Donnerstag, 30. April 2015

Analystengeschwafel

Volkswagen steigert seinen Umsatz und die Gewinne und dennoch meckern die Analysten. Denn sie erkennen in den aktuellen Zahlen strukturelle Probleme. Die Löhne sind zu hoch? Man könnte natürlich auch interpretieren, dass trotz hoher Löhne, Gewinne erwirtschaftet werden können. Aber dann würde man im Interesse der Arbeitnehmer schreiben und nicht der Aktionäre. Ein anderer Punkt ist die Forschung. Der Herr Analyst schreibt

Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung machten im vergangenen Geschäftsjahr 7,4 Prozent des Umsatzes aus. Das ist der höchste Anteil in der Volkswagen-Geschichte. Prinzipiell sind hohe Ausgaben in diesem Bereich ein Signal, dass der Konzern in die Zukunft investiert. Doch andere Unternehmen schaffen das deutlich billiger. Mercedes und BMW geben 5,5 beziehungsweise 5,7 Prozent vom Umsatz für Forschung und Entwicklung aus, ohne technisch zurückzufallen. Noch deutlicher ist der Rückstand gegenüber Toyota. Den Japanern genügen weniger als 4 Prozent ihres Umsatzes, um ihren Vorsprung etwa beim Hybridantrieb oder bei der Brennstoffzelle noch auszubauen.

Übersetzt heißt das, dass die anderen mit weniger Geld weiter gekommen sind. Vielleicht will Volkswagen aber nur diesen Vorsprung aufholen. Hierfür muss eben mehr investiert werden. Auch lässt sich aus einer Forschung heute, schlecht ableiten wie es in der Zukunft aussieht. So wurde Toyota wahrscheinlich müde belächelt als sie an Hybridautos forschten. Da gab es bestimmt auch so clevere Analysten die meinten es ginge auch billiger. Jetzt zahlt sich das Ganze aus. 
Was ich mich frage ist, warum solche Texte überhaupt veröffentlicht werden. Wer kann sie ernst nehmen. Es wird eine Meinung transportiert. Diese wird in Ökonomiesprech verpackt um eine gewisse Seriösität zu erzeugen. Dem Unternehmen geht es im Moment gut. Es verkauft Autos und investiert in die Zukunft. Durch hohe Löhne bindet es Fachkräfte an das Unternehmen und sorgt durch eine hohe Arbeitsplatzsicherheit dafür, dass sie aus den Besten wählen können. So könnte man die Zahlen eben auch darstellen. Aber Rendite ist eben alles. 

Chris

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