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Mittwoch, 29. März 2017

Militärzynismus

Das US Militär fliegt angriffe "in der irakischen Stadt Mossul" und tötet dabei Zivilisten.


Immerhin wird eine gewissen Schuld eingeräumt. Wichtig dabei ist folgendes

Er betonte aber, dass man keineswegs absichtlich Zivilisten angegriffen habe. 

Na dann ist ja alles klar. Man bombadiert eine Stadt und tötet Zivilisten. Das ist nicht wirklich überraschend. Sicher waren die Zivilisten nicht das Ziel, aber die Opfer wurden billigend in Kauf genommen. Die gleiche Situation mit russischen Bombern, führt zu Empörungen. Die USA redet es klein. Wenn man richtig zynisch ist, könnte man dem Anis Amri unterstellen er wollte keine Menschen töten. Er wollte nur schnell über den Markt fahren und es waren Menschen im Weg. Wer so etwas behaupten würde, würde zu Recht angefeindet. Wenn Militärs Krieg in Städten spielen, dann ist das in Ordnung. Wir leben in einer kranken Welt und jeder sollte bei solchen Aussagen aufschreien. Den Toten ist es egal ob es ein versehen ist. Jeder militärische Führer der Krieg in einer bewohnten Stadt führt, nimmt billigend zivile Opfer in Kauf. Wenn das so ist, dann soll man das so kommunizieren. Nur wenn man das kommuniziert, sieht man klar wie abartig Kriege sind und das es keine gute Seite gibt.

Chris

Dienstag, 15. März 2016

Man könnte es Propaganda nennen

Wenn man so will, könnte man es als Propaganda bezeichnen. Der Spiegel berichtet über eine Analyse des syrischen Bürgerkriegs

Panzer, Bomben, Scud-Raketen, Giftgas, Folter, al-Qaida, der "Islamische Staat". Was die Syrer seit 2011 erleiden, ist kaum vorstellbar, und dennoch scheint die Lage jedes Jahr schlimmer zu werden.

Ausgeblendet werden wesentliche Akteure, bzw. sie werden in "Bomben" zusammengefasst. Kein Hinweis über die Beteiligung äußerer Mächte wie Saudi Arabien, der USA, der EU und Russland. Kein Hinweis darauf, wie die USA den Friedensprozess behinderte und ein gemeinsames Vorgehen mit Russland blockierte und so den Krieg unnötig verlängerte. So viel also zu den Hintergründen. Man blendet sie bewusst aus und bringt nur eine Darstellung des Leids. Man verheimlicht nicht die Wirkung, nur die Ursachen. Sonst würde das eigene Weltbild wanken. Das Russland sich aus Syrien zurückzieht, die USA und ihre Verbündeten aber nicht, wird auch nicht weiter thematisiert. Schließlich ist Russland ein Aggressor und wir sind die Friedensbringer. Für den Frieden müssen Menschen sterben und es muss schon mal Krieg geführt werden. Mit diesen oder ähnlichen Argumenten lebt es sich auf der guten Seite doch recht bequem.

Chris

Dienstag, 9. Februar 2016

Hab ich was verpasst


Das wichtige ist, dass tausende Syrer erst auf der Flucht sind, seit Russland mitmischt. Komisch, vorher gab es scheinbar keine Flüchtlinge. Wer kommt dann gerade bei uns an? An der Machtpolitik Russlands gibt es nichts zu beschönigen. Aber ich kann mich nicht erinnern, dass ich eine solche Subüberschrift über die US Bombadierungen gelesen hätte. Naja, das sind ja auch die Guten...

Chris

Dienstag, 10. September 2013

Aus dem Spiegel

Er wirkte wie nur so dahingesagt, der Vorschlag von US-Außenminister Kerry: Ein Militärschlag gegen Syrien sei abwendbar, wenn das Land seine Chemiewaffen unter internationale Aufsicht stelle. Nun erwägt das Regime die Offerte tatsächlich. Obama würde sein Gesicht wahren, doch Assad hätte mehr Zeit zum Töten. 

Danke lieber Spiegel, dass du die Rebellen und alle anderen die in Syrien kämpfen außen vor lässt. In Syrien herrscht ein Bürgerkrieg. Es gibt genug Syrer die Assad als legitimen Führer ihrer Nation sehen. Lange genug war er gut genug, um mit uns zu handeln und Verträge abzuschließen. Man war sich nicht zu Schade ihn zum Nationalfeiertag einzuladen. Nun ist er böse. Er hat Chemiewaffen benutzt, da sind sich die deutschen Medien sicher. Dabei ist sich niemand sicher. Klar ist nur, dass diese Waffen verwendet wurden, nicht aber von wem. Und selbst wenn Assad der Schuldige war, ist mir nicht klar was ein Flächenbombardement Syriens durch die USA bewirken soll. Werden dadurch Syrer gerettet? Wer legitimiert die Rebellen. Vor allem, da es die Rebellen als homogene Gruppe nicht gibt. Wäre Assad weg, würden eventuell diese Gruppen wieder gegeneinander kämpfen, um das Machtvakuum zu füllen. Alles in allem keine einfache Situation die man mit ein paar Bomben lösen kann. Dem Auspruch der Spiegels "Assad hätte mehr Zeit zum töten", wenn man eine diplomatische Lösung sucht, könnte man entgegen stellen, dass die USA und ihre Verbündeten weniger Zeit zum Töten hätten. 

Chris