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Donnerstag, 2. September 2021

Steuerportale

Ein  Portal in dem man anonym Hinweise zum Thema Steuerhinterziehung angeben kann, ist für viele Menschen das Gleiche wie die Stasi. In anderen Ländern und auch Bundesländern gibt es so etwas schon. Jetzt soll es in Baden-Württemberg eingeführt werden. Die konversvativen zittern und wollen es nicht. Das lässt tief blicken. Sie meinen, dann werden einfach alle angezeigt die man nicht leiden kann, usw. Das wäre auch heute schon mit anderen Dingen möglich. Es passiert nicht und lässt tief blicken, was für ein Menschenbild Politiker aus CDU, FDP und AfD haben. 

Steuerhinterziehung ist für diese Parteien keine wirkliche Straftat oder etwas schlimmes. Es ist eher Selbstschutz vor dem Staat. Da diese drei Parteien gerade das obere Drittel der Vermögens- und Einkommensverteilung vertreten ist dieser Standpunkt verständlich. Es macht ihn aber nicht besser. Steuerhinterzieher verschaffen sich einen unfairen Vorteil gegenüber all jenen die ihre Steuern zahlen. Sie profitieren gleichzeitig von den Steuerausgaben. Anonym konnten Steuerhinterzieher bereits mit Briefen und Telefon gemeldet werden. Jetzt halt über ein online Portal. Das Politiker dies aggressiv angehen, okay. Aber die Kommentatoren bei Spiegel Online gehen diesen "Argumenten" genauso auf den Leim. Sie wollen es nicht, weil sie nicht Teilen wollen. Meine Schätzung ist, dass 90% von ihnen Boomer kurz vor der Rente sind.

Chris

Donnerstag, 8. August 2013

Langeweile im Wahlkampf

In etwas mehr als einem Monat ist Bundestagswahl. Den Wahlkampf sucht man vergebens. Alle Seiten haben Angst ursächlich mit dem NSA Skandal in Verbindung gebracht zu werden. Das Thema ist also gestorben, Nach Fukoshima ist die Atomkraft als Diskussionsthema im Wahlkampf auch gestorben. Bei der Gerechtigkeitsdebatte geht es nicht darum, ob Hartz 4 eine gute Idee war, sondern was man Hartz 4 und den Sozialreformen zurechnen will und wer diese "löblichen" Reformen für sich beanstanden kann. Bei den Steuern wird ein wenig diskutiert, aber für die Masse wird sich bei egal welcher Reform nicht viel ändern. Das Thema ist im Übrigen komplett ausgelutscht. Europa ist nur insoweit interessant, als das die Deutschen ihr Geld zurück wollen. Alles andere wird nicht versprochen und ist nicht populär. Große Ideen gibt es nicht. Bei Bildung und Infrastruktur ist man sowieso einer Meinung und außerdem scheint alles rosig zu sein. 
Mein Tipp, es wird einen sehr hohen Nichtwähleranteil geben.

Chris

Freitag, 12. Juli 2013

Meinungsmache

Spannend, dass man eine Meinungsmanipulation immer nur bei den anderen verortet. Hier ein aktueller Beitrag der Nachdenkseiten, welcher zu Recht die FAZ kritisiert. Allerdings wird der Überblick über die Wahlprogramme durch die taz Redaktion nicht ganz so kritisch betrachtet. CDU und FDP Wähler könnten hier ebenso eine Meinungsmache feststellen. Es mag sein, dass diese Artikel seltener sind, aber in der Politik und der begleitenden Presse sind alle Beiträge meinungsorientiert. Es gibt selten ein richtig und ein falsch. Eine große Verschwörung der Medien sehe ich nicht. Es ist eher so, dass zu viele Verantwortliche in den Presseorganen eine ähnliche Meinung haben.

Chris

Sonntag, 30. Juni 2013

„There is no such thing as a free lunch!“

„There is no such thing as a free lunch!“ so wird das neueste Traktat von Herrn Metzger eingeleitet. Mit diesem Zitat, will Herr Metzger die Wahlprogramme (die ihm nicht passen) als unrealistisch abzutun.

Wer unvoreingenommen derzeit Wahlprogramme studiert

Genau das ist der Punkt. Man müsste sie unvoreingenommen studieren. Ich sage nicht, dass die Programme perfekt sind. Allerdings sind Ideen zur Steuerpolitik von den Grünen nicht komplett unrealistisch. 

Unisono werden gewaltige neue Sozialleistungen versprochen: für die Eltern kostenfreie Kitas, mehr Kindergeld und höhere Kinderfreibeträge; Steigerung der Regelleistungen für Hartz IV-Empfänger; Lebensleistungs- oder Garantierenten mit deutlicher Verbesserung gegenüber der bisherigen Grundsicherung im Alter; Aufstockung der Mütterrenten und früheres Ruhestandseintrittsalter.
Von der dafür zu zahlenden gigantischen Rechnung ist kaum die Rede.

Was Metzger, mal wieder muss man leider sagen, vergisst ist, dass die hohen Kosten des Staates auch Einnahmen bei den Bürgern sind. Höhere Steuern prangert er, wie später noch zu sehen ist, an, da sie die Leistungsfähigkeit der Unternehmen und Gutverdienenden mindern. Das sinkende Sozialleistungen genau diesen Effekt, bei den niedrigen Einkommen haben, interessiert ihn nicht. 

Im Gegenteil: gezielt wird verschleiert, schön gerechnet und Adam Ries(e) außer Kraft gesetzt. Denn wer etwa die Rentenausgaben massiv steigern und gleichzeitig die Sozialabgaben unter dem Satz von 40 Prozentpunkten halten will, kann gleich behaupten, dass 2 + 2 = 5 sind. Diese zwei Versprechungen kann niemand gleichzeitig erfüllen, schon gar nicht, wenn auch das letzte Gegenfinanzierungsventil, der Bundeszuschuss aus dem Bundeshaushalt an die Rentenkasse, nicht erhöht werden kann, weil ganz nebenbei auch heilige Eide geschworen werden, künftig – richtigerweise! – den öffentlichen Haushalt ohne Kreditaufnahme auszugleichen. Bezahlen werden die Mütterrente Arbeitnehmer und Unternehmen durch höhere Sozialbeiträge und steigende Lohnzusatzkosten. Das ist die Wahrheit!

Es ist keine Wahrheit, sondern Ideologie. Metzger greift sich Punkte heraus und betrachtet nicht das Gesamtsystem. Die Sozialabgaben pro Person werden unter 40% liegen. Ärzte, Beamte, Spitzenverdiener, Selbstständige beteiligen sich nur bedingt am Sozialsystem. Sie versichern sich häufig privat und es gehen Einnahmen verloren. Weiterhin könnte man versicherungsfremde Leistungen über Steuern finanzieren und schon wären die Lohnnebenkosten gesenkt.
Auch der Verweis, dass eine Nullkreditaufnahme das Richtige ist, zeigt das Milchmädchendenken. Niemand soll Schulden machen. Aber wie Guthaben existieren sollen, wenn keine Schuldenseite existiert verrät er nicht. Ein Staat der Überschüsse hat, nimmt seinen Bürgern mehr Geld weg als er braucht um Leistungen bereitzustellen. Dass die Schulden des Staates die Guthaben von jemand anderem sind begreift er nicht. Sowohl Schulden als auch Guthaben werden in die Zukunft übergeben. Dabei ist für Metzger die Besteuerung der Guthaben etwas sehr schlechtes, denn es reduziert die Guthaben, eine Zurückzahlung der Schulden ist etwas gutes. Das dabei auch die Guthaben reduziert werden und zwar durch zu hohe Steuern begreift er nicht.

Die gleiche Milchbubenrechnung veranstalten die Wahlprogramm-Fabulierer, die auf breiter Front Steuererhöhungen ankündigen, aber nur für jeden Zehnten, weil ja angeblich 90 Prozent der Steuerzahler entlastet werden sollen. Wie man das Erbschaftssteueraufkommen verdoppelt, ohne dass ein großer Personenkreis getroffen wird, lassen die Robin Hoods der Neuzeit lieber im Dunkeln. Alle die glauben machen wollen, dass eine neu einzuführende Vermögenssteuer oder eine Vermögensabgabe so erhoben werden kann, dass eine Substanzbesteuerung von Betriebsvermögen ausgeschlossen wird, belügen sich selbst. 

Hier begreift Metzger nicht, wie ungleich dieVermögens- und Einkommensverteilung in Deutschland ist. Über 50% der Bevölkerung hat kein Vermögen. D.h. diese Menschen können nichts vererben. Auch in den Gruppen darüber ist es nicht sehr viel. Erst in den obersten 20-30% sind Vermögen vorhanden, die zu Steuern führen würden.
Bei den Einkommen sieht es wie hier ausgeführt ähnlich aus. Durch die richtige Steuerpolitik kann man diese Ideen tatsächlich durchsetzen.


Wer an diesen Steuerschrauben dreht, attackiert mit voller Breitseite die Familienunternehmer im Land, erhöht deren Steuerlast auch in den Jahren massiv, in denen kaum Gewinne erzielt werden. Damit wird die Innovations- und Investitionsfähigkeit der Betriebe im Kern angegriffen. Unsere Volkswirtschaft wird es büßen, weil das Wachstumspotential mutwillig reduziert wird. Und die Beschäftigungs- und Einkommenschancen der Arbeitnehmer werden in Folge sinken.

Wenn es um Steuern geht, dann wird dieses "Argument" immer wieder vorgebracht. Es gibt zwar keinen Zusammenhang zwischen Utnernehmensgewinnen und Investition (sonst hätte Deutschland eine sehr hohe Investitionsquote), aber wozu soll man sich mit der Realität auseinandersetzen? Das höhere Steuern automatisch zu einem Abbau der Arbeitsplätze führt müsste Metzger erst einmal zeigen. Das kann er nicht, das will er nicht. Wieso auch?
 
Dieser unlautere Wahlkampf ist eine Bankrotterklärung der Politik vor dem mündigen Staatsbürger.

Vielleicht das einzig Richtige in diesem Artikel. Die Bestechung der Bürger sollte nicht der Weg des Wahlkampfes sein. Vor allem, wenn die versprochenen Dinge nicht durchgesetzt, bzw. verwässert werden. Ob etwas finanzierbar ist oder nicht, ist meist Spekulation. Aus diesem Grund kann man schwerlich beurteilen, ob Wahlversprechen der Ruin der Gesellschaft sein werden. In den meisten Fällen sind sie es nicht. Denn im Zweifelsfall wird gegengesteuert. Das ist etwas was Herr Metzger als ehemaliger Bundestagsabgeordneter wissen sollte.

Chris

Mittwoch, 6. Februar 2013

So liberal ist die FDP

Der Spitzenkandidat der FDP Brüderle fordert einen Grundgesetzlich geregelten Inflationsschutz. Wie soll dieser aussehen? Inflation wird im Normalfall durch eine hohe Nachfrage von Gütern erzeugt. Diese Nachfrage bekommt man, wenn die Löhne bei hoher Beschäftigung deutlich über dem Produktivitätswachstum steigen. Wenn Brüderle nun fordert, dass der Maximalwert der Inflation im Grundgesetz festgeschrieben wird, fordert er
  • die staatliche Kontrolle der Lohnpolitik
  • die staatliche Kontrolle des Kapitalflusses nach Deutschland
  • staatliche Kontrolle von Investitionen
  • staatliche Kontrolle der Geldmenge.
Das klingt nicht so richtig nach freier Marktwirtschaft, zumindest in meinen Ohren. Nicht das erste Fettnäpfchen in das Brüderle tritt. Interessanterweise wird die implizite Forderung nach einer staatlich stark kontrollierten Wirtschaft bei dem typischen FDP Wähler so nicht ankommen.

Chris

Dienstag, 10. Juli 2012

Ideologie der niedrigen Spitzensteuer

Eigentlich gehen den  Republikanern die Argumente aus, wenn sie gegen die Erhöhung der Steuern für die obersten 2% der Einkommen stimmen. Das Argument für eine Senkung war die Belebung der Wirtschaft. Dieser Trickle Down Effekt existiert nicht. Das werden die über 40 Millionen Food Stamp Nutzer aus eigener Erfahrung bestätigen können. Es stellt sich also die Frage, wieso man Millionen Obdachlose, Millionen Menschen ohne vernünftigen Gesundheitsschutz, Millionen Arbeitslose, etc. akzeptiert, eine relativ kleine Zusatzbelastung für die Spitzeneinkommen als Angriff auf die Freiheit sieht. Wie viel Freiheit hat jemand der kein Geld hat?

Chris

Montag, 26. April 2010

Wahlkampf in NRW

Wahlen in NRW. Die FDP ist mit dabei. Eigentlich für mich keine Erwähnung wert, wenn ich nicht gestern ein Interview gesehen hätte was mich unglaublich amüsiert hat. Guido Westerwelle musste bei den Tagesthemen einige Fragen beantworten. In jeder Antwort kam "Entlastung von mittleren und unteren Einkommen" vor. Wird der Linkspartei nicht immer billiger Populismus vorgeworfen? Auch auf die Frage ob seine Steuersenkungen realistisch seien, wenn nicht einmal seine eigenen Koalitionspartner daran glauben antwortete er mit dem oben genannten Satz und schon war es zu Ende. Keine Aussage, kein Inhalt, keinen Wert, dies ist die Kurzbeschreibung dieses Interview. Liberal ist diese Partei nicht. Wäre sie es müsste sie nach einer der Urväter Hayek, Chancengleichheit auf dem Markt ermöglichen. Dies wird sicher nicht durch kostenfreies Vererben von Millionen geschaft. Auch nicht durch Subventionierung einzelner Sparten und durch die Nichtzerschlagung von Monopolen. Die FDP und das wird jetzt im Wahlkampf wieder sehr deutlich bedient ein Klientel. Die unteren Einkommen werden draufzahlen müssen, wenn nicht über die direkten Steuern dann über Mehrwertsteuererhöhungen oder durch Zuzahlungen bei staatlichen Leistungen. Das ist im Nettobegriff der FDP nicht enthalten.

Chris