Mittwoch, 1. Januar 2014

Beledigende Neujahrsansprache und kaum einer merkt es

Alle Jahre wieder gibt es die Neujahrsansprache. Alle Jahre wieder ist sie von Floskeln und sinnleere Rhetorik geprägt. Wenn man will kann man sich durchaus beleidigt fühlen von den Kernaussagen. 


Implizit bedeutet das, dass wir zu wenig Engagement, Zusammenhalt und Leistungsbereitschaft an den Tag legen. Beim Zusammenhalt würde ich sogar mitgehen. Forciert von einer Elite, werden Arbeitslose, Rentner, eigentlich alle schwachen Teile der Gesellschaft gegeneinander aufgehetzt. Zusammenhalt einzufordern bedeutet in diesem Zusammenhang, Klappe halten und akzeptieren. Die Spannungen zwischen den sozialen Gruppen ist ein Zeichen der Unzufriedenheit und richtet sich, leider, gegen die Falschen.
Engagement und Leistungsbereitschaft einzufordern ist beleidigend. Warum? Engagement wird immer dann eingefordert, wenn ehrenamtlich etwas getan werden muss. Es wird eingefordert, wenn man mehr machen soll als man bereits tut. Das alles geschieht bereits in der Gesellschaft und es wird nur den Spitzen gedankt. Diese überreichen sich sinnfreie Preise und feiern das Engagement aus einem Polsterleben heraus. Der tägliche persönliche Einsatz im Beruf, im Ehrenamt, in der Familie wird gar nicht gewürdigt. Wer nicht genug Geld hat, engagiert sich eben zu wenig.
Nun noch die Leistungsbereitschaft. Warum sollte man eine Bereitschaft einfordern? Wie dumm ist das. Ihr Sohn war stets bemüht. Er war also bereit etwas zu tun, tat es aber nicht. Leistungsbereitschaft beschreibt unsere Regierung schon ganz gut. Sie wirft mit Dingen um sich die sie bereit ist zu tun. Dafür wird sie viel Leistung erbringen. Da sie aber nur die Bereitschaft anpreist, bleibt es dabei. Die Leistungen werden nicht erbracht. 
Leistungsbereitschaft im Sinne von Frau Merkel und ihren Neusprechredenschreibern bedeutet natürlich, dass wir alle bereit sein sollen mehr und härter zu arbeiten. Wir sollen bereit sein, wenn jemand für 6 Euro pro Stunde oder Tag einen Job anbietet. Wir sollen uns freuen einer Leistungsgesellschaft anzugehören, ohne das jemals definiert worden wäre, was diese Leistung eigentlich ist. 

Sei es wie es sei. Das neue Jahr startet wie das Alte. Viel Gelaber, wenig Inhalt, keine Visionen. Visionen und Inhalte würden eine Festlegung auf eine bestimmte Richtung bedeuten. Das kann und wird es sobald in Deutschland nicht geben.

Chris

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