Freitag, 19. Juni 2026

Hinterher will es niemand gewesen sein

Sie tun es schon wieder. Offensichtlich hat die Vernichtung von Millionen Menschen vor 80 Jahren nichts in dieser Gruppe bewirkt. Die Konservativen bauen den Sozialstaat ab und bereiten sich vor, mit den extrem Rechten zusammenzugehen. Die Zusammenarbeit passiert im Grunde schon. Die CDU setzt im Grunde Forderungen der AfD durch. Jetzt noch der Angriff auf den Sozialstaat. Alle komischen Unternehmensverbände meinen es wäre nicht zumutbar, eine Arbeitszeiterfassung einzuführen. Man ist schließlich ein Team. 

Da Frage ich das Gleiche, was bei Massenüberwachung gefragt wird. Habt ihr etwas zu verbergen? Warum das gemacht wird ist klar. Man möchte Mitarbeiter flexibel besser ausbeuten. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Der Angriff auf die Arbeitszeit und Tarifbindung, greift den Kern der SPD an. Der ist schon recht hohl. Aber daran glauben Alt-SPDler noch. D.h. die Mittelstandvereinigung und andere unsägliche Gruppen machen genau das, weil ihre Spitze die aktuelle Koalition zerstören wollen. Ich unterstelle den meisten Mitgliedern dieser Verbände, dass sie das nicht unterstützen, bzw. es ihnen egal ist. Aber diese angeblichen Wirtschaftsverbände wollen einen weiteren Rechtsruck.

Warum? Eigentlich bräuchten diese Wirtschaftsverbände für ihre Mitglieder Menschen die in ihren Unternehmen arbeiten. Das für wenig Geld. Migration ist da ideal. Menschen die wenig Murren, ihre Rechte weniger einfordern. Das Problem ist, dass die Personen an der Spitze eben auch rassistisch sind. Sie sehen, Menschen mit falscher Hautfarbe in Positionen wo sie deren Meinung nach nicht hingehören. Jetzt fehlen also Arbeitskräfte, aber Migration soll verhindert werden. Es bleibt also, in deren einfachen Logik, die Arbeitszeit muss steigen.

Das zeigt schon wie dumm diese Menschen sind. Arbeitszeit ist das wichtigste und nicht Produktivität. Es gab Gründe warum Sklaverei abgeschafft wurde. Sie war weniger produktiv als die Ausbeutung von Nicht-Sklaven. Dabei waren Sklaven immer verfügbar. Also genau der feuchte Traum dieser dummen Menschen. Die Arbeitstzeit wird steigen und es wird nicht bringen. Menschen werden krank, nur noch Dienst nach vorschrift machen, sich nicht mehr engagieren, usw. Warum auch. Wenn mich Menschen schlecht behandeln, soll ich glücklich sein für sie zu arbeiten. Das ist das Problem der rechten Ideologie. Sie funktioniert nur über Bestrafen und Belohnen. Alle anderen Motivationen gibt es nicht. Da Belohnen höhere Bezahlung beinhaltet, bleibt nur das Erste. Und was jetzt mit der Arbeitszeit einen neuen Höhepunkt hat, wird mit einem Arbeitszwang Enden. Warum auch nicht. Warum sollen armen Menschen ein lebenswertes Leben führen dürfen. Sie liegen doch allen auf der Tasche. Das 800 tausend Rentiers ein vielfaches des Bürgergelds einfach so verprassen, ist den Konservativen doch egal.

Hinter will es niemand gewesen sein. Wenn Menschen in Deutschland im Gefängnis landen, weil sie links, homosexuell sind, oder abtreiben, dann werden sich die Konservativen und rechten freuen. Aber irgendwann trifft es auch sie. Denn diese Ideologie ist wie Monopolie. Am Ende kann es nur einen geben. 

Meine Hoffnung liegt bei den jungen Frauen. Sie verdienen als Einstiegsgehalt jetzt schon mehr als Männer und sind besser gebildet. Sie sind selbstbewusster und lassen es sich hoffentlich nicht bieten. Und wenn 50% (ich weiß es ist nicht binär) der Bevölkerung nicht versteht, warum sie Männer "durchfüttern" müssen, wird es hoffentlich eng. Entweder es gibt massive Repressionen gegenüber Frauen, was ich glaube, oder dieses komische Patriachat bricht endlich zusammen, was ich hoffe.

So oder so wird es unangenehm. Sachsen-Anhalt wählt sich ab. Danach gibt es Neuwahlen und Siegestrunken werden die rechten Medien auf den Abgrund zusteuern. 

Darum benennt sie als das was sie sind. Es sind dumme und böse Menschen. 

 Chris

Donnerstag, 11. Juni 2026

Die richtige Frage

Es gibt wieder einmal die Diskussion, dass wir Reformen brauchen und Wirtschaftswachstum. Warum eigentlich. Wenn ich mir das BIP 2025 ansehe. Das ist ja den Wert den man steigern will und diesen Wert durch 82 Millionen teile. Dann sehe ich, dass jeder Mensch im Land 54000 Euro umgesetzt hat. Da BIP als Maß des erwirtschafteten Wohlstands genutzt wird, frage ich mich warum passt das nicht. Eine 5 köpfige Familie müsste also einen Wohlstand von 270 tausend Euro haben. Haben die wenigsten. Selbst wenn wir sagen, nicht alle sind gleich und es gäbe eine Streuung um 30% wären es Summen die deutlich höher sind als viele aktuell haben. Klar ist das ein Überschlag und viel zu einfach. Aber es verdeutlicht, dass die Wohlstandsverteilung das Kernproblem ist. 

In den USA haben bspw. die obersten 10% - 80% der Aktien und das oberste 1% - 50%. Das wird in Deutschland nicht deutlich anders aussehen. D.h. wenn wir Politik für den Aktienmarkt machen und die CDU tut genau das, verteilen wir massiv von unten nach oben. Die Diskussion findet nicht statt. Sie ist nicht sexy und ich bin ja nur neidisch. Symbolische Gewalt wird hierbei genutzt. Wenn der Kanzler und seine Minions arme Menschen als faul kritisieren, ist das keine Neiddebatte (neidisch auf Entspannung und weniger Arbeit, auch wenn die Unterstellung Quatsch ist). Wenn man die Verteilungsfrage stellt, ist es die Neiddebatte. Dabei hilft man der Spitze enorm, indem man ihr etwas wegnimmt. Das klingt komisch, aber es ist so.

Geld und Vermögen sind wie eine Droge. Man möchte immer mehr und hat Angst es zu verlieren. Man verliert soziale Kontakte und ist nicht zufrieden, immer auf der Suche nach dem nächsten Luxuskick. Bei Drogenabhängigen ist klar was wir machen. Bei vermögens- und machtabhängigen Personen ignorieren wir das Problem. Denn sie zerstören nicht nur sich selbst. Sondern wie beim Passivrauchen, zerstören sie unsere Leben gleich mit. Ein wenig traurig, dass Medien sich solche grundsätzliche Kritik nicht zutrauen.

Chris 

Montag, 1. Juni 2026

Die angebliche Wirtschaftskompetenz der CDU/CSU

 Wir brauchen keine Bafögerhöhung, oder nicht so schnell. Schließlich sind Studierende ja privilegiert. Das mag sogar stimmen. Trotzdem ist es dumm, die Kosten in anderen Bereichen heranzuziehen und Menschen mit Bedürfnissen gegeneinander auszuspielen. Wenn durch das Bafög studierende 1 Semester früher fertig werden, dann zahlen sie 6 Monate mehr Steuern. Diese Steuern sind insgesamt fast das gesamte Bafög Wert. Die Wertschöpfung die nach einem Studium erwirtschaftet wird, ist da noch nicht mal drin. Die CDU/CSU zeigt mal wieder wie dumm und kurzfristig sie denkt. Das Spitzenpersonal schafft es genau eine Zahl anzuschauen. Die ist hoch und muss gesenkt werden. Fertig. Das ist weniger als man von Kindern in der 5. Klasse erwartet. Aber mit solch einer Qualifikation wird man Bundesministerin.

Chris 

Mittwoch, 20. Mai 2026

Irre Vorschläge

Ich halte die Vorschläge für ein fragwürdiges Verständnis von "wir müssen die Demokratie schützen". Indem wir sie abschaffen? Wenn die AfD so gefährlich ist, was ich glaube, wo ist das Verbotsverfahren? Stattdessen schränkt man die Fähigkeiten einer gewählten Partei ein. Wie stellen diese Leute aber sicher, dass es nicht jeder anderen Partei auch so geht? Warum tauchen die Linken als Gefahr in dem Text auf? Es ist wie bei der Migrationspolitik. Man möchte nicht, dass die AfD diese menschenverachtende Politik macht. Also benennt man sie um und macht genau diese menschenverachtende Politik. Jetzt möchte man die Demokratie schützen, indem man gewählten Parteien die Macht entzieht etwas zu tun?! Das ist ein Vorschlag von der Polizei. Sie soll verfassungstreu sein und ich bin mir sicher so etwas ist nicht vorgesehen. Ich persönlich finde diesen Vorschlag gruselig. So schlimm die AfD ist, aber wir können doch nicht alles zerstören, damit sie es nicht tun können.

Chris 

Sonntag, 17. Mai 2026

Das neue Narrativ

Seit einiger Zeit geistert ein Narrativ durch die Gegend, dass eigentlich die Linken für die AfD verantwortlich seien. Sie nehmen die Wähler nicht Ernst und treiben sie quasi in die Arme dieser rassistischen Partei. So schieben die Konservativen ihre Verantwortung von sich weg. Mehr noch die einzige wirkliche Lösung wird weggewischt und oben drauf, macht man schon wieder was diese Wähler kritisieren. Ihnen wird keine Meinung zugestanden. Es wird implizit unterstellt, dass sie dumm sind. Die Eliten wüssten alles besser und der arme Bürger ist durch Eliten manipuliert. Egal wie man es dreht, diejenigen die das behaupten verfestigen das rechtsextreme Narrativ. Dazu kommt, dass die AfD Wähler sich, falls es nicht knallt, wunderbar auf diese Ausrede zurückziehen können. Sie waren ja gar nicht für ihre eigene Entscheidung verantwortlich. Sie wurden dahin getrieben. Sie "folgten ja nur Befehle". Denn natürlich wissen viele Wähler der AfD, dass sie menschenverachtende Forderungen unterstützen. Wenn der Nachbar mit migrantischen Hintergrund dann irgendwann weg ist, dann wundern sie sich, weil er es ja nicht war den sie meinten. In den USA kann man genau das gerade sehen. Wenn dann die syrischen Ärzte weg sind und keine Termine beim Arzt zu bekommen sind, dann können sich die Wähler der AfD bequem zurückziehen und wieder allen anderen die Schuld geben, nur nicht sich selbst. Wer hindert diese Menschen sich sinnvoll einzurbringen? Das muss nichts großes sein. Ein Trainer im Verein der nett zu seinen Mitmenschen ist, hilft sehr viel. Einkäufe für alte Menschen erledigen, Feiern verantstalten, usw. Alles sind Möglichkeiten. Auch zu demonstrieren und endlich die Frage zu stellen, wo der Wohlstand landet, der offensichtlich fehlt.

Chris 

Donnerstag, 14. Mai 2026

Rassimus im Zug

So ähnlich habe ich es selbst erlebt. Ein Mann fotographiert eine Muslima. Sie will das nicht und holt den Schaffner. Der kommt auch und redet mit dem Mann und die Fotos werden gelöscht. Allerdings ist er sehr herablassend gegenüber der Frau. Sie solle sich nicht so haben, es seien ja nur Bilder. Auf meinen Hinweis, dass sie das Recht am Bild habe und sehr wohl wütend sein dürfe, änderte sich der Ton etwas. Als erst wenn ein weißer Mann einer migrantisch gelesenen Frau Recht gibt, wird sie respektiert. Klassische Täter Opfer Umkehr. Denn für den Schaffner war es lästig, man merkte das. 

Etwas zu sagen ist wichtig. Vor allem als Mann. Das Risiko ist unglaublich gering und es hilft Personen.

Chris 

Mittwoch, 6. Mai 2026

Ökonomendenken

Ich lese gerade ein sehr interessantes Buch über Ökonomie und ökonomische Modelle. Interessant dabei ist, den Wahrheitsanspruch den scheinbar viele Ökonomen haben. Als Ingenieur kann ich sagen, dass man mit einem solchen Anspruch deutlich vorsichtiger ist. Dabei kann man viele Dinge im Gegensatz zur Ökonomie testen.

Was mich tatsächlich faziniert ist, dass viele Dinge die mir etwas merkwürdig vorkamen, tatsächlich merkwürdig sind. So ist die Aussage, dass Märkte effizient seien mit der Aussage Märkte könne man nicht steuern und Regeln, weil sie zu komplex seien nicht kompatibel. Tatsächlich ist das wohl eine alte Diskussion. Aber diese taucht nirgends auf. Das Machtungleichgewichte nicht betrachtet werden, fiel mir auch in vielen Diskussionen auf. Aber das es tatsächlich so ist, entsetzt mich dann doch. 

In der Standardökonomie lebt man scheinbar von Floskeln die in Modelle gegossen worden sind. Effizienz ist das größte Mantra. Was effizient ist, wird nicht wirklich definiert. Man nimmt dann Paretooptima an. Gleichzeitig ignoriert man soziale Ungleichheiten und Umweltzerstörung. Will sagen, wie kann man von Effizienz reden, wenn man ganz wesentliche Aspekte auslässt. Die soziale Ungleichheit kann dazu führen, dass die Märkte komplett  verschwinden. Scheint nicht sehr effizient von einem Markt zu sein, wenn er sich selbst abschafft?

Auch wird selten diskutiert wo Märkte gut funktionieren und wo nicht. Wenn man sehr viel Bürokratie braucht, um einen Markt zu konstruieren, funktioniert er wahrscheinlich nicht gut. Diese Ignoranz ist erstaunlich. Ökonomen leben in ihrer eigenen Welt. Das akzeptiere ich. Aber das niemand sonst auf die Idee kommt das breit in Frage zu stellen ist erstaunlich. Weniger ökonomisches Denken würde uns guttun.

 Chris