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Freitag, 17. April 2015

INSM Leiharbeit ist super

Ich finde es immer wieder erstaunlich, dass man widersprüchlich argumentieren kann. So tut es Herr Schäfer. Sein Argument ist folgendes

Zeitarbeit hilft Unternehmen, auch bei schwankendem Auftragseingang wettbewerbsfähig zu bleiben. Dies hat in der Vergangenheit zu einem starken Wachstum der Branche geführt. Seit einigen Jahren stagniert jedoch die Beschäftigung. Ein Grund dafür ist die zunehmende Regulierung.

Natürlich ist der Staat Schuld. Zwar bringt er später das Argument, dass Leiharbeit Langzeitarbeitslose auf den ersten Arbeitsmarkt bringen soll, was zu einem Absinken der Zahl der Leute im Leiharbeitsmarkt führen würde, aber wen interessiert schon ein konsistentes Bild. Leiharbeit ist gut, weil sie gut ist.
Das Argument, dass konjunkturell bedingte Spitzen abgefangen werden können halte ich für ein Argument. Aber wieso sollte dann der Trend der Leiharbeit nach oben zeigen soll ist mir nicht klar.
Brummt die Konjunktur, dann sollte es einen kleinen Peak geben und danach sollten die Leute in die reguläre Beschäftigung überführt werden. Schwächelt die Konjunktur, dann sinkt die Zahl der Leiharbeiter. Somit ist die Schlussfolgerung, dass es einen Trend geben sollte etwas merkwürdig. Im Grunde müssten Leiharbeiter deutlich mehr verdienen als festangestellte Mitarbeiter. Schließlich gebe ich als Arbeitnehmer den "Luxus" einer Festanstellung auf. Das muss etwas Wert sein. 
In der Praxis wird Leiharbeit zum Senken der Löhne verwendet und gehört aus diesem Grund reguliert. 
Den Verlust der Wettbewerbsfähigkeit vorzubringen (ein Standardangstschrei der neoliberalen Gläubigen) ist aus zwei Gründen kein Argument. Unternehmen die auf dem Binnenmarkt tätig sind, hebeln sich den Vorteil durch gleichzeitige Nutzung von Leiharbeit aus. Senkt Unternehmen A seine Löhne und B auch, dann zahlen beide weniger Löhne, aber keines von beiden hat einen Vorteil. Bei den Exportmärkte ist Deutschland bereits sehr wettbewerbsfähig und man braucht nicht zu fürchten zu viel zu verlieren. Eher sollten wir etwas teurer werden, um endlich unsere Überschüsse zu reduzieren.
Mich erstaunt im übrigen wie einfach Ökonomen gestrickt sind. Es zählen nur die Löhne und Kosten. Niemals sind die Erträge interessant. Es wird stillschweigend davon ausgegangen das diese konstant bleiben. Wenn ich allerdings Leute jederzeit entlassen kann, sinkt deren Motivation. Sie werden das Unternehmen schnellst möglich verlassen, wenn sie können. D.h. eine Weiterbildung ist ein hohes Risiko für den Unternehmer. Am Ende verlieren alle. Das Argument, dass Langzeitarbeitslose leichter auf den regulären Arbeitsmarkt kommen, müsste sich doch nachweisen lassen. Es ist aber auffällig, dass Behauptungen die sich nicht beweisen lassen, selten durch Statistiken belegt werden.
Die Schlussfolgerung

Statt die Branche weiter einzuschränken, wäre das Gegenteil nötig

ist billiger Propaganda. Man schreibt etwas wohl klingendes und das ist es dann.  Warum müssen eigentlich immer die Arbeitnehmer flexibel sein? Wo ist die Forderung nach flexiblen Unternehmen. Leben wir um zu arbeiten, oder arbeiten wir um zu leben? Die Wirtschaft ist kein Selbstzweck und soll den Menschen dienen. 

Anmerkung
Man sollte diese Lobbygruppe lieber in INASM umbenennen (A=anti). Dann wäre klar wofür sie steht. Wer sich hinter Worten verstecken muss, um seine Ideen als Arbeitgeberverband zu verbreiten, hat sehr wahrscheinlich schlechte Ideen. Gute Ideen könnte man auch unter eigenem Namen erzählen.

Chris

Montag, 6. September 2010

Undercover im Luxus-Altenheim: außen hui, innen pfui

Erschreckendes aus der Pflegewelt. Die Diakonie, angeblich christlich angehaucht, beutet nicht nur ihre Arbeiter aus, sondern tut dies auf Kosten der Heimbewohner. 3700 Euro müssen pro Monat überwiesen werden. Dafür bekommen 15 Personen eine Pfleger. Alle 5 Stunden wird gewechselt. Man muss nur ein wenig rechnen wie viel Geld als Gewinn da übrig bleibt. Allein die Annahme, man könne 15 demenzkranke Menschen alleine hinreichend Pflegen ist absurd. Für die Diankonie allerdings nicht. Dort setzt man auf Leiharbeit und Kostensenkungen. Das geschieht schon seit Jahren. Nächstenliebe ist fehlanzeige so lange es um den Gewinn geht.

Chris

Montag, 30. August 2010

Tarifgespräche

Hauptgeschäftsführer Bernhard Strippelmann erklärte gegenüber AFP, der Verband halte »gar nichts« von Leiharbeiter-Regelungen in einem Flächentarifvertrag. IG Metall und Arbeitgeberverband Stahl seien gar nicht befugt, für Zeitarbeiter Tarifverträge zu machen, da diese keine Beschäftigten der Stahlindustrie seien.

Wenn die Leiharbeiter nicht in der Stahlindustrie beschäftigt sind, warum beschäftigen sie sich mit der Produktion in der Stahlindustrie? Dieses Zitat zeigt sehr schön wie Rechte mit Füßen getreten werden. Es wird in der Stahlindustrie gearbeitet, aber man hat einen Vertrag bei einem Leiharbeiter und schon ist man nicht mehr zuständig. Warum lasse ich mir nicht einfach "ich bin ein Lebensmittel" auf die Stirn schreiben. Muss ich dann nur die niedrige Mehrwertsteuer anstatt Einkommenssteuer zahlen?

Chris

Donnerstag, 8. Juli 2010

Gedopte Zeitarbeit

Die illegalen Praktiken der Zeitarbeitsfirmen nehmen zu. Für mich ist dies die logische Konsequenz. Passend dazu läuft die Tour de France. Dort wird wie bei den Zeitarbeitsfirmen gefordert nach den Regeln zu spielen. Es soll nicht gedopt, bzw. untertariflich bezahlt werden. Das Problem ist nur, dass nur die Gewinner auch Geld bekommen. Wer möchte einen Radprofi Geld geben welcher zwar sauber ist, aber nur hinten mit fährt. Ebenso bei den Leiharbeitsfirmen. Es geht um den Gewinn. Nicht die Arbeiter sind zu teuer, wie es gerne propagiert wird, sondern die Senkung der Löhne dopt die Firma. Es gibt mehr Gewinn bei gleicher Leistung und das auf Kosten der Gesundheit. Die Radfahrer als auch die Leiharbeitsfirmen sind Gefangene des Systems. Im Gegensatz zum Sport wäre bei den Leiharbeitsfirmen eine Besserung einfach möglich. Gesetzlich könnte man die Gleichstellung mit den fest angestellten Personen verlange. Die Bezahlung müsste streng genommen sogar höher liegen, da der Leiharbeiter ein größeres Risiko trägt. Stattdessen werden von der FDP nicht einmal Mindestlöhne in betracht gezogen. Schon wieder betrügt die FDP ihre Wählerschaft. Erst erhöht sie den Krankenkassenbeitrag (mehr Netto vom Brutto?!) und jetzt sperrt sie sich gegen eine anständige Bezahlung (Leistung muss sich wieder lohnen?!). So sind sie die Liberalen, frei in ihrem Meinungswechsel.

Chris

Dienstag, 29. Juni 2010

Ohne Worte

Wer diesen Artikel ließt sollte sich fragen wer für dieses Desaster verantwortlich ist. Die Gelder für die Kontrollen werden reduziert und im Gegenzug werden die Minijobs subventioniert. Der Hauptgewinner ist die Leiharbeitsfirma. Sie verleiht für 8 Euro und zahlt 3 Euro. Das ist eine Gewinnspanne von über 250 Prozent. Bei solchen Gewinnen müssen sich die Banken warm anziehen.

Chris