuvollziehen. Da er scheinbar von den Rentenversicherern nicht mehr genug Geld bekommt, muss er in den Gesundheitsbereich ausweichen. Hierfür muss er die Solidargemeinschaftsidee verteufeln, indem er die folgenden zwei exemplarischen Punkte aufführt

Auf der Einnahmenseite wäre es sinnvoll Lohn und Gesundheit voneinander zu entkoppeln. Mehr Gehalt macht nicht kranker.

Die GKV kann auf Dauer nicht allen alles medizinisch Machbare finanzieren – wir müssen rationieren
Es ist immer wieder erstaunlich, dass Professoren, welche massiv vom Staat profitieren, so stark gegen staatliche Leistungen argumentieren ohne vor Scham rot zu werden. Wenn dies auf einem sachlich hohen Niveau stattfinden würde, wäre dies vertretbar. Allerdings verschweigt Raffelhüschen, dass es Produktivitätszuwächse gibt, das die höchsten Kosten in den letzten Lebensjahren anfallen, da man eben nur als gesunder Mensch deutlich älter wird. Es interessiert ihn nicht, dass der Anteil der Sozialleistungen am BIP nur marginal gestiegen ist. Er nutzt absolute, anstatt relative Zahlen. Er verwendet keine Inflationsbereinigung. Er extrapoliert 38 Jahre in die Zukunft. 1910 hätte dies die Vernachlässigung zweier Weltkriege bedeutet. 1970 hätte man die Wiedervereinigung vergessen. Diese Beispiele zeigen wie seriös dieser Mann ist. Er spielt alle statistischen Tricks aus, um die Interessen seiner Geldgeber Pseudowissenschaftlich zu verkleiden.

Chris

Mittwoch, 14. November 2012

Kosten für private Gesundheitsversicherungen steigen

Private ist immer besser. So schallte es in den letzten Jahren immer mal wieder in den Raum. Die private Krankenversicherung wurde als Beispiel hergenommen. Billigere Preise und mehr Leistung. Was könnte deutlicher überzeugen. Nun steigen die Preise. Das hat in meinen Augen mehrere Gründe. Zum Einen sind die Zinsen aktuell sehr niedrig. Die Strategie, Geld der Versicherten zu nehmen und an den Finanzmärkten anzulegen, funktioniert nicht mehr. Somit wandelt sich die private Versicherung von einem kapitalgedeckten (da die Kapitalerträge zu niedrig sind) zu einem privaten umlagefinanzierten System.
Zum Anderen wandelt sich die Ursache für "Billigere Preise und mehr Leistung". Das die privaten Kassen bessere Leistungen zu geringen Preisen anbieten konnten lag daran, dass im wesentlichen junge und gesunde Patienten bezahlbare Verträge erhielten. Diese werden jetzt älter und kränker. Die Kosten steigen und der Vorteil, welcher bei der Einführung der privaten Krankenversicherer noch realisierbar war schwindet. Denn auch hier schlägt die geänderte gesellschaftliche Altersstruktur zu.
Im Grunde ist das Resultat, dann auch nicht verwunderlich. Die Preise steigen.
 
Chris

Dienstag, 6. November 2012

Was geht sie das an Herr Hundt?

Sie sind nicht in der gesetzlichen Krankenkassen, ihre Unternehmen haben keine Nachteile, eher Vorteile (Krankenhäsuer brauchen sie auch nicht mehr), Mehrkosten für Unternehmen wird es auch nicht geben und die vormals gesetzten Ziele konnten nicht erreicht werden. Warum sind sie dann gegen die Abschaffung der Praxisgebühr? Fordern sie nicht auch eine Reduzierung der Bürokratie? In diesem Fall ist dies sogar machbar. Schade nur, das es nicht in Ihr neoliberales Weltbild passt, dass dieser Teil der damaligen Gesundheitsreform gescheitert ist.
 
Hundts Begründung:
 
"Ich rate dringend davon ab, die Praxisgebühr abzuschaffen", sagte Hundt der "Welt". Deren Ziele seien "nach wie vor richtig."

 
Leben wir in einer rein zielorientierten Welt? Wohl kaum. Es muss auch überprüft werden, ob die Ziele erreicht worden sind. Man transformiere Hundts Aussage auf die Förderung der alterantiven Energien. Dort würde er das genaue Gegenteil behaupten. Er würde wollen, dass man die gesetzten Ziele mit den erreichten abgleicht. Vernunft und Dogma verwischt.
 
Chris

Freitag, 10. August 2012

Hilfe wir haben Überschüsse, wir müssen das System ändern

Die typische Dauerleier bei der INSM. Privat ist gut und staatlich ineffizient und gehört reformiert. Heute ist es mal wieder das gesetzliche Gesundheitssystem. Obwohl 20 Mrd. Euro an Überschüssen im Jahr 2011 erwirtschaftet wurden, scheint das System nicht effektiv genug. Stattdessen wird kritisiert, dass man dieses Geld für bessere Leistungen oder die Abschaffung der leidigen bürokratischen Praxisgebühr verwenden könnte. Die INSM hat den Sinn eines staatlichen Unternehmens oder einer Versicherung nicht verstanden. Ziel ist es dort für möglichst wenig Geld eine möglichst hohe Leistung für möglichst alle Menschen im Land herauszuschlagen. Gewinnoptimierung gehört nicht dazu. 

Aufhänger diesmal sind die steigenden Arztbesuche seit 1991. Die Analyse der Zahlen ist dabei mehr als fragwürdig. Fragen wie: wie sieht die Zahl der Vorsorgeuntersuchungen aus (es gibt nämlich ganz marktwirtschaftlich Rabatte wenn man solche Untersuchungen durchführen lässt), wie sieht die Zahl der chronisch Kranken aus (ist diese gestiegen, steigen natürlich die Besuche beim Arzt), etc; wurden nicht berücksichtigt. Es gab auch keinen Hinweis, dass man eine Überweisung zum Facharzt braucht (buy one get two). Somit blendet die INSM in ihrer Analyse die demographische Entwicklung, welche sie für die Rentenprivatisierung so oft beschwört, komplett aus.

Freitag, 29. Juni 2012

Die US-Gesundheitsreform hat "überlebt".

33 Millionen bisher nicht versicherte Personen in den USA werden nun versichert. Das sind gute Nachrichten aus der immer noch stärksten Wirtschaftsnation der Welt.

Chris

Freitag, 12. August 2011

Nigerianer erhalten erste Zahlung von Pfizer

Te first payments were made Thursday to Nigerian families who lost children during a 1996 trial of an experimental meningitis drug, and Pfizer, which had tested the drug, a new antibiotic, said it was “pleased” that payments were finally being made under a settlement reached two years ago. 

Das sind gute Neuigkeiten für die nigerianischen Familien. Nach langem Kampf haben sie gegen die Versuche der Pharamfirma doch noch Recht bekommen. Diese hatte laut wikileaks versucht den nigerianischen Staatsanwalt unter Druck zu setzen. Das nützte nichts und nun gibt es die ersten Zahlungen.

Chris

Freitag, 17. Juni 2011

Mehr Wettbwerb bei Krankenkassen

Mal sehen ob sich Bahr durchsetzen kann. Schließlich sind die privaten Krankenversicherer verärgert über seine Idee etliche Reformen der Ära Rösler zurückzunehmen. Er will damit den Wettbewerb der gesetzliche Kassen stärken, öffnet diesen aber wieder den Markt der privaten Kassen. Da diese kein Interesse an Wettbewerb haben, meinen diese erst einmal das dies Wettbewerbsverzerrung sei. Schließlich werden die gesetzlichen Kassen steuerlich begünstigt. Das sie jede Person zum gleichen, faktisch festgelegten Preis nehmen müssen ist scheinbar kein Vorteil für die Privaten. Diese sehen ihre Felle davonschwimmen. Wer chronisch Krank ist wird sich keine private Zusatzversicherung für seine Krankheit nehmen, wenn er billiger bei einer gesetzlichen ist. Ich kann Bahr nur unterstützen. Wenn die FDP Wettbewerb fordert, dann soll sie ihn auch fördern. Da die privaten Krankenkassen gute FDP Spender sind glaube ich aber nicht an die Umsetzung.

Chris

Mittwoch, 15. Juni 2011

Krankenkassen mit Problemen

Eine journalistische Meisterleistung die uns der Spiegel da heute abliefert.

Deutschlands Krankenkassen produzieren derzeit Negativnachrichten am laufenden Band

Das stimmt zwar, aber die Ursache wird nicht benannt. Der Gesundheitsfond macht Milliardenüberschüsse und dennoch reicht das Geld nicht. Das Gesamtkonzept des Fonds ist schon merkwürdig. Man versucht durch das Einsammeln von Geld und die spätere Zuteilung die Krankenkassen billiger zu machen. Durch gleiche Beiträge und eine an die Zahl der chronisch Kranken gekoppelten Fondauszahlungen soll mehr Wettbewerb und das ganze System billiger werden. Dabei haben nun alle ein Interesse daran möglichst viele Kranke zu haben. Manchmal fragt man sich, ob es ein Fach "Angewandter Unsinn für Politiker" gibt. Es gibt so einige die dort mit Bestnote bestanden hätten oder haben.


Chris

Mittwoch, 11. Mai 2011

Daniel Bahr wird neuer Gesundheitsminister

Was qualifiziert in den Augen der FDP Daniel Bahr zum Gesundheitsminister? Er sieht gut aus, macht auf Plakaten eine gute Figur, ist jung und viel vor allem durch wenig kreatives, innovatives, oder durch Eigeninitiative auf. Genau das was man als Führungsperson braucht.

Klar: Eine Geschichte wie diese erscheint nur bei dem neuen Typus FDP-Politiker wirklich vorstellbar. Wie Bahr machen ja auch Rösler (38) und Generalsekretär Christian Lindner (32) auf Plakaten eine gute Figur.
Schön finde ich auch die Aussage:

Beruflich sozialisiert wurde Bahr vor allem im Bundestag.

Wo er lernte was Leistung ist? Daniel Bahr wird wie seine Vorgänger mehr Eigenverantwortung und Bezahlung nach dem Leistungsprinzip fordern. Selbst hat er noch nie wirklich gearbeitet, weiß aber alles über die Welt aus seiner VWL Vorlesung. Gut das Deutschland von solchen Figuren geleitet wird. Man darf sich nicht wundern, wenn es bergab geht.

Chris

Montag, 10. Januar 2011

Gesundheitskosten

In der Kostenentwicklung der pharmazeutischen Produkte müssen wir im Moment
von einer Preissteigerung von etwa 4,8 % pro Jahr ausgehen. Vergleicht man die
Medikamente auf dem deutschen Markt, die noch patentgeschützt sind, etwa mit
denen in Schweden, so sind die deutschen annähernd 50 Prozent teurer, bei
patentungeschützten Präparaten, bei den Generika also, liegt der
Teuerungsunterschied gar bei annähernd 100 Prozent. Allein in diesem Bereich
wären gewaltige Kostenreduzierungen im Gesundheitssystem möglich. Diese fette
Wiese aber zu mähen, wagt die derzeitige wirtschaftsliberale Bundesregierung nicht.


Quelle: SWR2

Anmerkung: Dazu sollte man sich ruhig ansehen von wem die regierenden Parteien ihre Spendengelder erhalten. Die Pharmaindustrie ist immer mit dabei. Zu behauptend er Markt regelt den Preis ist bei den hier beschriebenen Unterschieden kaum zu glauben.

Chris

Donnerstag, 15. Juli 2010

Patientenabgabe

Wenn ein Regierungsberater fordert eine Patientenabgabe. Ziel ist es die Kosten des Systems zu senken. Die Frage ist ob das gelingen wird. Die Idee ist auf den ersten Blick sehr clever. Wenn Patienten an den Kosten beteiligt werden überlegen sie es sich zweimal ob sie die teueren Behandlungen wollen.
Auf den zweiten Blick sieht man die Grenzen dieser Idee. Zum einen weiß ich nicht, was eine Behandlung kostet. Ich verlasse mich auf den Arzt und vertraue seiner Aussage bezüglich der Notwendigkeit der Behandlung. Wenn ich einen Teil der Kosten trage ändert sich an dieser Situation gar nichts. Mein Arzt soll mich behandeln. Er sagt mir das Behandlung A die Beste sei und B nur bedingt gut. Dafür kostet A mehr. Im Normalfall sollte ich mich für A entscheiden. Selten hat man als Patient auch ein Studium in Medizin abgeschlossen. Somit fehlen einem in jedem Fall die Informationen für eine Wahl. Das heißt an den Kosten ändert sich in diesem Fall gar nichts. Sie werden nur aus den Kassen an die Personen umgelagert.
Ein dritter Blick zeigt, dass die Kosten sogar steigen können. Nehme ich in dem kleinen Beispiel Behandlung B kann es sein, dass B eine geringe Wirksamkeit hat. Nach einer Woche komme ich zurück und möchte noch einmal B, bzw. A.
Der letzte Punkt zeigt auch die Schwäche der Idee von Herrn Haucap und wie akademisch und praxisfern sie ist. Wenn jemand wenig Geld verdient wird er sich öfter für die billigere Variante entscheiden, da er sich den Preis der hohen nicht leisten kann. Dies kann dazu führen, dass eine schlechtere Behandlung in einer Verschlechterung der Symptome resultiert. Im schlimmsten Fall wird eine heilbare Krankheit zu einer chronischen, weil sie verschleppt wird. Justus Haucap geht in seinen Annahmen davon aus, dass man gleichwertige Behandlungen zu unterschiedlichen Preisen hat. Nur in diesem Fall bringt die Wahlmöglichkeit Vorteile. In Fällen wo ich zwischen Geld und Gesundheit wählen muss fehlt den meisten Patienten das Wissen, um eine "richtige" Wahl zu treffen.

Chris

Mittwoch, 7. Juli 2010

Entlastungen

Die FDP und die Entlastung des Mittelstandes und der Leistungsträger der Gesellschaft ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Man Erhöht die Kassenbeiträge, weil kein Geld da ist. So weit ist das okay, aber man belastet dabei nur die Arbeitnehmer. Das nennt sich dann mehr Brutto vom Netto. Wer es bisher nicht erkannt hat von den Spontanwählern. Die FDP ist scheinheilig. So lange sie ihre Posten haben und hin und wieder eine Spende ist die Führung der Partei zufrieden. Liberal ist da gar nichts.

Chris

Dienstag, 1. Juni 2010

Propaganda des Spiegels

Ein hervorragend düsteres Bild vom Spiegel über die Sozialsysteme. Da wird als Expertin Waltraut Peter vom arbeitgebernahen Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln befragt (immerhin wird mal geschrieben von wem diese Expertin bezahlt wird). Sie glaubt, dass nur harte Reformen das System retten können. Ließt man sich die Vorschläge an kann man nur lachen. Die Arbeitslosenversicherung soll auf 3% erhöht werden (nein nicht um, auf). Bis zur Senkung 2009 lag er die Jahre zuvor sogar höher. Natürlich ist so etwas unfinanzierbar. Das sich Deutschland in einer Wirtschaftskrise befindet, Kurzarbeitergeld zahlt und die steigenden Arbeitslosenzahlen finanziert wird einfach ignoriert. Auch wird kaum bedacht, dass eine Steigerung der Versicherungsbeiträge um 1% bei einem Arbeitnehmer mit 2000 Euro brutto gerade mal 10 Euro (0.5%) Mehrbeitrag ankommen. Eine sehr hohe Belastung, welche kaum zu bewältigen ist.
Mit den Renten ein ebenso düsteres, wie falsches Bild. Bis 70 Jahre soll man arbeiten. Wieso eigentlich. Arbeiten jetzt schon alle Menschen hier im Land. Offensichtlich nicht, denn sonst gäbe es keine Probleme mit der Arbeitslosenversicherung. Da nicht alle Menschen arbeiten enstpricht eine Rentenaltererhöhung fast zwangsläufig eine Rentensenkung. Denn die letzten Jahre im Erwerbsleben werden wohl oder übel Arbeitslosigkeit bedeuten. Somit lagert man die Kosten aus dem einen System in ein anderes. Das sind Sparmaßnahmen die Spaß machen. Die Versicherer werden sich auf jedem Fall freuen. Denn private Versicherungen können jetzt argumentieren, dass man bei ihnen eher in Rente gehen darf. Dafür darf dann die Versicherung auch mal etwas teuerer sein.
Auch die Berechnung "2030 bei 24 Prozent oder mehr liegen müssen" ist milde gesagt unseriös. Hätte jemand so etwas 1933 geschrieben, hätte er mal eben einen Weltkrieg unterschlagen. Selbst wenn man als Arbeitnehmer mehr zahlen müsste, hängt dies doch an der Lohnsteigerung. Steigt der Lohn hinreichend mit kann der Mehrbeitrag locker finanziert werden und man hat noch mehr Netto in der Tasche. Das, dies nicht gewollt ist von den Arbeitgebern liegt auf der Hand.
Zum Schluss kommt noch die Kopfpauschale. Alleine die Einleitung "Wenn immer weniger Menschen Beiträge zahlen, aber vor allem Ältere häufig ihren Arzt aufsuchen, reicht das bisherige Geld nicht aus." zeigt wohin es gehen soll. Alle sollen die gleichen Beiträge zahlen. Kosten werden definitiv nicht gesenkt. Denn Arme, chronisch Kranke, Rentner, etc. sollen einen Steuerausgleich erhalten. Diesen sollen die höheren Einkommen zahlen. Wieso man die Sozialabgaben in diesem Bereich nicht gleich erhöht, um die Lücken zu schließen wird verschwiegen. Es ist einfacher über die Kopfpauschale, eine Kurzzeitige Steuererhöhung und dann schrittweise Senkung die Krankenkassen in den privaten Bereich abzuschieben. Dazu muss man kein Hellseher sein. Wenn ich x Kosten habe, brauche ich x Einnahmen. Wie ich mit der Änderung der Farbe des Gleichheitszeichens die Kosten senke müssen mir Herr Rösler und die FDP erst einmal erklären.
Was der Spiegel nicht bedenkt ist folgendes, dass System ist nicht unfinanzierbar. Ebenso die anderen Sozialsysteme sind es nicht. Sie wollen nur nicht finanziert werden. So sollte man es schreiben. Habe ich ein Auto mit vollem Tank und fahre nicht um Sprit zu sparen liegt es sicher nicht daran, dass ich kein Benzin habe. In Deutschland steigt jährlich das Gesamtvermögen. Das heißt es gibt jährlich deutlich mehr zu verteilen. Dennoch sollen Sozialsysteme nicht finanzierbar sein? Wäre es politisch gewollt könnte man sie finanzieren. Nur es ist eben nicht gewollt. Warum der Artikel geschrieben wurde ist klar. Die unbedingte Notwendigkeit der Sozialkürzungen im Haushalt sollen nahegebracht werden. Die Kosten der Bankenrettung werden verschwiegen, aber das ist ein anderes Thema.

Chris

Montag, 19. April 2010

Grenzen der Marktwirtschaft

Philipp Rösler will über mehr Wettbewerb die Preise für Medikamente senken. Die Grundintention ist wahrscheinlich vernünftig. Leider lässt sie einen Teil der Kranken völlig außer acht. In Deutschland gibt es ca. 4 Millionen Menschen welche an einer seltenen Erkrankung leiden. Für diese ca. 7000 verschiedenen Krankheiten gibt es teilweise nur ein Medikament. Da stellt sich leicht die Frage wie sich in diesem Bereich überhaupt ein Wettbewerb einstellen kann, wenn es nur einen Anbieter gibt. Bei 4 Millionen (meist chronisch) kranken Menschen ist dies auch kein vernachlässigbarer Kostenanteil. Mit Hilfe von reiner Optimierung im Wettbewerbssinn wird sich also dort nicht viel machen lassen.

Chris