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Sonntag, 15. November 2015

Was sollten wir lernen

Ein schlimmer Anschlag in Frankreich und wir bekunden alle zu Recht unser Mitgefühl. Wir sollten etwas lernen aus dem Vorfall. 
  1. Eine perfekte Überwachung wird es nie geben. D.h. solche Vorfälle, ob man es mag oder nicht, werden immer mal wieder vorkommen. 
  2. Wer Krieg in anderen Ländern führt, darf sich nicht wundern, dass etwas zurück kommt. Natürlich ist es schlimm, dass in Paris Zivilisten ermordet werden. Das ist durch nichts entschuldbar. Im Gegenzug ist es nicht entschuldbar, wenn Zivilisten durch eine Armee oder eine Drohne getötet werden. Leider lernen wir durch den Anschlag kein Mitgefühl für die Menschen in den Kriegsregionen, welche wir mit erschaffen haben. Stattdessen wird Hass entstehen und die Spirale des Todes weiter anheizen.
  3. Unsere westliche Gesellschaft sollte das Mitgefühl, welches Frankreich aktuell zu Teil wird, beibehalten und auf alle Personen die es brauchen erweitern, z.B. Flüchtlinge.
Chris

Montag, 4. März 2013

Meinungen über Frankreich

Die Meinungsgleichschaltung scheint zu funktionieren. Frankreich gibt  Deutschland die Schuld an der Krise. Damit liegen die Franzosen sicher nicht so weit weg, von der Realität. Damit sage ich nicht, dass die anderen Beteiligten keinerlei Schuld trügen, aber in den deutschen Medien wird der deutsche Anteil an der Misere konsequent ausgeblendet. Wie gut diese mediale Meinungsbildung funktioniert, sieht man am SPON Forum. Hier einige Auszüge:

Würde man in Berlin mal klare Kante zeigen und Tacheles darüber reden, wer den bankrotten Tanker EU finanziell noch über Wasser hält, dann wäre so manche unberechtigte Kritik aus dem Ausland erst gar nicht aufgekommen.
Aber auf die Deutschen kann man seit einigen Jahrzehnten ja so herrlich ablästern, die wehren sich nicht mehr.

Mit dem Finger auf andere zu zeigen, anstatt die Fehler mal bei sich zu suchen, das ist in meinen Augen typisch französisch
Der amerikanische Investor hat es doch neulich überdeutlich ausgedrückt, woran es hakt ( 3 Stunden arbeiten, 1 Stunde Mittag , 3 Stunden diskutieren).
Dazu kommt noch die enorme Streiklust dieses Volkes,
getrieben von realitätsfernen Gewerkschaften.
Renteneintrittsalter 60 Jahre, 35 Stundenwoche, hohe Stundenlöhne, eine Regierung, die stets kräftig dazwischenfunkt (angedachtes Verbot von Werkschließungen, etc.).Für Frankreich wird es noch ganz ganz bitter werden, die haben dann die Wahl zwischen EU Austritt , Rettungsschirm,
und/oder Rückkehr zum matschigen Franc. 


Die Franzosen arbeiten 30 Stunden pro Woche, haben dazu natürlich hohen Mindestlohn, und mit 60 oder 62 Jahren gehen sie in ihren Ruhestand. Darüber hinaus streiken die Franzosen gern und lange,
so dass die ohnehin schon relativ wenige Arbeit in Frankreich noch  weiter abnimmt. Mit einem solchen Leben wie in Frankreich kann es mit der französischen Wirtschaft nur abwärts gehen. Gut für
dort derart sozial gestimmte Politiker, wenn sie die Schuld für  ihre Erfolglosigkeit auf das schlimme Deutschland schieben können! Denn in diesem bösartigen Nachbarstaat werden 40 Stunden pro
Woche oder gar noch mehr gearbeitet, bei Ruhestandsziel 67 Jahre   und plus, weitgehend ohne Streiks. Dass Deutsche auch wegen europäischer Gemeinschaftswährung für Franzosen und andere
schon etwas mitarbeiten müssen, liegt da natürlich auf der Hand,  und dass Deutsche sowieso immer an allem schuld sind, so auch an der lässlichen Arbeitsmoral der Franzosen, darüber
weiß halb Europa Bescheid. 
Das kommt davon...
...wenn ein Schönheitschirurg für die Finanzen verantwortlich ist. Von keiner Sachkenntnis getrübt, aber große Klappe! Als Vertreter der schneidenden Zünfte hat er vielleicht ein lockeres Verhältnis zum Schulden"schnitt". Da werden sich noch manche bei uns verwundert die Augen reiben. Wenn schon Wahnsinn, dann -frei nach Shakespeare - mit Methode. Nichts wie raus aus dem Euro heißt das für DE..

Warum um alles in der Welt plötzlich Deutschland und Frau Merkel an jedem beliebigen Chaos, das sich die jeweiligen Staaten eingebrockt haben, Schuld sein soll, ist mehr als fragwürdig und eher merkwürdig. Egal ob Griechenland, Italien, Spanien, Frankreich oder England-alles Staaten, die vehement auf ihre Souveränität und ihre ureigene Wirtschaftspolitik pochen und plötzlich ist Deutschland Schuld an dem jeweils selbstverschuldeten Bockmist. Diese Staaten haben noch nicht bemerkt, dass Europa in der Welt längst nicht mehr das große Rad drehen kann und seine privilegierte Position längst verloren hat, leben aber munter weiter wie in Kolonialzeiten über ihre Verhältnisse. Offensichtlich sehen sie alle Deutschland als neue Kolonie, die für ihre überzogenen Bedürfnisse aufkommen soll-aber wie um alles in der Welt soll das funktionieren? 

Es gibt natürlich auch einige relativierende und aufklärende Kommentare. Was mir allerdings auffällt, ist, dass das vermeintliche Bildungsbürgertum (Zielgruppe des Spiegels) nicht in Gänze in der Lage ist Zusammenhänge zu begreifen. Die ach so gebildeten, sind nicht in der Lage zu fragen warum etwas geschieht.
Warum sind Schulden ein ein Problem, wenn Geldvermögen keine sind (obwohl die Summe aus beidem Null ist). Warum sind Importdefizite ein Problem, wenn Exportüberschüsse keine darstellen (obwohl auch hier die Summe aller Importe und Exporte weltweit Null ergibt)? Warum besteht die einzige Möglichkeit ein Land wettbewerbsfähig zu kriegen die Löhne zu senken und/oder die Arbeitnehmergesetze aufzuweichen? Warum können nicht alle Länder gleichzeitig wettbewerbsfähiger werden? 
Wenn nur einige dieser Fragen in der Öffentlichkeit diskutiert werden würde, wären wir ein gutes Stück weiter. Menschen brauchen keine Informationen, sondern die richtigen Fragen.

Chris

Dienstag, 12. Februar 2013

Kommentar zu Frank Schäffler MdB: Wechselkurspolitik: Abwälzen von Verantwortung

Ich gratuliere Ihnen Herr Schäffler. So daneben lagen sie noch nie. Deutschland betreibt bereits eine Art Wechselkurspolitik. Indem es die Länder Europas zum sparen zwingt, wertet der Euro nicht wirklich auf.

Das wird klar, wenn man etwas längere Zeiträume betrachtet als sie es tun. Der Dollar ist etwa konstant (von Feb. 2007), Franken, Yen und Bath werten auf und das sehr deutlich. Nur der Pfund wertete ab. Das heißt, dass die deutsche Wirtschaftspolitik funktioniert. Die Exporte ins nicht Euro-Ausland steigen und kompensieren die Verluste auf den austeritätsgeplagten Märkten. Wenn sie also den Franzosen unterstellen, dass sie eine egoistische Wechselkurspolitik fordern, dann sollten sie sich als Mitglied einer Regierungspartei an die eigene Nase fassen.

Chris

Montag, 5. November 2012

Warum sollte man auch aus Fehlern lernen?

 
die Sozialabgaben sollten um 20 Milliarden Euro auf Arbeitgeberseite und um zehn Milliarden Euro auf Arbeitnehmerseite gesenkt werden.

 
Verpackt wird diese Forderung als Sozialpakt.
 
Nötig sei ein Sozialpakt, damit eine "industrielle Rückeroberung" möglich sei, sagte Gallois.

 
Diese betriebswirtschaftliche Logik dieses Herrn führt dazu, dass Frankreich billiger produzieren kann. Wenn die anderen Euroländer mitspielen, dann kann Frankreich seine Exportdefizite abbauen. Deutschland hat es vorgemacht. Allerdings bleiben gerade die Schwachen auf der Strecke. Wenn alle mitspielen, dann wertet der Euro irgendwann auf. Das macht die "Erfolge" zu nichte. Die Radikalkur bringt kurzftristig mehr Gewinne in die Kassen der Unternehmen. Langfristig schwächt es Frankreich.
 
Chris

Sonntag, 17. Juni 2012

Das ökonomische Einmaleins außer Kraft setzen

Herr Oswald Metzger meint, wenn Hollande das Renteneintrittsalter auf 60 Jahre absenkt, dann setze er das ökonomische Einmaleins außer Kraft.

die das ökonomische Einmaleins außer Kraft setzen will: Obwohl auch Frankreich altert, wird das Renteneintrittsalter für einen Teil der Bevölkerung auf 60 Jahre verkürzt. Länger leben, aber kürzer arbeiten.

Sonntag, 10. Juni 2012

Hollande wird kritisiert

Die Politik Hollandes wird als zu teuer kritisiert. Die Sparbemühungen seines Vorgängers würden durch den aktuellen Präsidenten torpediert. Weniger wird über den Sinn der Reformen diskutiert. Wohin reine Sparmaßennahmen führen zeigen Griechenland, Spanien und Portugal deutlich. Wieso bei 10% Arbeitslosigkeit eine Erhöhung des Renteneintrittsalters die Arbeitslosigkeit senken soll, kann wahrscheinlich niemand auf der Fordererseite erklären. So mischt sich viel Populismus mit der Angst der aktuellen europäischen Eliten, dass Teile der Hollandeschen Politik Früchte tragen könnte. Dann müssten sie ihren Kurs überdenken. In Krisen stupide zu sparen funktioniert nun einmal nicht. Das Geschichte beweist dies. Hollande versteht dies, zumindest noch. Die Paralamentswahlen sind schließlich noch nicht vorbei.

Chris

Donnerstag, 7. Juni 2012

Wofür?

Eric Raoult, seines Zei­chens stell­ver­tre­tender Bür­ger­meister von Le Raincy, hat Nicolas Sar­kozy für die Nomi­nie­rung zum Frie­dens­no­bel­preis vorgeschlagen.

Ich frage mich wofür. Was hat Herr Sarkozy für den Frieden getan? Selbst im eigenen Land hat er nicht Frieden, sondern Konfrontation gesucht. 

Chris

Sonntag, 6. Mai 2012

Hollande gewinnt und Griechenland wählt radikal

Die Franzosen hatten noch die Wahl, die Griechen nicht. Dort hatten sich alle Volksparteien auf den Sparkurs eingeschworen. Was blieb war die Wahl einer radikalen Partei. Beide Ergebnisse zeigen deutlich, dass die Menschen den Führern ihrer Länder nicht mehr trauen. Es gibt auch keinen Grund dazu. Die Leute, welche die Probleme durch Deregulierungen am Finanzmarkt mit zu verantworten haben, sind auf einmal die Problemlöser und wissen alles besser. Diejenigen die einen Rettungsschirm nach dem anderen für Banken fordern, sind diejenigen die meinen, dass ein zu großes Sozialsystem und hinterhergeworfenes Geld den Anreiz auf vernünftiges Wirtschaften und Arbeiten zerstört. Die Menschen Europas verstehen nicht wieso sie kaum Geld zum Leben haben und die politischen Führer sagen es stehe kein Geld für Hilfen zur Verfügung, aber hunderte von Milliarden an Bankenrettungsgeldern werden über Nacht überwiesen. Somit wird die Forderung der politischen Eliten nach einer Vernunftwahl vollkommen entsprochen. Sie werden abgewählt.

Chris

Dienstag, 18. Oktober 2011

Frankreich soll abgewertet werden

Die Rating Agenturen und Banken sollten sich an den Ausspruch halten
Man schlägt nicht die Hand die einen füttert.

Wenn Frankreich in eine Krise kommt wird Deutschland dann wahrscheinlich bald folgen.

Dienstag, 9. November 2010

Atommüll-Entsorgung



Sehr schön finde ich die Anmerkung zum Schluss. Es werden Modelle verwendet, welche nicht auf die Situation passen nur um die eigene Unschuld zu beweisen. Warum in Frankreich kaum Druck aufgebaut wird ist klar. Es geht um viel Geld. Schließlich ist es ein Land mit vielen Atomkraftwerken. Steigen die Preise für die Aufbereitung, dann schüren die Betreiber die Angst vor höheren Energiekosten, was schlecht für die Wirtschaft ist.

Chris