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Mittwoch, 8. Dezember 2021

Johannes Boie ist Schuld an der Belästigung von Wissenschaftlern nicht Bild

"Johannes Boie, das in der Montagausgabe und zuvor online veröffentlicht wurde. Darin heißt es: Wer dieses Land regiere, verändere und über das Leben der Menschen bestimme, müsse Kritik aushalten."

 Wohl gesprochen. Zu behaupten Wissenschaftler wollten den Lockdown ist absurd. Kritik halten Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen immer aus. Nur muss diese fundiert sein. Wenn Bild also kritisieren möchte, dann sollten die Journalisten die Fehler in der Modellierung, in den Annahmen, in der Analyse des Problems darstellen. Das ist Kritik. Das Problem ist, dass es quasi keinen Fehler gibt und Bild sich eben nicht sachlich mit dem Thema auseinandersetzt. Es geht einzig und allein darum, Personen darzustellen und ihnen die Schuld zuzuschreiben. Dadurch soll eine Emotionalisierung erreicht werden. Das ist dermaßen durchsichtig, dass der Aufruf des Chefredakteurs absurd ist. Ich würde mir manchmal wünschen, wir würde die Personalisierung umdrehen. Nicht Bild, nein die Personen dahinter sind Schuld. So einfach ist das. Diese Personen sind verantwortlich, dass wir immer noch in einer Pandemie leben. Nein ich relativiere nicht. Genau diese Personen sind Schuld, weil sie ein Narrativ bereitwillig bedienen, um sich zu bereichern. Sie sind Schuld daran, dass Menschen sich radikalisieren und nehmen es in Kauf. Hinterher war es nur überspitzt und ironisch gemeint. 

Ich kann es nicht erwarten, dass dieses elende Medium bedeutungslos wird. Sie sind auf dem besten Wege dahin. 

Chris

Dienstag, 27. Juli 2021

Nette Idee aber

Meine Meinung nach wird ein Impfbonus von 100 € nichts bringen. Ich kenne einige Impfskeptiker. Diese haben nicht das Problem, dass sie kein Geld haben. Sie als Impfmuffel zu bezeichnen halte ich persönlich für falsch. Diese Menschen mag es geben. Sie könnte man erreichen, indem die Hürde der Impfung verringert wird (kurze Wege, usw.). Die wirklichen Impfskeptiker sind keine Muffel. Sie sind gegen die Impfung, weil sie diese für unnatürlich, gefährlich, usw. halten. Sie glauben teilweise nicht an das Risiko durch das Covid 19 Virus. Wenn ich keine Risiko anerkenne, warum soll ich mich impfen lassen? Es gibt Gründe, dass es noch immer Masern und andere impfbare Krankheiten in Deutschland gibt. Weder 100 € noch eine Impfpflicht werden daran viel ändern. Eine kleine Chance sehe ich tatsächlich darin, dass Reisenende bei Rückkehr in Quarantäne müssen. Das bestimmte Großereignisse eine Impfung oder Genesung voraussetzen. Aber auch dann bekommt man nur einige. Die Mehrzahl der Impfskeptiker wird spätestens in einem Jahr durchseucht sein. Drosten meinte, wer sich gegen eine Impfung entscheidet, entscheidet sich aktiv für eine Infektion. Das schlimme ist nur, dass alle nicht impfbaren auf der Strecke bleiben, weil wir eben leider noch nicht lange genug von der Zeit der Hexenverbrennung und des Aberglauben entfernt sind.

Chris

Montag, 29. März 2021

Was soll das denn

Angela Merkel appelliert und fordert. Kann sie auch. Modellversuche solle es nicht geben. Meine Frage an die Bundeskanzlerin. Warum nicht? Warum sollte man nicht lokal gut überwacht bestimmte Dinge versuchen. So hart es klingt ihr bisheriger Kurs der Angst funktioniert nicht. Sie hat es einfach. Sie trifft täglich Leute wird sicherlich zu Recht regelmäßig getestet und die Impfung steht bald ins Haus. Alles gut und richtig, schließlich ist sie die Bundeskanzlerin. Was sie nicht kennt und weiß ist, keinen Kontakt zu haben, Kinder zu managen und zu erklären warum man nicht in den Zoo darf. 

Sie ist verantwortlich dafür, dass es keine Teststrategie gab und gibt. Sie ist verantwortlich, dass es zwar in Landtagen nicht aber in Schulen Raumfilter gibt. Sie ist verantwortlich, dass die Digitalisierung der Behören und der Schulen seit 16 Jahren nicht voran kommt. Sie ist verantwortlich, dass keine Studien seit einem Jahr stattfanden, wo man sich infiziert und wie man öffnen kann. Andere Länder schaffen es doch auch. Wir nicht. Ich verstehe es nicht. Stattdessen jetzt eine Ausgangssperre. WARUM? Jeder weiß, dass Ansteckungen in Räumen stattfinden. Darum alle in den Innenraum?! Man verweigert kontrollierte Möglichkeiten und als Resultat treffen sich Menschen im privaten. Sorry aber wie weltfremd kann man sein. Ist halt schön einfach. Bleiben die Fallzahlen hoch sind alle Schuld außer Angela Merkel die Repräsentatin einer überforderten Regierung. 

Bisher dachte ich es sei schwierig aber jetzt weiß ich, ich könnte es besser. Es gibt hunderte von Ideen die man einfach umsetzen könnte. Man müsste nur machen. Aber dafür müssten Juristen flexibel sein. Geht nicht. Stattdessen setzt man wieder auf Apps?! Sorry das hatte schonmal nicht geklappt, weil man einfach aufgehört hatte. 

Man muss sich das mal überlegen. Die Bundesregierung fordert von ihren Bürgern ihnen zu vertrauen. Hier mal eine kurze Liste warum das so schwierig ist. Im April letzten Jahres war die selbstgenähte Maske die "besser als nichts" Variante, weil es keine Masken gab. Im Dezember kam man auf die Idee eine Forderung an Masken im öffentlichen Raum zu stellen. Lockere 6-7 Monate später und locker 4 Monate nachdem die Knappheit vorbei war. 

Von Anfang an war klar Covid-19 ist gefährlich, weil es symptomfrei anstecken kann. Was machen wir? Nicht etwa Schnelltests, nein, nein. Wir messen Fieber an Eingängen von Krankenhäusern und sollen by Symptomen zum Arzt gehen! Wie kann man da vertrauen verlieren? Vollkommen unklar. Mehr davon. Gerne! Im Herbst ein lockere Lockdown der gescheitert ist. Man wollte den Menschen die Herbstferien und Weihnachten nicht vermiesen. 4 Monate später die gleiche Diskussion wegen Ostern. Zu komisch, dass offen erst nach den Landtagswahlen diskutiert wurde. Ein Schelm der Böses dabei denkt.

Oben drauf noch ein Prise Korruption und Unfähigkeit. Aus Angst irgendjemand könnte sich an der Coronahilfe bereichern, zahlt man sie lieber gar nicht. Dafür lassen sich CDU Abgeordnete fürstlich die Vermittlung von Maskendeals bezahlen. Warum verlieren die Menschen das Vertrauen? Weiß ich nicht. Die Kommunikation ist auch "fantastisch". Ein bis zwei Tage vorbereitung zur KITA Schließung müssen halt reichen. Egal. Es gibt ja eine Notbetreuung. Dort steht, ohne Scherz, dass Notbetreuung nur geht wenn man keine andere Betreuungsmöglichkeit, bspw. die Großeltern, herangezogen werden können. Man schließt die KITAs und gibt die Kinder in die Betreuung der Risikogruppen, weil die extra Urlaubstage nicht gelten, wenn die KITA potentiell offen hat. Die Homeofficepauschale ist auch so niedrig, dass man Strom und Wasser nicht abgegolten kriegt und dann final zum gesamten Frust kommt unsere Kanzlerin und will uns erzählen, dass wir härtere Maßnahmen brauchen.

Das finde ich prinzipiell in Ordnung, aber ich erwarte auch, dass sie und ihre Ministerbande sich entschuldigt für die unglaublich schlechte Arbeit die sie leisten. Altmeier vorneweg, kurz danach Herr Spahn. 

Chris

Dienstag, 9. März 2021

Corona und der Klimawandel

Wenn es um den Klimawandel und dessen Bekämpfung geht, dann kommen häufig Liberale mit der Idee, der Markt müsse das leisten. Oder wir bräuchten nur Innovationen. Die Innovationen sind zwar da und müssten nur eingesetzt werden, aber egal. Übersetzt man dies auf die aktuelle CoVid Krise. Dort gibt es auch die Innovationen. Schnelltests wurden entwickelt, Impfstoffe waren schnell realisiert. Die liberale Logik müsste doch jetzt lauten. Lasst den Markt die Kapazitäten aufbauen. Haltet den Staat raus. Macht man aber nicht. Warum? Weil es viel teurer ist. Zeit ist entscheidend. Für den Klimawandel gilt das genauso. Jedes vergangene Jahr lässt die Kosten steigen. Das klingt jetzt wieder komisch. Hätte man in den 1980er angefangen etwas zu unternehmen, dann wären die Kosten marginal. Hätte man in den 2000ern angefangen, hätte man in vielen Ländern keine Technologien nutzen müssen, um die Effekte durch den Klimawandel zu kompensieren. Jetzt wird es langfristig richtig teuer. 

Daher kann man jeden FDPler oder Pseudoliberalen das CoVid Beispiel bringen. Vermeidung von Problemen ist meist billiger als die Behebung der Selbigen. Bei CoVid hätte man Schnelltests sehr früh einsetzen können. Die Innovation existierte. Stattdessen ein teurer Lock-Down. Übertragen auf den Klimawandel. Wenn man in den 80ern angefangen hätte den Nahverkehr auszubauen und fahrradfreundliche Städte zu bauen, dann müsste jetzt nicht so viel parallel gemacht werden. Hätte man die Solarproduktion in Deutschland nicht zerstört, dann hätten wir jetzt vor Ort Weltmarktführer. Hätte, hätte. 

Wer Politiker wie unsere hat, exemplarisch ist Peter Altmeier, die alles besser wissen, und viele Vorschläge machen wie etwas zu laufen hat, aber nichts umsetzen, der braucht sich nicht zu wundern.

Fun fact. Ich fürchte bei der Corona Pandemie werden die privaten Schnelltests die Wende bringen und die Bundespolitik wird sich dafür feiern. Sie dürfen nicht damit durchkommen. 

Chris

Donnerstag, 3. Dezember 2020

Covid-19 ist eine vermeidbare Erkrankung. Wir können viele Infektionen verhindern

Bis die Pandemie beendet sei, müssten alle die geltenden Regeln beachten, Abstand halten, Alltagsmasken tragen und auf Hygiene achten.

Alles richtig. Es verkürzt aber die politische Verantwortung und schiebt diese wieder ins Private. Mir erschließt sich nur nicht, warum es keine Home Office Pflicht gibt. Warum muss irgendjemand der am Computer arbeitet ins Büro? Warum werden vom Staat keine FFP2 Masken kostenlos zur Verfügung gestellt? Das wäre allein bei den Masken eine dramatische Steigerung der Wirksamkeit. Warum gibt es keine Testkonzepte in Krankenhäusern und Pflegeheimen? Man könnte doch die Schnelltests nehmen. Besser als nichts. Das sind Fragen die ich hören möchte.

Chris

Montag, 30. November 2020

Brinkhaus als Musterbeispiel der Unfähigkeit

Mehr und mehr habe ich das Gefühl, dass die deutsche Bundespolitik unfähig ist. Das zeigt sich an leidigen Diskussionen die keinerlei Probleme lösen. Es geht mal wieder um Schulden und wer sie zurückzahlen soll. Die Antwort ist einfach. Der Steuerzahler, irgendwann, irgendwie oder auch gar nicht. Brinkhaus von der CDU rechnet ab. Er zeigt damit wie unfähig er eigentlich ist. Das aus zwei Gründen. In der real existierenden Welt und in der neoliberalen Illusion in der er sich befindet. Starten wir mit der Illusion. Brinkhaus, stellvertretende für viele PolikerInnen, ÖkonomInnen und JournalistInnen, meint der Staat verschulde sich zu sehr. Die gleiche Gruppe argumentiert, dass niedrige Zinsen und niedrige Steuern Unternehmen zu mehr Investitionen und zur Schaffung von Arbeitsplätzen bewege. D.h. ein Staat der keine Zinsen zahlt und eine Einnahmegarantie (im Gegensatz zu Unternehmen) besitzt, soll sich nicht verschulden. Unternehmen welche sinkenden Absatz haben, aber niedrige Zinsen schon?! Der Widerspruch schreit jeden Dreijährigen an. Aber nicht die neoliberalen Dogmatiker, denn sie betrachten alles voneinander unabhängig und entkoppelt, sodass man auf beliebige Probleme ein beliebiges Maß anwenden kann. Das kenne ich sonst nur von abstrustesten Verschwörungstheoretikern, aber gut.

Nun zu Realität. Der Staat macht das Geld und gibt es aus. Er kann es sich einfach über Steuern zurückholen. Solange wir also in unserer eigenen Währung verschuldet sind, können wir nicht überschuldet sein. Was sein kann, da widerspricht niemand, ist, dass dem Geld kein Gegenwert gegenüber steht. Aktuell arbeiten viele, viele Menschen in Kurzarbeit oder dürfen nicht arbeiten. Sie würden aber bestimmt gerne. Zu tun gäbe es viel. 

Genau das ist eben der Punkt. Brinkhaus und andere verlagern die Diskussion von ihrer eigenen Unfähigkeit hin in einer Scheindiskussion die Oma Erna versteht. Warum? Nun wenn Brinkaus das nicht tut, dann müsste man ihn folgende Dinge fragen

  • Warum bekommt nicht jeder Bundesbürger regelmäßig kostenlose FFP2 Masken nach Hause gesandt?
  • Warum sind die Schulen in solch desolatem Zustand, sodass viele Hygienekonzepte wie Fensteröffnen nicht funktionieren?
  • Warum ist die Pflege personell dramatisch unterbesetzt, obwohl es an Geld nicht fehlt?
  • Warum sind die Gesundheitsämter technologisch im Jahr 1980 stehengeblieben?
  • Warum werden fast im gesamten öffentlichen Dienst jetzt Überstunden geschoben und herrscht Personalmangel und gleichzeitig bezahlt man die Menschen dort schlecht (ja es gab Warnstreiks nachdem Brinkhaus (als Sammelbegriff) nicht einmal meinen Vorschlag gemacht hatte)?
  • Warum wurde der kulturelle Sektor komplett vergessen?
  • Warum ist im Sommer faktisch nichts geschehen, sodass im November!!!! ein langfristiger Coronaplan hermuss?
  • Warum wird wieder und wieder an die Eigenverantwortung der Bürger appeliert aber irgendwie nie an die Verantwortung der Politik?
  • Warum wird Jugendlichen vorgeworfen zu viel Party zu feiern, gleichzeitig dürfen massenweise Arbeitnehmer ohne Grund ins Büro fahren?
  • Warum wird Jugendlichen vorgeworfen zu viel Party zu feiern, gleichzeitig ist der öffentliche Nahverkehr seit Jahrzehnten übervoll?
  • ...

Die Liste ließe sich endlos weiterschreiben. Schuld sind immer die anderen. Besonders diejenigen die sich nicht wehren. Kinder und Jugendliche sollen sich bitte beschränken hört man aus Politik und Medien. Eltern sollen bitte die Kontakte minimieren, bitte frühere und längere Ferien akzeptieren und halbierte Klassen. Homeschooling ist doch easy neben Vollzeitarbeit im Homeoffice. Hilfestellung, Fehlanzeige.

Brinkhaus stellvertretend für die aktuelle Politikergeneration sind unfähig. Man muss es leider so deutlich schreiben. Das frustiert. Alle haben mit dem Finger in andere Länder gezeigt und gelobt und gefeiert wie toll Deutschland durch die erste Welle kam. Glück war es, mehr nicht. Alle hofften sie, dass es keine zweite Welle gab. Sie lehnten sich zurück und sind jetzt überrascht. Alle Forscher warnten, dass es eine zweite Welle geben würde. Aber warum sollte man auf Forscher hören? Macht man ja auch sonst nur, wenn es einem dient. Die Pläne hätten fertig sein können. Stattdessen, Planlosigkeit. Monate verschenkt, kein Wissen aufgebaut, nichts. 

Stattdessen diskutieren wir lieber über Staatsschulden und eine nachhaltige Politik für zukünftige Generationen. Eine Politikergeneration die nicht in der Lage ist Politik für 5 Monate im Voraus zu planen will mir erzählen, dass sie ein zukünftige Generation schützen möchte die sie gerade zerstört.

Was diese Menschen nicht bedenken ist folgendes. Irgendwann sind sie alt. Irgendwann kommen die von ihnen indoktrinierten Jungen Menschen und sagen ihnen. Ihr seid zu teuer, ihr seid nicht mehr produktiv, ihr müsst weg. Dann sitzen sie jammernd in ihrem Altenheim und das Licht geht aus.


Chris

Samstag, 21. November 2020

Der Versuch einen Mythos zu bauen

Ken Jebsen löscht KenFM, weil er YouTube zuvorkommen möchte. Eine schöne Märtyrergeschichte. Ken gegen alle. Die Nachdenkseiten springen ihm gleich zur Seite. Es wurden kritische Videos gelöscht. Wie kann das denn bitte sein? Das ist Zensur und gegen die Meinungsfreiheit. Nur wird die Meinungsfreiheit erst einmal nicht unterdrückt. Ein Konzern erlaubt einer Person nicht auf seiner Plattform etwas zu publizieren. Eine staatliche Anweisung gab es nicht. Das mag man doof finden, weil YouTube quasi ein Monopol hat. Aber warum ist es für eine kritisch Linke in Ordnung, wenn rechtsradikale Videos gelöscht werden. Dort wird genauso Unsinn verbreitet wie bei KenFM. Dort werden Theorien zusammengesponnen, welche Menschen schädigen und das Image der Plattform. Ich will KenFM nicht mit einem rechtsradikalen Kanal gleichsetzen. Aber Ken Jebsen bietet merkwürdigsten Gestalten eine Plattform. Hin und wieder ist etwas seriöses dabei. Meist sind es Schwurbler. Die ach so kritischen Nachdenkseiten sollten nachdenken warum man auf Basis der aktuellen wissenschaftlichen Publikationen zu einer Erkenntnis kommen könnte, die der aktuellen Mainstream Meinung entspricht. Das geht natürlich nicht. Stattdessen lesen irgendwelche Journalisten eine, vielleicht auch zwei Quellen, stellen diese als gleichwertige Gegenmeinung, manchmal aus dem Zusammenhang gerissen, dar. Das nennt sich dann kritische Gegenöffentlichkeit. Da kann man natürlich nicht erkennen, dass ein Ken Jebsen unseriös ist. Ist zwar einfach, weil er von Diktatur, Verfolgung und Bill Gates chippen redet, aber hey das offensichtliche ist dann natürlich Satire. Mal sehen wie lange sich die Nachdenkseiten bei irgendjemand noch als seriöse Quelle halten kann. Zum Glück gibt es deutlich bessere Quellen, wo Journalismus noch groß geschrieben wird.

Chris

Freitag, 20. November 2020

Distanzierung Fehlanzeige

Wo ist eigentlich die Distanzierung von Wodarg bei den Nachdenkseiten. Bis Ende Mai stand dieser halbwegs hoch im Kurs vor allem bei den Lesern. Danach werden seinen Aussagen in keinersterweise thematisiert. Eine kritische Website die eine Gegenöffentlichkeit aufbauen möchte, sollte offen damit umgehen, dass sie Wodarg eine Bühne gaben. Das dieser jetzt die Kritiker seiner zum Teil sehr wirren Theorien verklagt, wäre doch eine Nachricht wert. Fehlanzeige.

Chris

Freitag, 30. Oktober 2020

Wer sich gruseln möchte kann die ach so kritische Linke hier beobachten

Wer sich gruseln möchte kann die ach so kritische Linke hier beobachten. Gerade mal zwei von neun Beiträgen legen die Problematik differenziert dar. Im Sommer wurden die Maßnahmen attakiert, weil die Zahlen niedrig waren. Jetzt steigen die Zahlen, da wird die Wirkung der Masken in Frage gestellt. Ich verstehe es nicht. Die Masken bringen keinen hunderprozentigen Schutz. Wenn es 50% sind und jeder eine trägt, dann hat man einen Schutz von 75%. Das ist eine Menge für ein Stück Stoff. Wo ist da das Problem? Es darf nicht sein, was nicht sein darf. Mich erinnern diese Linken an die Neoliberalen die sie angreifen. Es sind Egoisten und Rechthaber. Sie verstehen expotentielles Wachstum nicht, da im besten Fall philosophische Werke gelesen haben. Mit Wissenschaft und Mathematik scheinen sie sich nicht auszukennen. Wie schon in anderen Beiträgen geschrieben, sind diese Menschen nah an der Esoterik. Ein Tobias Riegel befeuert dies. Einige Beiträge der Nachdenkseiten könnten eins zu eins auf rechtsnationalen Blogs publiziert werden, wenn man einen Satz zur Ausländerfeindlichkeit hineinnehmen würde. Wie man auf den Begriff Querfront kommt, verstehen die Autoren aber immer noch nicht.

Es ärgert mich. Warum? Solche Menschen zerstören das Diskussionsklima komplett. Sie sind scheinkritisch. Das beste was einer Regierung passieren kann ist, wenn Menschen sie über so etwas wie eine Maskenpflicht aufregen. Wo ist denn die Kritik, dass die Schulen im Sommer nicht fit gemacht worden sind? Warum gibt es keine Pandemiekonzepte für Pflegeheime, wo Besuche weiterhin im vernünftigen Rahmen stattfinden können? Warum die Fixierung auf eine experimentelle Impfung? Warum nicht lieber mit der Pandemie leben lernen (es wird nicht die Letzte sein)? Warum wird nicht kritisiert, dass Klima, Rassismus, Ungleichheit, schlechte Bezahlung, usw. quasi verschwunden sind. Nichts wurde aufgegriffen. Statt in Coronademos, hätten die ach so kritischen Linken doch für die PflegerInnen auf die Straße gehen können. Aber das schränkt den Wohlstandslinken ja nicht ein. Es geht darum, seine/ihre Maske nicht über das wohlstandsgelangweilte Gesicht ziehen zu müssen.

Links ist daran nichts. Kritisch auch nicht. Es ist dumm. Die Nachdenkseiten sollten sich fragen, warum sie mit dummen undifferenzierten Texten so viele Menschen anlocken. Sie bedienen wie die AfD eine Personengruppe die auf der Suche ist nach einfachen Antworten. Die Möglichkeit, dass viele Dinge immer noch unbekannt und unsicher sind, glauben sie nicht. Schließlich wurde ihnen seit 10 Jahren erzählt, dass die künstliche Intelligenz alles lösen kann (autonom fahrende Autos sollte ja laut Elon Musk schon Standard sein). Kritisches Denken bedeutet sich zu ermächtigen. Da reicht ein Blog nicht aus. Man muss mehrere Seiten betrachten und auch neoliberale Denke lesen und probieren zu verstehen. Nur dann kann man sich ein Bild machen. 

Die Frage bleibt, was qualifiziert die Nachdenkseitenautoren an vielen Stellen zu ihren Absolutaussagen? Im Grunde gar nichts. Sie arbeiten nicht wissenschaftlich und haben keinen guten Überblick. Das birgt folgendes Problem. Wenn es 10 wissenschaftliche Publikationen gibt von denen 8 A sagen und 2 B. Was heißt das? Heißt das, dass A wahrscheinlicher ist als B? Heißt das, dass B eine unterdrückte Meinung ist?

Das kommt darauf an. Nur wenn man die Publikationen gelesen und verstanden hat, kann man die Aussage treffen. Dann kommt vielleicht heraus, dass A und B gar nicht Vergleichbar sind, weil die Annahmen und Betrachtungsweisen unterschiedlich waren. Das macht es auch so kompliziert. Dazu kommt oben drauf, dass es unterschiedliche Einschätzungen der Situation gibt. Da die Datenlage nicht vollständig ist, braucht es Annahmen. Diesen Diskurs sieht man aktuell zwischen Ärzten und Virologen. Nur dann kommt die Politik. Wenn ein/e PolitikerIn einen weichen Kurs wählt, und in seinem Wahlkreis sterben viele Menschen, dann dankt ihm das niemand. Im besten Fall wird er oder sie nicht wiedergewählt. Im schlechtesten Fall bedroht und schlimmeres. Lübke als nur so als Erinnerung.

Ein offener Diskurs ist notwendig. Aber dieses Lagerdenken und herablassende geht mir auf die Nerven. Die Briefe zeigen wie wenig kritische die Leser der Nachdenkseiten wirklich sind. Sie wollen Recht haben mehr nicht. Wenn die Nachdenkseiten wirklich wieder kritisch werden würde, wären diese Menschen schnell wieder verschwunden. Zu kompliziert, zu differenziert.

Chris