Freitag, 24. September 2021

Die INSM lügt, oder stellt Dinge falsch dar

Nicht das ich die SPD bejubel würde. Aber wie kann es sein, dass die unteren Einkommen angeblich bei der SPD keinerlei Entlastung bekommen, obwohl die Steuerfreibeträge höher sind als bei der Union? Im Handelsblatt wurden die Enlastungen auch gegenüber gestellt. Das schlechteste was 60% der Bürger machen können ist die Union zu wählen. Jetzt noch schnell grenzwertige Beiträge raus, damit ja nicht rot-rot-grün rauskommt.

Chris


INSM Kommentare V

 Die neuesten Kommentare:

@Mindestlohn

Es wird immerhin anerkannt, dass Menschen einen Lohn zum Leben brauchen. Das ist für neoliberale Journalisten ein Fortschritt. Aber dann wird gleich wieder eingestimmt: Was ist, wenn durch den hohen Mindestlohn bestimmte Arbeit nicht geschaffen wird?

Was ist dann? Nichts ist dann. Wo ist das Problem? Die Behauptung "Dann verlieren alle Seiten: Arbeitgeber wie Arbeitnehmer." ist schlicht und einfach falsch. Arbeit ist kein Selbstzweck. Machen wir mal etwas anderes. Ich produziere Tische. Die sind aber zu teuer und ich kann sie nicht verkaufen. Niemand würde auf die Idee kommen, wir müssen staatlicherseits etwas tun. Denn wenn die Tische nicht gebaut werden entstehen keine Arbeitsplätze. Das ist schlecht für alle Seiten? Ja sagt da der Neoliberale. Die Mindestlöhne greifen in den Markt ein und bei den Tischen ist es genau umgekehrt. Auf den ersten Blick mag das stimmen. Aber wenn Menschen von ihrem Lohn nicht leben können und der Staat über Aufstockung und Wohngeld die Löhne subventioniert, greift er sehr wohl in den Markt ein. Menschen könnten zu dem gezahlten Lohn nicht überleben. In einer reinen dystopischen Marktwelt würden sie sterben und der Lohne würde auf das Mindestmaß steigen, dass die Menschen überleben. Wir leben zum Glück nicht in einer solchen Welt. Daher kann der Staat einfach beschließen, dass es eine Untergrenze gibt. 

Das jetzt bestimmte stellen nicht geschaffen werden ist im Grunde egal. Es herrscht ja kein Mangel an Arbeit. Es herrscht ein Mangel an Bereitschaft diese zu bezahlen. Ein Grund hierfür ist, dass die Löhne zu niedrig sind. Höhere Löhne sorgen nachweislich zu mehr Nachfrage. Das ist auch eine einfach Rechnung. Wenn ein Brötchen aus 60% Lohnkosten besteht und mein Lohn verdoppelt sich, dann kostet das Brötchen nicht doppelt so viel. D.h. ich habe zwar doppelt so viel Kaufkraft, aber nicht zwangsläufig doppelt so viele Kosten. 

@Mittelstand

Das IW Köln hat etwas entdeckt

"Die Abbildung 1-1 zeigt, ist der Gründungstrend aber mit Ausnahme der freien Berufe abwärtsgerichtet, was auf politischen Handlungsbedarf hindeutet."

Ich sehe da nicht notwendigerweise einen Handlungsbedarf. Was ist wenn alle Gründungen erfolgreich sind und das Bevölkerungswachstum stagniert? Dann muss die Menge der Gründungen logischerweise zurückgehen. Umgekehrt, was ist, wenn jede Gründung scheitert? Dann kann es sein, dass es wieder und wieder versucht wird. Perspektivisch verlassen viele Menschen den Arbeitsmarkt in die Rente. Ich kenne einige die ihre Selbstständigkeit aufgegeben haben, weil Planbarkeit etwas tolles ist. Wieso sitzen denn die Herrn Professoren in ihren Forschungsinstituten, wenn doch Gründung so fantastisch ist? Ob die Entwicklung gut oder schlecht ist, kommt wie immer darauf an. Wie groß und erfolgreich sind denn die Unternehmen? Wie gesättigt ist der Markt. Wie sieht es mit der Nachfrage aus, usw. Politik hat sicher einen Einfluss. Aber ob das Problem wirklich so schlimm ist, weiß ich nicht. Vor allem und das ist wichtig. 2019 bahnte sich eine Rezession an. Diese wurde von der Corona Pandemie überdeckt. Davor hielten sich die Gründungen über Jahre etwa konstant. Nur so zum Nachdenken.

Chris

Freitag, 10. September 2021

INSM Kommentare IV

Klar ist die INSM gegen das Projekt "Deutsche Wohnen enteignen". Darum auch ein Kommentar der mit einem solch dämlichen Endsatz

Besser wäre es, das Wohnproblem anstatt mit Sozialismus konsequent kapitalistisch zu bekämpfen: Mehr bauen, höher bauen, günstiger bauen. Doch das könnte den Sozialisten ihre Aussicht versperren.

zu beenden. Rainer Hank versteht den Kapitalismus nicht. Das erkennt man sehr schnell. Was sollte denn bitte einen Kapitalisten motivieren so zu bauen, dass die Mietpreise sinken? Warum sollte ein Kapitalist sich dafür einsetzen, dass die Grundstückspreise sinken? Beides schmälert seine Rendite. Die Frage ist doch, warum dürfen Unternehmen beliebig hohe Mieten nehmen. Warum subventionieren wir sie über Mietzuschüsse? Warum dürfen sie Grundstückswertsteigerungen einfach so kassieren, obwohl sie nichts dafür gemacht haben. In München gab es Grundwertsteigerungen von 60.000%  seit den 60er Jahren zu heute. Da irgendetwas von Sozialismus zu faseln, zeigt, dass der gute Mann nichts verstanden hat. Es ist eben leicht als Boomer in seinem Haus oder seiner Wohnung die Probleme der jungen Menschen und Familien in Großstädten zu ignorieren. Nirgendwo gibt es ein Naturrecht auf unendlichen Reichtum.

Inflation

Denn aktuell nimmt die Geldentwertung zu, die Notenbank müsste eigentlich die Zügel anziehen. Eine Erhöhung der Leitzinsen auf drei oder vier Prozent wie früher erscheint aber kaum vorstellbar.

schreibt  Markus Zydra in der Süddeutschen Zeitung. Ich finde das aus zwei Gründen absurd. Schaut man sich die Inflation und den Leitzins an, dann sieht man, dass ein höherer Leitzins immer auch eine höhere Inflation bedeutet. Dann wurden die Zinsen gesenkt, weil die Inflation sank. So einfach. Jetzt steigt die Inflation auf ein normales Maß und es wird behauptet das sei ein Problem. Konservative Ökonomen sind widersprüchlich. Sie behaupten der Markt regelt alles. Wenn es eine gigantische Nachfrage nach Geld gäbe, dann steigen die Zinsen der Privatbanken, diese wollen schließlich Geld verdienen. Das ist in Teilen unabhängig vom Leitzins. Diese Nachfrage gibt es nicht. Die Jammerei ist mal wieder unbegründet. Wirkliche Probleme werden nicht angesprochen. Das Problem ist nicht das Geld. Das Problem ist die Klimakrise, die sozial Ungleichheit, die marode Infrastruktur. Ich für meinen Teil bezahle gerne 10 Cent mehr für meine Tomate, wenn ich dafür schnelles Internet habe und die Löhne stärker steigen.

Sehr schön wie sie sich winden.

Dem Markt sind Menschen herzlich egal“, hat Annalena Baerbock jüngst gesagt und dafür viel Gegenwind bekommen (etwa hier vom stellvertretenden Chefredakteur der Wirtschaftswoche Hauke Reimer). Zu Recht. Weil der Satz suggeriert, dass Märkte für Menschen schlecht seien. Dabei sind sie für unser Zusammenleben essenziell. Wir gehen auf Märkte um Güter und Dienstleistungen auszutauschen, im besten Falle zum gegenseitigen Vorteil. 

In diesem Absatz wird Annalena Baerbock bestätigt. Im besten Fall sorgt der Handel am Markt für einen gegenseitige Vorteil. Aber eben nicht immer. Märkten ist das ziemlich egal. Wer etwas gegenteiliges Behauptet ist dumm, blind oder ignorant (oder alles zusammen). Dem Markt ist es egal, wenn Mieter ihre Mieten nicht bezahlen können. Die Klimakrise ist Folge des Marktkapitalismus, da dem Markt Umweltverschmutzung und Menschen egal sind, wenn dies nicht in Form von Kosten auftaucht. Dem Markt ist auch egal, wenn man hungert. Wer kein Geld hat, kann kein Essen kaufen. Warum brauchen wir denn ein Sozialsystem, wenn der Markt sich für das Wohlergehen von Menschen interessieren würde? Dem Markt ist egal, dass unsere Wirtschaftspolitik Menschen im Mittelmeer ertrinken lässt. Ihm ist es egal, ob Menschen keine medizinische Leistung erhalten, oder kein Internet im ländlichen Raum haben.

Frau Baerbock hat Recht. Dem Markt ist es egal. Menschen ggf. nicht. Sie können etwas ändern. Die Zielvorgabe heutiger Märkte ist der Austausch Geld gegen Güter. Dabei will man Profit machen. Nirgendwo taucht das Wohlergehen von Menschen in diesem Konstrukt auf. Es kann natürlich vorkommen, aber es muss nicht zwingend entstehen. Klar, dass neoliberale Journalisten so etwas nicht wahrhaben wollen. Dann müssten sie nämlich eingestehen, dass wir Regeln brauchen die dafür sorgen, dass Märkte das Wohlergehen von Menschen mit einbringen (Mindestlöhne, Maximalmieten, Umweltstandards, CO2 Preise oder Verbote).

Die Frage ist doch, wenn Märkte sich für Menschen interessieren würden, warum ist Menschenhandel und Kinderarbeit illegal?

Chris

Montag, 6. September 2021

Kommentare zum INSM Ökonomenblog II

Vermögenssteuer

Die INSM macht aus bis zu 6.2% reduzierten Wirtschaftswachstum aufgrund der Einführung einer Vermögenssteuer einen Fakt. Das ist unseriös, aber es klingt einfach besser. Es ist eben eine doofe Meldung zu schreiben, dass eine Studie finanziert von reichen Kapitaleignern herausbekommt, dass das Wirtschaftswachstum schwächer wird. Die Studie wird durchgeführt durch ein arbeitgebernahes Institut, welches bei der Folgenabschätzung des Mindestlohns vollkommen daneben lag und nicht nur da. Jeder oder jede soll sich eine Meinung bilden. 

Armer Christian Lindner

Vielleicht muss die FDP mit den Grünen und der SPD in eine Koalition gehen. Inhalte interessieren in diesem Wahlkampf sowieso nicht, also spekulieren wir lieber mal munter. Nicht einmal eine neoliberale Lobbyorganisation macht sich noch die Mühe zu intervenieren. Das zeigt wie wenig Angst sie hat, dass ihre Interessen nicht vertreten werden.

Chris

Donnerstag, 2. September 2021

Steuerportale

Ein  Portal in dem man anonym Hinweise zum Thema Steuerhinterziehung angeben kann, ist für viele Menschen das Gleiche wie die Stasi. In anderen Ländern und auch Bundesländern gibt es so etwas schon. Jetzt soll es in Baden-Württemberg eingeführt werden. Die konversvativen zittern und wollen es nicht. Das lässt tief blicken. Sie meinen, dann werden einfach alle angezeigt die man nicht leiden kann, usw. Das wäre auch heute schon mit anderen Dingen möglich. Es passiert nicht und lässt tief blicken, was für ein Menschenbild Politiker aus CDU, FDP und AfD haben. 

Steuerhinterziehung ist für diese Parteien keine wirkliche Straftat oder etwas schlimmes. Es ist eher Selbstschutz vor dem Staat. Da diese drei Parteien gerade das obere Drittel der Vermögens- und Einkommensverteilung vertreten ist dieser Standpunkt verständlich. Es macht ihn aber nicht besser. Steuerhinterzieher verschaffen sich einen unfairen Vorteil gegenüber all jenen die ihre Steuern zahlen. Sie profitieren gleichzeitig von den Steuerausgaben. Anonym konnten Steuerhinterzieher bereits mit Briefen und Telefon gemeldet werden. Jetzt halt über ein online Portal. Das Politiker dies aggressiv angehen, okay. Aber die Kommentatoren bei Spiegel Online gehen diesen "Argumenten" genauso auf den Leim. Sie wollen es nicht, weil sie nicht Teilen wollen. Meine Schätzung ist, dass 90% von ihnen Boomer kurz vor der Rente sind.

Chris

Dienstag, 31. August 2021

Steuerprogramme und allerlei Unsinn

Laut Clemens Fuest schadet die Vermögenssteuer dem Wirtschaftswachstum. Ja der Clemens ist der, der meinste Mindestlöhne kosten laut einer Studie Millionen an Arbeitsplätzen. Das Handelsblatt beschreibt dazu lang und breit etwas. Schön ist die Tabelle der Steuerpläne. Die Linken haben ein ambitioniertes Programm, welches gerade auf niedrige Einkommen abzielt. So werden Ehepaare mit 2 Kindern im 6500 Euro entlastet, wenn sie ein Jahresbruttoeinkommen von 20000 Euro haben. Bei der sozialen Union sind es schlappe 890 Eruo. So zieht es sich durch. Selbst die FDP entlastet arme mehr als die Union. Bei Einpersonenhaushalten hat sogar die FPD steuerseitig ein besseres Angebot für niedrige Einkommen als die SPD. Man darf sich aber nicht blenden lassen. Denn sowohl FPD und Union entlasten massiv die Sptize. Weil es Personen mit über 30000 Jahresbrutto so schlecht geht, brauchen sie zehntausend Euro Steuerersparnis. 

Nur auf Steuern bezogen zeigt die Grafik, dass die Union unwählbar ist. Die FDP tatsächlich besser dasteht als ihr Ruf. Allerdings muss man aufpassen. Denn die FDP kürzt auf der anderen Seite staatliche Leistungen, sodass das erhöhte Einkommen schnell wieder weg ist.

Jetzt zur Vermögenssteuer. 6% soll an Wachstum verschwinden. Angeblich investieren Unternehmen nämlich nicht, wenn es diese Steuer gäbe. Warum das so sein soll ist mir unklar. Fuest hat keine Ahnung. Unternehmen investieren, wenn ihre Erwartung ist etwas davon zu gewinnen. Gewinnen tun sie in der Regel, wenn sie etwas verkaufen können. Bezogen auf die Vermögenssteuer. Wenn dieses Geld von Staatsseite wieder in den Kreislauf kommt, dann steigt die Nachfrage nach Gütern. Damit wird etwas verkauft und ggf. steigt die Investitionsbereitschaft. Allein die Logik. Unternehmen machen einen Gewinn von 100. Jetzt müssen sie 40% Steuern  zahlen und sie bekommen nach Steuern 60. Jetzt steigern wir die Steuern und erzeugen Nachfrage. Dann wird mehr verkauft und das Unternehmen macht 150 Gewinn. Nach erhöhten Steuern von 50% sind es 75 Gewinn. Es zeigt sich, dass Steuererhöhungen Unternehmen nicht schwächen müssen, sondern stärken können. 

Auch sonst. Wenn Unternehmen keine Vermögenssteuer zahlen müssen, dann bleiben Bestandsanlagen stehen. Sie sind abgeschrieben und kosten nur den Betrieb. Ein Neukauf kostet die Mehrwertsteuer. Nach Fuests Logik wird automatisch die Investition verhindert, denn sie kostet Steuern. Wenn die Bestandsanlagen aber weiterhin durch eine Vermögenssteuer Geld kosten, ist eine Modernisierung vielleicht attraktiver.

Wie auch immer. Ich halte Clemens Fuest für einen ökonomischen Querdenker. Er bringt alles mit. Er sieht eine Verschwörung der Linken gegen die Wirtschaft. Er betreibt Cherry Picking um seine Meinung zu belegen und notfalls biegt er die Wahrheit oder Analyse etwas.

Chris

Montag, 23. August 2021

Kommentare zum INSM Ökonomenblog

Dem INSM Ökonomenblog sind scheinbar die Kommentare lästig geworden. Sie werden jetzt, wenn überhaupt nach Wochen freigeschaltet. Bisher gibt es auch wenig Zuspruch und oft Kritik oder Richtigstellung am Geschriebenen. Daher nun hier zwei Kommentare zu aktuellen Themen


@Ach, in Norwegen müsste man leben

Die INSM ist ein großer Verfechter von Staatsfonds. Damit könnte man die Rendite erwirtschaften, welche dann später für die Renten benötigt wird. Geht man rein rational und logisch an die Sache, dann erkennt man sehr schnell wie dumm diese Idee ist. Ein Fond für Deutschland wäre riesig. Wenn man nun eine vernünftige und sichere Rendite erwirtschaften will (von den 10% will ich nicht reden), dann muss man sich fragen wo die herkommen sollen. Es gibt da zum Beispiel Immobilien. Die sind sicher und die Preise steigen. Das heißt also, diejenigen die gegen ihre niedrige Rente ankämpfen bezahlen ein Leben lang hohe Mieten, damit dann die Renten steigt die sie wiederum brauchen um hohe Mieten zu bezahlen. Das klingt absurd? Dann ein anderes Beispiel. Die Kosten in Unternehmen werden massiv gesenkt und Leute entlassen, oder Löhne nicht vernünftig gesteigert. Dadurch steigt die Rendite, welche genutzt werden soll um die Rente zu bezahlen, welche zu niedrig ist, weil die Löhne niedrig sind.

Egal wie man es dreht und wendet. Die Rentenkosten sind nicht auf magische Weise weg, nur weil man sie in einem Finanzsystem verschleiert. Die Behauptung man könne ja im Ausland investieren und dann die Rendite nach Deutschland holen ist zwar prinzipiell richtig. Norwegen macht das so. Die gesamtwirtschaftliche Logik führt nun einmal dazu, dass dies nicht alle Länder gleichzeitig machen können. Wenn der deutsche Staatsfond beispielsweise in Frankreich die Mieten steigen lässt, dann führt der französische zu steigenden Kosten bei uns. Wie soll es anders gehen? Die einfachste Möglichkeit ist es, die Ressourcen einfach mit Hilfe von Steuern zu holen. Statt Unternehmensgewinne über den Umweg Kapitalmarkt in die Rente zu stecken, kann man deutlich billiger und einfacher Unternehmen besteuern und die Gewinne in die Rente stecken. Der Unterschied ist, dass bei Steuern ein paar Beamte die Daten erheben. Beim Kapitalmarkt tausende hochbezahlte Menschen mit Zahlen rumspielen und die nächste Finanzkrise vorbereiten die dann vom Staat repariert werden muss. 10% klingt toll, aber nur auf dem ersten Blick.

@Wie lässt sich die Impfquote in Deutschland schnell erhöhen

Auf 85% Impfquote möchte ein Forscherteam die Deutschen bringen. Das klingt super. Es kostet ihrer Meinung nach nur 500 Euro pro Kopf. Das Nugging soll dann dazu führen, dass alle losziehen und sich impfen lassen. 

Diese Analyse stammt von einer Ökonomin und einem Ökonomen. Ich hoffe die Analyse ist fundierter als in der FAZ dargestellt. Denn es wird offensichtlich nicht funktionieren. Der einfache Grund ist, dass eine Impfquote von deutlich über 95% bei allen Menschen die sich impfen lassen können benötigt wird.

Knapp 11 Millionen Menschen sind unter 14 Jahre alt. Für fast alle gibt es keine Impfung, da die Zulassung erst ab 12 Jahre gilt. D.h. die maximal überhaupt erreichbare Impfquote liegt irgendwo im Bereich von 88-92%.

Jetzt kommt der soziale Aspekt. Es gibt genug Menschen die weder sich noch ihre Kinder impfen lassen. Es liegt nicht am Geld. Es liegt daran, dass sie Impfungen nicht trauen. In meinen Augen ist es eine gute Annahme diese Gruppe auf 5-15% der Bevölkerung zu schätzen. Wenn man enige über Geld kriegt, wird man nicht alle bekommen. Daher ist der Ansatz in meinen Augen nicht realistisch. Ich fürchte wir müssen durch die vierte Welle. Ich bin sehr pessimistisch, dass Nugging hilft. Wie gut, dass Ökonomen sich nicht mit diesem Aspekt beschäftigen. Denn Geld wird nichts nützen. Das ist etwa so, als würde man Menschen Geld anbieten, um nicht mehr an Gott zu glauben.

Chris