Donnerstag, 30. September 2010

Brutto, Bretto, Netto

Schon wieder Rösler. Erst erklärt er das obskure mehr Netto vom Brutto so, jetzt halt so. Inhaltlich übersetzt heißt das etwa: "Wir senken die Steuern. Mit diesem Geld zahlt ihr (Arbeitnehmer) alle Sozialbeiträge und kommt bei +-Null raus. Alle Steigerungen der nächsten Jahre tragt ihr also alleine. Im Gegenzug können die arg gebeutelten und eigentlich keinen Gewinn mehr machenden Exportunternehmen die Sozialbeiträge senken. Dafür erhalten wir dann mehr Spendengelder. Also haben wir mehr Netto von Brutto."
Man sieht an diesem Schnösel, dass ihn die Menschen einen Dreck interessieren. Das er der potentielle Nachfolger von Guido Westerwelle werden soll ist zu begrüßen. Denn dann bricht die FDP entgültig zusammen. Bei solche redegewandtem Nichtssagen wundern sich die Liberalen, dass sie wahrscheinlich bei der nächsten Wahl die 5 Prozent Hürde nicht schaffen werden.

Chris

Gestern auf N-TV

Manchmal bleibt man an unsinnigen Sendungen hängen. Eine davon ist der N-TV Vorsorge Check, eine Dauerwerbesendung nichts weiter. Immerhin wurde der geladene Experte als Mitarbeiter der Allianz ausgewiesen. Kritisch hinterfragt wurde dennoch nicht. Wieso auch, wenn man sonst seine Werbegelder verlieren würde. Freudig erklärt uns dieser Mann, dass Riester- und Rühruprenten ein Erfolgsmodel seinen. Bei über 30 Millionen berechtigten der Riesterrente und "nur" 13 Millionen Verträgen sieht er aber noch unbedingt bedarf. Die alte Geschichte mit der Versorgungslücke wird ausgebuddelt und wie sicher das alles sei. Egal welcher Berater diesen Mist erzählt, die Worte sind immer ziemlich ähnlich. Wer zu den Gewinnern zählt ist klar. Zu aller erst die Versicherer. Der Rest ist Spekulation. Auf den Nachdenkseiten wurde dies oft genug thematisiert.
Weiter geht dann diese "seriöse" Sendung mit der Werbung für den Vorsorge Check. Denn darum geht es eigentlich. Online soll man sich entblößen und alle seine Daten eingeben. Dann bekommt man, natürlich kostenfrei (ist bei jedem Finanzdienstleister möglich) seine persönliche Vorsorgelücke errechnet und natürlich die Möglichkeiten zur Schließung der Selbigen aufgezeigt. Das klingt erst einmal nicht schlecht. Hinter einer scheinbar seriösen Sendung werden Daten gesammelt und Versicherungen verkauft. Das alles ohne die Einblendung "Dauerwerbesendung". Viel fehlt nicht zu den Glücksspielen anderer Privatsender.

Chris

Mittwoch, 29. September 2010

Einkommen und Verbrauch der Deutschen

Wer immer noch glaubt die Deutschen sparen zu viel, der sollte sich die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (nach EVS suchen) des statistischen Bundesamtes ansehen. Dort zeigt sich auf Seite 35, dass bis 1500 Euro netto die Sparquote im Durchschnitt negativ ist. Das heißt diese Haushalte müssen sich verschulden. Interessant ist, dass diese Haushalte herangezogen werden um den neuen Hartz 4 Regelsatz zu berechnen. Man nimmt also Einkommen, welche zu niedrig zum Leben sind senkt sie noch einmal ab und das ist dann bedarfsgerecht. Naja minus mal minus macht ja auch plus.

Chris

Dienstag, 28. September 2010

Satire aus dem wahren Leben

Auch ein paar nette Tricks wurden für den neuen Regelsatz verwendet. Zum Beispiel sind nun auch Internetkosten darin enthalten - und zwar rund 2,30 Euro im Monat. Davon kann zwar niemand einen Internetzugang bezahlen, denn selbst das Statistische Bundesamt hat monatliche Kosten von 14 Euro dafür festgestellt. Aber da ja nur jeder sechste Unterschichtenhaushalt im Internet unterwegs ist, passt es statistisch eben wieder.

Wenn ich esse bis zum Kotzen und der andere hungert, dann sind wir beide satt. Wer wundert sich noch, dass Frau von der Leyen ihr Wirtschaftsstudium abgebrochen hatte? Wahrscheinlich lag es an dem Fach Statistik.

Chris

Gedanken

Monopole sind schlecht. Darüber ist man sich in Ökonomiekreisen einig. Im liberalen Bereich der Ökonomie wird diese Annahme auf den Staat als Anbieter erweitert. Was ich micht frage ist, warum Firmenmonopole schlecht sein sollen, aber Vermögensmonopole nicht. Beide Monopolarten nutzen in unzulässiger Weise ihre Macht aus und können so Regeln umgehen, oder sogar schaffen.

Chris

Montag, 27. September 2010

Hartz 4 Erhöhung

Der neue Hartz 4 Satz ist da und zeigt die mathematischen Fähigkeiten unserer Bundesregierung. Der Satz wird erhöht, aber gleichzeitig werden bestimmte Bereiche gestrichen. Unterm Strich bleiben noch 5 Euro übrig. Die allerdings nur für alle die keine Kinder sind. Ähnlich wurden die Bildungsabgaben nach oben gerechnet. Heizkosten wurden in die Bilanz für die Bildung eingebaut und schon waren die Kosten die Gleichen, aber die Bilanz geschönt. Wie sieht das nun konkret bei den Hartz 4 Bezügen aus? Man streicht also den Alkohol und Tabak Zuschuss aus der Aufschlüsselung. Da unsere Bundesregierung weiß, dass jeder Empfänger das Geld genau (!!!) für diesen Bereich verwendet wird also nur ein Teil des Luxus gestrichen. Im Gegenzug gibt man den Menschen Geld für einen Internetzugang und einige andere kleinen Sachen und feiert das Ganze als sozial verträgliche Erhöhung. Unterm Strich ändert sich gar nichts. Es werden allerdings die Gedankengänge unserer Politikelite deutlich. Dort ist man auch nicht mehr bestrebt möglichst viele Wähler zu haben, sondern die Wahlbeteiligung zu drücken. Somit kommt man auf seine Prozente. Für mich ist der Vorschlag von Ursula von der Leyen ein Beispiel für Parallelweltdenken. Während von den Einen Leistung erwartet und der Druck immer weiter erhöht wird, werden andere staatlich alimentiert (Pensionen bei der HRE, Managergehälter bei geretteten Banken).

Chris

Freitag, 24. September 2010

Satire aus dem wahren Leben

Zum vierten mal steigt der IFO Index in Folge. Die Erwartungen der Unternehmen sind also ungetrübt. Daraus schlussfolgern unsere fleißigen Ökonomen, dass der Konsum steigen wird. Diese Schlussfolgerungen gab es schon drei mal und drei mal sank der Einzelhandelsumsatz. Für mich stellt sich die Frage wie lange man diese Vorhersage machen möchte. Vielleicht ja so lange bis der Konsum tatsächlich mal steigt. Dann kann man sagen, dass das Model funktioniert. Die Antwort wieso die Menschen bei unsicheren Jobs und stagnierenden Einkommen mehr konsumieren sollten bleibt der IFO Index uns schuldig.

Chris