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Donnerstag, 2. September 2021

Steuerportale

Ein  Portal in dem man anonym Hinweise zum Thema Steuerhinterziehung angeben kann, ist für viele Menschen das Gleiche wie die Stasi. In anderen Ländern und auch Bundesländern gibt es so etwas schon. Jetzt soll es in Baden-Württemberg eingeführt werden. Die konversvativen zittern und wollen es nicht. Das lässt tief blicken. Sie meinen, dann werden einfach alle angezeigt die man nicht leiden kann, usw. Das wäre auch heute schon mit anderen Dingen möglich. Es passiert nicht und lässt tief blicken, was für ein Menschenbild Politiker aus CDU, FDP und AfD haben. 

Steuerhinterziehung ist für diese Parteien keine wirkliche Straftat oder etwas schlimmes. Es ist eher Selbstschutz vor dem Staat. Da diese drei Parteien gerade das obere Drittel der Vermögens- und Einkommensverteilung vertreten ist dieser Standpunkt verständlich. Es macht ihn aber nicht besser. Steuerhinterzieher verschaffen sich einen unfairen Vorteil gegenüber all jenen die ihre Steuern zahlen. Sie profitieren gleichzeitig von den Steuerausgaben. Anonym konnten Steuerhinterzieher bereits mit Briefen und Telefon gemeldet werden. Jetzt halt über ein online Portal. Das Politiker dies aggressiv angehen, okay. Aber die Kommentatoren bei Spiegel Online gehen diesen "Argumenten" genauso auf den Leim. Sie wollen es nicht, weil sie nicht Teilen wollen. Meine Schätzung ist, dass 90% von ihnen Boomer kurz vor der Rente sind.

Chris

Freitag, 26. Januar 2018

These zur Steuersenkung

Ich habe neulich einen interessanten Beitrag über Steuersenkungen gesehen. Das Argument war folgendes. Wenn Steuern sinken, dann senken Unternehmen die Bruttolöhne. Denn die Unternehmen wissen genau, dass der Arbeitnehmer für den vorherigen Nettolohn bereit ist zu arbeiten.

Das finde ich persönlich ein relativ schlüssiges Argument. Laut des Beitrags, kann man zumindest die Steuersenkungen und Steigerungen direkt mit der Lohnentwicklung korrelieren. Wenn das zumindest qualitativ zutreffen würde, bringen Steuersenkungen den meisten Menschen gar nichts, sondern schaden ihnen sogar. Schließlich würden auf der anderen Seite Leistungen gekürzt.

Die genannte These würde sogar perfekt in die klassisch liberalen Modelle passen. Nehmen wir an, die absurden Annahmen des Gleichgewichtsmarkts,etc. würden gelten. Dann verhandelt ein Arbeitnehmer im Endeffekt, um seinen Nettolohn. Den kann er frei ausgeben. Der Arbeitgeber verhandelt um den Bruttolohn, denn den muss er bezahlen. Daher führt eine Steuersenkung in diesem Modell zu einer nichtentlastung der Arbeitnehmer, aber einer Entlastung der Arbeitgeber. Interessanterweise, wenden neoliberale Ökonomen ihre Quatschmodelle nicht einmal richtig an. Denn selbst die zeigen, dass Steuersenkungen nur den Reichen nützen.

Chris

Freitag, 22. Dezember 2017

Entwarnung will der Bund der Steuerzahler nicht geben

Natürlich will das der Bund der Reichen, ähm Steuerzahler nicht. Wer eine Schuldenuhr aufhängt ohne eine Vermögensuhr daneben zu hängen ist von Grund auf unseriös. 
Hier mal ein Beispiele wo jeder merkt was für ein Quatsch das ist.
Man gründet ein Bund der Krankenhäuser. Dann stellt man eine Uhr auf mit den Toten im Krankenhaus. Es gibt aber keine Statistik der Leistungen des Krankenhauses oder wievielen Menschen geholfen wurde. Dann argumentiert man, dass Krankenhäuser reformiert werden müssen. Schließlich gibt es dort zu viele Tote. Der Vorschlag ist dann die Türen zu verschließen. Wenn niemand mehr reinkommt, dann gibt es keine Toten mehr.

Jeder bei Verstand merkt, dass dieses konstruierte Beispiel Blödsinn ist. Beim Bund der Steuerzahler ist es eine Meldung Wert. Das ist im Grunde kein Problem, wenn man das Label "Fake News" oder "Achtung Werbung" oder "Achtung Lobbyistenmedlung der reichsten 1%" dranscheibt.

Chris

Mittwoch, 13. September 2017

Soviel zur Steuerentlastung der niedrigen Einkommen

Alle wollen sie die niedrigen und mittleren Einkommen entlasten. Hier kann man es mal nachrechnen. Die FDP und CDU schneiden besonders gut ab, wenn die Einkommen deutlich steigen. Die Linken entlasten wirklich. Medial kommt das nicht vor. Das ist nachvollziehbar, da die meisten Nachrichtensprecher Gutverdienser sind.

Chris

Montag, 26. Juni 2017

Unternehmensverbände

Wenn Vorstände von Unternehmensverbänden sich um die Arbeitnehmer sorgen, dann sollte man vorsichtig sein. Das gilt umsomehr, wenn solche Vorstände bei Lobbyorganisationen schreiben. Vor allem, wenn mit zu niedrigen Löhnen argumentiert wird, gleichzeitig aber keinerlei bestreben besteht diese zu erhöhen.
Meine Erfahrung lehrt mich, dass wenn Unternehmensverbandsvertreter etwas feiern und fördern, dass meist nichts gutes bei rauskommt. Die Exportfokussierung der letzten 15 Jahre ist eines dieser Resultate. Die Verbände feiern, was ihre Unternehmen zerstört. Interessanterweise setzt die INSM mein Aufruf zu Vorsicht damit gleich, dass es nicht in mein Weltbild passt, dass Unternehmen etwas gutes tun. Daran glaube ich tatsächlich. Der Verband ist allerdings eine Ebene darüber. Dort geht es um Lobbyarbeit und um das vermeintliche Wohl der meisten Unternehmen des Verbandes. D.h. Umweltauflagen können gut sein (für einzelne Unternehmen), man würde sie verbandsseitig in vielen Fällen torpedieren. Lohnerhöhungungen und Mindestlohn sind ebenfalls positiv für viele Unternehmen, dennoch würden sich die Verbände dagegen positionieren. Das liegt einfach daran, dass Die Verbandsvertreter BWLer sind, die auf einmal volkswirtschaftlich denken und arbeiten sollen.

Chris

Montag, 24. April 2017

Steuerliche Fake News

Beim Kampf gegen Fake News sind die Mainstream Medien nicht wirklich effizient, wenn sie diese selbst verbreiten. Die Behauptungen

Ein Single mit einem Bruttogehalt von 1940 Euro im Monat zahlt demnach 46 Prozent Steuern und Abgaben.
Ein alleinstehender Durchschnittsverdiener mit 3250 Euro muss mit 51 Prozent mehr als jeden zweiten Euro abführen. 

sind schlicht und einfach falsch. Jeder kann das Nachrechnen wenn er will. Es sind bei der ersten Aussage 31,25 % und bei der zweiten 38,29 %. Wie man auf die über 40% Belastung kommt, weiß ich nicht. Es suggeriert, dass der Staat einem alles wegnimmt. Wenn man dann noch die Subventionen und staatlichen Leistungen gegenrechnet, sieht es nochmal anders aus.

Chris

Dienstag, 16. August 2016

Niveaulose CDU Steuerpropaganda

Wer kennt es nicht? Da kommt der Chef zu einem und fragt ob man noch eine Stunde mehr arbeiten könnte. Das alles natürlich voll bezahlt. Man denkt nach und entscheidet sich für einen 450 Euro Job, weil man dann etwas mehr verdient. Dieses deutschlandweit bekannte Problem prangert Carsten Linnemann von der CDU auf den INSM Portal an.


Statt im eigentlichen Job abends noch eine Stunde dranzuhängen, suchten sich viele einen 450-Euro-Job, da von diesem netto mehr übrig bliebe.
Mit Tränen aufgrund der Ungerechtigkeit hat er natürlich schon eine Lösung. Die Steuern müssen runter. Aber die böse Opposition, meint das sei sozial ungerecht.
Zum einen wurde uns vorgeworfen, die Reform sei sozial ungerecht, da sie vor allem Spitzenverdiener entlaste. Das Gegenteil ist der Fall:

Denn sozial ist was Reichtum schafft. Das ist das Ziel der CDU. Indem wir denen die haben mehr geben und die Ausgaben senken, wurden noch nie die niedrigsten Einkommen entlastet. Auch diejenigen denen es angeblich gilt, werden sich umschauen. Sie zahlen dann pro Jahr einige hundert Euro weniger Steuern. Dafür zahlen sie die Kindergärten voll oder die Müllgebühren steigen.
Aber das wird natürlich nicht passieren. Denn der CDUler hat schon einen Plan.
Zentrales Element unseres Konzepts ist die Finanzierung aus den stark ansteigenden Steuern.

Ein Konzept, das bisher vortrefflich funktioniert hat. Die Steuersätze an der Spitze sind gesunken und der Boom blieb aus. Die Unternehmen wurden entlastet und der Effekt blieb ebenfalls aus. Der Trickle Down Effekt funktioniert halt nicht. Das mussten schon deutlich radikalere Politiker in verschiedenen Teilen der Welt erkennen. Die Begründung warum gerade jetzt die Steuern runter müssen ist die folgende
 
Doch noch nie waren die zu erwartenden Steuermehreinnahmen größer als in den kommenden Jahren

In einem System in dem Inflation existiert, ist diese Aussage jedes Jahr bei inflationsbereinigtem Nullwachstum richtig. Eine ähnlich qualifizierte und sinnlose Aussage ist, noch nie war Deutschland so lange existent wie heute. 
Auch die bisherigen Begründungen warum eine Steuersenkung bisher abgelehnt wurde

so war es während der Bankenkrise, der Griechenlandkrise und zuletzt während der Flüchtlingskrise.

scheinen nicht mehr zu existieren. Soweit ich mich erinnere ist die Deutsche Bank aktuell in massiven Problemen. Es gibt immer noch keine Lösung für Griechenland und die Flüchtlinge sind auch nicht weg. Man fragt sich, wie solche Leute in die Politik gehen können.
Anstatt die Steuern zu senken, damit jeder einige hundert Euro im Jahr mehr hat, den mehr ist es nicht, wäre es sinnvoll das Geld in die Infrastruktur zu stecken. Breitbandausbau mit Glasfasern, Sanierung von Schienen, Straßen und Brücken bringt ebenfalls viel mehr. Da bringt man Menschen in Lohn und Brot und sorgt wirklich für zukünftig höhere Steuern.
Das wäre aber eine Vision. Mit Visionen bedient man eben nicht sein Klientel, sondern dient vielleicht der Bevölkerung und nicht nur der Eliten. In einem Text von vielleicht 2000 Zeichen mindestens 10 offensichtliche Widersprüche einzubauen muss man erst einmal schaffen. Das sind also die niveauvollen Schreiber der INSM. Auf dieser Basis sollte es doch hoffentlich bald bergab gehen. Denn glaubwürdiger wird diese Lobbytruppe dadurch nicht.

Chris

Sonntag, 17. April 2016

Wie man aus wenig viel macht

Der Bund der Steuerzahler wird von allen Gegnern des Sozialstaats gerne als Quellengeber genommen. Dieser liefert regelmäßig die Belastungsquote der Steuerzahler. Diese liegt bei ~50% oder etwas drüber. Da fragt man sich wie das sein kann, wenn die Spitzensteuer bei 45% liegt. Nun man rechnet die Sozialversicherungen mit ein. Dann nimmt man nicht nur die Einkommenssteuer, sondern auch die Körperschafts- und Grunderwerbssteuer hinzu. Sprich es werden irgendwie alle Belastungen mit reingepackt. Allerdings reicht das dann immer noch nicht. Man nimmt zwar alle Belastungen mit rein, aber man setzt demgegenüber nicht die gesamte Wirtschaftsleistung, sondern die Lohnquote. Das alles ist mathematisch zwar korrekt und machbar, zeigt aber wie tendenziös dieser Bund arbeitet. Die Sozialversicherungen sind zwar Pflichtversicherungen und können als Belastung sicher eingerechnet werden. Allerdings wären diese Kosten auch da, wenn man sie nicht staatlich organisieren wollte. Es ist also ein Luftnummer, zu glauben man würde durch Sozialleistungskürzungen finanzielle Spielräume für die Erwerbstätigen schaffen.
Auch sonst ist jede Analyse die den Nutzen diese Kosten nicht betrachtet unseriös. Wenn beispielsweise 100 Euro von meinen Steuern pro Monat für einen kostenlosen Nahverkehr verwendet wird und die Kosten aktuell für eine Monatskarte bei 150 Euro liegen, dann sind meine Kosten geringer. Wenn ich den Nahverkehr nicht wahrnehmen kann sind sie höher. Wenn man nun Gewinner und Verlierer aufaddiert und berücksichtigt, kann man eine Aussage über die Belastung machen. Auch dann ist es immer noch nicht einfach. Der Punkt ist, wenn man nur die Kosten sieht, wird man immer dazu kommen, dass die Belastung zu hoch ist. 100 Euro ohne Leistung sind 100 Euro zu viel. So arbeitet dieser Lobbyverein. Und obwohl er Bund der Steuerzahler heißt, kümmert er sich nicht um alle Steuerzahler. Er sollte sich eher Bund der Spitzensteuerzahler nennen. Dann wüsste man woran man ist.

Chris

Dienstag, 5. April 2016

Gelassenheit tut Not, damit dem Steuer-Feldzug nicht am Ende die Freiheit zum Opfer fällt.

Diesen Gedankengang muss man erst einmal hinkriegen. Es gibt Gesetze nach denen man Steuern zahlen muss. Wenn der Rechtsstaat diese Gesetze durchsetzen möchte, dann soll man vorsichtig sein, damit die Freiheit nicht geopfert wird. Welche Freiheit? Die Freiheit zu betrügen? Diese Logik kann ich nicht nachvollziehen. Wenn sich die reichsten dem Solidarsystem entziehen, dann muss der Rest bei gleichen Kosten mehr zahlen. Wir alle haben also ein Interesse daran, die Stärksten mit einzubeziehen. Denn dann haben alle einen geringeren Freiheitsverlust, wenn man so argumentieren möchte. So zu argumentieren würde von der Autorin Frau Göbel verlangen, mehr als die erste Ebene der Problematik zu beleuchten. Das Thema geht tiefer. Wenn die Reichen sich entziehen, fragen als nächstes die etwas weniger Wohlhabenden warum sie alles Schultern sollen. So geht es immer weiter. Am Ende haben wir alle verloren. 
Man muss sich immer wieder klar machen, dass die größten Schmarotzer unsere Gesellschaft eben jene sind, die von Zinsen und Mieten leben. Sie werden von uns allen versorgt, weil es Gesetze gibt die dies ermöglichen. Gleichzeitig werden solche Leute von Journalisten wie Frau Göbel in Schutz genommen. Warum ist mir nicht klar. Vielleicht ist es die geringe Hoffnung mal an dem Leben dieser Menschen schnuppern zu dürfen. So oder so, zählt sie wie die deutliche Mehrheit der Menschen zu den Verlierern des Systems.

Chris

Montag, 13. Juli 2015

Wieso man zu falschen Schlüssen gelangt

Ein gutes Beispiel wie man zu einer falschen Empfehlung gelangt ist folgende Aussage. 
Betrachtet man die Angebote und die zu zahlenden Steuern als Preis-Leistungs-Bündel eines Standortes, ist nicht zu erwarten, dass es zu einer Abwärtsspirale bei der Besteuerung kommt, da Standorte differenzierte Angebote an physischer und institu- tioneller Infrastruktur machen, für die jeweils ein entsprechender Preis in Form von Steuern zu zahlen ist.
Was ist an dieser Aussage falsch? Die Unternehmen gehen mit dem Staat keinen Vertrag ein, welcher die Nutzung der Infrastruktur erlaubt. Die Unternehmen kaufen keine Infrastruktur vom Staat, sie benutzen sie, weil diese vorhanden ist. Wenn Unternehmen keine oder kaum Steuern zahlen und nutzen sie die staatliche Infrastruktur trotzdem. Aus unternehmerischer Sicht ist das auch nachvollziehbar. Warum soll ich Steuern zahlen, wenn ich nicht unbedingt muss? Das es keine Unterbietungswettbewerbe gibt, ist in der Europäischen Union mit all den Steueroasen mehr als einmal widerlegt worden. 
Das es langfristig gesehen für Unternehmen günstig wäre Steuern zu zahlen, da sie dafür eine billigere Infrastruktur erhalten als wenn diese privat selbst gebaut werden müsste, ist richtig. Allerdings ist diese Rechnung sehr abstrakt und deshalb nicht wirklich in eine Bilanz einrechenbar. Hinzu kommt, dass staatliche Infrastrukturmaßnahmen immer auch die direkt Konkurrenz innerhalb eines Landes unterstützt. Wenn diese Steuern vermeidet, dann ist man im Nachteil.
Das alles kann man sich kurz und knapp überlegen. Allerdings kann man dann den Steuerwettbewerb nur noch sehr bedingt argumentieren. Wenn man einen Marktansatz verfolgt und implizit behauptet, dass Unternehmen Leistungen kaufen, dann kann man Steuersenkungen argumentieren. Denn die Unternehmen würden sich das Land mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis aussuchen. Komisch, dass so viele Unternehmen in Luxemburg oder auf den Kanalinseln hocken. 

Chris

Donnerstag, 16. April 2015

Es kommt wie es kommen musste

Es war ja zu erwarten. Sobald die Steuereinnahmen etwas mehr steigen als erwartet kommt die Forderung nach einer Steuersenkung auf

Frühjahrsgutachten: Ökonomen wollen Steuerzahler um Milliarden entlasten

Schauen wir uns mal den Irrsinn in der Ökonomenwelt an. Der typische Maintstreamökonom meint, dass die Staatsverschuldung etwas schlechtes sei, sie gehört abgebaut. Steigen die Steuereinnahmen und hat der Staat einen Überschuss (sinnvoll oder nicht) fordern eben jene Ökonomen eine Steuersenkung. D.h. die Forderung besteht darin, ohne Überschüsse, Defizite abzubauen. Da fragt man sich, was für Drogen man nehmen muss, um solche Ideen zu verbreiten. In der Gesamtheit wird es noch schlimmer. Wenn eine Krise vorhanden ist, dann fordern diese Ökonomen die Kürzung des Haushalts. Wenn die Krise vorbei ist, wollen sie Steuersenkungen. Wenn man diese Forderungen zu Ende denkt, fordern diese Ökonomen die Abschaffung des Staates. Es geht nur nach unten und nie nach oben.

Chris

Mittwoch, 18. März 2015

Bund der Steuerzahler

Laut SPON schlägt der Bund der Steuerzahler 20 Milliarden Euro Einsparpotential vor. Darunter fallen 
niedrigere Personalkosten, Subventionskürzungen für den Nahverkehr und Klimaschutz sowie weniger Sozialleistungen. 

Das entlastet den Normalbürger, den dieser Lobbyverein angeblich vertritt, inwiefern? Um das Ganze zu untermauern werden angeblich unsinnige Fördermaßnahmen aufgelistet. So gibt es

  • 2,4 Millionen für spezielle Unterwasseranstriche für Windparks auf dem Meer, damit ein Konsortium aus Wirtschaft und Wissenschaft neue Beschichtungen entwickelt.

Wenn man weiß, dass Windparks stark rosten und Metalle an das umgebende Wasser abgeben; wenn man dann noch weiß das in Meeren gefischt wird, dann sollten wir ein Interesse daran haben die Verschmutzung der Selbigen zu reduzieren.
 
  • 1 Million Euro für das Recycling von Elektrofahrzeugen. Da geht es auch um Ressourcen und seltene Werkstoffe. Aus Sicht des Verbands sollten die profitierenden Unternehmen selbst Verfahren entwickeln.
  • Knapp 770 000 Euro für bessere Schweinezucht in China, um auch Facharbeiter sowie Manager nach deutschem Vorbild zu schulen.
  • 233.000 Euro für Apfel-Birne-Kreuzungen, um die Züchtung eines "völlig neuartigen Produkts auf dem Kernobstsektor" zu fördern.
Bei Fördermaßnahmen kann man sich immer streiten ob sie sinnvoll sind. Wenn Forschungsprojekte ein Recycling von Elektrofahrzeugen fördern, dann stärkt das die deutsche Industrie. Wenn wir die Schweinezucht in China fördern, kann das zu besserer Qualität der Fleischprodukte führen. Somit müssen weniger Kontrollen durchgeführt werden, was wiederum zu weniger Ausgaben auf staatlicher Seite führt. Ob man eine Apfel-Birnen-Kreuzung fördern muss, sei mal dahingestellt.

Der Punkt ist, dass der Bund der Steuerzahler nur auf die Ausgabenseite schaut. Es wird nicht nach den kurz- oder langfristigen Effekten geschaut. Eine Investition von heute ist einen Einnahme von morgen. Stattdessen immer die gleiche Leier. Die Steuern sind zu hoch, die Verwaltung ist zu teuer und Sozialleistungen sind schlecht. Um die Ineffizienz des Staates zu untermauern werden dann Einzelprojekte aus dem Kontext gegriffen aufgeführt und als Verschwendung gegeißelt. Damit sage ich nicht, dass wir die Staatsausgaben nicht hinterfragen sollten. Die Olympiabewerbung sollte als Verschwendung verboten werden. 

Chris

Dienstag, 10. März 2015

Argumente für eine höhere Erbschaftssteuer

Ein wesentlicher Faktor ob man reich ist oder nicht hängt mit Erbschaften zusammen. Das zeigt eine Studie aus Österreich, für Österreich, aber auch für Deutschland und Zypern. In anderen europäischen Ländern sieht es anders aus. Sollte man deshalb über eine Erhöhung der Erbschaftssteuer nachdenken? Die Antwort lautet ja. Denn sie ist die einzige Steuer die niemandem schadet. Schließlich wird das Vermögen eines Toten besteuert. Jeder der etwas kriegt, kriegt halt etwas weniger. 

Chris

Dienstag, 23. September 2014

Steuern steigen immer stetig

Ein wichtiger Hinweis der Nachdenkseiten bezüglich steigender Steuereinnahmen des Staates. Der Verweis auf Rekordsteuern und zu starker Belastung der Steuerzahler wird immer wieder vorgeholt, um Steuersenkungen zu argumentieren. In den seltensten Fällen wird die prozentuale Belastung hervorgeholt, sondern nur absolute Zahlen. Wenn es um staginierende Löhne geht wird es auch gerne mal andersherum gemacht. Da wird darauf verwiesen wie viel mehr man doch bekommt für sein Geld. Das die Ausgaben des Staates stetig steigen müssen, da dieser auch von der Inflation betroffen ist wird vom Bund der Steuerzahler ausgeblendet. In der Folge müsste dort gefordert werden, dass Mieten nicht mehr steigen. Ebensowenig dürften Energiekosten steigen. Schließlich sind ja die Unternehmen damit mal ausgekommen. Warum sollte man jetzt mehr zahlen? Das sich Preise ändern, dass Einnahmen und Ausgaben variieren, passt nicht in das Lobbyweltbild. 

Chris

Dienstag, 20. Mai 2014

Oswald Metzger und die kalte Progression

Oswald Metzger, was meinen sie eigentlich zur kalten Progression?

70% aller Steuerpflichtigen (insgesamt 38,4 Millionen; zusammen veranlagte Ehegatten werden als ein Steuerpflichtiger gezählt!) haben Einkünfte unter 35.000 Euro im Jahr. Das entspricht einem Anteil dieser großen Einkommensgruppe von 32% an allen Einkünften. Die darauf zu entrichtende Steuer beträgt 14,9% der gesamten Einkommen- und Jahreslohnsteuer. In dieser Einkommensgruppe sind in aller Regel die Sozialabgaben auf das Einkommen höher als die Einkommensteuer
 Aber was hat das mit der kalten Progression zu tun? Für diese 70% ist dies nicht relevant. Sie haben ein zu geringes Einkommen. Alle Argumente für Steuersenkungen, die sie und ihre Freunde von der INSM bisher vorbrachten, bringen nicht wirklich viel, da diese Gruppe sehr wenig Einkommenssteuern zahlt. Es ist erstaunlich wie fluide die Argumentationsketten sind. Bei Steuersenkungen werden immer nur die Grenzsteuersätze angeschaut, bei der kalten Progression die zu zahlenden. Aber was hat das nun mit der kalten Progression zu tun?

Und dann wird es spannend: Die Steuerprogression schlägt am schärfsten bei Einkünften zwischen 40.000 und 125.000 Euro zu, je nachdem, ob sich hinter dem Steuerpflichtigen ein Single oder ein gemeinsam veranlagtes Ehepaar verbirgt. 
 
Nun kommt es. Die Steuerprogression betrifft die Leistungsträger der Gesellschaft.

Rund 8,6 Millionen Steuerpflichtige, knapp 23% aller Steuerpflichtigen, sind in diesem Einkünftesegment angesiedelt. Sie bezahlen darauf fast 48% des gesamten Einkommensteueraufkommens. In dieser starken Mittelschicht unserer Gesellschaft sind auch noch erhebliche Teile der Einkünfte sozialversicherungspflichtig. Diese Gruppe zählt für mich deshalb zu den wesentlichen Finanzierungsstützen von Staat und Gesellschaft.

Für den lieben Herrn Metzger zählt diese Gruppe zu den wesentlichen Finanzierungsstützen. Schade nur, dass die Lohnsteuer gerade mal 30% des gesamten Steueraufkommens in Deutschland ausmacht. Auch vergisst Metzger, dass diese Gruppe fast 50% des Einkommens bekommt. Weiterhin vergisst er, dass die Einkommen dieser Gruppe durch ihre Spitze, welche durch die kalte Progression wenig betroffen ist, stark verzerrt wird.
Alles in allem trifft die kalte Progression eine kleine Gruppe. Wesentlich wichtiger wäre die Frage wie die Belastung dieser Gruppe in den letzten 20 Jahren aussah? Durch Senkung der Vermögens-, Spitzen-, Erbschafts-, und Kapitalertragssteuer wurde gerade diese Gruppe entlastet. Natürlich wesentlich mehr die Spitze als in der Nähe der 70%. Was Metzger, mal wieder, als Untergang der Gesellschaft darstellt, ist nicht schön. Allerdings wären Forderungen nach höheren Löhnen, welche das Ganze überkompensieren, deutlich einfacher zu gestalten. Eine Änderung dieses Phänomens würde eine automatische inflationsbasierte Anpassung der Steuergrenzen bedeuten. Das würde jede Menge Bürokratie bedeuten, da jeder Finanzminister die Inflationsbemessung in seinem Sinne umstellen würde.
Man kann gegen die kalte Progression sein. Man sollte es aber gut begründen und argumentieren. Das gelingt nicht mal im Ansatz.

Chris

Donnerstag, 16. Januar 2014

Das System funktioniert

Ein kleines Blog stellt eine Gefahr dar und wird nach allen Regeln der Kunst verklagt, bei Ulli Hoeneß wird es auf einen Vergleich hinauslaufen. Das System funktioniert!!

Dabei wäre es einfach etwas gegen Steuerhinterziehung auf dem Niveau eines Ulli Hoeneß zu tun. Dazu folgende Kette:
An was fehlt es reichen Menschen, was kann man sich nur sehr bedingt kaufen? Richtig es ist Zeit. Lebenszeit kann man nicht kaufen. Egal was ich bezahle, ich erhöhe nur meine Chance auf längeres Leben. Eine Gewissheit wie bei einem Auto oder einem Haus habe ich nicht. Das heißt, die größte Strafe wäre ein Lebenszeitverlust im Sinne einer Gefängnisstrafe. Diese sollte für Ersttäter noch nicht so hoch liegen 1/2 - 1 Jahr und dann nach und nach steigen. Damit wird man den Forderungen dieses Klientels eigentlich nur gerecht. Sie fordern häufig genug, dass der Staat unnachgiebig durchgreifen und wegsperren soll. Der nette Nebeneffekt wäre, dass diese Menschen in die Realität der "normalen" Menschen geschickt werden. Ob man sie resozialisieren muss, sollte man sich überlegen. Auch die Sicherheitsverwahrung für Dauersünder wäre eine Option ;).

Chris

Donnerstag, 14. November 2013

Da weint er der Ulli

Während Hartz 4 Empfänger künftig vielleicht entscheiden müssen ob sie hungrig im Hellen oder satt im Dunkeln sitzen wollen, wurde Uli Hoeneß in seinem Aufsichtsratsposten bestätigt. Warum auch nicht. Er hat ja privat die Steuern hinterzogen. Die Wahlbeteiligten dachten sich bestimmt "da geht noch was". Es sind diejenigen Schmarotzerschreier, Bildzeitungsleser, faule Griechen titulierter, die nun einen Sozialschmarotzer an die Spitze ihres Luxusvereins wählen. Die Spiele lässt man sich nicht nehmen in dieser Zeit, wo, ÜBERRASCHUNG, die Wirtschaft Deutschlands zu schwächeln beginnt. 

Wie haben wir uns über die Italiener lustig gemacht. Die wählten immer wieder diesen komischen Berlusconi. Die lassen sich von Medien und viel Schein blenden. Wir fleißigen Deutschen lassen uns nicht vereinnahmen. Wir haben aus unserer Geschichte gelernt. Wir hetzen nicht mehr gegen Minderheiten und folgen blind strahlenden Persönlichkeiten.  So sehen wir uns. Nimmt man die Brille ab sieht man die Wiederwahl von Hoeneß oder Merkel, die Akzeptanz gegenüber Thesen eines Sarrazins oder Hundts.

Chris

Montag, 17. Juni 2013

Finanzierung einer Haushaltshilfe

Regelmäßig regt sich der Focus über zu hohe Steuern auf. Der Staat solle den Sozialschmarotzern nicht so viel Geld geben. Viele Kommentatoren stimmen dem zu und sehen keinen Widerspruch zum unteren Bild. Unter dem Thema Karriere (welcher eigentlich?) wird vorgerechnet, wie man seine Haushaltshilfe von der Steuer abrechnen kann. Für den Fokus ist es kein Widerspruch gegen hohe Steuern zu sein und gleichzeitig die Ausgaben des eigenen Klientels quersubventionieren zu lassen. Gebt den Reichen denn sie haben die hohe Last der Vermögen zu tragen. Amen.











Chris

Mittwoch, 5. Juni 2013

Propaganda im Focus

Laut Focus wird der deutsche Steuerzahler durch die Grünen geschröpft werden. Wer 80000 Euro im Jahr verdient, der muss 1000 Euro mehr an Steuern zahlen. Die erste Frage ist wie viele Menschen verdienen so viel? Bei einem Medianeinkommen von um die 23000 Euro zahlen 50% weniger Steuern und werden entlastet. Da die Einkommen keinen Sprung machen werden könnte man vermuten, dass  auch die nächsten 20% nicht betroffen sein werden. Das wäre allerdings eine konservative sehr Schätzung. Denn "insgesamt verdienten im Jahr 2006 94,5 Prozent aller Erwerbspersonen weniger als 52.300 Euro". Das bedeutet übersetzt, dass mehr ca. 95% der Menschen von der Erhöhung der Steuern durch die Grünen nicht betroffen wären. Wie kann man die Aussage "Tausende Euro mehr – Mit Rot-Grün wird’s für die Steuerzahler teuer" dann publizieren. Es ist eine glatte Lüge. Denn es wird nicht für die Steuerzahler, sondern für die Focus Zielgruppe richtig teuer.

Chris

Freitag, 19. April 2013

Vorstellung des Lobbyismus

Einer der mächtigsten, reichsten und jüngsten Wirtschaftslobbyisten Deutschlands, so titelt SPON. Immerhin wird das erwähnt, denn seine Aussagen würden gar nicht darauf hinweisen. Hierzu zwei Beispiele:
Wer Steuern erhöht, muss wissen, was er tut. Wenn Sie den Spitzensteuersatz bei der Einkommensteuer von 42 auf 49 Prozent erhöhen, jeweils plus Solidaritätszuschlag, dann werden wir nach unseren Berechnungen in Deutschland 1,4 Millionen Arbeitsplätze verlieren. Wenn Sie eine Vermögensteuer einführen, wird das bis zu 450.000 Arbeitsplätze kosten. Dazu dann noch die Erbschaftsteuer. Damit treffen Sie einen zentralen Pfeiler der deutschen Wirtschaft: Die Familienunternehmen haben ihr Vermögen eben nicht auf der Bank liegen, sondern es steckt in Maschinen und Anlagen ihrer Unternehmen.

Ich finde es auch nicht gut, wenn Arbeitnehmer nur vier oder fünf Euro die Stunde verdienen. In einigen Branchen gibt es gute Gründe, über einen Mindestlohn zu sprechen. Bei einem gesetzlichen Einheitsmindestlohn besteht aber die Gefahr, dass gerade Jobs für Geringqualifizierte vernichtet werden. 

Was lernen wir?
1. Steuern zerstören IMMER Arbeitsplätze. Da gibt es kein wenn und aber. Wie man auf die Zahl der zerstörten Arbeitsplätze kommt wird mit "nach unseren Berechnungen" abgetan. 
2. Mit einer Vermögenssteuer zerstört man auch IMMER Arbeitsplätze, weil Familienunternehmen IMMER ihr Vermögen in Anlagen und Maschinen stecken. Das es Ausnahmeregelungen für diesen Umstand geben könnte, die Freibeträge höher sein könnten als bei Privatpersonen, etc. wird nicht erwähnt. Warum auch? Dann wäre er nicht einer der mächtigsten reichsten und jüngsten Wirtschaftslobbyisten.
3. Ein Mindestlohn kann Arbeitsplätze zerstören, darum sollte man ihn vermeiden. Denn Arbeit zu haben ist IMMER besser als keine zu haben. Den Preis den man für diese Arbeit zahlen muss, ist uninteressant. Das der körperliche Verschleiß sich nicht in den Gehältern widerspiegelt, kann man ja vernachlässigen.

Danke liebes SPON, dass wir einen erhellenden Einblick in die Gedankenwelt des Wirtschaftslobbyismus erhalten haben. So viel Kälte, wo doch der Winter so lang war.

Anmerkung am Rande
Es ist im Übrigen interessant, dass die Berufe die man bis 50 durchführen kann, weil danach der Körper vom Arbeiten kaputt ist, sehr schlecht bezahlt werden. Gleichzeitig ist die private Vorsorge in diesem Bereich für diese Menschen besonders teuer. Das heißt sie zahlen mehr, weil sie eine Arbeit annehmen müssen die schlecht bezahlt ist. Das ist dann Marktwirtschaft und nennt sich marktgerechter Lohnfindungsprozess. Das man diesen Prozess, wie bei Umweltzertifikaten, in eine vernünftige Richtung beeinflussen könnte, steht nicht zur Debatte. Ach richtig es würde bestimmt Arbeitsplätze kosten.

Chris