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Dienstag, 2. Juni 2015

Was interessieren die Fakten

Max Otte jammert in der Wirtschaftswoche, dass die Zinsen zu niedrig sind. Die niedrigen Zinsen sagen aber gar nichts aus. Diese müssen in Relation zur Inflation gesehen werden. Macht man das, dann sieht man, dass positive Realzinsen alles andere als normal sind.
Weiterhin sieht man, dass die Sparzinsen und der Leitzins nur sehr bedingt etwas miteinander zu tun haben. Es wäre schön, wenn es mehr um Zahlen und weniger auf Glauben gehen würde.
Die Logik der niedrigen Zinsen ist eigentlich klar. Diese sind niedrig, da die Nachfrage nach Geld niedrig ist. Um die Nachfrage anzuregen, senkt die EZB den Leitzins, um das Angebot billiger zu machen. Eingentlich ganz einfach.

Chris

Donnerstag, 10. April 2014

Eine große australische Studie stellt fest, dass Homöopathie nicht besser als Placebos wirkt

Ich freue mich immer auf solche Studienzusammenfassungen. In den Begleitforen kann man die absurden Glaubesdiskussionen und in vielen Fällen nur lachen. Hier ein kleines Best Of der Nullargumente der Homöopathiebefürworter

Aber bei mir hat es gewirkt
Ich nehme eine Zuckerkugel zu mir und werde gesund. Daraus resultierend stelle ich den Zusammenhang her, dass es bei gewirkt hat. Woher weiß derjenige der diese Aussage tätigt, dass er nicht ohne Zuckerkugel gesund geworden wäre? Woher weiß er, dass nicht der Placeboeffekt greift, oder der intensive Kontakt zum Homöopathen? Den letzten beiden Punkten wird die Wirksamkeit nicht abgesprochen. 

Wenn es nicht wirkt, dann schadet es doch niemandem
Auch diese Aussage ist falsch. Wenn ich Diabetes habe und statt Insulin ein homöopathisches Mittel zu mir nehme, schadet es mir. Noch schlimmer wird es, wenn ich Schutzbefohlenen wie Kindern, wirksame Medikamente verweigere.

Die böse Pharmaindustrie will doch nur Geld verdienen
Die Pharamaindustrie will Geld verdienen. Das wollen Autokonzerne auch. Autos erfüllen ihren Zweck. Medikamente erfüllen ihn in den meisten Fällen auch. Ich will die Pharmaindustrie nicht verteidigen . Dort gibt es mehr als ein schwarzes Schaf. Allerdings ist ein korrupter Industriezweig KEIN Argument für die Wirksamkeit der Homöopathie. Vor allem wenn man sich die Preise der "Medikamente" dort ansieht. Die Kosten liegen bei 174 Euro für 100 g. Im Supermarkt bekommt man 100g Zucker für 6.5 Euro Cent. Das Verhältnis liegt deutlich über 2500/1. Solche Margen sind selbst bei der bösen Pharmabranche selten. Da die Homöopathen auch nur Geld verdienen wollen, ist die Schulmedizin wirksam? Nach dem Argumentationsmuster der Befürworter muss man dies bejahen.

Alternative Medizin
Es geht bei Homöopathie nicht um eine alternative Form der Medizin. Medizin wirkt oder eben nicht. Naturheilverfahren funktionieren. Bei vielen Kräutern und Tees wurde eine Wirksamkeit über dem Placeboeffekt nachgewiesen. Somit ist das Argument, dass man mit diesen Studien nur die Pharmaindustrie fördern will, um Tabletten in unseren Körper zu bringen hinfällig. Wenn dem so wäre, dann würde man den Placeboeffekt wegreden. Man würde die Wirksamkeit des persönlichen Kontakts zu Ärzten in Frage stellen. Das alles geschieht aber nicht.

Ich glaube das es funktioniert
Das ist ein Todschlagargument. Gegen Glauben kann man nicht argumentieren. Der Unterschied zwischen Glauben und Wissenschaft ist, dass die Wissenschaft sich immer wieder hinterfragt. Viele Medikamente deren Wirksamkeit in späteren Studien nicht mehr nachgewiesen wurde, werden verboten. Im Gegensatz zu dem was die Homöopathiegläubigen sagen, geschieht das regelmäßig. Das heißt Wissenschaft versucht sich immer wieder zu widerlegen. Beweisen kann sie nichts.


Fazit
Mich erstaunt, dass gerade die vermeintlich intelligenten, gut gebildeten Menschen auf diesen Humbuck hereinfallen. Bevor ich 10 Euro für ein wenig Zucker ausgeben, kaufe ich mir lieber ein Stück Kuchen. Der ist billiger und schmeckt besser.

Chris

Freitag, 21. Februar 2014

Wenn Frank Schäffler der Hoffnungsträger der Hardcoreliberalen ist

Ich denke dann braucht man sich keine Sorgen machen. Ökonomie wird zu Glaubenslehre und Logik spielt keine Rolle mehr, die Realität sowieso nicht. Schäfflers These ist, dass der Staat die Menschen über Inflation enteignet. Denn 

Inflation fällt nicht vom Himmel, sondern hat immer ihre Ursache in der Geldpolitik der Notenbanken. 

In der Realität hätte Japan über 20 Jahre lang gerne diese Macht gehabt. Es gab sie nicht. Auch ist mir neu, dass sich die Preise an der EZB Geldmenge orientieren. Normalerweise tun sie es aufgrund der Nachfrage und des Angebots eines Gutes. Dieser Zusammenhang wird uns von eben jenen Marktdogmatikern wie Schäffler vorgebetet. Was ist denn nun richtig? Wie will man beides auseinander halten? Sicherlich hat die Geldmenge einen gewissen Einfluss. Die Höhe des Selbigen ist schwierig zu bemessen. 
Die Forderung nach wertstabilen Geld ist noch absurder. Es zeigt sich in der Vergangenheit, dass deflationäre Phasen etwas sehr schlechtes waren. Die Wirtschaft brauchte lange um wieder auf die Beine zu kommen. Belege hierfür gibt es genug, sei es Deutschland in den 30er Jahren, Japan in den 90ern oder Teile der EU heutzutage. Die Investitionstätigkeit nimmt ab, da den Menschen der Kaufkraftverfall in Maßen weniger wichtig ist, als die Chance mehr Güter abzusetzen. Die Angst die Schäffler verbreitet ist absurd. Denn innerhalb er EU haben wir alles aber kein Inflationsproblem. Auch so stellt sich die Frage wie Herr Schäffler ein wertstabiles Geld erschaffen will. Die Gütermenge steigt. Somit bräuchte man mehr Geld, um keine Deflation zu haben. Wenn die Gütermenge steigt die Geldmenge sich an der Gütermenge orientieren soll, die Preise sich aus Angebot und Nachfrage ergeben sollen und die Preise im Grunde konstant bleiben sollen, ergibt sich ein Problem. Der Wert des Geldes wird durch Geld beschrieben.
Denn, der Wert der Güter wird in Geld beschrieben. Die Inflationsrate wird durch Vergleichsgüter beschrieben. Also wird der Wert des Geldes durch sich selbst beschrieben. Das alles wird gemacht, zeigt aber, dass die Ideen eines Herrn Schäffler in den Bereich Glauben, als in den Bereich praktische Anwendung mit Blick auf die Realität gehen.
Das seine Idee nicht neu ist, zeigt der Ex Bundestagsabgeordnete mit einem Verweis auf einen 400 Jahre alten Ökonomen.

Dieser Sachverhalt ist nicht neu. Bereits der irische Ökonom Richard Cantillon (1680-1734) untersuchte die Folgen einer Veränderung der Geldmenge für die Marktteilnehmer. In seinem postum veröffentlichten Werk „Abhandlung über die Natur des Handels im allgemeinen“ 

Neue Erkenntnisse gibt es scheinbar nicht. Ähnlich seriös gehen Homöopathieanhänger vor. 

Chris

Montag, 24. Juni 2013

Kann die neoliberale Glaubeswelt erschüttert werden?

Wenn die Weltwirtschaft um 2.2% und die Spitzenvermögen um 10% wachsen, wie kann man dann immer noch von einer Überbelastung der Reichsten der Reichen sprechen, wie es viele neoliberale Vordenker tun?

Chris

Montag, 4. März 2013

Praxeologie als Basis für die österreichische Schule

Laut wikipedia ist Praxeologie:

Mit Praxeologie wird in Philosophie, Wirtschaftswissenschaft oder Soziologie eine allgemeine Theorie des menschlichen Handelns bezeichnet.
 In der Philosophie ist sie die Lehre von den Erfahrungsregeln und beschreibt, wie man bestimmte Handlungsweisen ausgestalten und ethisch rechtfertigen kann. In der Wirtschaftswissenschaft ist mit dem Begriff Praxeologie eine Auffassung von der reinen Theorie verknüpft, die wie im apriorischen Denkansatz von Ludwig von Mises denknotwendige, streng allgemeine Sätze aus den Begriffen des zweckrationalen Entscheidungshandelns logisch ableitet.

Auf dieser Basis wird die österreichische Schule eines von Mises hergeleitet. Es werden Grundannahmen getroffen und von dort aus logisch argumentiert. Wissenschaft verlief sehr lange nach diesem Muster. Während der Aufklärung kam man zu dem Schluss, dass die Logik allein die Funktionsweise der Welt nicht erklären kann. Experimente wurden durchgeführt, um die Logikmodelle zu prüfen. Verfechter der österreichischen Schule argumentieren nur logisch. Sie glauben nicht daran, dass etwas messbar ist. 
Es wird von Ethik und von streng allgemeinen Sätzen, sprich Axiomen, geschrieben. Ethik ist menschgemacht. Früher war es ethisch vertretbar mit Sklaven zu handeln, heute nicht mehr. Ethik wandelt sich. Somit ist sie keine gute Basis für eine Theorie.
Auch Axiome sollten hinsichtlich ihrer Tauglichkeit überprüft werden. Das geht nur, indem man sie mit der Realität abgleicht.
Tut man das nicht, dann ist man nicht viel besser als die Theologiestudenten die die Bibel interpretieren. Das hat nichts mit Wissenschaft zu tun, sondern mit Glauben.

Chris

Dienstag, 15. Januar 2013

Oswaldsche Widersprüche, Halbwahrheiten und Absurditäten

Oh man. Die Beiträge von Oswald Metzger werden immer schlimmer.
statt die Ursachen der desaströsen US-Budgetpolitik in den Fokus seiner Lösungsvorschläge zu stellen – explosionsartiger Anstieg der Staatsschulden wegen hoher Rüstungs- und Sozialausgaben

Wo ist der Hinweis auf die desaströse Steuersenkungs + Bankenrettungspolitik?
Diese sind zentral, wenn man die hohe Verschuldung verstehen will. Man muss begreifen, dass hohe Geldvermögen auf der einen Seite immer zu einer hohen Verschuldung irgendwo anders führen müssen. Müssen ist hierbei das Zauberwort. Wenn Metzger fordert, dass die Verschuldung sinken soll, dann muss er irgendwo Vermögen senken.

Über Sparmaßnahmen will Krugmann erst garnicht diskutieren; diese würden die Konjunktur abwürgen. Er plädiert – wie immer – für expansive Fiskalpolitik. Doch seine eierlegende Wollmilchsau, sprich –Münze, erinnert mich eher an jene Hyperinflationszeiten, als in der Weimarer Republik Banknoten mit Milliarden- und Billionenbeträgen gedruckt wurden.

Herr Metzger diskutiert nicht über die zerstörerische Deflationspolitik in Weimar. Diese hat ins Dritte Reich geführt und zu einem Weltkrieg. In Spanien hat sie zu 56% Jugendarbeitslosigkeit geführt und in Griechenland zu Dauerstreiks. Das ist natürlich eine nachhaltigere Politik.
Doch kreditfinanzierter Wohlstand ist auf Sand gebaut.

Herr Metzger wird wohl zum Marxisten? Er meint, dass der Kapitalismus auf Sand gebaut ist. Fast jede Investition basiert auf Krediten und steigert den Wohlstand.
Dass die Pensionszusagen der beamteten Staatsdiener in Deutschland nicht durch Rücklagen gedeckt sind, passt zur Leichtfertigkeit, mit der die Politik generell Leistungszusagen für Millionen Menschen ohne solide Finanzierung verspricht.

Was ist denn eine solide Finanzierung? Soll Geld auf ein Konto gezahlt und mit den Zinsen sollen die Pensionen der Beamten finanziert werden? Das wird sicher gut funktionieren. Der Norwegische Staatsfond ist auf der Suche nach sicheren Anlagen. Wenn jedes Land einen solchen Fond hätte, dann würde es keine Anlagemöglichkeiten geben. Sichere Anlagen gibt es primär bei Staaten. Diese sollen aber solide Finanzieren. Somit müssen sie sich selbst Geld leihen. Das sind also seriöse Buchungstricks Herr Metzger?
„Wir schaffen mit sieben bis acht Prozent der Weltbevölkerung noch etwa rund 25 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der Welt. Wir haben aber auch rund 50 Prozent der Sozialausgaben der Welt: Sieben bis acht Prozent der Menschen haben 50 Prozent der Sozialausgaben.“ Wir zahlen soziale Leistungen inzwischen dauerhaft mit Krediten – eine der Hauptursachen für die immense Verschuldung in weiten Teilen Europas. Pervers!

Dieser Satz zeigt die bestechende Logik von Herrn Metzger. 7-8% schaffen 25% des Welt BIP und haben 50% der Weltsozialausgaben. Das ist pervers? Um das zu entscheiden sollten sie reale und keine relativen Zahlen nehmen. Jedes arme Land hat ein BIP. Die Sozialabgaben in armen Ländern sind aber Null. Somit muss der Anteil der Sozialabgaben in reichen Ländern im Verhältnis höher sein als das erwirtschaftet BIP. Beispiel.

Wenn alle Länder 100 Billionen Euro BIP schaffen würden, dann wären 25% davon 25 Billionen. Wenn die gleichen Länder zusammen 2 Euro an Sozialausgaben hätten und die reichen Länder 1 Euro zahlen, dann ist es nach Oswald Metzger pervers.

Meinung

Metzger nimmt ein paar oberflächliche Zusammenhänge aus seiner Erfahrungswelt und ignoriert dabei die Realitäten. Schulden sind immer schlecht, er vergisst dabei, dass den Schulden immer gleich hohe Guthaben gegenüber stehen. Metzger bedient sich billigen Rechentricks (wie dargestellt) und meint, dass doppelte Prozentzahlen auch doppelten Werten entsprechen. Des Weiteren ignoriert er die Vergangenheit und arbeitet selbst in seinen eigenen Gedankenmodellen nicht konsistent. Ihn als Finanzexperten zu bezeichnen ist mehr als ein Armutszeugnis. Das die INSM ihn als Schreiberling behält  kann ich nicht verstehen. Es sei denn sie wollen Humor in die Welt bringen.

Fazit

Jede Verschwörungstheorie ist konsistenter und glaubwürdiger als dieser Erguss von Oswald Metzger.

Chris

Sonntag, 9. September 2012

Ein klassischer Oswald Metzger

Oh nein, die Deutschen sind am stärksten an den Rettungspaketen in der Eurozone beteiligt. Um das zu Untermauern werden die Anteile der nationalen Zentralbanken des gezeichneten Kapitals im Euroraum in Prozent dargestellt. Deutschland wird dabei auch gegen die Wirtschaftsmächte Malta und Zypern dargestellt.Überraschenderweise ist der Prozentwert der größten Volkswirtschaft Europas am größten. Schaut man sich den Anteil des deutschen BIPs am gesamteuropäischen BIP an, dann fällt auf, dass beide Werte faktisch identisch sind. Trotzdem schlussfolgert Oswald Metzger eine unfaire Überbelastung der Deutschen.

Eine gigantische Umverteilung zu Lasten der größten Volkswirtschaft droht. Dabei haben gerade die Deutschen über mehr als ein Jahrzehnt hinweg einen hohen Preis für den wirtschaftlichen Wiederaufstieg gezahlt: Zuerst erzwang der ökonomische Wiedervereinigungsschock Lohnzurückhaltung, Mehrarbeit und Strukturreformen, dann die Euroeinführung. Fast fünfzehn Jahre lang stieg die Kaufkraft der Bundesbürger nicht, während sie speziell in den europäischen Krisenländern teilweise um mehr als 40% wuchs.

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Innere Widersprüche der INSM

Wie schön, dass man sich bei der INSM nicht für das Gewäsch von gestern interessiert. Da werden Anfang November Steuersenkungen, Dank der unglaublich guten Einnahmelage, gefordert. Heute Anfang Dezember wird gemahnt, dass die Neuverschuldung zu hoch sei und definitiv reduziert werden muss. So sind sie die Zauberlehrlinge des Lobbyismus. Andere Widersprüche sind zum Beispiel, hohe Einkommen und Gewinne nie ein Problem darstellen, höhere Löhne (im unteren Bereich) schon. Dabei sind beides Einkommen von irgendjemandem. Weiterhin können alle sparen, wenn man den Argumenten dieser Wirtschaftler folgt. Wenn die Argumente dieser Lobbygruppe wirklich so bestechend wären, dann müssten sie ihren Glauben nicht mit Hilfe von viel Geld verbreiten.

Chris

Freitag, 11. November 2011

Fehler im Rating

Wenn die Rating Agenturen husten, dann wackelt die Welt. Wer kann eigentlich noch glauben, dass die Ratings irgendetwas mit der Realität zu tun haben, wenn solche Patzer gemacht werden?

Chris

Donnerstag, 10. November 2011

Der Neoliberalismus war gut für uns!

Ein etwas älterer Artikel auf dem Forum Ordnungspolitik. Drei Dinge kann man sich bei dieser Aussage fragen. Erstens: Ist das eine Satire? Zweitens: Geht der Autor blind durch die Welt? Drittens und das ist die wahrscheinlichste Frage die man stellen sollte: Wer ist uns?

Eine Frage die ich mir stelle

Warum ist Ronald Reagan eigentlich ein Vorbild für viele Neoliberale? Die Verschuldung der USA unter seiner Präsidentschaft nahm massiv zu. Er war der protektionistischste Präsident seit Hoover, obwohl er den Freihandel propagierte. Die Staatsquote sank nicht, sondern stieg sogar leicht unter seiner Präsidentschaft an (Abbildung 6, Abbildung 20). Wieso ist dieser Mann also ein Vorbild für den liberalen Weg, wenn er ihn doch gar nicht wirklich beschritten hat? 

Chris

Donnerstag, 8. September 2011

Auf der Suche nach Argumenten

Ich habe nun schon einige Wirtschaftsbücher gelesen und habe immer noch kein schlüssiges Argument für die angebliche Überlegenheit der ungeregelten Märkte gefunden, welche von manchem Liberalen propagiert wird.

Mittwoch, 18. Mai 2011

Konsequenter Glaube an die Aussagen von Professoren

Auf Kritik und Kunst fand ich den Link einem Bild Artikel. Die Überschrift:
Wissenschaftler widersprechen Hawking. Es gibt ein Leben nach dem Tod!

Nun denkt und hofft man, dass DIE Wissenschaftler etwas entdeckt, etwas bewiesen hätten. Stattdessen wird die These von Steven Hawking in Frage gestellt, dass alles mit dem Tod endet. Mich erinnert die Debatte ein wenig an die Ökonomischen. Auch dort werden regelmäßig, schwer bis gar nicht belegbare Thesen durch Wissenschaftler vertreten, ganz vorne dabei Herr Sinn, Raffelhüschen. Durch ihren Professoren Titel haben auch sie die Allwissenheit gleich mit dazu bekommen. Wie bei der Diskussion über ein Leben nach dem Tod, gibt es natürlich mehrere Meinungen. Allerdings wird in der Ökonomie davon ausgegangen, dass es sich um eine seriöse Wissenschaft handelt und man im Grunde alles versteht. Tatsache ist leider, dass man sehr wenig versteht. Vieles ist Spekulation und wirklich funktionierende Modelle gibt es nicht. Auch Experimente gestalten sich sehr schwierig. Nun kann man über Statistiken probieren empirische Daten zu erhalten. Aber auch da zeigt sich, dass dies alles andere als leicht ist. Um die Daten auszuwerten benötigt man natürlich Annahmen. Diese Annahmen setzen ein funktionierendes Modell vorraus. Denn Kausalität zwischen bestimmten Daten muss keineswegs vorhanden sein, nur weil sie sich ähnlich verhalten. Solche Dinge werden in der Öffentlichkeit selten diskutiert. Stattdessen werden lieber die Aussagen der Professoren als Wahrheit angenommen. So kann es dann auch kommen, dass für die Bild Zeitung bewiesen ist, dass ein Leben nach dem Tod existiert.

Chris

Donnerstag, 23. Dezember 2010

Kirche und Markt

Wenn ich die Nachrichten über die Eurokrise lese, dann erinnert mich das Ganze an das Mittelalter. Auch damals gab es ein System, welches auf Glauben basierte und die Verwaltung des Deutschen Reiches übernahm. Damals war es die Kirche, welche dem Kaiser Bedingungen diktierte. Im Grunde war die weltliche Macht sehr begrenzt. Die Kirche besaß zum Beispiel keine Armee. Doch sie besaß Einfluss, welcher auf dem Glauben der Menschen an Gott fußte. Bei Rating Agenturen und der Kreditvergabepraxis in der Eurozone sieht das ähnlich aus. Die Garantie für das Geld liegt bei den Staaten. Rating Agenturen haben offiziell keinen Einfluss auf die Geldschöpfung noch auf die Gesetzgebung. Dennoch lassen sich Staaten von Ratings und Spekulanten herumschubsen. Der Glaube an den Markt und der massive Einfluss durch die Finanzwirtschaft auf die Politik ermöglicht dies. Der Glaube, dass der Markt alles optimal regeln wird ist ähnlich dem Glauben an das Himmelreich. Es lässt sich niemals beweisen es ein Himmelreich gibt. Es lässt sich eben auch nicht die optimale Verteilung durch einen Markt beweisen. Der Glaube daran nährt das vermeintliche Wissen, dass dies so sei. Die Politik muss sich von diesem Diktat befreien, wie einst die Nationalstaaten von der Kirche. Dann kann sie ihrer Aufgabe gerecht werden den Wohlstand der Menschen im jeweiligen Land zu sichern.

Chris

Freitag, 22. Oktober 2010

Neoliberale Ideologie

Nachdem auf Oeffinger Freidenker ein kurzer Eintrag zur neoliberalen Ideologie geschrieben stand habe auch ich mir meine Gedanken gemacht. Ich habe nachgedacht wie unsere ökonomischen Vordenker ihre Kinder erziehen. Eigentlich sollte der Markt es regeln. Sie dürfen sich nicht einmischen, denn sonst wird das Optimum nicht erreicht. So müssten sie ihrer Ideologie folgen. Ich kann es mir nicht so recht vorstellen. Ein weitere Punkt sind vorhersehbare Ereignisse. Darf man bei einer sehr scharfen Kurve eine Geschwindigkeitsbegrenzung einführen. Viele würden ja sagen, denn sonst gibt es viele Unfälle. Trotz dieser Vorhersagbarkeit würde die Ideologie des Marktes fordern, dass Schild wegzulassen. Irgendwann würden sich genau für diese Strecke langsame Autos durchsetzen. Diese absurden Beispiele zeigen, dass Eingriffe in bestimmte Bereiche des Lebens sinnvoll sein können. Dies trifft auch auf die Wirtschaft zu. Wenn bestimmte Dinge vorhersehbar sind, dann kann man sie doch verhindern und muss nicht erst darauf warten, dass Leid entsteht.

Chris

Montag, 8. Februar 2010

Theorie vom fehlenden Arbeitsanreiz macht keinen Sinn

Eine sehr schöne Analyse mit einer kurzen Vertiefung. Eine brauchbare Antwort unsere Marktgläubigen wird auf sich warten lassen.

Chris

Markttheorien - Religion

Die meisten kennen es und haben es schon gehört: "Der Markt findet die optimale Lösung".
Dies ist eine der vielen Ausreden, wenn Privatisierungen begründet und nicht gemachte Kontrollen erklärt werden sollen. Die Frage ist natürlich, ob dies stimmt. Anhand von einem einfachen Beispiel ist dies eindeutig zu widerlegen. Da die ökonomische Wissenschaft (zumindest der Mainstream) davon ausgeht, dass kleine Systeme aufsummiert zu Großen werden, reicht diese Widerlegung aus um das Gesamtkonzept zu Widerlegen.
Somit ist die Frage nicht, ob es funktionieren würde wenn mehr Kontrollen abgebaut werden würden, sondern warum man Kontrollen abbauen sollte. Die Antwort ist einfach: Damit eine relativ kleine Gruppe in Wohlstand leben kann. Wie gut das funktioniert wird am Beispiel Deutschland klar. In den letzten 10 Jahren ist der Anteil am Gesamtvermögen nur bei den höchsten 10% gestiegen. Das heißt nur 10% sind Gewinner des Systems der Abschaffung von Kontrollen und der Sozialsysteme. Dennoch glauben fast alle, dass der Markt es richten wird und das die Ursache nicht in dem Abbau der Kontrollen und der Bereicherung einer Minderheit liegt, sondern in zu viel Kontrolle und den sozialen Systemen.

Dabei geht der Marktglaube schon (ohne es Beweisen zu müssen) von sehr absurden Grundlagen aus. Damit ein Optimum wählbar wäre müssten alle Informationen bekannt sein, man müsste frei wählen können und eine objektive Einschätzung der Produkte/Dienstleistungen müsste möglich sein. Wenn dem aber so wäre, warum funktioniert Werbung, warum bezahlt man für ein Marken T-Shirt mehr als für ein normales bei gleicher Qualität, warum arbeiten Facharbeiter zu Niedriglöhnen bei denen sie wissen das sie ihre Familie nicht ernähren können?
Das sind nur ein paar Fragen die von "liberale" Gläubigen mit den Formeln "der Sozialstaat ist Schuld", "mehr Derregulierung", etc. abgetan wird. Nicht die Theorie ist Schuld sondern die Menschen die sich in der Wirklichkeit bewegen. Die Beweise bleiben uns die Ökonomen schuldig.

"Wenn Wissenschaft keine Kritik mehr zu lässt, wird sie zum Glauben."

Chris