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Dienstag, 6. Oktober 2020

Streiks im öffentlichen Dienst

Es ist mal wieder soweit und das Narrativ ist klar. Für mehr Lohn zu kämpfen ist schon okay, aber soll bitte niemanden stören und nichts kosten.

Dieses Jahr kommt ein weiteres hinzu. Zwar gibt es neuerdings Helden im öffentlichen Dienst, aber dort wird das Narrativ auf die Pflege (Krankenhaus und Altenpflege) und Kindererziehung gedrückt. Vergessen sind die Gesundheitsämter, die Arbeitsagenturen, welche die staatlichen Hilfsleistungen verteilt haben, die Finanzämter, welche kurzfristig Unternehmen mit ihren Steueranpassungen geholfen haben, Müllfrauen und -männer, die die Straßen weiterhin sauber hielten, WasserwerkerInnen die in Quarantäne waren, um sicherzustellen, dass wir fließendes Wasser haben, Leher die neue Konzepte entwickelt haben, um die Schulen irgendwie am Laufen zu halten, Ämter die sich um Hygeneregeln bemühen, welche einen geringen Einfluss auf das Leben haben, Forscher, die die Krise von A bis Z Analysieren, um Entscheidungshilfen zu geben, usw. Die Liste ist sehr lang. 

Was präsentieren uns die Medien. Die Menschen im öffentlichen Dienst sollen sich nicht so haben, schließlich haben sie noch einen Job und außerdem sind die Kassen leer. Das von den Arbeitgebern, dem Staat der Milliarden raushaut, die Aussage kommt "Wir haben kein Geld" kann kaum gelesen werden, bzw. ist kaum sichtbar.

Ich finde die Analyse, dass die Schreiberlinge der deutschen Zeitungslandschaft erkennen wie unwichtig ihre Berufe eigentlich sind. Würden sie streiken würde es niemand wahrnehmen. Ähnlich geht es vielen, die sich jetzt aufregen, wie der öffentliche Dienst denn in einer solchen Krise Forderungens stellen kann. Komisch, dass es die gleichen sind, die in jeder Krise Forderungen stellen, wenn es um Unternehmensrettungen, Steuererleichterungen und vieles mehr geht. Fordert der Pöbel vor allem wenn er vom Staat finanziert wird, dann kriegen diese Personen Schappatmung. Sie wollen einfach nicht akzeptieren, dass die Sinnhaftigkeit vieler Berufe im öffentlichen Dienst deutlich höher ist, als bei ihrem eigenen.

Darum STREIKEN, STREIKEN, STREIKEN. Es ist Zeit. Wenn nicht jetzt wann dann?

Chris

Montag, 1. Juli 2019

Kriegstreiber

Wer mal schauen möchte wie die deutsche Elite (zumindest der Presse) die Rolle Deutschlands in der Welt sieht, sollte sich den aktuellen Presseclub ansehen. Da sitzen alte Männer und eine Frau und reden über Krieg, Frieden und Ordnungsmacht so, als ob es sich um ein Spiel handelt. Der Iran ist der Schurke. So einfach macht man es sich. Denn der Iran (alleine) unterstützt Terroristen und ist der Kriegstreiber Nummer 1 in der Region. Solche Einschätzungen finde ich persönlich sehr erstaunlich. Denn es ist kein Geheimnis (die Medien die von diesen Menschen vertreten werden haben es publiziert), dass es einen Irakkrieg gab der von den USA angefangen und durchgeführt wurde. Es gibt den Syrienkrieg, wo der Iran richtigerweise beteiligt ist. Allerdings eben auch Russland, Israel, Frankreich, Großbritannien und die USA. Die regieren natürlich dort alle nur und treiben kein Krieg. Tausende Kilometer (außer bei Israel und dem Iran) von ihrer Grenze entfernt verteidigen sie ihre Staaten?!
Ein etwas einfaches Weltbild für angeblich so gebildete Menschen. Eingebildet trifft es besser. Es ist halt einfach nur über das Jetzt zu berichten und jegliche Historie auszublenden. Ja der Iran hat eine Drohne abgeschossen. Wenn man die Bruch eins Vertrages der USA, die Verlagerung von Kampfverbänden der USA in die Region, dem Ausbau des Embargos, etc, ausblendet, dann ist der Iran der Aggressor. Das ist aber in etwa so sinnvoll, wie zu behaupten das Gesicht eines Menschen den ich Schlage sei in meine Faust gefallen...

Chris

Freitag, 2. März 2018

Warum jetzt?

Die Medien wachen auf. Nach einer Tiefschlafphase von einem Jahrzehnt erkennen sie das Problem der Pflege oder der Sozialleistungen. Die Medienvertreter werfen der Politik Versagen vor. Zu Recht, aber selbstkritisch könnten sie auch sein. Wer in hunderten Talkshows von Sicherheit als Kernthema lamentiert und zentrale Themen wie das Soziale außen vor lässt, soll jetzt nicht mahnend den Finger heben. Mal sehen wie schnell das Ganze wieder verpufft. Spätestens, wenn der nächste Anschlag passiert, werden sich die Medien auf den Unsinn stürzen. 
Man hätte diese Themen im Wahlkampf plazieren können. Es passierte nicht. Stattdessen wurde die AfD und die Flüchtlinge als zentrales Thema "erkannt". Da brauchte man nicht recherchieren und das warme Büro verlassen. Ein paar Vorurteile und lautes Poltern und schon war das Thema fertig. Pflege betrifft zwar viele Menschen, aber die Probleme lassen sich nicht durch lautes Poltern lösen. Man braucht Ressourcen, Konzepte, gute politische Arbeit eben. Das interessiert Medien nicht. Das ist nicht emotional, sondern rational. Damit kriegt man keine Aufreger und Klicks hin. Damit ist man weniger präsent. Darum wird es ausgeblendet.

Chris

Freitag, 22. Dezember 2017

Entwarnung will der Bund der Steuerzahler nicht geben

Natürlich will das der Bund der Reichen, ähm Steuerzahler nicht. Wer eine Schuldenuhr aufhängt ohne eine Vermögensuhr daneben zu hängen ist von Grund auf unseriös. 
Hier mal ein Beispiele wo jeder merkt was für ein Quatsch das ist.
Man gründet ein Bund der Krankenhäuser. Dann stellt man eine Uhr auf mit den Toten im Krankenhaus. Es gibt aber keine Statistik der Leistungen des Krankenhauses oder wievielen Menschen geholfen wurde. Dann argumentiert man, dass Krankenhäuser reformiert werden müssen. Schließlich gibt es dort zu viele Tote. Der Vorschlag ist dann die Türen zu verschließen. Wenn niemand mehr reinkommt, dann gibt es keine Toten mehr.

Jeder bei Verstand merkt, dass dieses konstruierte Beispiel Blödsinn ist. Beim Bund der Steuerzahler ist es eine Meldung Wert. Das ist im Grunde kein Problem, wenn man das Label "Fake News" oder "Achtung Werbung" oder "Achtung Lobbyistenmedlung der reichsten 1%" dranscheibt.

Chris

Dienstag, 19. Dezember 2017

Interviewempfehlung

Ein interessantes Interview mit Wolf-Jürgen Stahl. Er ist General der Bundeswehr und verantwortlich vor Ort. Spannend für mich ist die Weltsicht des Generals. In seinen Augen verteidigt er tatsächlich die Sicherheit Deutschlands in Afghanistan. Interessanterweise ist ein Kriterium für den Erfolg der Mission, dass es keinen Anschlag eines Afghanen in Deutschland gab. Nach dieser Definition war der Einsatz allerdings schon im Vorfeld ein Erfolg. Auch sonst ist er nicht in der Lage ein Kriterium für den Erfolg der Mission zu definieren. Das muss er nicht, da er nur das ausführende Organ des Parlaments ist. Allerdings gibt er sehr wahrscheinlich die Gedankenwelt des Verteidigungsministeriums wieder. Man hat ganz sicher kein messbares Kriterium. 
Weiterhin ist interessant, dass er als Militär meint, man müsse die Afghanen weiter unterstützen, da das Land noch nicht befriedet ist. Gleichzeitig wird in Deutschland Afghanistan als sicheres Herkunftsland dargestellt. Die freie Antwort zu dieser Frage wäre interessant gewesen. Andererseits hätte es diese nicht gegeben, da Herr Stahl als General in gewisser Weise auch Politiker ist.

Nachsatz
Ich kann mich nicht erinnern, dass deutlich besser finanzierten öffentlich rechtlichen Anstalten konsequent vom Afghanistaneinsatz berichten (vor Ort). Man muss nicht immer empört eine Position beziehen. Für mich als Gegner des Einsatzes ist es interessant die Gegenpositionen zu hören. In manchen Punkten kann ich dem General sogar zustimmen.

Chris

Dienstag, 27. Juni 2017

Alle sind sich beim Giftgas sicher gewesen

Nun kommen doch Zweifel auf. Was ich den Mainstream Medien vorwerfe ist, dass sie zu unkritisch sind. Wenn sie die Menschen aufscheuchen, dann entstehen Kriege und es sterben Menschen. Hinterher sagen sie sinngemäß
"...basierend auf der damaligen Faktenlage...", "...uns ist wohl ein Fehler unterlaufen..." oder
"...".
Eben jene Medien die hinterher von NATO Lügen berichten, hängen an den Worten derer Pressesprecher. Anonyme Quellen aus dem Geheimdienst werden genutzt ohne sich zu fragen, ob vielleicht, nur vielleicht, eine Motivation hinter der Informationsbereitstellung steht. Vor allem, wenn die Quelle Anonym bleiben will und es sich um Skandale wie Mord, Terror und Giftgas handelt. Der schnelle Schuß die kurze Aufregung und Emotionen. Die kriegt man schnell transportiert. Wir sind dann wieder die Guten und das tote Kinder aufgrund dieser miesen Berichterstattung zu keinem Aufschrei führen ist egal. Wer hätte das wissen können.

Mehr und mehr wird einem bewußt, dass wir in die Vergangenheit, wo ganze Völker der Propaganda erlegen sind, nicht ganz so arrogant zurückschauen sollten. Unsere Propaganda wird bereitwillig von der freien Presse verteilt. Der Grund ist einfach. Man will dem König nahe sein. Macht strahlt ab. Macht ist Boulevard. So lesen sich auch viele Berichte. Inhalt ist unsexy und daher ist es besser Emotionen zu verbreiten und in Kauf zu nehmen das Menschen sterben, anstatt sachlich zu berichten.
Syrien ist dabei kein Einzelfall. Jeder Terroranschlag folgt diesem Schema.

Chris

Montag, 10. April 2017

Medienkritik

Ich glaube sie merken nicht mal mehr, was für Widersprüche sie produzieren. So einen Journalismus braucht man nicht. Zu Recht kritisiert SPON die Inzenierung des Krieges durch den US Präsidenten.
Donald Trump inszenierte seinen Militärschlag gegen Syrien wie eine billige Realityshow. Doch die US-Medien beißen willig an - denn nichts verkauft sich so gut wie Krieg.

Man denkt sich, endlich haben sie es verstanden. Krieg ist schlecht, Mord auch. Wenigstens für irgendwas ist Donald Trump nütze. Dann dieser Satz
Das Foto aus dem "Situation Room", in diesem Fall ein Nebenzimmer in Trumps Privatklub Mar-a-Lago, wo sie die legendäre Szene der Aktion gegen Osama bin Laden vom Mai 2011 amateurhaft zu kopieren versuchten.

Wenn Obama Menschen ermordete, dann ist es legendär. Die Kritik, dass US Medien willig dem Präsidenten hinterherlaufen, untermalt SPON damit, dass sie genau das gleiche getan haben. Nur war es eben ein Demokrat und kein Repulikaner. Die Taten sind die gleichen, aber Mord scheint in Ordnung zu sein, wenn man die anordnende Person besser leiden kann...

Chris

Mittwoch, 14. Dezember 2016

Postfaktischer Wahnsinn

Nett wie über das postfaktische gejammert wird. Vor allem von jenen Pressevertretern die ungeprüft Aussagen von Geheimdiensten übernehmen. Da kommen dann solche postfaktischen Aussagen wie "Putin wird die Wahlen in Deutschland manipulieren" oder "Er hat bereits die Wahlen in den USA massiv manipuliert". Keine Quelle, keine Quantitätsangabe, einfache Behauptungen, eben postfaktisch. 
Es sind auch die Medien die unkritisch einen Hans-Werner Sinn postulieren lassen, dass der Mindestlohn 1 Millionen Arbeitslose kreieren wird. Auch hier gab es keine Fakten, sondern nur Modelle die beim näheren Hinschauen einfach nur lächerlich waren und sind. Den Vergleich mit der Realität hat diese Aussage nicht standgehalten. Es war eben nur eine in Mathematik gegossene Behauptung.
Postfaktische Behauptungen sind also vielfältiger und länger im Gebrauch. Im Grunde geht es bei der aktuellen Kritik um die Deutungshoheit. Unsinn wird und wurde schon immer verbreitet. Wer das nicht glaubt, sollte Werbung anschauen.

Chris

Freitag, 11. November 2016

Wie schnell sich die Welt doch ändert

Am 9.11. geht die Welt an den Börsen unter
Börse: Trump-Sieg lässt Kurse weltweit abstürzen
nur um zwei Tage später durch die gleiche Ursache wieder gerettet worden zu sein.
Börse: Trump treibt Dow Jones auf Allzeithoch
Wer nimmt diese mediale Aufregung eigentlich noch Ernst?  Richtig ist, dass Donald Trump ein Arschloch ist. Na und? Wieviele Arschlöcher wurden in höchsten Tönen gelobt, weil sie reich und erfolgreich sind? Nur lebt Trump es eben nach außen aus. Das war seine Wahlstrategie, welche vortrefflich aufging. Framing ist hier das Stichwort. Ihm Unvernunft und Dummheit vorzuwerfen ist absurd. Er ist immerhin clever genug Milliarden Dollar zusammengerafft zu haben. 

Chris

Montag, 1. August 2016

Uns sagen sie immer, dass Überwachung kein Problem ist, wenn man nichts zu befürchten hat

Ein vortreffliches Beispiel, wie man die öffentliche Meinung vom eigentlichen Problem ablenkt. Die Führung der Demokraten in den USA hatten keine Lust auf Bernie Sanders und haben gegen ihn im Vorwahlkampf gearbeitet. Das ist nicht üblich. Statt diesen Fehler einzugestehen ist es jetzt die Schuld Russlands, das angeblich die E Mails veröffentlicht hat, welche die Einstellung und Arbeit der demokratischen Führung publik gemacht hatten.

Die Enthüllungsplattform WikiLeaks hatte kurz vor Beginn des Nominierungsparteitags der Demokraten Tausende E-Mails veröffentlicht. Aus den Nachrichten ging hervor, dass die Parteispitze im Vorwahlkampf Clinton den Vorzug vor dem linken Senator Bernie Sanders gab. Das Gremium soll eigentlich neutral sein.
Die E-Mails schürten die Wut im linken Parteiflügel der Demokraten, der Clinton ohnehin skeptisch sieht. Parteichefin Debbie Wasserman Schultz kündigte als Konsequenz ihren Rücktritt an.
Auch der amtierende Präsident Barack Obama hatte eine Beteiligung Moskaus an dem Hackerangriff nicht ausgeschlossen.

Man verschiebt also die Schuldfrage nach Russland. Nicht die Tätigkeit an sich, sondern das diese Tätigkeit publik gemacht wurde, wird versucht zu skandalisieren. Das ist in etwa so, als wenn ein Kind in einer Klausur schreibt. Wenn ein anderes Kind darauf hinweist, dass abgeschrieben wird, dann wird dieses Kind bestraft. Es ist also absurd. Das Feindbild Russland wird durchsichtig genutzt, um von den eigenen Fehlern abzulenken. Wenn es Russland war, wird natürlich versucht Einfluss zu nehmen. Nur muss man sich folgendes klar machen. Gäbe es keine E Mails, gäbe es keine Probleme der Veröffentlichung.
Das Ganze ist extrem durchsichtig und wird trotzdem leider funktionieren.

Chris

Freitag, 6. Februar 2015

Medienwiderprüche

Mich wundert der Begriff "Lügenpresse" gar nicht mehr. Wenn, aber nur wenn, die Presse verstehen möchte wieso die Menschen auf die Idee kommen, dass sie angelogen werden, sollten sie sich folgende paar Widersprüche zu gemüte führen. Diese Widersprüche tauchen teilweise innerhalb einer Meldung auf oder teilweise direkt hintereinander. 
  • Der neuen griechischen Regierung wird vorgeworfen, dass sie von ihrem (so der Tenor) absurden und unrealistischen Reformprogramm weggehen soll. Denn, so die Begründung, diese Reformen sind viel zu teuer und bringen nichts. Die griechische Regierung soll wieder zu den Reformen der Troika unter der Führung Deutschlands zurückkehren. In der ganzen Meldung werden die Reformen der Troika als billiger und funktionierend angenommen. Dabei steigen die Schulden Griechenlands weiter, die Arbeitslosigkeit ist hoch und die sozialstaatlichen Leistungen brechen zusammen. Das Nichtfunktionieren der Troika Reformen führte erst zum Wahlsieg. Genau mit dieser Aussage stellt sich die griechische Regierung vor die Öffentlichkeit. Stattdessen werden sie für Reformen kritisiert, statt die Troika Reformen zu hinterfragen.
  • Kurz dahinter kommt dann der Verweis, dass wir "den Griechen" das Geld nicht hinterherwerfen dürfen. Schäuble müsse seine Wähler vor zu hohen Verlusten schützen. Die Kritik an den Steuersparmodellen aus Luxemburg und deren vernünftige Aufklärung wird aber nicht von ihm gefordert. Das Bild was sich daraus ergibt ist, dass ein Land sich an anderen bereichern darf, wenn es Konzerninteressen dient. Ein anderes Land darf es nicht, weil es den Bürgerinteressen dient. Wie glaubwürdig wirken Medien, wenn sie dieses Bild nicht auflösen?
  • Terror und Unfreiheit ist eines der Lieblingsthemen. Terror machen immer nur arme Menschen und bedrohen unsere Freiheit. Die Folterungen der USA oder die Drohenangriffe auf eben jene armen Menschen werden nicht dagegengesetzt. Wie ideologisch verblendet muss man sein um nicht zu erkennen, dass foltern und töten, foltern und töten bleibt egal welche Ideologie sie begründet. Ob jemand Moslem ist und tötet oder es tut um die westlichen Werte zu verteidigen ist vollkommen egal. 
  • Russland und die Berichterstattung zum Ukrainekonflikt ist eine Katastrophe. Fakt ist, dass niemand etwas genaues weiß. Kaum jemand von den Journalisten war in der Ukraine, bzw. möchte dort  hin. Korrespondenten aus Washington berichten über die Zustände in Kiew. Wie klarer kann man nach außen ein Bild der ideologischen Abhängigkeit zeichnen? Wie gesagt es geht nicht darum zu behaupten, dass alle Journalisten Ideologen ohne eigene Meinung seien. Es geht darum zu zeigen, wieso es so wirkt. Die Berichterstattung an sich ist widersprüchlich und in den seltensten Fällen faktenbasiert. Die Ukraine buhlt aktuell um militärische Hilfe in Form von Waffenlieferungen. Auf den Hinweis, dass dieses Land eine große Militärindustrie hätte, verweist die Regierung aus Kiew, dass das Verteidigungsministerium von russlandfreundlichen Rebellen unterwandert sei. Es müsse erst einmal gereinigt werden. Solche Nachrichten kann man beim Deutschlandfunk unhinterfragt hören. 
  • Noch ein Punkt ist die Kriegstreiberei. Ich frage mich dabei immer wo sie die Historiker und Politologen auftreiben, welche mehr Verantwortung in Form militärischer Einsätze legitimieren. Man kann nur froh sein, dass diese Spinner nach dem 2.WK nicht das Sagen gehabt haben. Als Folge hätte es wahrscheinlich weiter Krieg in Europa gegeben. Krieg zu führen, um den Frieden zu sichern funktioniert nicht. Man kann eben auch nicht gleichzeitig essen und nicht essen oder jemanden schlagen und nicht schlagen. Das wird aber versucht. Jeder der dagegen ist, wird als Feigling bezeichnet. Dabei sind diejenigen feige die Krieg fordern. Waren sie schon einmal in Kriegsgebieten? Sind sie es die kämpfen müssen? Natürlich nicht. Für die Medien ist es wie in einem Hollywoodfilm. Wir gegen Die. Statt nach Sinn und Unsinn zu fragen, läuft man mit und freut sich über die tollen Fotos mit den Kampfflugzeugen und Panzern im Hintergrund.
  • Die Pegidablase ist grandios. Ein großer Aufreger in der Medienlandschaft. Wie konnte es dazu kommen. Die endlosen Angstartikel über den Islam und die bösen, schmarotzenden Ausländer sind vergessen. Wer den Begriff "Lügenpresse" als Journalist verstehen möchte, braucht nur die Schlagzeilen des letzten Jahres mit denen zur Widerlegung der Pegidapropaganda vergleichen. 
  • Offener Rassismus gegenüber Muslimen ist der letzte hier vorgebrachte Punkt. Immer wenn etwas passiert und es war ein Moslem, müssen alle Muslime sich rechtfertigen. Haben wir uns schon mal entschuldigt und gerechtfertigt, weil die USA mit ihren Folterungen unsere westlichen Werte verteidigt? Die aktuelle Anstalt thematisiert diesen Irrsinn zu Recht.
Chris

Dienstag, 3. Februar 2015

Freiwillige Zensur

Die Presseschau des Deutschlandfunks heute morgen zeigte mir, dass die Gleichschaltung der deutschen Medien immer noch Bestand hat. Zwar werden die geplanten oder nicht Waffenlieferungen der USA an die Ukraine teilweise kritisch gesehen, aber Russland ist in jedem Beitrag der Aggressor der die Krise weiter anheizt. Kein Verweis, dass der Einfluss Russlands auf die Separatisten vielleicht nicht so groß ist wie man glaubt. Kein Hinweis, dass die Ukrainische Regierung durch einen Putsch an die Macht kam und sich nicht gerade durch Deeskalation auszeichnet. Erstaunlich ist, wie kriegstreiberisch einige Artikel sind. Es geht um Menschen. Krieg sollte eigentlich nie ein Mittel sein. Vor allem sollte man wenn man keine Ahnung hat von außen, genau das tun enige unsere Medienteilnehmer, den Konflikt nicht anheizen. Faktisch niemand hat eine Ahnung was in der Ukraine vor sich geht. Dafür müsste man wenigstens in die Krisenregionen fahren und mit den Menschen reden. Stattdessen wertet man Veröffentlichungen der Geheimdienste, Regierungen oder anderer Medien die das gleiche tun aus. Das nennt sich dann unabhängiger Journalismus. Unabhängig ist daran nur, dass sich die Medien freiwillig in eine gewisse Zensur begeben.

Chris

Dienstag, 17. Juni 2014

Ja, ja die deutschen Medien sind SOOOOO unabhängig und bilden sich ihre eigene unvoreingenommene Meinung

Es ist eine Frechheit, dass eine so schwachsinnige Überschrift von Rundfunkbeiträgen finanziert wird. Die Russen spüren die Feindseligkeit die ihnen durch den Westen entgegenschlägt. Daraufhin fahren sie weniger in diese Richtung in Urlaub. Das ist das nicht etwa die Schuld der westlichen Medien und Politik, sondern der Russen. Interessant sind mehrere Dinge an der Meldung. Zum Einen liegt Karlsbad nicht in der Ukraine. Wer die Überschrift ließt, kommt auf die Idee, dass die russische Armee den Ort Karlsberg in der Ukraine belagert. Erst mit lesen des Textes wird klar, dass es sich um einen Kurort in Tschechien handelt in dem die Urlaubsgäste ausbleiben. Ist das eine Meldung wert? Wohl kaum.
Weiterhin steht in der Überschrift, dass Russen den Ort in die Krise stürzen. Warum fahren denn keine Deutschen, Franzosen, Polen und der Rest der EU in diesen Ort. Ebensogut könnte man schreiben EU stürzt Karlsberg in die Krise. Natürlich sind die Traditionen diesen Ort zu besuchen nicht gegeben, einen Vorwurf gegen ein Land und seine Bewohner herzuleiten ist schon sehr fadenscheinig. Propaganda ist genau dann dann, wenn die Aussage im Grunde stimmt, aber die Worte zur Vermittlung dieser Aussage so gewählt sind, dass eine bestimmte Gruppe denunziert wird.

Chris

Dienstag, 18. März 2014

Axiomatische Berichterstattung

Der Markt liefert immer das beste Ergebnis. Putin ist böse. Setzt man solche Axiome an den Anfang seiner Argumentationskette, dann erklären sich ideologisch verbrämte und merkwürdig schwachsinnige Artikel wie dieser hier. Aussagen wie die von Gysi

Wenn Völkerrechtsverletzer einem Völkerrechtsverletzer vorwerfen, das Völkerrecht zu verletzen, ist das unglaubwürdig.

werden mit der Frage

Ist die Linke eine Partei voller Putin-Versteher? 

Dabei hat Gysi recht. Völkerrecht wird in einer Tour vom Westen verletzt und wenn eben diese Staaten nun mahnen, dann kann man sie dafür nur auslachen. Das diese Kritik nicht bei den Politikeliten ankommt ist klar. Denn das Axiom ist, dass Putin böse ist. Vor diesem Hintergrund sind seine Taten schlechter als die Eigenen.
Da läuft der Umsturz in der Ukraine unter den Schlagwörtern Faschisten und Neofaschisten, Putsch und Tragödie.

Es ist richtig, dass es ein Putsch war. Ob man Janukowitsch leiden kann oder nicht, er wurde nicht verfassungsgemäß abgesetzt. An der neuen Regierungsind Faschisten beteiligt. Steinmeier sollte es wissen, er schüttelte einigen die Hand. Eine Tragödie ist es sowieso. Begründet wird es mitleidig mit

Es sind alte Muster, die sich auch aus den Prägungen der Parteiströmungen - hier die DDR-Staatsräson, dort westdeutscher Antikapitalismus - ergeben.

Dieser Satz sagt mehr aus als alle anderen. Es wird nicht über Argumente, sondern nur noch über Gefühle diskutiert. Eigene Standpunkte werden nicht hinterfragt. Das ist im Grunde das schlimmste. Wir denken nicht nach wie es dazu kommen konnte. Wir schieben die Schuld bequem nach Russland. Das ist gut für unsere Medien und Politiker. Der NSA Skandal und der massive Vertrauensbruch der USA sind vergessen. Wir stehen wieder gemeinsam als Front gegen die rote Gefahr. Aber die rote Gefahr gibt es nicht mehr. Das sollten die Schreiberlinge des deutschen Journalismus begreifen. Die Gefahren lauern woanders. Sie lauern in den Büros der Falken, der Hardliner, eben den Menschen die hunderte Kilometer hinter der Front meinen Krieg sei eine Fortsetzung der Diplomatie. 

Chris

Mittwoch, 15. Januar 2014

SPON - Stammtisch Propaganda Ohne Niveau

SPON wird immer schlechter. Erst ließt man das Angela Merkel der Blickfang auf jedem Weltwirtschaftsforum bisher war und nun, dass ein Präsident Marktwirtschaft lernt. Denn wir Deutschen wir wissen wie man wirtschaftet. Wir haben Überschüsse und das ist toll. Alle anderen sollen es uns nachmachen, auch wenn das in der Realität UNMÖGLICH ist. Das alle Länder der Welt Exportüberschüsse haben ist so unmöglich wie, dass Ja, Nein ist. Somit ist das Lob an Hollande, dass er endlich Marktwirtschaft lernt einfach nur absurd. Gerade wir Deutschen, die wir Niedriglöhner Geld zum Aufstocken geben und damit die Preise massiv verzerren, die wir Hartz 4 Sanktionen zulassen und damit die freie Wahl nach einem Arbeitsplatz verbieten (zumindest am unteren Ende). Was nützen uns die tollen Wirtschaftsdaten, wenn sie eigentlich nur heiße Luft sind. Güter sind Werte, nicht Scheine, auf denen in Ländern deren Wirtschaft zusammenbricht (Dank unserer Reformvorschläge),  steht, dass wir Güter in der Zukunft von diesen Ländern kaufen können. Wir leben in einer Scheinwelt im doppelten Sinne. Sie ist irreal. Wir glauben das Guthaben bei Banken real sind. Wir lachen über Hauseigentümer die dachten, dass der Hauswert ewig steigt und glauben daran, dass Auslandsüberschüsse etwas Wert sind. Sie sind etwas Wert, allerdings nur wenn man etwas kauft. Wir Deutschen sollten etwas über Marktwirtschaft lernen und nicht auf Stammtischniveau darüber gönnerhaft feiern, dass Frankreich die gleiche Fehler macht wie wir. Wir sollten sie warnen aus eigenen Fehlern lernen. Hierzu müsste man sie erst einmal erkennen.

Chris

Montag, 23. Dezember 2013

Frohe Weihnachten

Abhören ist doch nicht so schlimm, wenn man nichts zu verbergen hat. Das ist das Todschlagargument gegen eine schärfere Kontrolle der Geheimdienste. Im Gegenzug könnte man unsere Politiker fragen, wieso sie den Korruptionsgesetzen nicht zustimmen, welche schon lange in der Schublage des Bundestages liegen. Oder haben sie etwas zu verbergen? Oder wie sieht es mit Whistleblowerschutz aus? Den gibt es in Deutschland nicht. Wenn doch die tugendhaften deutschen Unternehmen nichts zu verbergen haben, dann könnte man hier doch auch mal eine der vielen Gesetzesinitiativen durchbringen. 
Statt diesen und ähnlichen Fragen feiern wir lieber die Entlassung eines Milliardärs, der sein Geld durch zwielichtige Geschäfte erlangte und irgendwie in Ungnade des Kremlchefs geriet. Diese Ungnade macht ihm zur Fackel der Freiheit, zum Vorbild. Frohe Weihnacht.

Chris

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Uns geht es super!!!

Die deutsche Wirtschaft bleibt zukunftsfroh schreibt SPON. Das ist aber schön. Wer ist eigentlich diese deutsche Wirtschaft und warum ist sie so zufrieden? Die Wirtschaft sind zu allererst die Menschen die hier leben. Davon sind knapp 20% von Armut bedroht. Aber immerhin ist man zukunftsfroh. Wirtschaft stets und ständig mit Konzernen und Unternehmen gleichzusetzen ist, reduziert die Probleme dramatisch. Es wird davon ausgegangen, dass das was für Unternehmen gut sei, automatisch auch für die Menschen die für sie arbeiten gut sei. Das kann sein, muss es aber nicht. Für Telco war es sicher gut, dass es Arbeiter hatte die in einer Atomruine geklettert sind. Es ist zu bezweifeln, dass die Arbeiter das auch so sehen.
Davon abgesehen, wird nicht etwa die wirtschaftliche Entwicklung betrachtet, sondern die Erwartungen der Wirtschaft in Form des IFO Index. Das wäre etwa so, dass man den körperlichen Zustand eines Drogenabhängigen anhand seiner Aussagen direkt nach einem neuen Schuss bewerten würde. Unabhängigkeit sieht anders aus. 

Chris

Donnerstag, 5. Dezember 2013

Weihnachtswunder

Bald ist Weihnachten. Wie jedes Jahr, so auch dieses, werden die Verkaufszahlen des Einzelhandels in den Himmel gelobt. Das ist einfach, da die Zahlen wie jedes Jahr höher sind als im Rest des Jahres.
Hier mal die Entwicklung über das ganze Jahr vom statistischen Bundesamt. Wer wird denn gleich pessimistisch werden?
 
Chris

Mittwoch, 9. Oktober 2013

Zugleich plädierte Friedrich für mehr Härte gegenüber wirtschaftlichen Migranten

Genau Herr Friedrich. Ich unterstütze sie vollständig. Schmeißt die Reichen aus den Städten. Sie treiben die Mieten und Lebenshaltungskosten. Diese wirtschaftlichen Migranten missbrauchen die EU-Freizügigkeit, um Steuern und Abgaben zu sparen. Große Konzerne sind noch viel schlimmer. In ihrer Not pflastern sie kleine Staaten mit Briefkästen zu. Herr Friedrich übernehmen sie. Wir brauchen ihre Härte. Die Härte die sie vor der US Regierung bezüglich des NSA Abhörskandals (die amerikanischen Stromunternehmer tun mehr gegen diese Datenkrake, als unsere Regierung) gezeigt haben war schließlich vorbildlich....

Aber im Ernst. Friedrich ist ein typisch rechter Politiker. Ein paar Wirtschaftsflüchtlinge werden das Abendland zerstören. Sie und nicht die Banken, Regierungen und Großenkonzerne sind es, welche die aktuelle Eurokrise verursachen. Friedrich schiebt die Schuld zu den Armen. Wären sie reich brauchten sie nicht kommen. Friedrich und andere aus diese Ecke schreien, wenn es um die Vermeidung des Islams gehen, WIR SIND EIN CHRISTLICHER KONTINENT. Das es im Christentum so etwas wie Nächstenliebe gibt, interessiert nicht. Friedrich zeigt in ganzer Klarheit, dass uns das Leid anderer nicht interessiert. Aber wir wollen ihre Leichen bitte nicht an unseren Stränden. Während wir uns am Abend Filme wie Oblivion ansehen können und nicht Verstehen wieso eine Gesellschaft auf einer Raumstation ignorant leben kann, während der Rest der Welt leidet.

Chris

Dienstag, 10. September 2013

Aus dem Spiegel

Er wirkte wie nur so dahingesagt, der Vorschlag von US-Außenminister Kerry: Ein Militärschlag gegen Syrien sei abwendbar, wenn das Land seine Chemiewaffen unter internationale Aufsicht stelle. Nun erwägt das Regime die Offerte tatsächlich. Obama würde sein Gesicht wahren, doch Assad hätte mehr Zeit zum Töten. 

Danke lieber Spiegel, dass du die Rebellen und alle anderen die in Syrien kämpfen außen vor lässt. In Syrien herrscht ein Bürgerkrieg. Es gibt genug Syrer die Assad als legitimen Führer ihrer Nation sehen. Lange genug war er gut genug, um mit uns zu handeln und Verträge abzuschließen. Man war sich nicht zu Schade ihn zum Nationalfeiertag einzuladen. Nun ist er böse. Er hat Chemiewaffen benutzt, da sind sich die deutschen Medien sicher. Dabei ist sich niemand sicher. Klar ist nur, dass diese Waffen verwendet wurden, nicht aber von wem. Und selbst wenn Assad der Schuldige war, ist mir nicht klar was ein Flächenbombardement Syriens durch die USA bewirken soll. Werden dadurch Syrer gerettet? Wer legitimiert die Rebellen. Vor allem, da es die Rebellen als homogene Gruppe nicht gibt. Wäre Assad weg, würden eventuell diese Gruppen wieder gegeneinander kämpfen, um das Machtvakuum zu füllen. Alles in allem keine einfache Situation die man mit ein paar Bomben lösen kann. Dem Auspruch der Spiegels "Assad hätte mehr Zeit zum töten", wenn man eine diplomatische Lösung sucht, könnte man entgegen stellen, dass die USA und ihre Verbündeten weniger Zeit zum Töten hätten. 

Chris