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Donnerstag, 7. August 2014

Rosetta ist da

Mal eine gute Meldung. Immerhin in der Forschung tut sich noch etwas. Ich bin gespannt, ob das Landemanöver funktionieren wird. Selbst wenn nicht, kann man jede Menge neues Wissen generieren und altes validieren. Falls irgendjemand meint es sei Geldverschwendung, der sollte sich zuerst fragen wozu wir mit Russland Sanktions- und mittelfristig wahrscheinlich Rüstungsspiele spielen. Dann lieber mehr Geld in die Forschung.

Chris

Mittwoch, 12. März 2014

Projektbezogene Forschung

Projektbezogene Forschung ist eine kostspielige und in weiten Teilen unsinnige Sache. Dabei ist die Idee dahinter sogar nachvollziehbar.
  • Indem die Forscher von Anfang an erklären was sie vorhaben, soll das Risiko eines Scheiterns minimiert werden. 
  • Indem die Forscher in Konkurrenz stehen, soll sich die beste Idee durchsetzen.
  • Meilensteine sollen die Forscher zielgerichteter arbeiten lassen.
So schön diese Ziele in der Theorie klingen, so schwierig ist deren Umsetzung in der Praxis. Die klare Abfolge was getan werden muss, um etwas zu ergründen, funktioniert so lange gut, so lange man eine wage Ahnung hat, um was es sich handelt. Forschung, welche zur Verbesserung von Technologien oder zu einem verbesserten Verständnis bereits bestehender Erkenntnisse führen, funktionieren auf diesem Level sehr gut. Einen grundlegend neuen Ansatz zu verfolgen ist schwer möglich und muss als Zufall getarnt in die Projekte integriert werden.
Der Wettbewerb der Ideen klingt auch erst einmal gut. Erst auf den zweiten Blick zeigen sich die Probleme an diesem Gedanken. Gute Anträge sind nachvollziehbar und lassen keinen Spielraum für grundlegend neue Ansätze. Jeder Gutachter (welcher häufig aus der gleichen Disziplin stammt) lassen neue für sie nicht nachvollziehbare Ideen nicht zu. Gold als Katalysator wäre niemals beforscht worden (tatsächlich gibt es eine Anwendung). Weiterhin muss klar sein, dass ein gewisser Bekanntheitsgrad dazu führt, dass Gutachter mehr Vertrauen in den Antragssteller haben. Mehr Vertrauen führt zu mehr Projekten und somit zu mehr Vertrauen. Das ist zwar menschlich, aber sollte bei der Bewertung von Ideen keine Rolle spielen. Als letztes ein grundlegendes Problem. Die Bewertung von Ideen ist meiner Ansicht nach etwas sehr schwieriges. Natürlich ist es eine gute Idee Krebs zu heilen. Allerdings kann man sich die Frage stellen, ob ein solches Ziel mal eben erreicht werden kann. Die Ziele werden hoch gesteckt. Sinnvolle Forschung wird hinter potemkinschen Zielen versteckt, damit es Geld gibt.
Nun zu den Meilensteinen. Man kann sich sicherlich streiten ob solche Zielpunkte sinnvoll sind oder nicht. In der Forschung verkommen sie meist zu schwammig formulierten Zielen, welche immer erreicht werden können. Der Wert ist oft sehr fragwürdig. Wie soll man das Erreichen von Ergebnissen in drei Jahren abschätzen können, wenn man der Erste auf der Welt ist, welcher sich mit diesem Problem auseinandersetzt? Somit bleibt nichts anderes übrig, als Meilensteine wage zu formulieren. Zur Risikoabschätzung taugen sie meistens nicht, da sie oft genug immer erreichbar sind.

Generelle Probleme
Nach diesen eher speziellen Problemen, nun ein paar globale. Projektspezifische Forschung ist in meinen Augen teuer und ineffizient. Der Grund hierfür ist die Planbarkeit und die Kosten für das Schreiben eines Antrags. Beide Kosten werden nirgenwo aufgeführt. Um eine dauerhafte Finanzierung der Mitarbeiter zu erreichen, müssen immer neue Projekte aquiriert werden. Da diese nicht immer angenommen werden, muss mehr aquiriert werden als Mitarbeiter zur Verfügung stehen. Somit gehen allein dadurch Ressourcen verloren, da eine langfristige Planung (mehr als 1 Jahr) selten möglich ist. Anschaffung von Messgeräten und deren Betrieb (Mitarbeiter die sie bedienen können) machen nur Sinn, wenn man langfristig planen kann. Messgeräte sind teuer. An Universitäten stehen viele Geräter herum, da die Mitarbeiter gehen mussten.
Die Kosten für ein abgelehntes Projekt sind ebenfalls nirgendwo aufgeführt. Bei einer Quote von 10-20% das ein Antrag angenommen wird, stehen die gleichen Kosten für 80-90% der Antragsschreiber an. Würde man diese Gelder direkt in die Finanzierung der Forschungslandschaft stecken, hätte man deutlich mehr gewonnen. Darüber hinaus sinkt aktuell die Erfolgsquote. Da die Grundfinanzierung schlechter wird, steigt automatisch auch der Konkurrenzkampf. 

Fazit
Eine deutlich bessere Grundfinanzierung sollte eine Forschung mit Risiko ermöglichen. Dieses Risiko möchte und sollte die Industrie nicht eingehen. Der Preis dafür wäre, dass die Unternehmen weniger Forschungssubventionen für praxisnahe Entwicklungen erhalten. Der Gewinn wären wirkliche Innovationen und keine inkrementellen Verbesserungen.

Chris

Montag, 19. August 2013

Staatlich unterstützte Forschung

Während die „Unternehmenskultur“ immer wichtig sein wird, hat es sich herausgestellt, dass viele Innovationen von wirtschaftlicher Bedeutung in den USA die Fingerabdrücke des Staates tragen. Von Werkzeugmaschinen zu Eisenbahnen, Transistoren, Radar, Laser, Computer, Internet, GPS, Biotechnologie, Nanotechnologie aus den Tagen des Unabhängigkeitskrieges bis heute. Der Staat hat Innovation oft auch vor dem privaten Kapital unterstützt, erklärt Bernstein.


Eigentlich ist diese Feststellung keine wirkliche Überraschung. Kapital ist sehr scheu und möchte kein Risiko eingehen. Der Staat hat diese Probleme nur bedingt. Er kann Technologien fördern und von diesen profitieren, wenn sie in der Industrie angekommen sind.

Chris

Mittwoch, 13. März 2013

Welch schwierige Erkenntnis


Für solche Erkenntnis werden Ökonomen bezahlt. Jedes Schulkind kommt zu dem gleichen Schluss. Nur Ökonomen, welche Staat und Privatwirtschaft in ihren Modellen sauber trennen können, brauchen dazu Forschungen und als Ergebnis ein Buch. Dabei zeigt die Geschichte immer und immer wieder, dass nicht die Armen, sondern die Reichen und Mächtigen die Gesellschaft zerstören.

Chris

Samstag, 23. Februar 2013

Mythos Monogamie

Ein sehr interessanter Vortrag über Polygamie und eine schöne Diskussion beim Deutschlandfunk Hörsaal. Dort wird zum Beispiel mit der Annahme aufgeräumt, dass Monogamie typisch wäre für Menschen. Schlüssig wird erläutert, dass in Steinzeitgruppen wechselnde Sexualpartner den Zusammenhalt förderten. Es existiert im Moment häufig die These, dass Männer nur ihre eigenen Gene fördern wollen. Somit ist es nicht in ihrem Interesse, dass die Frau mit einem anderen Mann Sex hat. Zu Zeiten der Jäger und Sammler trifft dies laut dem Vortragenden Christopher Ryan nicht zu. Dort gab es kein Eigentum und Investments. Die Gruppe teilte alles. Somit war der Aufwand zur Pflege von Kindern für alle gleich. 
Nach Ryan änderte sich dies als der Ackerbau aufkam. Nun gab es Eigentum und die Menschen teilten nicht mehr alles. 
Mehrere Dinge kann man aus diesem Vortrag lernen. Zum Einen ist es ungenau seine heutigen Erfahrungen in die Vergangenheit zu projizieren. Eigentum zum Beispiel gab es noch nicht. Somit ist das Rechtsverständnis auch ganz anders. Zum Anderen sieht man wie stark soziale und technische Entwicklungen den Menschen prägen. Er ist nicht nur von seinen Genen bestimmt. Daraus kann man ableiten, dass wir uns als Gesellschaft ändern können.

Chris

Donnerstag, 24. Januar 2013

Verhaltensökonomie

Auf DLF Wissen gibt es aktuell einen sehr interessanten Vortrag über Verhaltensökonomie. Die Grundaussage ist, dass Menschen Entscheidungen als rational bewerten können, aber sich dennoch in steter Regelmäßigkeit dagegen entscheiden. Wenn man das weiß, ist es klar das ein geregelter Markt Sinn macht. Die Regeln können objektiv sein. Die Marktteilnehmer werden vor irrationalen Ausbrüchen geschützt. 
Für mich ist das, die einleuchtenste Begründung gegen eine befreite Marktwirtschaft.

Chris

Montag, 6. August 2012

Mars Landung ist geglückt

Nach langen Minuten des angespannten Wartens ist der Mars erreicht. Es steht nun 15:24 für den Mars.

Chris

Donnerstag, 19. Juli 2012

Freie Forschung

Die "EU will Forschungsergebnisse frei zugänglich machen". Das sind sehr gute Nachrichten. Im Moment kosten die Zeitschriftenzugänge Millionen Euros. Die Frage ist wofür? Druckversionen gibt es kaum noch, bzw. man muss extra zahlen. Die Reviews werden kostenlos von Professoren übernommen. Das heißt sowohl Forschung als auch Gutachten werden aus Steuergeldern finanziert. Meist kostet auch der Editor dem Verlag gar nichts. Die Gegenleistung besteht aus einem Namen und einer gut gepflegten Website. Diese vergleichsweise geringe Leistung lassen sich die Verlage üppig Vergüten. Aus diesem Grund ist der Vorstoß der EU zu begrüßen. Es bleibt abzuwarten wie und ob er umgesetzt wird.

Chris

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Fachartikel in der Wissenschaft

Wer in der Wissenschaft bestehen will, muss viel publizieren. Damit steht und fällt die Reputation in der Wissenschaftswelt. Interessant dabei ist, wie der Veröffentlichungsprozess abläuft.

Freitag, 24. Juni 2011

Klimaforschung

Wenn ihr der Klima-Debatte ein bisschen gefolgt seid, habt ihr bestimmt mitgekriegt, dass es da angeblich substantiell viele Wissenschaftler gibt, die daran zweifeln, dass die Klimaveränderung vom Menschen verursacht wird. Hier hat sich mal jemand eine Liste von 900 Papers angeguckt und kam zu folgendem überraschenden Ergebnis:
However, a preliminary data analysis by the Carbon Brief has revealed that nine of the ten most prolific authors cited have links to organisations funded by ExxonMobil, and the tenth has co-authored several papers with Exxon-funded contributors.

Quelle: Fefes Blog


Anmerkung: Ich gebe auch zu, dass ich skeptisch bin bei den Klimaforschungsergebnissen. Allerdings bin ich der Meinung, dass eine Umsetzung der Lösungen (weniger CO2, weniger Energieverbrauch, mehr Umweltschutz) im Zweifelsfall nicht schadet. Das 90% der Gegenforschungen von ExxonMobil bezahlt worden sind zeigt, dass man durchaus mit Geld Forschungen beeinflussen kann. Die Frage wie es auf der anderen Seite aussieht bleibt ebenso offen, wie die Frage über die Haltbarkeit der Ergebnisse der Forschungen. Nur weil man von einem Klimagegner bezahlt wird heißt dies nicht per se, dass alles falsch ist. Allerdings geht man vorgeschädigt in die Untersuchungen hinein, was gegen eine objektive Forschung spricht.

Chris

Donnerstag, 23. Juni 2011

Doktor Arbeitsamt

Über 60% der Stellen an den Universitäten sind Zeitverträge. Wie soll die Qualität der Wissenschaft und Lehre aufrechterhalten werden, wenn das Personal derart stark rotiert? Langfristig planbare Forschung, oder freie Forschung ist so faktisch nicht möglich. Es ist schon erstaunlich, dass ein Land welche angeblich in einer Wissensgesellschaft lebt die Mehrung des Wissens und der Bildung so schlecht behandelt.

Chris

Montag, 16. Mai 2011

Flexible Wing

Der flexible Flügel ist eine der großen Ziele der Flugzeughersteller. Man kann durch gezielte Deformation der Tragflächen die notwendigen Verformungen erzeugen, zum Beispiel für Start und Landung. Hier ist ein älteres Beispiel was schon heute möglich ist. Der Vorteil ist, dass man Kanten und Übergänge vermeidet, welche ein ungünstiges Strömungsverhalten haben und die Aerodynamik beeinflussen. Durch die Vermeidung, kann man den Wirkungsgrad des Flugzeugs steigern. Man braucht eventuell kleinere Flügel (Masse) und/oder weniger Treibstoff.

Chris

Donnerstag, 27. Januar 2011

Qualität der Wissenschaft

Die heutige Wissenschaft krankt an der Menge des selbst produzierten Wissens. Im Drittmittelwettbewerb sind die Menge der Fachartikel in renommierten Zeitschriften einer der wichtigsten Kriterien, um diese zu erhalten. Darunter leidet des Öfteren die Qualität. Die Gutachter können sich aufgrund der Komplexität selten mit der Materie zu 100% auseinander setzen. Ihnen bleibt nur die textliche und inhaltlich logische Kontrolle. Machen die dargestellten Ergebnisse und die Interpretation der Selbigen einen Sinn. Das die Ergebnisse richtig sind wird dabei vorrausgesetzt. Kurvenanpassungen und etliche andere Tricks, um die Arbeiten zu verbessern sind dabei an der Tagesordnung. Meist werden die Fehler irgendwann entdeckt. Allerdings kostet es Zeit und bremst den betreffenden Wissenschaftler in seiner Arbeit. Eine Verbesserung dieses Zustandes ist nicht zu erwarten. Da die Publikationswut eher zunehmen wird. Da sich der Staat aus der Grundlagenfinanzierung immer weiter zurückzieht, bleiben den Forschungseinrichtungen nur die Drittmittel. Freie, kreative Forschung bleibt ein wenig auf der Strecke, da ein Ziel im Fordergrund steht. Ob dies langfristig ein Vorteil ist wird die Zukunft zeigen.

Chris

Freitag, 14. August 2009

Schokolade könnte Patienten nach Herzinfarkt schützen

Dreimal die Woche Schokolade zu essen, ist vermutlich gesund. Schwedische Forscher haben Herzinfarktpatienten untersucht und entdeckt, dass ihr Risiko für weitere Herzattacken sank, wenn sie die Leckerei genossen - allerdings nur in Maßen.

Quelle: Spiegel

Anmerkungen: Wenn das stimmt, hab ich sicher keine Gefahr auf einen Herzinfarkt. Außerdem würde es erklären warum Kinder keinen Herzinfarkt kriegen :).

Chris

Dienstag, 11. August 2009

Der Quasi-Quantenrechner

Physikern in Santa Barbara, Californien, ist es gelungen, einen "Quantenrechner zu simulieren". Dies gelang, indem ein konventioneller elektronischer Schwingkreis auf eine Temperatur nahe es absoluten Nullpunkts gebracht wurde. Der elektrische Strom erhält dadurch quantenmechanische Eigenschaften und erlaubt somit, das Verhalten von Qubits(quantenmechanische Recheneinheiten) anzunhemen.

Dieser Schaltkreis ist fast exakt ein Schwingkreis, wie er in jedem Radio eingebaut ist. Im beschriebenen Experiment wird er allerdings so tief gekühlt (bis zu 25tausendstel Grad über dem absoluten Nullpunkt), dass der Strom beginnt, sich quantenmechanisch zu verhalten. Er kann dann zum Beispiel gleichzeitig rechtsherum und linksherum durch den Schwingkreis fließen. Auch kann man ihn nur in quantisierten Strompaketen vergrößern und verkleinern. Genau dieses Kunststück ist nun gelungen: Mit einer Mikrowellenquelle konnten die Autoren kontrolliert bis zu vier Strompakete in den Kreis einspeisen oder daraus entfernen.

Friedemann Reinhard, Universität Stuttgart


Die so entstehende Recheneinhet heißt Qudit und ist vergleichsweise technisch einfach zu realisieren. Es kann Einstellungen von Qubits annehmen, deren technische Realisierung derzeit noch nicht ausgereift ist.


Arikel:
heise.de 1
heise.de 2

Dan

Samstag, 1. August 2009

Abgefahrenes Video über Simulation des globalen Luftverkehrs

Schweizer Forscher haben den über den Tag verteilten globalen Luftverkehr visualisiert. Sieht stark aus - schaut mal rein:

Video: 100.000 Flugzeuge auf einen Blick (Spiegel, 31.07 2009)


Dan