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Dienstag, 8. März 2016

Infraschall von Windenergieanlage ist harmlos

Nach heutigen Stand des Wissens

Da die von Windenergieanlagen erzeugten Infraschallpegel in der Umgebung (Immissionen) deutlich unterhalb der Hör- und Wahrnehmungsgrenzen liegen, können nach heutigem Stand der Wissenschaft Windenergieanlagen beim Menschen keine schädlichen Infraschallwirkungen hervorrufen. Gesundheitliche Wirkungen von Infraschall sind erst in solchen Fällen nachgewiesen, in denen die Hör- und Wahrnehmungsschwelle überschritten wurde. Nachgewiesene Wirkungen von Infraschall unterhalb dieser Schwe llen liegen nicht vor.

Wetten, dass die Windenergiegegner sich davon nicht beeindrucken lassen. Es gibt vielleicht Gründe gegen Windenergie zu sein. Infraschall ist nach aktuellem Wissen kein Grund. Der Straßenverkehr emmitiert mehr Infraschall als eine Anlage und die Menschen werden nicht krank. Allerdings sorgt der Nocebo-Effekt sehr wohl dafür.

Chris

Mittwoch, 13. Januar 2016

Selektive Wahrnehmung

Die Lobbyorganisation der INSM ließ eine Umfrage zur Flexirente durchführen. Das Ergebnis ist, dass viele Menschen länger arbeiten wollen, nämlich 20% der 60 Jahre und älteren. Das der Wert nach unten sinkt und eigentlich die Gesamtzahl der Menschen spannend wäre, interessiert hier nicht.
Interessanter ist eigentlich, der Umkehrschluss. Die meisten Menschen wollen eben nicht länger arbeiten. Laut der auf der Website dargestellten Zahlen 80% der Älteren. 
Noch interessanter ist, dass man die offizielle Darstellung der INSM in der Studie nicht wiederfindet. Scheinbar wird entweder auf Basis der Rohdaten oder auf Basis der Studienergebnisse die oben dargestellten Interpretationen abgeleitet. Aus den Daten die im Text und den Schaubildern dargestellt sind, kann man die INSM Erkenntnisse nicht ermitteln (Textsuche Bspw. nach Alter; Rente; Eintritt).  Ich lasse mir die Stelle aber gerne zeigen.
Dafür findet man aber S.13
Nur 36 Prozent halten ein späteres Renteneintrittsalter für notwendig, 34 Prozent sind für höhere Rentenbeiträge.

Nur 32 % halten die Beiträge für zu hoch (S. 7). Der Glaube an die Notwendigkeit von Arbeitsmarktreformen ist von 79% (2003) auf 48% (2014) gesunken. Dies und vieles mehr findet sich in der Studie. Eigentlich widersprechen die Wünsche der Befragten in den meisten Fällen den Zielen der INSM. So wird es nicht dargestellt. Im Grunde ist es schon spannend, dass die jahrelange Bearbeitung der Bevölkerung nicht wirklich fruchtet. Nicht einmal in einer Auftragsstudie.

Chris

Montag, 27. Juli 2015

Freiheit reicht eben doch nicht zum Leben

Ein Vorkämpfer für die neoliberale Agenda erkennt langsam, dass die Wirtschaftskrise mit einem Verlust des Demokratieglaubens einher geht. Dazu braucht Michael Hüther eine Studie aus seinem Haus. 


Wären die Ökonomen selbstreflektierend, dann würde sie einen gewissen Anteil an dieser Misere bei sich sehen. Die Wirtschaftspolitik wird von ihnen als alternativlos dargestellt. Man müsse immer wirtschaftsfreundlich sein, das ist gut für alle Menschen. Die Realität sieht anders aus. Die vermeintliche Wirtschaftsfreundlichkeit zerstört die Wirtschaft. Die Lohnsenkungen und der Abbau von Arbeitnehmerrechten lassen zwar die Gewinne steigen, aber die Qualität der Arbeit sinkt. Somit auch das Gefühl, dass es schlecht läuft in Deutschland. Das Ergebnis von Hüthers Studie ist somit nachvollziehbar. Die Frage ist, welche Konsequenzen gezogen werden. Hüther, wenn ich seine bisherige Einstellung zur Wirtschaftspolitik weiterdenke, wird die Schuld beim Staat und seiner Verschuldung sehen. Erst ein konsequenter Abbau des Selbigen wird das Problem beheben.
Wir werden sehen ob ich Recht behalte.

Chris

Dienstag, 10. März 2015

Argumente für eine höhere Erbschaftssteuer

Ein wesentlicher Faktor ob man reich ist oder nicht hängt mit Erbschaften zusammen. Das zeigt eine Studie aus Österreich, für Österreich, aber auch für Deutschland und Zypern. In anderen europäischen Ländern sieht es anders aus. Sollte man deshalb über eine Erhöhung der Erbschaftssteuer nachdenken? Die Antwort lautet ja. Denn sie ist die einzige Steuer die niemandem schadet. Schließlich wird das Vermögen eines Toten besteuert. Jeder der etwas kriegt, kriegt halt etwas weniger. 

Chris

Montag, 20. Mai 2013

Metastudie über den Klimawandel

Klimawandelforscher nehmen mehrheitlich an, dass der Mensch einen Einfluss aufs Klima hat. Das heißt zwar nicht das es stimmt, aber wenn eine überwältigende Mehrheit aus den verschiedensten Kulturräumen und Ländern eine ähnliche Meinung haben, dann kann man das nicht einfach wegwischen.

Chris

Mittwoch, 7. November 2012

Subventionen der verschiedenen Energieträger

Hier eine interessante Studie über die Förderung der verschiedenen Energieformen. Nur weil Förderkosten nicht auf der Stromrechnung auftreten, heißt das noch lange nicht, dass diese nicht vorhanden sind.
 
Chris

Dienstag, 23. Oktober 2012

Einfluss der Steuern auf das Wirtschaftswachtum

Eine interessante Studie die mit dem Märchen der Überbelastung der Reichen aufräumt.
Bild 1 zeigt wie die mittlere Steuerbelastung von 1945 bis 2010 von 60% auf 25% sank. Von Überbelastung kann kaum eine Rede sein. Die Behauptung, dass in den letzten Jahren Politik für die Reichen gemacht wurde wird deutlich belegt. Auch bei der Entwicklung des Spitzensteuersatzes (Bild 2) sieht man dies deutlich. Es fand zwischen 1945 und heute eine Senkung von 90% auf unter 40% statt. Nun könnte argumentiert werden, dass diese Senkung einem höheren Nutzen dienten und somit allen zu Gute kam. Allerdings widerlegt das Fazit der Studie einen Zusammenhang zwischen Steuersenkungen und dem Wirtschaftswachstum.
The results of the analysis suggest that changes over the past 65 years in the top marginal tax rate and the top capital gains taxdo not appear correlated with economic growth.
Der Tripple Down Effekt ist und die damit propagierten positiven Einflüsse sind nicht haltbar. In Deutschland und den USA wird sich dennoch nichts ändern. Es geht nicht um positive oder negative Wirtschaftseinflüsse durch Steuersenkungen. Es geht nur darum möglichst viel von der Gesellschaft zu profitieren und dafür möglichst wenig zu zahlen.
 
Chris

Dienstag, 10. Juli 2012

Nur die OECD kann so etwas als Erfolg feiern

Der Anteil von Löhnen, Gehältern und Lohnnebenleistungen am Nationaleinkommen ist laut der Analyse in Deutschland stark gesunken. Von 67 Prozent Anfang der neunziger Jahre sei der Anteil auf jüngst 62 Prozent zurückgegangen, teilte die OECD mit.

.....

Gleichzeitig lobten die OECD-Experten die deutschen Erfolge im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. In kaum einem Industrieland sank sie demnach in den vergangenen fünf Jahren so sehr wie in der Bundesrepublik.

Es arbeiten mehr Leute für weniger Lohn. Das ist dann ein Erfolg für die OECD. Arbeiten als Selbstzweick sozusagen.

Chris

Sonntag, 27. Mai 2012

Messung von Innovation

Deutschland ist vorne mit dabei, wenn es um die Innovationskraft geht. Das zumindest zeigt eine aktuelle Studie. Was aber sagt dies aus? Im Grunde nur, dass viel Geld für ein Hochglanzprospekt ausgegeben wurde in dem ein wenig Statistik mit Selbstlob verkuppelt wurde. 
Um dies zu verdeutlichen gebe ich nur ein Beispiel. Es werden Akademiker und Promotionquoten der MINT Fächer als Innovationskriterium gesetzt. Nun sind die Ausbildungen in verschiedenen Ländern unglaublich unterschiedlich. Auch die Promotionen sind sehr verschieden gestaltet. Bezüglich der Forschung wären die Zeitschriftenveröffentlichungen der Universitäten deutlich aussagekräftiger. Dort sind die US Amerikaner immer noch führend. Dieses eine Beispiel verdeutlicht, dass die Wahl der Indizes sehr stark das Ergebnis beeinflussen kann. Schließlich müssen diese auch noch gewichtet werden, um sie im Gesamtindex zusammenfassen zu können. 
Zusammenfassend kann man sagen, dass solch ein Index nicht objektiv ist. Man kann sich leicht die gewünschte Aussage basteln. Bezüglich der studienfinanzierenden wirtschaftsnahen Stiftungen ist das Ziel schnell gefunden. Deutschland ist innovativ und hat aus diesem Grund ein hohen Exportüberschuss, mit niedrigen Löhnen hat dies nichts zu tun.

Chris

Dienstag, 11. Oktober 2011

Berichte des DIW

Der Bericht des DIW ist zwar etwas älter, hat aber nichts an seiner Aktualität verloren. Falls wir uns fragen warum Deutschland in der Eurozone einen solch großen Wettbewerbsvorteil erlangen konnte, sollten wir uns durchaus diese Studie ansehen. Man erkennt, dass die Lohnentwicklung miserabel war. Mittels Lohnsenkungen wurden die Produkte verbilligt und die Krise im Grunde beschworen. 2007 wurde dieser Zusammenhang ebenfalls beim DIW aufgezeigt.

Chris

Freitag, 7. Oktober 2011

Fazit zur Mindestlohnstudie des IW-Köln

Das Fazit der aktuellen Mindestlohnstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln kommt zu dem Schluss, dass Mindestlöhne mehr kosten können, oder auch nicht. Was macht ein Autor der Studie für die INSM daraus? Der Staat zahlt drauf!

Donnerstag, 25. August 2011

Wirtschaftspolitische Bildung

Eine interessante Studie über den Einfluss von Netzwerken auf die wirtschaftspolitische Bildung. Dabei sind gerade diejenigen vorne mit dabei, welche eine Unabhängigkeit der Bildung vom Staat fordern. Statt liberaler Bildungspolitik wird eine ideologische verwendet, um die eigenen Ideen zu legitimieren.

Chris

Montag, 23. Mai 2011

Aufräumen mit Märchen

Ich wünsche mir mehr solcher Studien. Dann würde endlich mit den gängigen Vorurteilen aufgeräumt. Man könnte eine Nadel in unsere "Eliten" stechen, so das die viele heiße Luft endlich entweicht. Sicherlich gibt es faule, betrügerische Arbeitslose, welche der Gesellschaft schaden. Aber die gibt es in jeder gesellschaftlichen Schicht, wie man an Herr Zumwinkel, Guttenberg, Koch-Mehrin und anderen deutlich sieht.

Chris

Freitag, 11. Februar 2011

Privatschulen

Über diesen Artikel habe ich mich gefreut."Warum Privatschulen schlechter sind als ihr Ruf?" Die Gründe für den guten Ruf haben in meinen Augen viele Ursachen. Erst einmal sind tendenziell weniger Ausländer auf diesen Schulen. Ebenso gibt es weniger arme Kinder dort (nach Sarrazins Genthese sind arme Kinder ja dumm). Ein weiterer Punkt ist die Werbung der Schulen. Eine öffentliche Schule betreibt sie nicht. Das der Wettbewerb im Schulwesen gefördert wird widerlegt diese Studie. Die Frage ist ja auch wie ein solcher Wettbewerb aussehen soll. Sollen die Kinder besonders gute Noten bei einem Zentraltest bekommen oder hinterher einen guten Job. Ersteres erlangt man, indem man stupide solch Tests übt ohne wirklich etwas zu lernen (außer diese Tests zu lösen). Der zweite Vergleichwert ist hinfällig. Man braucht nur an Eliteschulen und Universitäten schauen, welche über ihren Namen und die Beziehungen den Start ins Berufsleben verbessern. Ein wirklicher Konkurrenzkampf ist in meinen Augen nur schwierig möglich. Man kann zwar auf den Preis schauen, aber die dafür erhaltene Leistung ist schwierig zu ermessen. Solche Dinge werden gerne ignoriert, wenn es darum geht das Schulsystem weiter zu privatisieren.

Chris

Dienstag, 1. Juni 2010

Rechnungshof-Kritik an PPP-Projekten

Die PPP-Projekte lösen die Finanzprobleme der Stadt Halle (Saale) nicht, vielmehr kommt es zu einer Verlagerung der finanziellen Belastung in die Zukunft, d.h. zukünftige Generationen werden finanziell belastet
Chris

Freitag, 19. März 2010

Studien

Wie seriös sind Studien? Das ist eine berechtigte Frage. Ich habe eine gefunden die scheinbar ganz ohne Probleme beweisst, dass die Arbeitsmarktreformen wirken. Aber wie unabhängig ist eine Studie, welche schon in der Einleitung das Ziel vorgibt.

wichtige Reformprozesse auf dem Arbeitsmarkt

Deutschland scheint eine zukunftsweisende Formel für die Kombination von Sicherheit und Flexibilität am Arbeitsmarkt gefunden

Die Gewerkschaften haben in der Tarifpolitik der letzten Jahre durch den Vorrang für die Beschäftigungssicherung ebenfalls die richtigen Prioritäten

Auch wird zum einfacheren Verständnis jeder wichtige Fakt fett gedruckt. Das erinnert mehr an ein Prospekt, als an seriöse wissenschaftliche Arbeit. Gehen wir weiter schon in Kapitel 2 treffen wir die Aussage

Das Erreichte nicht in Frage stellen

Übersetzt heißt das, dass keinerlei Fehler gemacht wurden. Man soll ja keine Kritik zulassen. Als Erfolge werden nur die nackten Arbeitslosenzahlen (nicht einmal die reellen) dargestellt. Nichts ist etwas zu finden zum Thema Bezahlung. Auch Sklaven haben gearbeitet. Sollte die Agenda 2020 die geplant ist dies nicht in ihren Theorien berückscihtigen sollt man da zynisch fragen. Auch sollen uns die

Amerikaner und Europäer beneiden
wie man ja schön an der Kritik Frankreichs an der Lohnpolitik Deutschlands sieht. Das der Exportfetisch nicht gerade zur Wohlstandssteigerung beiträgt wird verschwiegen. Vieles wird nicht betrachtet, einiges kleingeredet. Seriöse Analysen sehen anders aus. Was will man auch erwarten, wenn das Ziel schon gesteckt war.

Das Fazit ist, dass es so weiter gehen soll. Der Kündigungschutz ist aktuell dran, bei den Löhnen wird sich nach unten auch noch einiges tun. Alles nur damit möglichst viele arbeiten und keine Zeit haben darüber nachzudenken, warum sie das tun. Um gut zu leben sicherlich nicht. Das steht nicht auf der Agenda dieser Menschen.

Chris




Montag, 1. März 2010

Private Kassenlage

Privat vor Staat. Eine vielgerühmte Aussage der wirtschaftsliberalen Denker in diesem Land. Privatunternehmen können natürlich alles besser, denn der Markt hilft ihnen sich zu organisieren und zu optimieren. Nun gibt es Bereiche im Leben, wo dies eigentlich von Nachteil ist. Rente oder Krankenversicherungen zum Beispiel. Zweitere war das Schmuckstück der privaten Vorsorge und hatte bei niedrigeren Beiträgen mehr Leistungen im Angebot. Nun zeigt sich aber, dass die Kosten doch steigen müssen und zwar massiv. Schaut man sich die Kostenentwicklung der privaten Kassen an, sieht man sehr deutlich das von Effiziens eben nichts zu sehen ist.
















Der Verwaltungsanteil (5.4 zu 14.9%) zwischen gesetzlicher und privater Kasse spricht auch Bände. Aber das interessiert nicht. Da werden die Gründe wieder beim Staat gesucht. Schließlich muss jetzt auch die private Versicherung jeden nehmen. Weitere Gründe würden mich interessieren. Da passt natürlich eine Studie das Konservative weniger intelligent sind. Denn wenn Zahlen eindeutig sind, wenn Erfahrungen eindeutig sind, warum sonst lassen sich unsere konservativen Politiker dennoch von Geld und Powerpointfolien beeinflussen. Es kann nur an der Intelligenz liegen.

Chris

Donnerstag, 17. Dezember 2009

Glücks-BIP

Als ich diesen Namen gelesen habe musste ich schon staunen. Scheinbar kann man alles in Zahlen fassen. Da stellen sich Professoren hin und rechnen vor, dass Armut nicht unglücklich macht. Ein unterbezahlter, ausbeuterischer Beruf macht glücklicher als vernünftige Sozialleistungen zu bekommen. Da werden, wie immer, Plus und Minus Zeichen verwendet, Zahlen verglichen die man nicht vergleichen kann und freudige Schlussfolgerungen gezogen. In den Wirtschaftswissenschaften kann scheinbar jeder Professor werden. Man sollte einen Absurditätsindex einführen. Diese Studie belegt sicher einen oberen Platz. Wenigstens sind die Leser des INSM Blogs ein wenig cleverer als die Autoren. Alleine die Aussage "Wirtschaftswachstum is einer von elf Glücksfaktoren" impliziert, dass dieses Wachstum jedem etwas bringt. Das Gegenteil konnte man sehr schön in den letzten 5 Jahren beobachten. Die Reallöhne sanken die Unternehmensgewinne stiegen, die Wirtschaft wuchs. Soll ich mich glücklich fühlen, dass Porsche aufgrund seines immensen Gewinns fast VW kaufen konnte? Was bringt den normalen Menschen das? Diese Fragen werden nicht beantwortet. Hauptsache schnell mal einen Autor finden mit einem Prof. oder Dr. im Namen und schon klingt das Ganze seriös und wissenschaftlich. Aber solche Leute gibt es auch in anderen Bereichen.

Chris

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Ökonomen preisen die Putzfrauen

Fairerweise muss man sagen, dass Studien eben nur Studien sind und keine Beweise. Gewusst haben es die meisten allerdings schon länger. Wieso sollte ein Manager, welcher sein Unternehmen an die Wand fährt und dabei eine Bonuszahlung kassiert wirtschaftlich sinnvoll sein? Wie kann ein Spitzenmanager 50 mal mehr arbeiten als noch vor 30 Jahren, um seinen Lohn zu rechtfertigen, wenn die Tage doch gleich lang geblieben sind?

Einfach gesagt es geht nicht. Die Rechtfertigungen sind scheinheilig und die Gehälter überzogen. Das Putzfrauen und Müllmänner eine positive Bilanz haben ist einfach zu erklären. Sie kriegen einfach zu wenig Geld. Hebe ich einen Stein von A nach B und kriege kein Geld dafür bin ich automatisch im Plus. Für die Gesellschaft und all jene die sich dieses Plus auszahlen lassen ist das super. Denn die Bilanz muss auf Null kommen. Wer hätte gedacht, dass unsere ach so gescholtenen Leistungsträger die Schmarotzer der Gesellschaft sind?

Ich halte es da auf ein Zitat, welches auf den Nachdenkseiten zu diesem Thema stand

Für Sarrazin wie seine Parteigänger aus allen Parteien sind Leistungsträger nicht Krankenpfleger und Kindergärtnerinnen, sondern Leute mit einem Jahresgehalt von hundert- bis fünfhunderttausend Euro netto, in sozial wertvollen Berufen wie dem des Investmentbankers und seines Insolvenzverwalters. Der bürgerliche Zwangscharakter nämlich verachtet noch als Greis, wundgelegen in seiner Scheiße, den Pfleger, der es zu nichts Besserem gebracht hat als zu seinem Wohltäter.“ (aus Gremlizas Kolumne in KONKRET 11/2009)

Leider werden die Denkansätze der Studie, wie schon die Armutsdebatte in Deutschland, klein geredet werden. Niemand wird Konsequenzen ziehen, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Chris

Freitag, 13. November 2009

Warum Egoismus im Geschäftsleben schadet

Mehr als hundert Jahre schon geistert er durch die Wirtschaftswissenschaft: der "Homo oeconomicus", jener rational und eigennützig handelnde Modellmensch, dessen Ellenbogenmentalität nach Überzeugung der Gelehrten in jedem von uns zu finden ist. Nach der reinen Lehre sind diese Eigenschaften, die das Gemeinwohl auf den ersten Blick hintanstellen, unverzichtbar. Denn letztlich dienen sie dazu, den Wohlstand aller zu mehren.

Dekade um Dekade folgen seitdem Unternehmer und Manager diesem Leitbild. Sie drücken die Löhne - und argumentieren dabei mit der Wettbewerbsfähigkeit ihrer Unternehmen und der Sicherung von Arbeitsplätzen. Dabei kontrollieren sie ihre Mitarbeiter streng, weil sie überzeugt sind, dass diese sich sonst ihren Verpflichtungen entziehen. Schließlich, so die Theorie vom Homo oeconomicus, wollen alle Menschen ihren persönlichen Nutzen steigern - und das tun Arbeitnehmer eben, indem sie für ihren Lohn so wenig wie möglich arbeiten.

Doch womöglich haben Theoretiker und Wirtschaftsbosse allesamt einen großen Fehler gemacht. Haben sie all die Jahre gar auf zusätzlichen Wohlstand verzichtet - weil Egoismus eben doch mehr schadet als nützt? Weil die Lehre vielleicht in autoritär strukturierten Gesellschaften funktioniert, nicht aber dort, wo eigenverantwortliche Menschen sich zum Gemeinwesen bekennen?

Quelle: Spiegel

Anmerkung: Viele haben es gewusst und nicht verstanden warum man den ökonomischen Lehren so blind hinterher läuft. Die ersten "experimentellen" Beweise geben zumindest Hinweise darauf, dass Menschen nicht nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind. Das sollte zumindest jedem der Kinder hat oder ehrenamtlich arbeitet klar sein. Aber das entspricht ja nicht der Lehre der Ökonomie.

Chris