Freitag, 11. Oktober 2013

Hunger in Europa, oder wie ich lernte was Merkels Europaliebe ist

Der größte Wirtschaftsraum der Welt, mit den reichsten Ländern der Welt und das Rote Kreuz muss Essen sammeln und austeilen. Was sagt das über unsere Gesellschaft aus, wenn ein paar Leute über zu hohe Belastungen durch den Staat jammern und nicht wissen wohin sie mit ihrem Geld sollen, gleichzeitig Menschen hungern müssen. Noch dreister ist, dass die Jammerer die Schuld an der Misere den Hungernden geben. Sie sind Schuld an der Krise, da sie zu viele Kredite aufgenommen haben, aber auch Schuld an ihrer Lage, weil sie eben keinen Spitzenverdienst haben. In Deutschland, zum Beispiel, wird die Idee einer Spitzensteuer verdammt, zu hohe Hartz 4 Sätze sind des Teufels und niedrigen Zinsen werden angemahnt. Viele können und wollen diesen Irrsinn nicht erkennen. Das Leben ohne Arbeit darf nicht lebenswert sein. Leistung wird dem Einkommen gleich gesetzt. Wer hat dem wird zur Belohnung weiter gegeben. Mit dieser Strategie sorgt man dafür, dass die Wirtschaft kollabiert und keine Zinsen generiert werden können. Man sägt den Ast ab auf dem man sitzt und wundert sich, dass man fällt.
Interessanterweise kommt der Spiegel in seinem Artikel nicht einmal auf die Idee, dass die deutsche Außenpolitik maßgeblich an der Misere mit Schuld trägt. Mutti ist keine Mutti für ganz Europa. Den Linken wird Europafeindlichkeit vorgeworfen, während Angela Merkel arme Menschen in die Suppenküchen des Roten Kreuzes treibt. Man kann nicht so viel Essen wie man kotzen müsste.

Chris

Mittwoch, 9. Oktober 2013

Zugleich plädierte Friedrich für mehr Härte gegenüber wirtschaftlichen Migranten

Genau Herr Friedrich. Ich unterstütze sie vollständig. Schmeißt die Reichen aus den Städten. Sie treiben die Mieten und Lebenshaltungskosten. Diese wirtschaftlichen Migranten missbrauchen die EU-Freizügigkeit, um Steuern und Abgaben zu sparen. Große Konzerne sind noch viel schlimmer. In ihrer Not pflastern sie kleine Staaten mit Briefkästen zu. Herr Friedrich übernehmen sie. Wir brauchen ihre Härte. Die Härte die sie vor der US Regierung bezüglich des NSA Abhörskandals (die amerikanischen Stromunternehmer tun mehr gegen diese Datenkrake, als unsere Regierung) gezeigt haben war schließlich vorbildlich....

Aber im Ernst. Friedrich ist ein typisch rechter Politiker. Ein paar Wirtschaftsflüchtlinge werden das Abendland zerstören. Sie und nicht die Banken, Regierungen und Großenkonzerne sind es, welche die aktuelle Eurokrise verursachen. Friedrich schiebt die Schuld zu den Armen. Wären sie reich brauchten sie nicht kommen. Friedrich und andere aus diese Ecke schreien, wenn es um die Vermeidung des Islams gehen, WIR SIND EIN CHRISTLICHER KONTINENT. Das es im Christentum so etwas wie Nächstenliebe gibt, interessiert nicht. Friedrich zeigt in ganzer Klarheit, dass uns das Leid anderer nicht interessiert. Aber wir wollen ihre Leichen bitte nicht an unseren Stränden. Während wir uns am Abend Filme wie Oblivion ansehen können und nicht Verstehen wieso eine Gesellschaft auf einer Raumstation ignorant leben kann, während der Rest der Welt leidet.

Chris

Dienstag, 8. Oktober 2013

Menschen leben in einer Blase

Wir sind zutiefst gesellige Wesen. Wir sehen Sachverhalte aus der Perspektive unserer Freunde, nicht der von Fremden. Was Ungleichheit unter anderem bewirkt ist, statt einer einzigen Gesellschaft eine Vielzahl von Gesellschaften zu schaffen. Ungleichheit schafft eine weitere Trennschicht zwischen Dazugehörigen und den Außenstehenden.

Verhaltensökonom Dan Ariely, zitiert aus "Die Superreichen: Aufstieg und Herrschaft einer neuen globalen Geldelite" von Chrystia Freeland.

Ariely beschreibt wie sich ein Filter über die eigene Wahrnehmung legt. Man existiert in einer Blase. Die Eliten gehen zur selben Schule oder Universität, sie arbeiten im gleichen Umfeld. Somit bestätigen sie sich in ihrer Wahrnehmung der Welt. Diese Absonderung wird verstärkt, wenn es starke Einkommensunterschiede gibt und die Durchlässigkeit zwischen diesen Unterschieden gering ist. Im Moment ist das der Fall. In den USA sitzen an den Spitzenpositionen der Unternehmen und der Politik Frauen und Männer aus Eliteuniversitäten. In Deutschland hat die Mehrheit des Bundestags einen akademischen Hintergrund. Wie sollen diese Entscheidungsträger die Welt der 99% wahrnehmen? Es geht nur in den seltensten Fällen.

Jeder der einen, kaum wertenden, Einblick in die Welt und die Gedanken der Superreichen erhaschen will, sollte sich das Buch von Chrystia Freeland durchlesen. Das geschriebene Zitat bringt ein Problem von vielen auf den Punkt. Im Buch werden sie aufgezeigt und erläutert warum Umverteilung durchaus sinnvoll sein kann. Das Buch ist selbst für Liberale sehr interessant, da es nicht den klassischen links-recht Dogmen folgt, sondern (zumindest für mich) neue Ideen und Einsichten brachte.

Chris

Montag, 7. Oktober 2013

Schäuble Interview

Ich beziehe mich bei dem Interview nur auf den ersten Teil. Dort geht es ums Geld. Schäuble verweist nur darauf, dass seine Einnahmen und Ausgaben im Gleichgewicht sind. Damit ist für ihn der Staat leistungsfähig und gut. Ob die Ausgaben ausreichen, um Investitionen, Personal, Bildung, etc. vernünftig zu finanzieren interessiert nicht. Die schwäbische Hausfrau reicht. Das lieben die Menschen an ihm. Schäuble weiß, wie er mit einfachen Antworten auf komplexe Fragen zu Zusammenhänge reagieren kann.
Ich bin der festen Überzeugung, dass wir angesichts der guten gesamtwirtschaftlichen und fiskalischen Entwicklung gut mit den vorhandenen Steuereinnahmen auskommen. Wir haben das in dieser Legislaturperiode ja bewiesen. 

Eine Steigerung von 74.5% des BIP auf 80.8%. Gleichzeitig jammern jetzt die Kommunen und Länder, zu Recht, dass es einen Investitionsstau in Deutschland gibt und die Infrastruktur verrottet. Sparen, nur um zu sparen, ist keine solide Haushaltspolitik.

Dieses Land hat einen gesamtstaatlichen Überschuss. Bei einem vernünftigen Haushaltsgebaren ist unser Staat gut zu finanzieren. Es bedarf keiner Steuererhöhungen.

Es ist interessant, dass Schäuble nur die Steuererhöhung hervorhebt. Die Linken wollten zwar Steuern erhöhen, aber auch senken und so die Umverteilung verbessern. Die Aussage, dass unser Staat gut finanziert ist, ohne zu sehen wie es um die Leistungen steht ist unsinnig. Genau hier irrt Herr Schäuble gewaltig. Die Hartz 4 Sätze sind nicht inflationsbereinigt gewachsen und die Renten auch nicht. Die Infrastruktur wird marode, die Gehälter im öffentlichen Dienst sind schwach gewachsen und Personal wurde abgebaut. Diese Zustände als Erfolg darzustellen ist etwas weltfremd.

warum das wohlhabende Baden-Württemberg im ersten Halbjahr 2013 die zweithöchste Pro-Kopf- Neuverschuldung von allen Bundesländern gemacht hat.
Woran liegt das?
Ganz einfach: Rot-Grün kann nicht mit Geld umgehen. 

Stimmt die anderen können nicht mit Geld umgehen. Darum wurde unter einer CDU  Regierung die Verschuldung von 67% des BIP auf 80% erhöht. Da Schäuble sich an sein Schmiergeld im Koffer nicht erinnern kann, fällt ihm dieser Widerspruch nicht auf.

Chris

Samstag, 5. Oktober 2013

Wiederholung: Reiche sind nicht zu stark belastet

Man muss folgende Frage immer und immer wiederholen. Wieso werden die reichsten der Gesellschaft angeblich zu stark belastet, wenn ihre Vermögen und Einkommen deutlich über den Wachstumsraten der Volkswirtschaften wachsen? Werden alle Menschen gleich belastet, dann partizipieren alle gleich. Selbst wenn dann die Prozentzahlen gleich wären, würden die Zuwächse in absoluten Zahlen immer noch sehr hoch sein, da die Basis der jeweiligen Einkommensgruppen unterschiedlich ist. Wieso darf sich eine kleine Elite bereichern und das nennt sich Marktwirtschaft, eine Mehrheit darf es aber nicht? Das kann kein Verfechter neoliberalen Glaubens begründen ohne auf Modelle zurückzugreifen die nachweislich nicht immer gültig sind. Wenn, z.B. die Effizienz des Marktes, nicht immer gilt, kann man diese manchmal gültigen Modelle nicht verwenden, um über Logik die Gerechtigkeit in der ungerechten Verteilung zu argumentieren.

(was hier für die USA exemplarisch an Zahlen vorliegt, gilt faktisch überall)

Chris

Freitag, 4. Oktober 2013

Was so passiert

Vor Sondierungsrunde: SPD-Chef Gabriel warnt vor Neuwahlen
Ziemlich durchsichtige Aussagen von der SPD Führung. Um leidige Neuwahlen zu verhindern, muss man auf Prinzipien verzichten und in die Große Koalition gehen. Die SPD kann nur verlieren, da sie kaum etwas von ihren Wahlprogramm umgesetzt kriegen wird. Das wenige was realisiert werden wird, wird Angela Merkel zugesprochen. Die SPD sollte die Grünen vorschicken und warten.

Unglück vor Lampedusa: Italiens Präsident fordert neue Asylgesetze
133 Leichen wurden angeschwemmt und es ist ein Drama. In Europa muss man das Elend erst sehen, um es zu Kategorisieren. Die hunderten Menschen die jedes Jahr auf dem Weg nach Europa sterben (sei es an Land in Afrika oder im Mittelmeer) verschandeln ja nicht die Strände. Ändern wird sich nichts. Man wird nur versuchen noch früher die Menschen aufzuhalten.


Maria Markantonatou: „Der Erfolg der griechischen Neonazis zeigt, wohin Austerität führen kann“ 
Mal sehen wie die wirtschaftsliberalen Politiker und Ökonomen, welche den Austeritätskurs befürworten diese Entwicklung sehen werden. Wer nur in Zahlen denkt und von rationalen Menschen ausgeht, versteht die Not der Bevölkerung nicht. In Modellen kann ein Mensch 5 Monate ohne Geld auskommen. In der Realität nicht. Das es den rationalen Menschen nicht gibt, sollten die Befürworter dieser absurden Modelle verstehen. Sie brauchen nur in den Spiegel zu schauen.

Mal eine andere Sicht auf das angeblich schlimme Fiat Money System.

Chris

Dienstag, 1. Oktober 2013

Raffelhüschen is back

Nachdem er es mit der Rentenversicherung versucht hat, ist nun die Krankenversicherung dran. Auch diese ist, aufgrund des demographischen Wandels, zu teuer. Sie ist unfinanzierbar. Raffelhüschen in Standardmanier extrapoliert munter vor sich hin und kommt zu dem Schluss, dass im Jahr 2050 der Beitragssatz 30% betragen könnte.

2050 womöglich auf 30 Prozent klettern

Interessant ist dabei das Wort womöglich. Es bedeutet so viel wie; vielleicht, vielleicht aber auch nicht. Auf dieser Basis zu argumentieren, ist bestenfalls fragwürdig. Folgt man ihr trotzdem, zeigt sich, dass Raffelhüschen  von einer Zusammenlegung aller Kassen, privat wie gesetzlich, nichts hält. Denn es wären Beamte betroffen. Diese seien im Schnitt 10 Jahre älter und das würde die gesetzlichen Kassen erst recht sprengen. Erstaunlicherweise trifft das auf die privaten Kassen im Moment aber nicht zu. Diese können zu den höheren Leistungen noch Gewinne und Werbung finanzieren. Warum sollte dieser Transfer also nicht funktionieren. Ach ja, die Beamten. Raffelhüschen ist selber einer und möchte nicht auf seine schönen Vorteile verzichten. Stattdessen will er eine Entkoppelung des Gehalts von der Gesundheitsleistung. Es soll nur noch eine Basisleistung geben. Alles andere ist extra. Gerade körperlich anstrengende und verschleißende Arbeiten müssten dann, eigentlich, besser vergütet werden. Das wird aber nicht geschehen, da Menschen weder die Wahl haben, noch so weit planen. Das interessiert den Elfenbeinturmbewohner aber ganz und gar nicht. Es soll eine

20/ 30/ 40-Klassenmedizin

geben. Das die Kosten in den letzten 4 Jahren nur knapp oberhalb der Inflationsrate lagen wird nicht beachtet. Es interessiert den Herrn Professor auch nicht, dass seine Forderungen asozial sind. Wie gut Gesundheitsleistung nach Einkommenshöhe funktioniert sieht man in Schwellenländern und/oder den USA. Dort ist die Lebenserwartung u.a. wegen schlechter Gesundheitsversorgung niedriger als bei den Wohlhabenden. 
Raffelhüschen sollte folgendes erklären. Wir haben ein wirtschaftliches Wachstum von 1-2% je Jahr. Somit könnten wir 1-2% Ausgabensteigerung im gesamten Gesundheitssektor zulassen. Die Frage der Finanzierung ist ein anderer Punkt. Diese sollte so billig wie möglich sein. Somit fallen die Privatversicherungen raus. Einfache Logik und für einen Professor nachzuvollziehen. Da er scheinbar von den Rentenversicherern nicht mehr genug Geld bekommt, muss er in den Gesundheitsbereich ausweichen. Hierfür muss er die Solidargemeinschaftsidee verteufeln, indem er die folgenden zwei exemplarischen Punkte aufführt

Auf der Einnahmenseite wäre es sinnvoll Lohn und Gesundheit voneinander zu entkoppeln. Mehr Gehalt macht nicht kranker.

Die GKV kann auf Dauer nicht allen alles medizinisch Machbare finanzieren – wir müssen rationieren
Es ist immer wieder erstaunlich, dass Professoren, welche massiv vom Staat profitieren, so stark gegen staatliche Leistungen argumentieren ohne vor Scham rot zu werden. Wenn dies auf einem sachlich hohen Niveau stattfinden würde, wäre dies vertretbar. Allerdings verschweigt Raffelhüschen, dass es Produktivitätszuwächse gibt, das die höchsten Kosten in den letzten Lebensjahren anfallen, da man eben nur als gesunder Mensch deutlich älter wird. Es interessiert ihn nicht, dass der Anteil der Sozialleistungen am BIP nur marginal gestiegen ist. Er nutzt absolute, anstatt relative Zahlen. Er verwendet keine Inflationsbereinigung. Er extrapoliert 38 Jahre in die Zukunft. 1910 hätte dies die Vernachlässigung zweier Weltkriege bedeutet. 1970 hätte man die Wiedervereinigung vergessen. Diese Beispiele zeigen wie seriös dieser Mann ist. Er spielt alle statistischen Tricks aus, um die Interessen seiner Geldgeber Pseudowissenschaftlich zu verkleiden.

Chris