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Montag, 14. Juni 2021

Was viele Liberale gerne vergessen

Wenn man Privateigentum – also das Recht an einer Sache – mit Freiheit gleichsetzt, unterschlägt man den Freiheitsentzug derer, die das Recht an dieser Sache nicht haben. Die Freiheit der Eigentümer*innen zählt, die der anderen nicht. Oder um bei Ihrem Beispiel zu bleiben: Die Freiheit derjenigen, die sich ein Eigenheim im Hamburger Norden leisten können, zählt mehr als die der vielen anderen, die vielleicht gern über die Wiese laufen würden. (Till van Treeck)

Chris

Mittwoch, 16. November 2016

Zitat

Unsozial sind öffentliche Verschwendung, das Setzen von Fehlanreizen und Leistungsanreizen zu Lasten Dritter.

Otto Graf Lambsdorff

Ein Zitat über das ich gestolpert bin. Es zeigt sehr gut, dass für Neoliberale Unsoziales nur vom Staat generiert werden kann. Das Private zu Lasten Dritter agieren können, kommt in ihrem Denken nicht vor. Denn die Handlungen sind in ihrer sehr einfachen Welt immer freiwillig. Wie kann man mit vermeintlicher Freiwlligkeit irgendjemandem Schaden?

Chris

Donnerstag, 24. September 2015

Absurditäten des Investorenschutzes

Ja, früher wussten wir nicht, dass Asbest gefährlich ist. Dann entdeckten wir, dass es tötet. Heute müssen Asbesthersteller die Leute entschädigen, deren Leben sie zerstört haben. Der Logik des Investitionsschutzes in TTIP nach sollen wir nun Asbesthersteller dafür entschädigen, dass sie niemanden mehr töten. Wir sollen ihnen zu Profiten verhelfen, die sie erzielt hätten, wäre es weiter erlaubt gewesen, Menschen umzubringen.


Ich denke damit ist die Absurdität der Schiedsgerichte und des Investorenschutzes auf den Punkt gebracht. 

Chris

Sonntag, 28. Juni 2015

Ein erblicher Herrscher ist ebenso absurd wie ein erblicher Autor

Dieses Zitat von Thomas Paine lässt sich auch auf die heutige Zeit übertragen. Heute bedeutet Herrscher halt nur, dass man absurden Reichtum vererbt kriegt. Eine hohe Erbschaftssteuer bestragt zu allererst nicht den Einzelnen, sondern die Dynastie. Wer kein dynastisches Herrschaftssystem möchte, die Demokratie ist in der Theorie keines, muss eigentlich für eine Erbschaftssteuer sein.

Chris

Donnerstag, 12. Dezember 2013

Die Wahrheit über die Terrorgefahr

Zwischen 2001 und 2008 wurden »Kriege gegen den Terror« geführt, 24 Sicherheitsgesetze verabschiedet und die ährlichen Ausgaben zur Inneren Sicherheit um mehr als 10 Milliarden Euro erhöht. Seitdem hat sich das Tempo die­ser Maßnahmen eher beschleunigt. Und das alles, obwohl Deutschland kein Terrorproblem hat. In Deutschland sind seit dem 11. September 2001 weniger als zehn Personen in Zusammenhang mit Terrorismus gestorben. Demgegenüber stehen fast 100 Tote bei Sportunfällen, 5.000 Morde und knapp 50.000 Verkehrstote. Die Wahrheit ist: Die Hysterie um Terrorismus ist ein psychologischer Trick.

SEBASTIAN NERZ, Deutschland hat kein Terrorproblem, www.tirsales.de

Diese Fakten muss man immer wieder, wiederholen. Auf der einen Seite werden Milliarden mit der Begründung die Menschen schützen zu wollen in Sicherheitsapparate gepumpt, auf der anderen Seite ist kein Geld für die Polizei da. Diese könnte durch Verkehrskontrollen die Zahl der Opfer wahrscheinlich reduzieren. Die Ressourcen fehlen. Stattdessen leben wir in Angst, beobachtet von Kameras und überwacht von Geheimdiensten. Schöne neue Welt.

Chris

Montag, 24. Juni 2013

Zitat

Eine der größten Errungenschaften des Kapitalismus ist gerade, dass sich selbst der proletarische Sklave wie ein Meister fühlt. Dass selbst er glaubt, er habe die Wahl, sein Leben zu ändern.
 
Renata Salecl

Viel besser kann man den Kapitalismus nicht beschreiben. In Diskussionen auf verschiedenen marktfreiheitlichen Blogs kann man die Aussage von Frau Salecl in der Praxis erleben.

Chris

Samstag, 11. Mai 2013

Eigentumszitat

Aus der Bebauung des Grund und Bodens folgte notwendigerweise seine Aufteilung und aus dem Eigentum, war es einmal anerkannt, die ersten Regeln der Gerechtigkeit. Denn um jedem das Seine zu geben, muss jeder etwas haben können.

via  Notizen aus der Unterwelt

Chris

Dienstag, 30. April 2013

Nullwachstum

„Doch noch einmal zurück zum Grundsätzlichen: „Entweder Ressourcen sind endlich, oder sie sind es nicht“, erklärt Ökonom Wilfred Beckerman und weist damit auf Widersprüche in der Debatte über nicht erneuerbare Ressourcen hin. „Wenn Ressourcen endlich sind, dann wird auch Nullwachstum sie nicht retten“, sagt Beckerman. Einfach ausgedrückt: Wenn wir bestimmte Rohstoffe wirklich für die Nachwelt aufheben wollten, dann müssen wir schlicht aufhören, sie zu benutzen (ein gedrosselter Verbrauch ändert ja nichts daran, daß eines Tages alles verbraucht ist). Doch wofür sollte das gut sei? Wem würde es nutzen? „Was ist vorzuziehen“, fragt Beckerman, „daß zehn Millionen Familien für die nächsten 100 Jahre versorgt sind, 100 Familien über die nächsten zehn Millionen Jahre ?“.
Im Bezug auf die handelsüblichen Lösungsvorschläge spitzt Beckerman zu: „Warum ausgerechnet Null-Wachstum? Warum nicht ein Prozent Wachstum oder minus 2,2 Prozent?“ Der britische Ökonom sarkastisch: „Hat die Ziffer Null irgendeine mystische Attraktion für Ökokatastrophisten?.


Chris

Montag, 25. März 2013

Zitat

Die Gesetze und Bedingungen der Produktion von Vermögen zeigen den Charakter physikalischer Wahrheiten; hier gibt es nichts Wahl- und Willkürliches. Alles von Menschenhand Produzierte muß in der Art und Weise und unter den Bedingungen produziert werden, die durch das Wesen der äußeren Dinge und durch die Eigenschaften der körperlichen und geistigen Bildung der Menschen gegeben sind.
Anders verhält es sich mit der Verteilung des Vermögens. Diese ist eine rein menschliche Einrichtung. Sind die Dinge einmal gegeben, so können die Menschen, einzeln oder in der Gesamtheit, mit ihnen nach Belieben verfahren. Sie können sie zu der Verfügung eines jeden Beliebigen zu beliebigen Bedingungen stellen.

John Stuart Mill

Man kann sich in der Tat nicht des Eindrucks erwehren, dass Mill mit dieser Aussage dem Einzelnen den Anspruch auf die Früchte seiner eigenen Arbeit streitig macht. So hat er es aber nicht gemeint. Er hatte etwas anderes im Sinn. Was ein Mensch auch erwirtschaftet, selbst wenn er es dem Anschein nach ganz alleine tut, ist nie das alleinige Ergebnis seiner eigenen Arbeit, und zwar aus mehreren gewichtigen Gründen: Der Einzelne benutzt die Natur, die nicht seine ist, er benutzt Produktionsmittel, die andere hergestellt haben, in denen das Wissen vieler früherer Innovatoren, Erfinder und Wissenschaftler steckt, und schließlich ist auch das Wissen jedes Einzelnen, wie man effizient wirtschaften kann, ebenfalls nicht das Ergebnis seines eingeborenen Verstandes, sondern etwas, worüber sich viele Generationen vor ihm den Kopf zerbrochen haben. Der einzige Mensch der Erde, für den es zutreffen würde, dass die von ihm hergestellten Dinge das ausschließliche Ergebnis seiner eigenen Anlagen und seiner eigenen „Mühe und Anstrengung“ sind, wäre vielleicht Tarzan, aber der ist nur eine literarische Erfindung. Schon für Robinson Crusoe würde das nicht zutreffen.

Forum Systemfrage 

Anmerkung: Ließt man sich das Zitat und die Schlussfolgerung daraus durch, dann wird klar wie eindimensional die Liberale und Neoliberale denken. Sie setzen munter Dinge vorraus, die nur gesellschaftlich erarbeitet werden konnten. Sie ignorieren Zusammenhänge und geschichtliche Gegebenheiten und interpretieren sie in ihrem Sinne um. Kommt heraus, dass bestimmte staatliche oder gesellschaftliche Institutionen vorteilhaft sind, dann wird es uminterpretiert in "trotz dieser Institutionen läuft es gut".  Fakt ist, die Welt und das Zusammenleben von Menschen ist komplexer als es die österreichischen und neoliberalen Denker wahrhaben wollen. Schwarz/Weiß Lösungen die sie sich wünschen existieren nicht.

Chris

Mittwoch, 20. Februar 2013

Zitat

Einer geistigen Unfreiheit in der DDR folgte die ökonomische Unfreiheit der Bundesrepublik. Eines eint jedoch beide Staaten. Je stärker die jeweilige Unfreiheit wird, umso plakativer tragen deren Vertreter ihren Freiheitsbegriff wie eine Monstranz vor sich her.

Lutz Hausstein

Chris

Samstag, 24. November 2012

Zitat

„Tatsächlich führen hohe Gewinne weit eher zu einem Preisanstieg als hohe Löhne. Unsere Kaufleute und Unternehmer klagen zwar über die schlimmen Folgen höherer Löhne, da sie zu einer Preissteigerung führen, wodurch ihr Absatz im In- und Ausland zurückgehe, doch verlieren sie kein Wort über die schädlichen Auswirkungen ihrer hohen Gewinne. Sie schweigen einfach über die verwerflichen Folgen der eigenen Vorteile und klagen immer nur über die anderen Leute.
Unsere Kaufleute klagen oft die hohen Löhne der britischen Arbeit als Ursache an, weshalb ihre Fabrikate auf fremden Märkten unterboten würden; von den hohe Kapitalgewinnen schwiegen sie. Sie klagen über den übermäßigen Gewinn anderer Leute, aber von ihrem eigenen sagen sie nichts. Und doch mögen die hohen Gewinne des britischen Kapitals in vielen Fällen ebensoviel und in einigen noch mehr dazu beitragen, den Preis der britischen Fabrikate zu erhöhen, als der hohe Lohn der britischen Arbeit.“


Chris

Montag, 25. Juni 2012

Zitat

Wenn ich den Armen Essen gebe, dann nennen sie mich einen Heiligen. Wenn ich frage, warum die Armen kein Essen haben, nennen sie mich Sozialist.

Chris

Donnerstag, 21. Juni 2012

Rainer Hanks Gedankenwelt

Nicht das Versagen der Märkte ist das Thema der Staatskrise, sondern der Skandal, dass Mehrheitsdemokratien nicht mit Geld umgehen können. Dieses Buch widerspricht der wohlfeilen Marktschelte. Die Schuldenkrise ist der untauglichste Gegenstand, an dem man das Versagen der Marktwirtschaft exemplifizieren kann. Der Kapitalismus funktioniert. Wer daran zweifelt, muss sich in China umschauen.

Was will Rainer Hank nachweisen? 

1. Kapitalismus funktioniert nur in autoritären Systemen richtig?
2. Die Freiheit der Wirtschaft steht weit über der Freiheit des Individuums?
3. Staatliche Eingriffe und Wirtschaftspolitik sind gut, so lange sie einer Minderheit dienen und die  
    Mehrheit nicht mit sozialen Wohltaten vom Arbeiten abgehalten wird?

Man weiß es nicht. Mit kruden Thesen versucht er zu zeigen, dass demokratische Staaten schlecht sind 

Der Konflikt, um den es geht, heißt Mehrheitsdemokratie versus Rechtsstaatlichkeit.

und der freie Markt gut. Gleichzeitig meint er das 

Nicht der Staat steht am Anfang, sondern die menschliche Freiheit.

Wenn also die Mehrheitsdemokratie, welche dem Einzelnen viel menschliche Freiheit zugesteht das Problem darstellt, man einen Staat für die Rechtsstaatlichkeit und das funktionieren der Märkte braucht, dann benötigt man eine andere Staatsform als die heutige. Da die Demokratie wegfällt, bleibt nur etwas undemokratisch Autoritäres. Hank fordert also Freiheit durch ein autoriäres System. Mir fällt es schwer den Widerspruch nicht zu sehen. Hank hat Philosophie, Literatur und katholische Theologie studiert. Vielleicht sorgen der Glaube an Gott und die Methodik der Philosophie dafür, dass seine Argumente schlüssig werden.

Chris

Donnerstag, 17. Mai 2012

Zitat

Es ist offensichtlich: Wenn die Gesellschaft nicht die Menschenwürde und andere unveräußerliche humanitäre Werte aufs Spiel setzen will, muss der Staat gerade denen, die ihn missbraucht haben oder Pech hatten, am Ende wieder unter die Arme greifen. Weil der perfekte liberale Mensch genauso wenig existiert wie der perfekte sozialistische, ist der reine Neoliberalismus eine nette Idee, taugt aber nicht für die reale Welt.
Heiner Flassbeck

Chris

Mittwoch, 9. Mai 2012

Zitat

Joseph Stiglitz über scheinheilige Argumente zur Ursache der Finanzkrise

Die maßgeblichen Leute im Finanzsektor behaupten gerne, die Fed sei schuld, weil sie die Zinsen zu lange zu niedrig gehalten habe. Aber dieser Versuch, anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben, ist wirklich eigenartig: Welche andere Branche würde schon behaupten, die niedrigen Kosten für ihre Produktionsfaktoren (Stahl, Löhne) seien der Grund dafür, dass ihre Ertragskraft so gering sei und sie so schlechte Leistungen erbringe?

Chris

Freitag, 16. März 2012

Zitat

Vielleicht war ihnen aber auch nicht klar, wie Handel wirklich funktioniert. Also stellte ich ihnen dieselbe Frage in anderem Gewand: indem ich die voraussichtlichen Verteilungseffekte des Handels betonte. Ich wählte zwei Freiwillige aus - Nicholas und John - und erzählte ihnen, dass ich 200 Dollar von Nicholas' Bankkonto verschwinden lassen kann und zugleich Johns Kontostand um 300 Dollar erhöhen. Dieses Kunststück würde den Kurs insgesamt um 100 Dollar reicher machen. Würden sie mir dies gestatten? Nur eine kleine Minderheit sprach sich dafür aus. Den Studenten war eindeutig unwohl dabei, einer erheblichen Einkommensumverteilung zuzustimmen, selbst wenn der wirtschaftliche Kuchen insgesamt dabei wuchs. Wie ist es möglich, fragte ich sie dann, dass sie sich fast alle für den Freihandel ausgesprochen hatten, der eine ähnliche Umverteilung von den Verlierern zu den Gewinnern nach sich zieht? Sie schienen betroffen.


Anmerkungen: Das Beispiel ist sehr einleuchtend. Was nützt ein Wohlstandszuwachs, wenn er die Menschen die ihn am nötigsten brauche, nicht erreicht. Üblicherweise kommen dann andere Ökonomen und argumentieren mit dem "trickle down" Effekt.

Chris

Dienstag, 6. März 2012

Zitat

„Hayeks „Argument“ gegen alles Soziale beruht auf einem eigentlich billigen geistigen Bauerntrick: Da niemand soziale Gerechtigkeit definieren könne, gebe es soziale Ungerechtigkeit ebenfalls nicht.
Nun weiß der Normalo häufig nicht, was er will, wohl aber, was er nicht will. Und auch den rationalsten Hayek-Verehrern dürfte es ... nicht anders gehen. Auch kann niemand die optimale Zimmertemperatur exakt angeben. Hätte man Hayek aber in ein Kühlhaus gesperrt, so hätte er sehr schnell eine falsche Temperatur erkannt.“

Thomas Wieczorek


Chris