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Montag, 15. August 2016

Hinter dem Vorhang

Wenn Journalisten ihre Arbeit machen würden, dann würden sie nicht schreiben


Sondern sie würden schreiben, dass es mehr versicherungsfremde Leistungen gibt und diese an die GKV ausgelagert werden. Der Bund kürzt die Zuschüsse und man wundert sich, dass die Beiträge nicht reichen. Die Kosten für das Gesundheitssystem kann man nicht an den Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen festmachen. Vielmehr müsste man die Einnahmen der Gesundheitsindustrie aufsummieren. Ein Teil diese Einnahmen entsprechen den Kosten der gesetzlichen Krankenkassen. Klingt schwierig, ist es aber nicht. Wenn die Kosten gleich bleiben, ein Teil der Finanzierung aber an die GKV ausgelagert wird, dann steigen die Kosten für die Kassen an. Die Gesamtkosten bleiben gleich. Natürlich kann man dann nicht so vortrefflich gegen das gesetzliche Krankenkassensystem wettern. 

Chris

Dienstag, 24. April 2012

Neue Munition für die Lohnsenkungsparolen

So langsam sickerte es durch die Medien, dass die Löhne in Deutschland in den letzten Jahren kaum gestiegen sind. Die Kaufkraft ist gesunken und der Binnenmarkt liegt brach. Somit wäre es an der Zeit die Löhne zu erhöhen. Allerdings meint der Spiegel, dass 

Arbeit hierzulande weiterhin teurer als im Durchschnitt der EU

ist. Dabei wird die Produktivität vollkommen ausgeblendet. Wenn die Arbeit so teuer wäre, wieso hat Deutschland so hohe Exportüberschüsse? Wieso hat Griechenland Probleme seine Waren in Deutschland zu verkaufen, obwohl die Löhne dort niedriger liegen. An der Innovationskraft deutscher Unternehmen liegt es nicht (oder kaum). Vielmehr kann deutlich preiswerter produziert werden. Zwar ist es richtig, dass eine Arbeitsstunde 30 Euro im Durchschnitt kostet. Wenn ich für das gleiche Produkt nur die Hälfte der Arbeitsstunden benötige im Vergleich zu einem anderen Land, dann könnte in diesem nur 15 Euro bezahlt werden um bei den gleichen Kosten zu landen. Der "kritische" Artikel des Spiegels vernachlässigt das und liefert neue Munition für die Lohnsenkungsparolen der Arbeitgeberverbände und deren Lobbyvereinen.

Chris

Donnerstag, 4. August 2011

US Schuldenkrise

Das gesamte Militär/Sicherheitsbudget liegt im Bereich von $1,1 - $1,2 Billionen, oder zwischen 70% - 75% des Bundesbudgetdefizits. 

Ein schöner Artikel von Paul Craig Roberts. Für mich ist die obere Aussage ein zentraler Punkt. Während Sozialhilfe und Medicare die US Binnenwirtschaft durchaus stabilisieren kann man sich überlegen wie viel  Kriege den US Amerikaner bringen. Statt den Militäretat zu reduzieren wird bei den Armen gespart. Wahrscheinlich muss man dies machen, da dem Land sonst die Soldaten ausgehen würden. 

Chris

Mittwoch, 9. Februar 2011

Explodierende Sozialkosten

Immer wieder werden die Kosten des aufgeblähten Sozialstaats ins Feld geführt. Schauen wir uns die Statistiken der letzten 45 Jahre an. Ab 1976 stagniert der Anteil der Sozialleistungen am BIP faktisch. Durch die Wiedervereinigung gab es einen Anstieg, welcher nicht deutlich über den Werten von 1976 lag. Wenn man die wirtschaftliche Entwicklung und die Arbeitsmarktlage gegenüber stellt, dann war der Sozialstaat in den 70er und 80er Jahren deutlich aufgeblähter als heute. Interessant wird es besonders dann, wenn man die Sozialleistungen von West und Ost trennt. Das Sinken der Gesamtleistungen wurde durch die schlechte wirtschaftliche Lage des Ostens verhindert. Die hohe Arbeitslosigkeit verursacht hohe Kosten. Auf die Idee dies zu ändern kommen die wirtschaftlichen Berater der Bundesregierung nicht. Dort wird eher über die Soziale hängematte gewettert. Wieso bei Verkleinerung selbiger, die Arbeitslosigkeit dennoch nicht signifikant sank beantwortet keiner von ihnen.

Chris

Dienstag, 1. Juni 2010

Rechnungshof-Kritik an PPP-Projekten

Die PPP-Projekte lösen die Finanzprobleme der Stadt Halle (Saale) nicht, vielmehr kommt es zu einer Verlagerung der finanziellen Belastung in die Zukunft, d.h. zukünftige Generationen werden finanziell belastet
Chris

Montag, 19. April 2010

Grenzen der Marktwirtschaft

Philipp Rösler will über mehr Wettbewerb die Preise für Medikamente senken. Die Grundintention ist wahrscheinlich vernünftig. Leider lässt sie einen Teil der Kranken völlig außer acht. In Deutschland gibt es ca. 4 Millionen Menschen welche an einer seltenen Erkrankung leiden. Für diese ca. 7000 verschiedenen Krankheiten gibt es teilweise nur ein Medikament. Da stellt sich leicht die Frage wie sich in diesem Bereich überhaupt ein Wettbewerb einstellen kann, wenn es nur einen Anbieter gibt. Bei 4 Millionen (meist chronisch) kranken Menschen ist dies auch kein vernachlässigbarer Kostenanteil. Mit Hilfe von reiner Optimierung im Wettbewerbssinn wird sich also dort nicht viel machen lassen.

Chris

Donnerstag, 1. April 2010

Kosten

Auch wenn es viele von uns geahnt hatten nun ist es heraus. Die Finanzhilfen wurden mehrheitlich von privaten Instituten in Anspruch genommen. Die Argumente, dass die Privatwirtschaft grundsätzlich besser wirtschaftet als öffentliche Dienstleister ist damit mal wieder widerlegt. Solche Pauschalaussagen sind auch Unsinnig. Denn die Bedingungen sind ja unterschiedlich. Eine Bank die unbedingt hohe Gewinne machen muss wird deutlich mehr Risiko eingehen, als eine öffentliche Bank die dies nicht tun muss. Nun stellt sich die Frage wem nützt welches Model mehr. Den Besitzern der Bank nützt das erste Model mit hohen Renditen mehr, der Realwirtschaft wahrscheinlich das Zweite . Denn nur durch Planbarkeit und wenig Fluktuation an den Finanzmärkten bekommen Unternehmen Sicherheit um Investitionen tätigen zu können. Vielleicht sollten Menschen wie Versicherungsverkäufer Raffelhüschen sich diese Effizienzverluste ansehen bevor sie für Renten am Kapitalmarkt werben und für eine Einführung einer privaten, kapitalgedeckten Arbeislosenversicherung. So etwas mach Sinn, wenn diese Unternehmen ohne großen Schaden für die Allgemeinheit pleite gehen können. Dann dürfen sie so viel Risiko eingehen wie sie wollen. Dann ist auch der Wettbewerb gegeben. Ist dies nicht möglich, da sonst Tausende ohne verschulden ihr Erspartes, oder ihre Sicherheiten (Versicherungen) verlieren mit denen sie jahrelang Experten und andere Parasiten der Gesellschaft finanziert haben, sollte der Staat diese Aufgaben übernehmen. Er haftet am Ende sowieso und hilft den Menschen. Dann soll er die Fehler auch selber machen dürfen.

Chris