Montag, 13. April 2015

Lies mehr als die Überschriften!!

Amerika gibt weniger, Osteuropa mehr für Waffen aus titelt SPON. Unterschwellig wird damit nahegelegt, dass Russland ein Aggressor. Das wird durch die Unterüberschriften im Text weiter vertieft.
... Russland steigert Militärausgaben deutlich ...
Dabei gibt es im Absatz danach nur einige kurze Sätze zu Russland. Stattdessen werden deutliche Ausgabensteigerungen durch die NATO Staaten Polen, Litauen und Estland vorgestellt. Russland steigerte seine Ausgaben ebenfalls.
Zum ersten Teil zu sagen, dass nur Steigerungen in Prozenten dargestellt werden. Absolute Zahlen werden vermieden. Im zweiten Teil wird kurz darauf eingangen. Die USA haben ihren Verteidigungshaushalt reduziert, haben

aber immer noch ein Drittel der weltweiten Rüstungsinvestitionen getätigt. Mit 610 Milliarden US-Dollar haben die Amerikaner sieben Mal so viel Geld für ihr Militär ausgegeben wie Russland und fast drei Mal so viel wie China, die Nummer zwei in der Rüstungsrangliste. 

Ich würde den Beitrag nicht als Propaganda bezeichnen. Der Text ist im Grunde in Ordnung. Die Überschriften, welche häufig beim Querlesen verwendet werden, zeigen ein anderes Bild als der Inhalt des Textes.

Anmerkung
Die USA geben sieben mal mehr für ihr Militär aus als Russland. Wenn man die NATO hinzuzieht wird es noch schlechter aussehen. Aber Russland ist aggressiv und wird uns überrennen?! Ein merkwürdiges Bild das wir von den realen Machtverhältnissen haben.

Chris

Freitag, 10. April 2015

Der Ruf nach dem Kleinanleger.

Wahrscheinlich platzt bald die Immobilienblase in Deutschland. Wenn die Kleinanleger gelockt werden, wollen die großen endlich ihren Gewinn kassieren. Mich wundert immer wieder wie viele Leute auf einen Geheimtipp aus einem auflagestarken Magazin reinfallen. So wird es auch diesmal in einigen Jahren das große Jammern geben.

Chris

Donnerstag, 9. April 2015

Schiedsgerichte führen zu absurden Situationen


Das bedeutet, dass sowohl Krankenkassen für ein Rauchverbot klagen dürfen und Tabakkonzerne dagegen. Das kann am gleichen Schiedsgericht mit den gleichen Personen geschehen. Wer glaubt, dass Schiedsgerichte eine gute Idee sind, sollte mir zeigen wie man überhaupt noch Politik machen will, wenn alles bestraft wird, da alles potentiell wirtschaftsfeindlich ist.

Chris

Dienstag, 7. April 2015

Die INSM und das Erben

Der Autor meint, dass Erbschaftssteuer ungerecht und vor allem unmoralisch. Er versucht es zu begründen und muss scheitern. Er wirft der Gegenseite (pro Besteuerung) vor, dass sie zu viele Annahmen voraussetzen, muss es zwangsläufig selbst tun. Die Frage die im Raum steht ist folgende:
Ist es gerecht, wenn ich auf 50 tausend Euro Jahreseinkommen höhere Steuern zahlen muss, als auf 50 tausend Euro Erbschaft? Beides stellt ein Einkommen dar. In einem Fall arbeite ich dafür, im anderen erhalte ich es leistungslos. Vor allem bei den wirtschaftsliberalen Vorkämpfern wird von Leistungsgerechtigkeit gesprochen. Wie kann man davon reden und gleichzeitig irgendein Erbe zulassen? Wenn nur Leistung zählen darf, dann müssen alle gleich starten und danach dürfte es beliebig auseinander laufen. Das wäre dann zumindest konsequent. Stattdessen zeigt sich sehr klar, dass es um Leistung gar nicht geht. Es geht darum die Spitze der Gesellschaft vor steuerlichen Belastungen zu schützen. Begründet wird dies mit

Zum einen ist aber das Erben doch per se erst einmal eine Verfügung des Erblassers

Die Aussage ist insofern falsch, als das wir als Gesellschaft das Erben erlauben. Die Bedingung, dass ich Erben darf ist gesetzlich geregelt. So wie während des Feudalismus die göttliche Gnade den Titel und das Land legitimierte, legitimiert es jetzt der Rechtsstaat und die Bevölkerung. D.h. die Frage ist nicht ob man Erben besteuern darf oder nicht. Die Frage ist wie viel wir den Erben zugestehen wollen. Das mag des neoliberalen Ideologen nicht gefallen, aber letztenendes ist es der Fall. Kein Tier vererbt seinen Kindern etwas. D.h. etwas zu vererben ist ein gesellschaftliches Konstrukt und kann als solches beliebig verändert werden. Es ist nicht durch eine höhere Moral oder ein Naturgesetz vorgegeben.
Darum ist das Vorholen von Moral, wenn die Argumente fehlen, nicht hilfreich. Es führt zu solchem Unsinn

Was maßen wir uns an, den letzten Willen eines rechtschaffenden Bürgers zu hintergehen.

Die Frage ist, wem schadet man mehr durch eine Steuer, einem Lebenden oder Toten? Wir maßen uns ständig an irgendeinen Willen zu "hintergehen". Ich darf nicht in die Wohnung des Autors spazieren und seine Privatsachen durchsehen. Das dürfte ich auch dann nicht, wenn ich körperlich in der Lage wäre dies durchzusetzen. Mein Wille wird durch einen rechtlichen Rahmen "hintergangen". Für neoliberale Ideologen ist das ein großer Unterschied. Auf das wesentliche gebrochen, ist die Basis die gleiche. Wir alle geben Rechte ab und erhalten dafür welche. Das Verhältnis zwischen Verlust und Gewinn von Rechten muss gesellschaftlich diskutiert werden (meist in Form von Politik). Das gilt für den Schutz der Privatssphäre ebenso wie für das Erben.
Viele der Rest"argumente" greifen auch nicht
Zum anderen untergräbt es die Familie als subsidiäre Einheit der Gesellschaft. 
Wer nicht vererben kann, unterstütz also seine Kinder nicht. Das würde aus dieser Aussage folgen.

Die eigenverantwortliche Zukunftsvorsorge wird konterkariert. Eigentlich sollten wir doch froh sein, wenn sich Mitbürger nicht nur um sich selbst kümmern, sondern auch durch Leistung und Verzicht vorsorgen, dass ihre Nachkommen nicht dem Gemeinwesen zur Last fallen.

Ebenso falsch ist diese Aussage. Sie setzt voraus, dass reichen Menschen dem Gemeinwesen nicht zur Last fallen. Sie leben von ihrem Vermögen (Zinsen). Aber wer produziert die Güter von denen sie leben? Das tun sie nicht selbst. Sie nehmen Ressourcen in Anspruch und belasten folglich das Gemeinwesen. Es ist erstaunlich, dass das Gemeinwesen automatisch mit dem Staat gleich gesetzt wird. Aber auch hier belasten sie ihn. Er muss den Reichtum schützen. Darum ist die logische Folge des Autors falsch.

Gerade wenn der Nachlass durch Konsumverzicht – wie vielfach geschehen – mühsam zusammengefügt wurde, dann ist es geradezu unmoralisch, Hand an diese Vermögen zu legen.

Moral wird gesellschaftlich definiert. Folglich kann eine Gesellschaft auch sagen, dass Erben unmoralisch ist. Schließlich gibt man einer Minderheit einen Vorteil über die Mehrheit. Nach dieser Argumentation wäre der Feudalismus ebenso moralisch richtig. Eine kleine Gruppe lässt sich durch die Mehrheit versorgen, da es ein Recht gibt welches ihnen dies zusagt.

Fazit
Ich sage nicht, dass man Erbschaften generell abschaffen sollte. Allerdings sollte man sich genau überlegen was für Probleme man sich in einer Demokratie damit einkauft. Gerade die Erbschaften an der Spitze sorgen für einen Machterhalt. Eine kleine Elite wird bevorteilt ohne eine Leistung erbracht zu haben. Das sie auf Basis des Reichtums etwas erreichen, mag sein. Allerdings ist die Frage ob ererbter Status in einer demokratischen Gesellschaft vorteilhaft ist. Es muss uns klar sein, dass eine Konzentration von Reichtum automatisch zu einer Konzentration von Macht führt. Erstaunlich ist, dass die neoliberalen Ideologen im Falle des Staates ein Problem damit haben (teilweise sicher zu Recht). Im Falle der Macht der Privatpersonen stellt es kein Problem dar. Ich verstehe nicht, wie man einen potentiellen Machtmissbrauch geistig trennen kann. In beiden Fällen wird er von Menschen durchgeführt.

Chris

Montag, 6. April 2015

Finanzlobbyisten haben nur das Beste für die deutschen Bürger im Sinn

Frage an die Ministerien: Wenn ÖPP so überlegen ist, warum braucht man eine so starke Lobbyarbeit von Seiten der Beratungsfirmen. Es sollte doch nach Jahren der gängigen Praxis kein Problem sein, mit aktuellen Zahlen die ÖPP Überlegenheit zu untermauern. Scheinbar ist es nicht so einfach. Folglich sollte man diese Typen einfach mal vor der Ministeriumstür stehen lassen.

Chris

Donnerstag, 2. April 2015

INSM kritisiert: Eine Minderheit bereichert sich


Bei der INSM beschwert man sich darüber das sich einige wenige an der Mehrheit bereichern. Sind das die gleichen Menschen die für die Riesterrente waren? Sind es die gleichen Menschen die für TTIP und die leidigen Schiedsgerichte sind. Und, ach ja, Privatisierung von Infrastruktur und Bildung. Bei all diesen Dingen profitiert in der Regel eine Minderheit und die Mehrheit "leidet". Aber scheinbar ist es dann die richtige Minderheit. Im übrigen über die Ausbeutung von Arbeitnehmern, einen besseren Schutz dieser und stärkere Arbeitnehmerrechte habe ich noch nie etwas von der INSM gehört.

Chris

Mittwoch, 1. April 2015

Relativierungen

Die Krise allein durch striktes Sparen und Strukturreformen lösen zu wollen, war demnach zwar ein richtiger Ansatz - allerdings nur für kurze Zeit. Heute, nach fünf Jahren, sei er politisch kaum noch durchzuhalten, zu viele Menschen würden bereits zu lange darunter leiden.

Henrik Enderlein, Ökonom und Chef des Jacques Delors Instituts

Wieviele Warnungen habe ich im Vorfeld gelesen, dass die Sparpolitik scheitern wird und sie tat es. Es war und ist kein richtiger Ansatz. Die Schulden haben sich vermehrt und die Wirtschaft in den Krisenländern wurde zerstört. Daten statt Pauschalfbehauptungen sollten wir alle rufen.

Chris