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Montag, 28. August 2017

Huch ein differenzierter Beitrag

Was ist da denn passiert? Wenn dann noch die Löhne mit einbezogen worden wären, dann hätten sich die Leser ein komplettes Bild machen können. So macht man Journalismus. Man stellt einfach mal die Positionen dar. Durch die unterschiedlichen Darstellungen wird sehr schnell klar, dass jeder, alles argumentieren kann. Selbst der eher neoliberale Spiegel muss zugeben, dass nicht alles so rosa ist, wie sie es selbst seit Jahren darstellen.

Chris

Donnerstag, 18. Juni 2015

Traumwelten

Die Unternehmen scheinen Angst zu haben. Das sind für die Arbeitnehmer gute Zeiten. Michael Hüther argumentiert gegen ein Gesetz, welches Werkverträge erschwert. Da er schwerlich argumentieren kann, dass unterschiedliche Bezahlung für gleiche Arbeit in Ordnung sei, kommt er mit Moral. Moral ist der letzte Rückzugsort des argumentelosen Lobbyisten. So kommt er zu solchen, dann zwingenden Aussagen.


Denn wenn für uns alle, die Moral etwas wichtiges ist, dann nehmen unmoralische Unternehmen Schaden und verschwinden vom Markt. Nachdem man mit dem Lachen fertig ist, kann man nur in Richtung Lobbyistenelfenbeinturm rufen: "Dann sind ja alle Probleme gelöst. Ich dachte schon, dass Amazon Marktführer werden könnte..."
Hüther lebt in einer Traumwelt. Moral ist gut und wichtig. In der Regel kommen fast immer erst die Marktentscheidungen und dann die Moral zum Zuge. Moralische Entscheidungen sind in aller Regel Abfallprodukte, aber selten Resultat des Kapitalismus. Man kann ja mal versuchen seinen Aktionären zu erklären, dass die Gewinnerwartung etwas gesunken ist, weil moralische Löhne gezahlt worden sind. Das ist absurd. Die Moralargumentation wird immer genau dann vorgebracht, wenn man keine Argumente mehr hat. 
Es ist zum Beispiel jedem klar, dass Mord und Diebstahl unmoralisch sind. Wollen sie die Gesetze jetzt dafür abschaffen? Kinderarbeit ließe sich doch auch zwischen Unternehmen und Arbeitnehmern aushandeln... Das sind Überspitzungen, welche deutlich machen sollen, dass Moral gut ist. Man kann sie aber durchaus stärken, wenn man ihr rechtlichen Beistand gewährt. Denn die Berufung auf Moral, bringt gar nichts wenn man schlecht bezahlt wird.
Hüther ist in seinem Weltbild recht inkonsistent. Einerseits beruft er sich auf Moral, andererseits auf die Marktgesetze. Marktmechanismen sind nicht moralisch. Es gibt unendlich viele Beispiele an denen man das zeigen kann. Wenn Hüther Recht hätte, dann bräuchte man die Gesetze ja nicht. Es wäre kein Bedarf da.

Chris

Mittwoch, 25. Februar 2015

Ein Glück sind neoliberale Ökonomen keine Sporttrainer

Sie wären wohl nicht sehr erfolgreich. Statistisch lässt sich nachweisen, dass eine Flexibilisierung des Arbeitsmarktes zu einem Absinken der Produktivität der gesamten Volkswirtschaft führt. Übertragen auf die Trainingsmetapher heißt Flexibilisierung, dass ich niemandem in meiner Trainingsgruppe Zeit gebe sich zu entwickeln. Ich nehmen immer die aktuell besten und nicht fördere keine Talente. Die aktuell Besten sind dabei die älteren Kinder der Trainingsgruppe. D.h. man wird nicht durch effektives Training besser, sondern durch Alter. Insgesamt über die Zeit gesehen sinkt die Leistung der Gruppe. Parallel dazu sinkt natürlich die Motivation sich anzustrengen. Man wird schließlich nicht gefördert, wenn man jung ist. Auch sind Investitionen als Trainer, welche die Trainingseffektivität erhöhen nicht notwendig. Denn Alter und nicht Trainingseffektivität zählt.
So erklärt klingt das ganze vollkommen absurd. Im Bezug auf den Arbeitsmarkt ist es gängige Ideologie. Dort setzt sich im Niedriglohnbereich nicht der Produktivste, sondern der Billigste durch. Verbesserungen in den Prozessabläufen wird es nicht geben, da die Personen nicht lang genug da sind, um Fehler zu erkennen. Hinzu kommt, dass die Motivation etwas zu ändern gering ist, wenn man das Gefühl hat ausgebeutet zu werden. Investitionen in bessere Verfahren, Technologien oder Weiterbildungen machen für den Unternehmer keinen Sinn. Sie Zielen auf die Produktivität und nicht auf den Lohn ab. Das insgesamt die Lohnkosten sinken können, interessiert in dieser Ideologie nicht. Auch die Weiterbildung der Arbeiter selbst wird behindert. Wenn ich nicht weiß was ich morgen arbeite, kann ich mich nicht weiterbilden. Höhere Löhne kann ich durch Mehrarbeit risikoärmer und einfacher erreichen. Allerdings sorgt dies für ein weiteres sinken der Löhne, obwohl es lokal für den Einzelnen gesehen Sinn machen würde. Auf den Nachdenkseiten wurden diese Gedanken deutlich klarer formuliert

  • Eine Senkung der Löhne mache Arbeit billiger – Unternehmen könnten sich dann entweder mehr ArbeitnehmerInnen für die gleiche Gehaltssumme “leisten”, oder aber sie könnten ihre (dank geringerer Lohnkosten) billigeren Produkte besser verkaufen. Beides führe zu mehr Arbeitsplätzen.
  • Auch eine flexiblere Anpassung der Arbeitszeit an Arbeitsbedarfe senke die Kosten; zudem verhindere sie, dass teure Arbeitskraft ungenutzt bleibt.
  • Ein Abbau des Kündigungsschutzes mache es leichter, Beschäftigte wieder loszuwerden – was es Arbeitgebern erleichtere, sie überhaupt einzustellen.
  • Umgekehrt hemme ein “starrer” und teurer Kündigungsschutz Investitionen in arbeitssparende Technologie, führe also mittelbar zu geringerer Produktivität.
  • Zudem hemme ein “starrer”, weniger flexibler Arbeitsmarkt die notwendige Verschiebung von Arbeit aus alten, weniger produktiven in neue, produktivere Wirtschaftssektoren – gleichfalls mit dem Effekt einer geringeren Produktivität.

Allerdings wird dort selten mit Metaphern gearbeitet, die verdeutlichen wie absurd die neoliberalen Ideologien eigentlich sind. Andere Bereichen der Gesellschaft oder die Familie sind dort in meinen Augen am Eindrucksvollsten, weil sie dem Menschen Nahe sind und diese Ideologen so einfach entlarven.

Chris

Donnerstag, 20. Februar 2014

Das Land der Glückseligen

Reallöhne sinken 2013 überraschend kopiert SPON eine Reuters Meldung die tiefer geht. Denn was die Meldung über die letzten Jahre schreibt ist kein Grund zu feiern. Zwar sind die Reallöhne gestiegen, allerdings dürften sie dem Produktivitätswachstum hinterherhinken. Das bedeutet, obwohl Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern sehr günstig ist, wird es noch günstiger. Wie man unter diesen Umständen jemals den riesigen Berg an Exportüberschüssen reduzieren will ist mir nicht klar. Höhere Importe brauchen eine höhere Kaufkraft der Bevölkerung. Das der Einzelhandel und das Gastgewerbe schrumpft ist da nur logisch. 
Statt Reuters Meldungen nur zu kopieren, sollten die Medien endlich anfangen diese Zustände zu kritisieren. Stattdessen werden Indexprognosen gefeiert und Regierungspropaganda weitergegeben. 

Chris

Mittwoch, 19. Februar 2014

Hinter den Schlagzeilen: Fit for Fun

Menschen werden zu nicht selbstbestimmter Arbeit gezwungen – für einen Lohn, der gerade so reicht, um die Arbeitskraft arbeitgeberfreundlich zu regenerieren. Das geschieht tausendfach in Deutschland, vor allem unter der Knute von Hartz IV-Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. Nur “Sklaverei” wagte man dergleichen bisher nicht zu nennen. Vielleicht aus falscher Rücksichtnahme auf die Gemüter der verwöhnten Nachkriegsdeutschen. In Georg Rammers Satire ist es mit dieser Tarnung jetzt vorbei. Ein Arbeitsvermittler sagt, was Sache ist: “Sklavenmarkt” lautete seine Geschäftsidee.

• Guten Morgen! Darf ich Sie mal kurz sprechen?
• Geht jetzt nicht! Siehst doch, dass ich beschäftigt bin. Stell dich einfach hinten in die Schlange. Vielleicht hast heute auch noch Aussicht auf einen Job.
• Ich hab schon einen Job. Ich bin von der Gewerbeaufsicht.
• Sagen Sies doch gleich! Dachte, Sie wollen sich auch für einen Job anbieten wie alle hier. Also womit kann ich Ihnen helfen? Meine Papiere sind in Ordnung und die Standfläche hab ich ordnungsgemäß angemeldet.
• Aber das Schild hier…
• Was ist damit? Gibts was auszusetzen dran?
• Da steht … „Sklavenmarkt“.
• Oho, da liegt der Hund begraben! Also raus mit der Sprache. Wo ist das Problem?
• Also Sklavenmarkt, das geht nicht.
• Wieso? Verstehen Sie keinen Spaß? Das ist zielgerichtetes, offensives Marketing. Und es steht doch extra in Anführungszeichen. Da weiß doch jeder gleich, was gemeint ist. Seien Sie doch nicht so bürokratisch.
• Aber das ist geschmacklos.
• Werter Herr Kollege, über Geschmack lässt sich streiten. Also ich finde „Jobcenter“ auch nicht geschmackvoll. Und „Agentur für Arbeit“ raubt mir auch nicht grad den Atem. Da ist doch mein augenzwinkernder „Sklavenmarkt“ doch treffender, oder? Und ehrlicher.
• Aber das verstößt gegen die Menschenwürde.
• Ach jetzt kommen Sie damit! Machen Sie sich doch nicht lächerlich. Menschenwürde! Verstößt etwa „Fördern und Fordern“ nicht gegen Menschenwürde – und guten Geschmack sowieso? Schauen Sie sich doch mal in der Realität um: Da können Sie die Menschenrechte alle im Clo runterspülen! Sie stören sich am Wort? O.k., ich kann es auch anders nennen. Wie wärs mit „Fit for Fun“? Oder „Job macht frei“? Also nehmen Sies mir nicht übel, aber diese Meckerei und Miesmacherei ist doch typisch deutsch. Hauptsache, die Form stimmt. Das ist wie mit der Demokratie.
• Jetzt werfen Sie aber alles durcheinander. Was hat der Arbeitsmarkt mit Demokratie zu tun? Sklaverei ist einfach verboten.
• Ja, sag ich doch! Typisch deutsch. Wenn sie nicht weiterwissen, greifen sie halt einfach nach dem Verbot. Wissen Sie was? Unter den jungen Leuten hat nur noch jeder Vierte einen regulären Job, Vollzeit mit Vertrag. Alle andere: Leiharbeit, Minijob, Werkvertrag, Praktikum. Dort haben Sie Ihren Sklavenmarkt!
• Ich weiß schon. Das ist der neue Boom. Wir kommen deshalb mit den ganzen Personal Service Agenturen kaum hinterher. Zwei von drei neuen Jobs sind Leiharbeit. Die Leute kriegen die Hälfte von Festangestellten, meist unter dem Existenzminimum und schlafen am Arbeitsplatz. Aber Sie machen es hier ganz offen, ich weiß nicht, ob man das so deutlich sagen sollte.
• Doch, genau. Ich helfe den Menschen. Die knapp 200, die hier stehen, die sind alle freiwillig gekommen. Oder denken Sie, ich hab sie gezwungen? Die kommen, weil sie arbeiten wollen. Sie sind fleißig und billig. Die wollen sich verkaufen, also ihre Arbeitskraft. Oder glauben Sies etwa nicht? Wollen wir doch mal schauen und den Beweis antreten. – Hey, Leute, alle mal herhören! Wir machen jetzt eine demokratische Abstimmung: Wer von euch ist freiwillig gekommen, um hier eine Arbeit zu kriegen, he? … Da sehen Sie! Alle haben gestreckt, oder etwa nicht. Das ist halt direkte Demokratie.
• Also ich weiß nicht. Diese Menschen hier verkaufen sich ja mit Haut und Haar an jemand ohne alle Rechte…
• Ja, weil sie es so wollen! Und wieso eigentlich ohne alle Rechte? Wissen Sie was? Sie sollten mal das Grundgesetz studieren. Da steht: Eigentum verpflichtet. Und die Zweihundert, die hier Schlange stehen, die sind kräftig und einsatzbereit, sie sind fest entschlossen zu arbeiten. Egal was. Das ist ihr Kapital, ihr Eigentum. So. Und im Grundgesetz, da lesen wir weiter: Der Gebrauch von dem Eigentum soll auch der Allgemeinheit dienen. Genau das passiert hier, wir lassen dieses Humankapital nicht verkommen, sondern stellen es der Allgemeinheit zur Verfügung. Warten Sie noch ein wenig, bis halb neun, wenn dann der Markt beginnt und die Käufer und die Käuferinnen kommen: Da ist was los, sag ich! Da suchen sich Mittelständische ein paar Helfer, Firmen holen sie gleich im Paket und Hausfrauen wollen eine nette Putzhilfe. Der Mensch ist halt unser Kerngeschäft. Wir haben dank Schröder und Rot-Grün den besten Niedriglohnsektor!
• A propos: Kriegen die Leute hier eine ehrliche Bezahlung?
• Herr Gewerbeaufsichtsbeamter, jetzt kommen Sie mir bitte nicht komisch. Ist das etwa meine Sache? Wollen Sie die Vertragsfreiheit aushöhlen? Ich bin Unternehmer. Subunternehmer genauer gesagt, Subunternehmer von einem großen Leiharbeitskonzern. Ich arbeite auf eigene Rechnung, da fragt auch niemand. Ich nehme meine Provision, wo und wie ich sie kriege. Alles andere ist Sache der Käufer. Die Schlange hier, das sind die Anbieter. Und die, die sie kaufen, machen mit ihnen einen Preis aus. Fertig. Was ist falsch dran?
• Da sind auch Frauen dabei.
• Na und? Wir gehen mit der Zeit: Wir achten eben auf Gender. So heißt es doch, nicht? Und wir helfen den Alleinerziehenden. Sagen Sie mal, lesen Sie eigentlich nicht die Berichte vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung? Die sagen, die Mütter mit Kindern und ohne Mann, die wollen um jeden Preis was schaffen! Egal was, egal wie belastend, egal was sie dabei verdienen. Hauptsache Arbeit! Und da kommen Sie und wollen es ihnen wegnehmen?
• Können Sie gewährleisten, dass die Menschen hier nicht ausgebeutet werden?
• Jetzt werden Sie schon wieder päpstlicher als der Papst. Können Sie das bei Amazon oder Schlecker oder BMW? Hey, jedes erfolgreiche Unternehmen muss mit Billiglohn arbeiten, muss aus den Leuten rausholen, was geht. Tarifvertrag? Betriebsrat? Das wissen Sie doch besser als ich: Das war mal, das ist graue Vorzeit. Längst überholt! O.k., die Leute werden krank, halten sich mit Zweit- und Drittjobs über Wasser, ihre Lebenserwartung sinkt auf Vorkriegsniveau. Na und? Schon mal was von Kapitalismus gehört? Oder von Agenda 2010? Kennen Sie noch den alten Schröder Gerhard? Der hatte mal verkündet und er wusste, was er wollte: Wir werden Leistungen des Staates kürzen, Eigenverantwortung fördern und mehr Eigenleistung von jedem Einzelnen abfordern müssen. Genau das mach ich. Ich habe das beharzigt, ha ha ha! Mann, ich bin staatstragend!
• Ich sehe da sogar Kinder. Die sind sicher nicht älter als 12, 13.
• Ja, die kommen alle, um ein bisschen was zu verdienen. Mit Einwilligung ihrer Eltern. Die wollen halt auch ein bisschen was vom Leben. Wissen Sie was? Die Kids sind unsere Zukunft, unser Humankapital. Soll ich Ihnen was verraten? Die Experten von der Werbebranche sagen: Wir müssen die Kids verstehen, ihre emotionalen Bedürfnisse, ihre Fantasien, ihre Träume. Dieses Wissen ist dann die mächtigste Waffe im Arsenal des Vermarkters, der das Herz der Kinder gewinnen und vermarkten will. Das ist auch meine Devise. Ich hab halt ein Herz für Kinder.
• Haben die vielen Ausländer hier eigentlich eine Arbeitserlaubnis?
• Haben Sie was gegen Ausländer? Kommen Sie mir doch nicht so. Ich weiß es nicht! Ist auch nicht meine Sache. Ich bin Vermittler. Fair-Mittler, wie ich gern sage, ha ha! Ich will niemand diskriminieren, keine Schwule, keine Migranten. Ich bin eben ein Menschenfreund. Wussten Sie, dass die Hälfte aller Migrantenkinder arm ist? Die Hälfte! Ich geb ihnen jedenfalls eine Chance und dafür sind sie mir dankbar. Also bitte: Keine Bevormundung!
• Also ich weiß nicht. Ich muss mich mal bei meinen Vorgesetzten absichern, ob das alles so richtig ist.
• Ja, machen Sie das ruhig. Sie werden ja sehen. Heutzutage achtet niemand mehr auf jeden Mückenschiss. Das ist halt die Grundlage für unser Jobwunder! Woher soll es sonst kommen?
• Aber bestimmte Regeln müssen halt einfach beachtet werden, nicht wahr.
• Tu ich ja, tu ich ja. Ich hab das Recht ganz auf meiner Seite, da können Sie ruhig einen drauf lassen! Ich verfolge durchaus die Entwicklung, ich bin im Bilde. Bin sozusagen eins mit dem Weltgeist. Soll ich Ihnen was erzählen? Der Europäische Gerichtshof, ja, der EGH selbst bewertet die Freiheit des Handels und Warenverkehrs eindeutig höher als unsere kleinlichen nationalen Grundrechte. Oder als die Menschenrechte. Marktfreiheit über alles! Ha!
• Ja gut, das seh ich schon auch so, wie Sie es sagen. Ich tu halt auch nur meine Pflicht. Nichts für Ungut. Aber seien Sie vorsichtig, sonst haben wir hier demnächst mal einen Sklavenaufstand.
• Ha, das sollen die mal versuchen! Also das freut mich, dass wir uns einig sind. Kommen Sie ruhig mal wieder vorbei. Aber jetzt muss ich wirklich Schluss machen. Gleich kommt RTL, die wollen eine Sendung machen über vorbildliche und erfolgreiche Initiativen für Arbeitslose. Mann, die Leiharbeit verzeichnet Rekordwachstum! Das ist ein Jobwunder! Und jedem, der es wagt, uns zu kritisieren, kann ich jetzt schon in aller Deutlichkeit sagen: Wir haben das Recht und wir haben die Macht und auch die Staatsgewalt auf unserer Seite! (Hinter den Schlagzeilen)

Chris

Mittwoch, 13. Februar 2013

30 Stunden sind genug

Wenn man es richtig macht. Es muss eine Übergangsphase geben. In dieser bleibt der Lohn gleich, bzw. "steigt" wie bisher und die Arbeitszeit sinkt. Zusätzlich müssen Arbeitslose für die Bereiche qualifiziert werden in denen ein Mangel aufgrund der kürzeren Arbeitszeit entsteht.
Wenn man so vorgeht, ist es in meinen Augen durchführbar. Eine sprunghafte Reduktion der Arbeitszeit wird nicht funktionieren. Eine stetige schon eher. Die Prozesse innerhalb der Unternehmen können angepasst werden.
Die Vorteile die daraus erwachsen sind ebenfalls vielfältig. Die Investitionsquote wird steigen, da die Arbeitskosten steigen und man die Produktivität anpassen möchte. Das schafft und zerstört Arbeit (keine Ahnung in welchem Verhältnis). Mehr Freizeit bedeutet, mehr Zeit für Konsum, Urlaub, Freizeitaktivitäten. Das schafft Arbeit in diesem Sektor. Mehr Freizeit heißt weniger Stress. Das heißt bessere Gesundheit und eventuell niedrigere Kosten für das Gesundheitssystem.
Allerdings sind kurzfristig sinkende Gewinne zu erwarten. Somit müssen die Arbeitszeitsenkungen durch eine Stärkung des Kündigungsschutzes, Mindestlohn, etc. flankiert werden. Nur so kann man Entlassungen und Lohndumping verhindern.
Die Sache ist also sehr komplex. Jeder, der behauptet, dass er das Resultat einer Arbeitszeitreduktion vorhersagen kann, lügt. Fakt ist, dass die Gesamtarbeitszeit aller Menschen in Deutschland seit zehn Jahren praktisch stagniert. Wieso dann nicht offiziell weniger arbeiten. Dann steigen die Löhne, da das Angebot an Arbeitskräften sinkt. Das führt zu höheren Lohnstückkosten und würde dem massiven Ungleichgewicht innerhalb der Eurozone nur gut tun.

Chris

Dienstag, 11. Dezember 2012

Hohe Arbeitslosigkeit innerhalb der Eurozone

 
Das wird die Ursache sein. Spanien hat schon über 20% Arbeitslosigkeit. Die Jugendarbeitslosigkeit ist höher, aber ein flexibler Arbeitsmarkt würde nichts ändern. Er würde dafür sorgen, dass die Löhne sinken. Das würde vielleicht lokal in Spanien mehr Arbeit schaffen. Global auf die gesamte Eurozone bezogen bringt es nichts. Es schwächt eher den Arbeitsmarkt, da der Handel innerhalb der Eurozone abnimmt und der Euro nach außen aufwertet.
 
Die Arbeitslosigkeit in den Krisenländern ist zu einem erheblichen Teil konjunktureller Natur. Mit Arbeitsmarktpolitik ist da wenig auszurichten.
 
Warum nicht? Deutschland hat es vorgemacht. Mit Kurzarbeitergeld und gezielten Konjunkturprogrammen kam man sehr gut durch die Krise.
 
Fazit
Wieder einmal eine differenzierte ideologiefreie Analyse eines Arbeitsmarktexperten.
 
Chris

Mittwoch, 28. November 2012

Gedanken zur Lohnentwicklung

In Suche nach dem Arbeitsmarktboom wurde gezeigt wie sich das Arbeitsvolumen insgesamt entwickelt hat. Was ist die Konsequenz aus den präsentierten Arbeitsmarktdaten? Im Grunde wird ein Arbeitnehmer auf Basis seines Arbeitsvolumens bezahlt. Wenn mehr Arbeitnehmer das gleiche Volumen erreichen, dann sinken sowohl die Durchschnitts- als auch die Medianlöhne, da es in Deutschland zu keinem Lohnausgleich gekommen ist. In diesem Fall wäre die Gesamtkaufkraft der Gesamtlöhne theoretisch gleich. 
Wenn das Arbeitsvolumen allerdings zusätzlich sinkt, dann sinken die Löhne und der Anteil der Erwerbseinkommen an BIP. Dies führt natürlich zu einer schwächeren Inlandsnachfrage und stagnierendem Konsum. Wenn nun der Konsum stagniert, dann wird kein Unternehmen investieren. Der Glaube, dass Investitionen gemacht werden, weil die Unternehmen denken nach einem Tief kommt auch ein Hoch ist absurd. Wenn Unternehmer das könnten, dann würden sie auch rechtzeitig aufhören zu investieren und es würden keine Blasen existieren.
 
Chris

Freitag, 23. November 2012

Suche nach dem Arbeitsmarktboom

Alles ist eine Frage der Darstellung. Die Hartz Reformen sollen zu deutlichen Impulsen am Arbeitsmarkt geführt haben. Das wird durch steigende Arbeitsstunden oder absolute Zahlen bei den Beschäftigten dargestellt.
 
 
Die Abbildung zeigt, dass tatsächlich sowohl die Zahl der Erwerbstätigen als auch das Arbeitsvolumen steigt. Zeigt man diese beiden Kurven separat kann man argumentieren, dass nach 2003 ein positiver Effekt der Arbeitsmarktreformen zu erkennen ist.
Undeutlicher wird das Ganze, wenn man es in Bezug setzt.
 
 
Bezieht man die Erwerbstätigen auf das Potential sieht man eine faktisch parallel zur x-Achse laufenden Graphen. Bei den Arbeitsstunden sieht man einen deutlichen Abfall nach unten. Setzt man beide Bilder zusammen heißt das, dass die Beschäftigungsquote etwa konstant geblieben ist. Das heißt, es arbeiten mehr Menschen. Gleichzeitig heißt dies aber auch, dass diese Menschen ein geringeres Arbeitsvolumen haben. Ein positiver Einfluss der Hartz Reformen ist hingegen nicht zu erkennen.
 
 
Chris

Donnerstag, 15. November 2012

Willkommen im Elfenbeinturm


Wo?
Wenn das stimmen würde:
Warum steigen die Löhne für Fachkräfte nicht deutlich an,
Warum gibt es sehr viele Leiharbeitsfirmen für Fachkräfte? Sollte es nicht im Interesse der Unternehmen liegen Fachkräfte zu binden?
Müssten nicht die Bewerbungszeiträume deutlich schrumpfen? (monatelanges Warten bis eine Antwort auf die Bewerbung auf eine ausgeschriebene Stelle sind eher Regel als Ausnahme).
 
Paqué sollte sich in reale Welt begeben. Absolventen aller Fakultäten über ihre Erfahrungen im Bewerbungsprozess ausfragen. Er sollte Jobbörsen besuchen und sich ansehen wie "stark" umworben wird. Personaler verschenken Stifte und haben meistens nicht die leiseste Ahnung was potentielle Bewerber machen. Er sollte sich das Naserümpfen ansehen, wenn man etwas mehr als das durchschnittliche Einstiegsgehalt eines Ingenieurs vorschlägt. Er sollte mit älteren Fachkräften (50+) reden. Er sollte Statistiken bereinigen und nicht nur auf Interessensverbände hören. Vielleicht würde er dann erkennen, dass Szenario ein Szenario und nicht die aktuelle Realität darstellt.
 
Chris

Dienstag, 30. Oktober 2012

Arbeitsmarktirrtümer

Alles ist rosarot bei der INSM. Wir sind auf dem Arbeitsmarkt auf dem richtigen Weg. Darum werden auch sechs Mythen "aufgedeckt". Einige IrrIrrtümmer sollen hier klargestellt, bzw. in einem anderen Licht beleuchtet werden.

Erster Irrtum: Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander

Zum Beweis wird eine aktuelle DIW Studie zitiert. Abbildung 3 zeigt hier den Gini Koeefiziente der ein Maß für die Ungleichheit in den Einkommen darstellt. Zwei Dinge sind dabei Interessant. Es wird gesagt, dass die Maxima der Kurven überschritten ist. Bei der "West" Kurve stimmt das nur bedingt, da die Streuungsflächen des Maxima und des aktuellen Wert sich noch überlappen. Bei dem "Ost" Werten sieht die Sache deutlicher aus. Allerdings muss man auch hier vorsichtig sein. Der Rückgang sieht aufgrund der gewählten Skalierung deutlicher aus. Hinzu kommt, dass die Auswirkungen der Finanzkrise 2010 wahrscheinlich noch nicht abgeklungen sind. Somit sind die Daten in meinen Augen mit Vorsicht zu genießen. Weiterhin sei auf Wolfgang Lieb verwiesen:

Die Studie vergleicht im Wesentlichen die Durchschnittseinkommen. Bei Durchschnittswerten gilt jedoch der alte Spruch: „Der See war im Durchschnitt einen Meter tief. Trotzdem ist die Kuh ertrunken.“ Interessanter ist es deshalb die viel realitätsgerechtere Entwicklung der Medianeinkommen (Median siehe hier)

Zweiter Irrtum: Reguläre Beschäftigungsverhältnisse verschwinden

Daten des Statistischen Bundesamts zeigen jedoch, dass der Anteil der regulär Beschäftigten 2010 wie schon im Jahr 2000 weiterhin konstant bei ca. 40% der Bevölkerung im Erwerbsalter lag.

Interessant an dieser Aussage ist, dass sie die Hartz 4 Reformen als Erfolg widerlegt. Sollten die Reformen nicht den Arbeitsmarkt fördern? Zweitens sagt diese Aussage nichts über das Einkommen aus. Eine reguläre Arbeit die schlecht bezahlt ist, ist kein Gewinn für die Menschen.


 Fünfter Irrtum: Geringverdiener sind trotz Arbeit armutsgefährdet

 Nicht unbedingt – viele Bezieher von Niedriglöhnen beziehen Einkommen aus weiteren Quellen, wie beispielsweise Renten oder dem Verdienst des Partners.
 Im Ergebnis ist nur jeder sechste Geringverdiener armutsgefährdet.

Knapp 17% sind nicht viel. Hier wird die hohe Schule der Wertdarstellung hervorgeholt. Jeder sechste hört sich nicht so schlimm an wie 17% oder der Absolutwert.

Viel größer ist das Risiko für Arbeitslose: Hier fallen 60 Prozent unter die Schwelle der Armutsgefährdung. Wer mit einem Niedriglohnjob aus der Arbeitslosigkeit herauskommt, verbessert in den meisten Fällen seine soziale Lage deutlich.

Sechster Irrtum: Der Arbeitsmarkt verwehrt Älteren den Zugang

Das Gegenteil ist der Fall: Die Abkehr von der Frühverrentung sorgte in den letzten Jahren für einen Abfall der Arbeitslosenquote und für eine deutliche Zunahme des Anteils der Erwerbstätigen im Alter von 55 bis 64 Jahren. Wie Daten des Statistischen Bundesamts zeigen, gingen im Jahr 2000 nur 46 Prozent der älteren Männer einer Beschäftigung nach, bei den Frauen waren es sogar nur 29 Prozent. Im Jahr 2011 betrug die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten Älteren 67 Prozent (Männer) beziehungsweise 53 Prozent (Frauen).

Was ist Zugang und was ist Verbleib? Wenn 54 jährige in einem Beruf sind, dann sind sie es meist auch ein Jahr später.

Chris

Freitag, 27. Juli 2012

Erste Kurzarbeit

Nun also doch. Die kriselnde Weltwirtschaft erreicht auch Deutschland. Tyssen Krupp muss ab August auf Kurzarbeit umstellen. Mal sehen wie lange unsere Regierung uns noch vorgaukeln will, dass Deutschland eine Konjunkturlokomotive sei. Interessant dabei ist, dass die Kurzarbeit deutscher Unternehmen vom Staat teilfinanziert wird. In Griechenland nennt man das Verschwendung. Dort muss gespart werden. Es ist zu hoffen, dass die deutschen Politiker wenigstens im Inland Vernunft walten lassen.

Chris

Dienstag, 24. April 2012

Neue Munition für die Lohnsenkungsparolen

So langsam sickerte es durch die Medien, dass die Löhne in Deutschland in den letzten Jahren kaum gestiegen sind. Die Kaufkraft ist gesunken und der Binnenmarkt liegt brach. Somit wäre es an der Zeit die Löhne zu erhöhen. Allerdings meint der Spiegel, dass 

Arbeit hierzulande weiterhin teurer als im Durchschnitt der EU

ist. Dabei wird die Produktivität vollkommen ausgeblendet. Wenn die Arbeit so teuer wäre, wieso hat Deutschland so hohe Exportüberschüsse? Wieso hat Griechenland Probleme seine Waren in Deutschland zu verkaufen, obwohl die Löhne dort niedriger liegen. An der Innovationskraft deutscher Unternehmen liegt es nicht (oder kaum). Vielmehr kann deutlich preiswerter produziert werden. Zwar ist es richtig, dass eine Arbeitsstunde 30 Euro im Durchschnitt kostet. Wenn ich für das gleiche Produkt nur die Hälfte der Arbeitsstunden benötige im Vergleich zu einem anderen Land, dann könnte in diesem nur 15 Euro bezahlt werden um bei den gleichen Kosten zu landen. Der "kritische" Artikel des Spiegels vernachlässigt das und liefert neue Munition für die Lohnsenkungsparolen der Arbeitgeberverbände und deren Lobbyvereinen.

Chris

Dienstag, 17. April 2012

Sollte, könnte, müsste

Eine DGB Studie stellt fest, dass 

immer mehr Arbeitnehmer, die ihren Job verlieren, fallen nach Berechnungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) sofort in die Grundsicherung von Hartz IV. Um 18,7 Prozent sei zwischen 2008 und 2011 die Zahl derjenigen gestiegen, die nach einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit direkt in das Hartz-IV-System rutschten.

So weit so gut. Nun wird von einem Arbeitsmarktexperte beim Institut der deutschen Wirtschaft Kölnauf dem INSM Blog probiert dies zu erklären. Es darf nämlich nicht die aktuelle Absicherungsform in Frage gestellt werden. Dem einleitenden Absatz darf man erst einmal zustimmen.
 
Bevor wirtschaftspolitische Forderungen in den Raum gestellt werden, ist eine sorgfältige Analyse des Befundes erforderlich. Es reicht keinesfalls festzustellen, dass die Zahl der Eintritte aus Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt in das Arbeitslosengeld II zugenommen hat – von 620.000 im Jahr 2008 auf 740.000 im Jahr 2011. Denn diese Entwicklung kann alle möglichen Ursachen haben. 

Diesem dann schon nicht mehr.

Mittwoch, 27. Juli 2011

Der Arbeitsmarkt: Lasst uns feiern

25,650 Millionen Vollzeitstellen gab es im Jahr 2000. Zum Zenit des Aufschwungs 2007 waren es noch 23,407 Millionen und hier werden die aktuellen 23,530 Millionen gefeiert. Mir erschließt sich das nicht. 

Chris

Dienstag, 7. Juni 2011

Zwangsemanzipation

Über eine andere, vielleicht positive Seite der Griechenland Krise schreibt die New York Times. Aufgrund der großen Zahl an Jobverlusten in Griechenland müssen nun auch die Frauen Arbeit suchen. Nur wenn auch sie versuchen ein Einkommen zu haben können die Familien über die Runden kommen. Eine Art Zwangsemanzipation durch die Krise am Arbeitsmarkt.

Chris

Montag, 6. Juni 2011

Lachhafte Argumente

Wie in einer Religion werden Halbwahrheiten immer wiederholt, damit sie zur Wahrheit werden. Orwell wusste dies schon und bei dem INSM Blog wird es versucht. Nur sind die Argumente bei den Schreibern dieses Blogs flach und leider nicht sehr tiefgründig. Ein erster Artikel geht mal wieder um Steuern. Der Finanzexperte und Mitglied des Bundestages Frank Schäffler wünscht sich Steuersenkungen herbei. Die Argumentation ist einfach und klingt erst einmal schlüssig. Er stellt dar, dass die Steuerprognosen 2010 deutlich unter den tatsächlichen Ergebnissen lagen. Durch die Mehreinnahmen und die gut laufende Konjunktur sollen nun die Steuern senken. Dabei versteht es Herr Schäffler vorzüglich nur Informationen zu verbreiten, welche seine Thesen stützen. Er verweist sogar auf Keynes, welcher selbst meinte, dass man im Aufschwung die Schulden abbezahlen müsse. Nur da beginnen die Probleme. Wenn ich die Steuern senke, habe ich kein Geld um meine Schulden aus der Krise zurückzuzahlen. Dabei war Herr Schäffler für eine Reduktion der Bundesschulden. Herr Schäffler vergisst außerdem die Ausgabenseite in der Garantien für Banken und der Eurosicherheitsfond stehen zu erwähnen. Diese werden eventuell eingelöst und man steht sehr viel schlechter dar. Auch schreibt er nicht, wie die Prognosen ohne Krise ausgesehen hätten und das man eigentlich immer noch hinter den Hochrechnungen aus 2007 für 2011 liegt. Auch zeigt er absolute Zahlen. Aus diesen ist schwer abzulesen, ob die Steuereinnahmen effektiv wirklich gestiegen sind. Denn in diesen Zahlen steckt auch die Inflation drin. Die Steuereinnahmen relativ zum BIP wären da wahrscheinlich aussagekräfiger.
Der zweite Artikel handelt von der Vollbeschäftigung. Wenn nur alle Deutschen flexibler wären, dann wäre sie schon lange erreicht. Wir müssten nur alle nach Bayern und Baden-Würthenberg gehen. Leider vergisst Herr Knipping zu erklären ab wann Vollbeschäftigung herrscht. In meinen Augen herrscht sie genau dann, wenn faktisch keine Menschen mehr nach Arbeit suchen. In der Arbeitslosenquote, welche zitiert wird ist nicht enthalten wie viele Menschen nach besserer oder mehr Arbeit suchen. Die Reduktion der Arbeitslosenzahlen wurde primär mit der Schaffung von Teilzeitstellen erreicht. Wie kann man von Vollbeschäftigung reden, wenn ein Großteil der Menschen nur Halbtags arbeitet?
Obwohl eine Vielzahl der Schreiber durch ihren Doktor- oder Professorentitel eigentlich wissenschaftliches Arbeiten erlernt und bewiesen haben sollten erkenne ich nicht das sie dies wirklich beherrschen. Eindimensional wird eine Zahl mit einer anderen verglichen und somit "bewiesen", dass die die Thesen so sind wie sie eben sind. Wenn diese "Experten" unter sich wären, wäre dies kein Problem. Man könnte über sie schmunzeln. Heutzutage wird mit solche Kaffeesatzlesern Politik betrieben. Dort freut man sich über einfache Erklärungen. In keinem Studium könnten sie eine Arbeit derart schlecht verteidigen. In der öffentlichen Lobbyarbeit geht das schon.

Chris

Mittwoch, 1. Juni 2011

Arbeitsmarktzahlen

Die Arbeitsmarktzahlen der letzten Monate kann man samt Analyse hier finden. Erstaunlich an diesen Zahlen ist, wie einfach sich die Propaganda der privaten Rentenlobby und des Fachkräftemangel widerlegen lässt. Deutschland hat offiziell im Mai 3.2 Millionen Arbeitslose. Dazu kommen 4.2 Millionen Unterbeschäftigte. Wieso soll diese, offensichtlich nicht genutzte Arbeitskraft, nicht ausreichen Rentner zu versorgen? Es gibt also schon heute nicht genug Arbeit, um alle arbeitsfähigen Menschen arbeiten zu lassen. Warum braucht man dann Zuwanderung, mehr Kinder, Rentenkürzungen? Mehr Kinder bewirken nichts, da es schon keine Arbeit gibt. Rentenkürzungen könnten vermieden werden, wenn man alle volkswirtschaftlichen Kapazitäten ausschöpfen würde. Zuwanderung bringt faktisch auch nichts, da dort das gleiche gilt wie für die Kinder. Mehr Menschen teilen sich die gleiche Zahl Arbeitsplätze. Auf die einfache Idee mehr gut bezahlte Vollzeitstellen zu schaffen kommt niemand. Dies wäre die sicherste Variante für die Rente.

Chris

Freitag, 15. April 2011

Die Widerlegung von Mythen ist so einfach

Wenn man sich fragt warum die sozialen Sicherungssysteme unbezahlbar werden, dann sollte man sich diese Statistik ansehen. Seit 1993 ist die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Vollzeitstellen um 3.2 Millionen gesunken. Diese Abnahme an Einzahlern in die Sozialkassen wurde durch eine Zunahme der Teilzeitstellen um 2.3 Millionen etwas verschleiert. Da häufig nur die Gesamtzahl betrachtet wird sieht die Abnahme der Einzahler nicht so dramatisch aus. Nun kann man sich vorstellen, dass Teilzeitstellen selten so gut bezahlt werden wie Vollzeitstellen. Das heißt, dass selbst wenn man die miserable Lohnentwicklung der letzten Jahre vernachlässigt, es für die Einnahmen bei den sozialen Sicherungssysteme schlechter aussieht. Begründet wird dies durch Überalterung und Ineffizienz der öffentlichen Unternehmen. Beantwortet wird es zum Beispiel mit Privatisierung. Dabei ist klar, dass das Problem am Arbeitsmarkt liegt. Würden die 3.2 Millionen Menschen noch Vollzeit arbeiten gäbe dies ein ordentliches Einnahmeplus. Allerdings würde dies den Raffelhüschens und Riesters die Argumente nehmen ihre Versicherungen zu verkaufen.

Chris