Freitag, 31. August 2018

Wir reden über Rassisten in Chemnitz?!

Klar ist das schlimm. Klar muss uns das sorgen machen, wenn Menschen so agieren. Was erwarten wir eigentlich? Im Gegensatz zu vielen Eltern denke ich, dass wir Kinder durch Vorbild erziehen. Indem wir höflich sind, andere Menschen gut behandeln, nicht vor dem Smartphone hängen, zeigen wir Kindern wie sie sich verhalten sollen. Sie lernen durch Nachmachen.
In einer Gesellschaft ist das in meinen Augen ähnlich. Wir regen uns darüber auf, dass dort Menschen ausrasten. Wer regt sich darüber auf, dass Horst Seehofer humanitäre Hilfe in Form von Seenotrettung kriminalisiert? Wer regt sich darüber auf, dass wir mit dem Finger nach Italien und Malta zeigen (ihr nehmt keine Flüchtlinge auf), diese Länder aber allein lassen? Wer regt sich darüber auf, dass Kinder an der US Grenze von ihren Eltern weggenommen werden und Kleinkinder vor ein Einwanderungsgericht gestellt werden? Wer regt sich auf, dass ein Säugling und ein Rollstuhlfahrer an der Grenze zu Gaza erschossen wurden? 
Wer regt sich über diese Form von Rassismus auf? Niemand. Es werden Lager in Libyen aufgebaut wo gefoltert wird. Alles im Namen des Humanismus. Das ist in Ordnung. Wenn marodierende Personen durch Sachsen rennen und Ausländer jagen, dann sind wir erschrocken? Warum? Auf eine tumbe Art und Weise verhalten sich diese Nazis wie ihre Vorbilder. Sie behandeln Menschen schlecht, weil sie nicht weiß sind. In gewisser zynischer Art und Weise sind diese Menschen ehrlicher. Sie verstecken sich nicht hinter Floskeln und Institutionen. 
Die Frage ist, was unsere Eliten eigentlich erwartet haben. Wer jahrzehntelang eine menschenverachtende technokratische Politik nach außen und auch innen fährt, braucht sich nicht wundern, dass diese marktkonforme Politik Früchte trägt. Sie sollten es als Erfolg feiern. Nicht sie, die Eliten, sind es die gejagt werden, sondern diejenigen die sie ebenfalls menschenverachtend behandelt haben. Gratulation dazu. Und jetzt wieder jammern...

Chris

Freitag, 24. August 2018

Um den Leistungsbilanzüberschuss zu reduzieren

Dazu soll Deutschland laut Clemens Fuest mehr investieren und dann Mittel verwenden, die anderen Ländern von den gleichen Ökonomen empfohlen werden, um wettbewerbsfähiger zu werden.

Um den Leistungsbilanzüberschuss zu reduzieren, sollte Deutschland dem IWF zufolge mehr in die öffentliche Infrastruktur und in Bildung investieren und zudem auch deregulieren. In Deutschland seien die Verfahren für die Vergabe von öffentlichen Aufträgen und das Planungsrecht zu komplex, kritisierte unlängst der Chef von Felbermayr, der Präsident des Ifo-Instituts Clemens Fuest, in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Er sprach sich für einen Abbau von Hemmnissen durch eine Unternehmenssteuerreform aus. Vor allem den Verlustausgleich hält er für zu streng.

Wie man über Steuersenkungen eine Senkung des Außenhandelsüberschusses generiert, weiß nur ein neoliberaler Ökonom. Warum eine Derregulierung dazu führen soll, ist auch nicht wirklich klar. Die Kaufkraft ist zu gering. D.h. wir importieren zu wenig. Gleichzeitig sind die Lohnstückkosten zu niedrig, d.h. die Kosten (im wesentlichen die Lohnkosten) sind zu niedrig. Das man einfach die Löhne im öffentlichen Dienst um 10% anheben könnte, um das Problem zu reduzieren, ist keine Option. Dabei wäre das einfach möglich. 

Chris

Dienstag, 21. August 2018

Liebe Mainstreamökonomen

Warum blüht der Osten Deutschlands nicht? Die Löhne sind niedriger als im Westen und die Menschen arbeiten auch noch länger. Das sind alles Mindestanforderungen an jegliche Reform die ihr vorschlagt. Dennoch ist das Wachstum nicht wesentlich anders und die Lebensstandards niedriger. Warum geht irgendein Unternehmen nach Hamburg, wenn Sachsen-Anhalt so billig ist?

Die Antwort ist für jeden klar denkenden Menschen ziemlich einfach. Für Neoklassiker ist es nicht zu erklären.

Chris

Dienstag, 7. August 2018

Wozu braucht man einen 1223 Kilometern pro Stunde schnellen Zug?

Um 11 Meilen zu überbrücken und die Fahrzeit während der Rushhour von einer Stunde auf 5 Minuten zu reduzieren. Grandiose Arbeit der Journalisten. San Jose liegt 11 Meilen von Cupertino entfernt. Dort will man jetzt einen Hyperloop bauen. Eine normale S-Bahn würde es auch tun. Aber das wäre weniger spektakulär. Nehmen wir mal die 1223 km/h als Spitzengeschwindigkeit als gegeben an (genau in der Mitte). Dann bräuchte man auf der Strecke eine Beschleunigung von 0.6 g. Damit könnte man wahrscheinlich schon an der Rückwand stehen.

Fazit
Schön die Werbebotschaft von Hyperloop abgeschrieben. Es gibt eine Lösung für das Stauproblem und das nennt sich öffentlicher Nahverkehr.

Chris

Montag, 30. Juli 2018

Es dauert 4 Kommentare

Wenn es um sicheres Radfahren geht, dann kommen schnell die Besserwisser auf den Plan. Langsam erkennt die Politik, dass man Radfahrer eigene Spuren geben muss, um sie und andere zu schützen. Nach 4 Kommentaren kommt im fünften die Aussage 
Radfahren wird auch ohne solchen teuren Firlefanz plötzlich ganz von alleine sicherer, wenn sich die Radfahrer endlich mal an die Verkehrsregeln halten. Kaum einer zeigt Abbiegevorhaben an. Es wird quer über alle Fahrstreifen gefahren, mit dem Queren bis zur Ampel warten kommt nicht in Frage. Und so weiter. Radfahrer gefährden sich selbst.
So oder so ähnlich schreiben es Menschen, die selten bis nie Fahrrad und meistens Auto fahren. Eine ähnliche Diskussion hatte ich an anderer Stelle. Dort wurde den Fahrradfahrern vorgeworfen eine Gefahr zu sein, weil ihr langsames Fahren zu gefährlichen Überholmanövern führe. 
Was sagt diese Aussage aber aus. Sie sagt aus, dass Fahrradfahrer durch den Autoverkehr und Fußgänger nicht gefährdet sein. Jeder der Notbremsungen durchführen muss, weil Passanten zwar schauen ob Autos kommen, aber es bei Fahrradwegen nicht so genau nehmen weiß wovon ich rede. Geschnitten werden beim Rechtabbiegen oder viel zu enges überholen sind im Repertoire von Autofahrern vorhanden. 
Es geht also sehr wohl eine Gefährdung von den anderen Verkehrsteilnehmern aus. Umgekehrt sorgt die Durchmischung zu Frust bei Passanten, weil Fahrradfahrer sich noch irgendwie durchmogeln und bei Autofahrer, weil sie hinter den Radfahrern bleiben müss(t)en.
Die Einführung von einer vernünftigen Radinfrastruktur führt zu mehr Radfahrern oder -fahrten. Wenn ich schnell von A nach B ohne Parkplatzsuche komme, ist das bei kürzeren Strecken attraktiv.  Jeder Autofahrer sollte sich viele Radfahrer wünschen, denn dann fahren weniger Autos. Kommentare wie der Obere helfen nicht weiter. Auf der Argumentation brauche ich keine Autobahnen, da Autofahrer sich selbst in die Quere kommen?! Bzw. ich bräuchte überhaupt keine Fahrbahn für Autos...

Chris

Donnerstag, 26. Juli 2018

Wie war das mit der Selbstverantwortung?

Diese Floskel wird immer wieder gebracht. Der Arbeitslose ist selbst Schuld an seiner Misere und hat diese dann bitte selbst auszubaden. Der Staat solle doch bitte möglichst wenig helfen und so weiter und so fort. Nur lebt das die FDP gar nicht...

Wer hätte das gedacht?

Chris

Donnerstag, 21. Juni 2018

Ein Propagandastück vom Feinsten

"Meinungsstark und unideologisch: Anti-Trump-Buch für eine gerechtere Welt" so betitelt die INSM eines ihrer Lobbybücher. Liest man den Text über das Buch, erkennt man schnell, dass diese Aussage so nicht stimmt. Freihandel ist per se gut. Wenn das keine Ideologie ist, dann weiß ich auch nicht. 
Es wird kritisiert, dass die Gegner des Freihandels nur wenige Menschen sind die sich organisieren. Das sei zutiefst undemokratisch. Es wird, ganz ideologisch, davon ausgegangen, dass alle  Nichtbeteiligten für  eine Freihandel wären. Weiterhin wird nicht darauf eingegangen, dass die Befürworter des Freihandels ebenfalls mit ihre Lobbyarbeit den demokratischen Prozess umgehen. Sponsoring von Staaten gibt es direkt oder indirekt genauso. 

Die Schwäche des Buchs wird in der Zusammenfassung also schon klar. Es soll um eine gerechtere Welt gehen. An keiner Stelle geht es um Gerechtigkeit. Es geht um Leistungsbilanzen, es geht um Schiedsgerichte (undemokratisch, aber das stört hier halt nicht) und um Ängste. Das Freihandel von Unternehmen ausgenutzt wird, um Steuern zu sparen, Löhne zu drücken und Arbeitnehmer effektiver auszubeuten, wird nicht erwähnt. Das Schiedsgerichte nichts mit freiem Handel zu tun hat, ist kein Thema. Das die Gegner sehr wohl Argumente haben, stört nicht. Lieber wird die Legitimation der Argumente geschwächt, weil man die Finanzierung aufgreift.

Das Buch wird also zutiefst ideologisch geprägt sein. Wenn Freihandelsabkommen, denn darum geht es und eben nicht um freien Handel, so toll sind, wo sind die Analysen. Wo wird gezeigt wieviel Gewinne erzielt worden sind, wieviel mehr Wohlstand generiert worden ist, usw. Es gibt diese Studien wahrscheinlich nicht, da sie vortrefflich schwierig durchzuführen sind. Daher bleibt es eben nur Glauben und Ideologie, dass Freihandel das Beste ist was man machen kann. Der einzige Vorteil eines freien Handels, den sogar ich sehe, wird nicht vorgebracht. Intensiver Handel reduziert die Gefahr von militärischen Konflikten.

Fazit
Ein Propagandastück vom Feinsten.

Chris