Posts mit dem Label Verteilung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Verteilung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 3. Februar 2021

Gedanken zur Erhöhung des Kindergelds

300 Euro mehr Kindergeld fördern den Konsum mehr als eine Mehrwertsteuersenkung von 3%. Was für eine Erkenntnis. Wer konsumiert sein komplettes Einkommen? Richtig Menschen mit geringem Einkommen. Diese Menschen werden nicht um 3% entlastet. Sie kaufen viele Güter die gar nicht den vollen Mehrwertsteuersatz haben. D.h. diejenigen die genug Geld haben werden überproportional entlastet. Gehen wir mal weiter. Wenn ich die vollen 3% habe, muss ich lächerliche 10.000 Euro konsumieren, um auf den gleichen Wert zu kommen. Das ist unter Annahme, dass die Senkung in den Preisen komplett weiter gereicht werden. Bei armen Familien wie geschrieben wird die Menge des Konsums eher noch höher sein. D.h. am Ende bleibt ein bisschen mehr übrig. Ein Geldbetrag einmal ausgezahlt ist da einfacher und gewisser weise auch besser. Denn die Förderung ist eben, bezogen auf das Einkommen, bei niedrigen Einkommen höher. Dort wo Konsumdefizite vorherschen, weil das Einkommen nicht reicht, kommt das Geld an. Daher wirkt es deutlich besser. 

Chris

Montag, 23. Februar 2015

Huch was ist denn hier passiert

Ist Herr Oswald Metzger plötzlich aufgewacht? Wurde uns nicht immer gepredigt das man das Kapital entlasten muss und dann geht es uns allen gut? War nicht auch Oswald Metzger vorne mit dabei? Plötzlich schreibt er etwas von
schier unglaubliche Bevorzugung des Faktors Kapital
Wurde uns nicht immer gesagt, dass eine höhere Erbschaftssteuer die Familienunternehmen zerstören und Deutschland in den Ruin treiben würde? Weiterhin meint er

Je höher die Erbmasse, desto geringer die Steuerlast für das "leistungslose Einkommen“ der Erben. Die Abgeltungssteuer für Kapitalerträge ist für mich ein klarer Verstoß gegen das Gleichheitsgebot und widerspricht diametral der Besteuerung nach der individuellen Leistungsfähigkeit.

Sind die liberalen Marktdogmatiker wie Metzger endlich dahinter gekommen, dass viele ihrer Forderungen der letzten Jahre Unsinn waren? Vielleicht, aber was ist die Konsequenz aus den oben daragestellten Aussagen? Oswald Metzger hält sich diesbezüglich bedeckt. Stattdessen wird noch schnell auf die Zentralbanken und vorher auf Ausländer, in bester Pegidamanier, eingeprügelt. 

"Wie „attraktiv“ der deutsche Sozialstaat ist, belegt auch die Zuwanderung von Geringqualifizierten aus osteuropäischen EU-Staaten.

Dabei ist die Konsequenz einfach, denn sie wurde in den 50er - 60er Jahren praktiziert; höhere Steuern für Vermögen und Erbschaften. Alles andere funktioniert nicht. Der Witz ist, dass dies für Oswald Metzger ebenfalls ein Eingriff in den Markt und seine Ordnungsprinzipien bedeuten würde. D.h. das Problem ist für einen Oswald Metzger nicht zu lösen. Erhöht er die Steuern, dann ist es ein Eingriff durch den Staat. Senkt er Steuern, dann sorgt er für mehr Ungleichheit und das ist ihm ebenfalls nicht Recht. Eine Lösung kann er nicht abieten, weil seine Ideologie keine Lösung zulässt. Stattdessen wird auf die heiligen Ordnungprinzipien (was soll das eigentlich sein) verwiesen.

Wir unterminieren im täglichen Mikrokosmos und in der Makroökonomie fundamentale Ordnungsprinzipien. Das Leistungsprinzip ist essentiell. Wer es aushöhlt, zerstört individuelle Wertschätzung und gesellschaftliche Wohlfahrt.

Chris

Donnerstag, 20. November 2014

Ich glaube ich kündige

Schließlich schreibt der Spiegel, dass ich mich als Deutscher reich erbe. Interessant sind einige der Statistiken. Nur 40% der Millionäre haben es aus "eigener" Kraft geschafft. Der Rest sind Erben oder haben ihr Vermögen angeheiratet. Damit fällt ein wesentlicher Argument gegen die Spitzensteuer weg. Denn das Geld gab es für 60% der Reichen leistungslos.
Weiterhin sollten wir nicht feiern wie viel Multimillionäre es gibt und wieviel mehr es im letzten Jahr geworden sind. Es ist ein Armutszeugnis und nichts zum feiern. Es heißt nämlich, dass eine kleine Elite auf Kosten des Rests der Bevölkerung lebt. Dafür wird sie noch bejubbelt. Es wird gefeiert, was für große Yachten diese Elite besitzt, wieviel und wie teurere Immobilien und Autos. 
Gleichzeitig prangern die Mainstreammedien die vielen Menschen an die mit 63 Jahren in Rente gehen. Unbezahlbar ist dies, ähnlich wie der Mindestlohn. D.h. wir können und wollen uns als Gesellschaft ein paar Hanseln leisten die in einem Sportwagen über die Straßen gleiten oder in ihrer Yacht im Mittelmeer braten. Diese Menschen leisten einen geringen Beitrag zum gesellschaftlichen Wohlstand. Der Besitz eines Unternehmens erwirtschaftet keinen Wohlstand, es sind die Menschen im Unternehmen die es tun. Diejenige die den Wohlstand erwirtschaften bestrafen wir mit Vorwürfen. Vorwürfen, dass die Ansprüche an Rente und Lohn zu hoch seien. 
Wie absurd das Ganze ist soll folgendes Bild zeigen. Jedes Jahr steigt die Verteilungsmasse, sprich der Kuchen wird größer. Gleichzeitig "hungern" immer mehr Menschen in diesem Land. Wie offensichtlich müssen die Hinweise noch sein, dass ein Kind zu viele Stücken vertilgt, weil es zu gierig ist während einige Kinder nichts abbekommen? Bei jedem Kindergeburtstag würden die Eltern einschreiten. Nicht so in unserer Gesellschaft. Da nennt man das Ganze Markt und unsichtbare Hand und schon ist es gerecht. Manchmal ist die Welt genau so einfach. Das muss man sich immer wieder klar machen.

Nebenbemerkung
Wie blind die Bevökerung für die wahren Probleme ist sieht man an der unsäglichen Diskussion ob ein Linker Ministerpräsident werden darf oder nicht. Viel an dieser Diskussion greift die Demokratie an, die diese Menschen zu verteidigen suchen. Argumente gegen Ramelow sind meistens Fehlanzeige. Er wird es nicht wesentlich besser und sehr wahrscheinlich nicht schlechter machen als seine Vorgänger. Fakt ist, dass man die Bevölkerung mal wieder schön abgelenkt hat.

Chris

Dienstag, 21. Januar 2014

Wenn ein Mensch so viel Wert ist wie 41 Millionen

Niemand bei Verstand kann daran glauben, dass 85 Menschen so viel Eigentum besitzen sollten wie 3.5 Milliarden Menschen zusammen. Niemand bei Verstand kann daran glauben, dass es eine Frage der Freiheit ist diesen Zustand zu bewahren und eine Umverteilung unter allen Umständen zu vermeiden. Dieser Zustand birgt reale Probleme. Wenn Geld, Macht bedeutet, dann sind diese Menschen mächtig. Nicht Obama ist der mächtigste Mann der Welt, nein diese 85 sind es. Sie können spenden, beeinflussen, forschen und bauen wie sie es wollen. Dabei kann positives wie negatives herauskommen. Die Entscheidung liegt nur bei dieser kleinen Elite. Wer von Demokratie und Freiheit redet sollte darüber nachdenken, ob dies beim aktuellen Zustand der Verteilung überhaupt möglich ist. Ganz zu schweigen von den Fragen:
WOZU BRAUCHEN SO WENIG MENSCHEN SO VIEL???
WARUM FINANZIEREN WIR ALS WELTGESELLSCHAFT  EINE SOLCHE MINIELITE???
WIESO FINDEN ES SO WENIG MENSCHEN ABSURD???

Chris

Samstag, 5. Oktober 2013

Wiederholung: Reiche sind nicht zu stark belastet

Man muss folgende Frage immer und immer wiederholen. Wieso werden die reichsten der Gesellschaft angeblich zu stark belastet, wenn ihre Vermögen und Einkommen deutlich über den Wachstumsraten der Volkswirtschaften wachsen? Werden alle Menschen gleich belastet, dann partizipieren alle gleich. Selbst wenn dann die Prozentzahlen gleich wären, würden die Zuwächse in absoluten Zahlen immer noch sehr hoch sein, da die Basis der jeweiligen Einkommensgruppen unterschiedlich ist. Wieso darf sich eine kleine Elite bereichern und das nennt sich Marktwirtschaft, eine Mehrheit darf es aber nicht? Das kann kein Verfechter neoliberalen Glaubens begründen ohne auf Modelle zurückzugreifen die nachweislich nicht immer gültig sind. Wenn, z.B. die Effizienz des Marktes, nicht immer gilt, kann man diese manchmal gültigen Modelle nicht verwenden, um über Logik die Gerechtigkeit in der ungerechten Verteilung zu argumentieren.

(was hier für die USA exemplarisch an Zahlen vorliegt, gilt faktisch überall)

Chris

Montag, 15. August 2011

Buffets Meinung über die Steuern

Im vergangenen Jahr habe Buffet nach eigenen Angaben Bundessteuern (Einkommenssteuer + Lohnsteuer) in Höhe von 6‘938‘744 Dollar bezahlt. Das klingt nach viel Geld. Aber was er bezahlt habe, sei nur 17,4% seines versteuerbaren Einkommens gewesen. Und das ist tatsächlich ein geringerer Prozentsatz als der von den anderen 20 Personen in seinem Büro bezahlt werde. Ihre steuerlichen Belastungen reichen von 33% bis auf 41% und betrage 36%, unterstreicht der Gründer des Investment-Unternehmens Berkshire Hathaway.

Selbst die Superreichen erkennen, dass das aktuelle System nicht funktionieren kann. Warren Buffet möchte seinen Kindern verhältnismäßig wenig Vermögen vererben. Er ist der Auffassung, dass bei einem hundert Meter Lauf alle am Start und nicht einige kurz vor dem Ziel beginnen sollten. Leider sehen dies nicht alle so.

Chris

Donnerstag, 26. Mai 2011

Einkommensverteilung USA

Hier lassen sich die aktuellen Daten zur US Einkommensverteilung ansehen. Durch die sehr starke Ungleichverteilung am oberen Ende fühlen sich viele reiche US Amerikaner nicht reich. Sie sehen den wesentlich größeren Reichtum der obersten 0.5% und erkennen nicht, wie viel wohlhabender sie sind, als die Mehrheit der Bevölkerung. Ähnliches lässt sich wahrscheinlich auch auf Deutschland übertragen. Dort zählt man mit einem Nettoeinkommen von über 3000 Euro zu den obersten 20-30% der Einkommensbezieher. Dennoch würden etliche mit diesem Einkommen meinen, dass sie knapp über dem Durchschnitt liegen und eigentlich nicht wirklich reich sind. Diese verzerrte Wahrnehmung führt zu Aussagen wie diesen: "Wenn man sich in jungen Jahren vier Jahre lang richtig zusammenreißt und 6000 € jährlich zurücklegt, hat man dieses Geld zusammen." Das Verhältnis zu den niedrigen Einkommen geht verloren. Selbst sieht man sich als Bezieher eines mittleren Einkommens, welcher vom Staat gezwungen wird zur Unterstützung der niedrigen Einkommen. Real gehört man zu den Bestverdienenden. Dementsprechend wird man mehr beteiligt.

Chris

Mittwoch, 3. November 2010

Steuerpolitik

Mich amüsiert es immer, wenn die FDP und ihre Anhänger den Sozialdemokraten vorwerfen sie könnten keine Haushaltspolitik betreiben. Kaum steigen die Steuereinnahmen deutlich stellt die FDP, ebenso wie es alle anderen Parteien vor ihr getan hatten, die Verteilungsfrage. Im Falle der SPD werden dann Subventionen erhöht, im Falle der Linken würde Hartz 4 erhöht, im Falle der FDP sollen unbedingt die Steuern nach unten (was Hauptsächlich ihr Klientel entlastet). Die jetzige Steuereinnahmensteigerung hat eines gezeigt, dass der Haushalt nur über Wachstum saniert werden kann. Senkt die FDP die Steuern, dann muss sie auch drastisch die Ausgaben reduzieren. Schließlich wurde 2009 die Schuldenbremse eingeführt. Senkt der Staat die Ausgaben, dann bleibt fraglich ob die Steuersenkungen die ausbleibende Nachfrage ersetzen kann. Dies ist insbesondere deswegen fraglich, weil die Sparquote der Hauptentlasteten dieser Republik seit Jahren steigt. Das heißt im Umkehrschluss, dass diejenigen die noch mehr Geld bekommen schon genug haben und es nicht konsumieren. Das nenne ich nachhaltige Wirtschaftspolitik.

Chris

Dienstag, 22. Juni 2010

Vermögensreport

Wenn jemand aus der Krise gestärkt und ohne Probleme hervorgeht sind es die Reichen dieser Republik. Während ein Oswald Metzger immer noch die Probleme der Mittelschicht in der Umverteilung nach unten sieht verkennt er offensichtlich, dass netto immer nur nach oben geschaufelt wird. Wieso sonst sollten trotz Finanzkrise und wegbrechenden Renditen gerade die Hauptsparer zu den Gewinnern gehören können? Intensiv wird nur die zu hohe Belastung dieser Gruppe beleuchtet. Wieso die Belastung zu hoch sein soll, wenn doch jedes Jahr das Vermögen durchschnittlich um 8-9% wächst wird nicht erklärt. Unter dem Aspekt, dass die deutsche Wirtschaft deutlich weniger wächst bleibt nur, dass sich diese Gruppe auf Kosten der Anderen bereichert.

Chris