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Montag, 18. November 2013

Financial Stability Board

Ein interessanter Hörsaal Vortrag beim Deutschlandfunk über unser Finanzsystem. Obwohl das Finanzsystem auf unser Leben einen massiven Einfluss hat, beschäftigen wir uns sehr wenig mit dessen Funktionsweise. So wird darauf hingewiesen, dass das Financial Stability Board eines der mächtigsten Organisationen der Welt ist. Dennoch kennt es kaum jemand. Will man etwas ändern, dann muss man die Zusammenhänge und Entscheidungsprozesse kennen. Erst dann, so der Vortragende, hat man eine Chance etwas zu tun.

Chris

Donnerstag, 19. Juli 2012

Freie Forschung

Die "EU will Forschungsergebnisse frei zugänglich machen". Das sind sehr gute Nachrichten. Im Moment kosten die Zeitschriftenzugänge Millionen Euros. Die Frage ist wofür? Druckversionen gibt es kaum noch, bzw. man muss extra zahlen. Die Reviews werden kostenlos von Professoren übernommen. Das heißt sowohl Forschung als auch Gutachten werden aus Steuergeldern finanziert. Meist kostet auch der Editor dem Verlag gar nichts. Die Gegenleistung besteht aus einem Namen und einer gut gepflegten Website. Diese vergleichsweise geringe Leistung lassen sich die Verlage üppig Vergüten. Aus diesem Grund ist der Vorstoß der EU zu begrüßen. Es bleibt abzuwarten wie und ob er umgesetzt wird.

Chris

Dienstag, 27. März 2012

Kybernetische Erklärung der zwei Lenkungsarten: Steuerung und Regelung

Der eine Irrtum der Frühliberalen betrifft ihre Auffassung von der Entstehung von Regelungen. Aus der Tatsache, dass unser Wissen über die Gesellschaft und die Wirtschaft immer unvollständig bleibt, folgerten sie, auch Regelungen könnten nicht anders als spontan („natürlich“) entstehen. Durch die Beobachtung von Handlungen und deren Auswirkungen, so Smith, entstünden Gefühle („reflexive Sympathie“), aus denen die Menschen lernen würden, die richtigen von den unrichtigen Pflichten zu unterscheiden, woraus sich schließlich die Regeln verfestigten, denen die Menschen - sei es bewusst oder unbewusst - folgen würden. Diese Vorstellung von gewachsenen Regelungen ist zwar nicht falsch, aber sie greift zu kurz. Heute gibt es keinen Grund daran zu zweifeln, dass Regelungen auch gezielt geschaffen werden können. Man kann sogar mit Sicherheit davon ausgehen, dass sich auch allgemeine Methoden entwickeln lassen, mit denen sich auf systematische Weise Regelungen für soziale Systeme entwerfen lassen - wie in den technischen Wissenschaften. Daher ist es verantwortungslos, ja sogar ein existenzielles Risiko, die menschliche Entwicklung dem Zufall der Geschichte zu überlassen oder anders gesagt alle Hoffnung auf das blinde sozialdarwinistische Prinzip der dumpfen Auslese (trial and error) zu setzen. Die sich selbst überlassene Natur ist nicht diejenige, die für uns am besten sorgt. In Wirklichkeit tut sie für uns gar nichts; es sind die Menschen, die etwas für sich tun. Daraus folgt, dass auch die ökonomische Theorie es sich explizit zur Aufgabe machen muss, neue Regelungen zu entwerfen. Sie darf also nicht selbstzufrieden und unbekümmert auf Regelungen warten, die ihr dann irgendwann zufällig durch soziale Unruhen und andere Bedrohungen aufgezwungen werden. Bestimmt wird es immer wieder vorkommen, dass die eine oder andere von uns entworfene Regelung unsere Erwartung enttäuscht. Aber dann bleibt uns nichts anderes übrig, als diese Regelung als eine misslungene Konstruktion, als eine „Maschine, die nicht funktioniert“ (Werner Sombart), zu verwerfen. Stellt sich dabei heraus, dass Regelungen wie wir sie methodisch entwerfen, immer wieder versagt haben, sollten wir nicht nur diese Regelungen verwerfen, sondern irgendwann auch die Denkweise über das zu regelnde System, auf deren Grundlage wir diese Regelungen aufgebaut haben. Wenn also die neoliberalen Regelungen, die aus dem Gleichgewichtsmodell abgeleitet werden, nichts taugen, ist dies kein Beweis, dass die Marktwirtschaft keine Regelungen braucht, sondern dass die neoliberale Theorie (das Paradigma) grundsätzlich falsch oder zumindest praktisch unbrauchbar ist, über Regelungen etwas zu sagen.

Anmerkung: Ein sehr guter Artikel auf Forum Systemfrage. Endlich wird bei einem wirtschaftspolitischen Blog der Unterschied zwischen Steuerung und Regelung klar ausgearbeitet. Ich hoffe das lesen einige, die sich gegen Regelungen mit dem Argument des Fehlens von Information aussprechen.

Chris

Mittwoch, 2. Februar 2011

Logik der Derregulierer

Wenn ich einem Auto die Bremsschläuche durchschneide, dann kann es schneller ans Ziel kommen da die Kontrollen minimiert wurden. Der Zufall lebend an den Zielort anzukommen ist wünschenswerter sei und das Ergebnis soll sich dadurch verbessern. Nur diejenigen kommen an, welche das riskante Fahren beherrschen. Die Toten interessieren nicht. Auch nicht das die Unfallfahrer die guten Fahrer mit in den Tod reißen können.

Chris