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Donnerstag, 18. November 2010

Mal was zur Marktwirtschaft

Man kann zur Marktwirschaft nicht per se sagen sie sei per se gut oder schlecht. In meinen Augen ist es wie bei Explosionen. Auch sie weder gut noch schlecht. Durch richtige Kontrolle können Motoren betrieben, Raumschiffe gestartet, Tunnel geschaffen werden. Fehlt diese können Menschen sterben. In meinen Augen ist es in einer Marktwirtschaft ähnlich. Vom inneren Wesen her ist sie zerstörerisch für die breite Masse der Menschen. Es geht schließlich darum, um jeden Preis Profite zu machen. Kontrolliert man diese zerstörischen Tendenzen, dann können sie positives Bewirken. Als Kontrollinstanz kommt eigentlich nur der Staat in Frage. Er sollte unabhängig Gesetze erschaffen welche bewirken, dass der Wohlstand der breiten Bevölkerung gemehrt wird. Auch muss er die Schwachen (Arbeitnehmer) gegen die Starken (große Konzerne) schützen. Neoliberal Denker fordern meist einen Abbau dieser Regelung. Für sie sind Explosionen immer gut, weil sie manchmal tatsächlich gut sind. In ihren Augen ist zu viel Kontrolle schädlich und erstickt die Marktwirtschaft. Allerdings sollte man einen Motorkolben eher dicker als dünner konstruieren, um sicher zu gehen das der Schaden ausbleibt.

Chris

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Ich wünsche mir...

ein Phrasenschwein in der Politik und in den Medien. Jeder der den DSF Fussball Talk am Sonntag Vormittag verfolgt hat kennt es, das Phrasenschwein. Jedes mal wenn einer der Gäste eine Fussballphrase (ein Spiel dauert 90 Minuten) auspackt, dann wird gezahlt. In der Politik würde ich mir das auch wünschen. Argumentiert wird selten, sondern eigentlich nur gephrast.

"Die Steuern müssen runter, denn der Wähler wünscht es sich."
"Atomkraft ist sicher."
"Wir müssen den Standort Deutschland für den Weltmarkt fit machen."
"Mindestlöhne zerstören Arbeit."
"Selbstverantwortung und Kürzung der Sozialhilfe schafft Arbeit."

So geht es Tag ein Tagaus. Erklärungen warum bestimmte Aussagen zutreffen werden nicht gemacht. Darin sind sich alle Parteien einige. Je weiter weg von Machtzentrum, desto konkreter werden sie in ihren Begründungen. Ist man nah dran, dann hat man Angst sich die Finger zu verbrennen. Ein Phrasenschwein würde immerhin die Bürger darauf hinweisen, dass es nur geblubber ist. Das Geld könnte man für einen guten Zweck verwenden.

Chris

Montag, 30. August 2010

Sarrazin

Die Thilo Sarrazin Debatte beherrscht die Medien. Ich selber hab es in einer dänischen Zeitung gelesen. Es bewegt also Europa, wenn rassistische Terminologie aus Deutschland kommt. Viel mehr gibt es eigentlich dazu nicht zu sagen. Thilo Sarrazin ist ein Ideologe. Er ist sich selbst der nächste, ein Karieremensch. Das schlimmst was ihm wahrscheinlich passieren kann ist, dass ihn die Menschen nicht beachten. 46 Nebentätigkeiten besaß er während seiner Zeit im berliner Senat. In dieser Zeit schenkte er einem Golfclub 3 Millionen Euro. Das geschah natürlich mit Steuergeldern, weswegen auf Untreue untersucht wird. Auch andere Dinge im Lebenslauf zeigen den egoistischen Karrieremenschen. Nicht zum ersten mal Macht er mit kruden sozialdarwinistischen Auswüchsen auf sich aufmerksam. Warum ist mir nicht klar. Er scheint wirklich daran zu glauben, dass er zum elitären Maß aller Dinge gehört. Der Punkt ist und das hat die Geschichte schon oft gezeigt, dass die Eliten eines Landes dessen Zerstörung zu Verantworten haben. Die angeblich so inteligenten Personen, die Übermenschen sind diejenigen welche Auschwitz, die Lager in denen japanischstämmige Personen in den USA interniert wurden, Guantanamo, Kunduz, etc. zu verantworten haben. Diejenigen die es besser wissen sollten (nach Sarrazin), wissen es aber nicht besser. Wer sich über Elite definieren muss, hat in meinen Augen zu wenig Substanz, um wirklich dazuzugehören.

Chris

Dienstag, 3. August 2010

Löhne, Senkungen und Binnenmarktwachstum

Ließt man sich durch die Presselandschaft fragt man sich, ob die Elite unseres Landes langsam aber sicher von allen guten Geistern verlassen ist. Im Presseclub wird die Konstanz der Löhne und eine reine Erhöhung der Beschäftigungszahlen propagiert. Irgendwelche Koalitionspolitiker warnen vor einer Erhöhung der Hartz 4 Sätze. In der nächsten Zeitung wird der IFO Index gefeiert, welcher eine Erholung der Binnenkonjunktur vorraussagt. Dabei ließt er sich eher wie ein Wetterbericht. Wie gut diese Berichte sind zeigt sich dann, wenn wie beim Wetter die Wolke eben doch kommt und das Binnenmarktwachstum schon wieder negativ ist und um 0.9% fällt. So lange aber die Prognosen positiv sind, was soll uns da schon passieren. Als Sahnehäubchen kommt das Forschungsinstituts Kiel Economics. Es behauptet, dass die Löhne förmlich explodieren werden. Nicht heute oder morgen, sondern im Jahr 2013 und 2014. Denn da wird die Zahl der Arbeitslosen bei knapp unter zwei Millionen liegen. Das reicht Herrn Arbeitgeberpräsident Hundt um schon jetzt eine Lohnzurückhaltung zu fordern. Was man von diesen Prognosen halten soll wird an den Prognosen für 2008 im Herbst 2007 klar. Dort war dieses Institut mit beteiligt und sah keine wirkliche Krise vorraus. 2.1% waren erwartet und 1,3 % kommen heraus. Das sind gerade mal 38% Abweichung bei einer Prognoselänge von 3-4 Monaten. Aber die Wirtschaft bis 2013 vorrauszusagen ist etwas ganz anderes. Da kann man ja den Oktopus fragen. Das zeigt wie aus unseriöser Wissenschaft und sehr ungenauen Prognosen, "Expertenwissen" und Politik gemacht wird. Für mich zeigt das, dass die Modelle alles andere als ausgereift sind. Im besten Fall werden leichte Trends erraten. Dennoch werden diese Zahlen zur Begründung der Kürzungen im Sozialbereich, zur Schrumpfung der Staatsleistung, zur Senkung der Löhne hervorgeholt. Der Markt und seine Modelle haben schließlich "bewiesen", dass diese Maßnahmen Wachstum und Glück für alle bedeuten. Kaum jemand hinterfragt die Einfachheit der Modelle. Das Faktoren verglichen werden, welche man wahrscheinlich nicht vergleichen kann. Das Kurven an reale Gegebenheiten angepasst werden und dann munter extrapoliert wird versteht kaum jemand. Die Materie ist zu komplex. Man versteht kaum Rückwirkend warum Dinge in der Wirtschaft passieren. Vorraussehen können sie alle. Einhellig wird jetzt schon wieder geschrien, dass die Krise vorbei, Deutschland der Wachstumsmotor der EU und eigentlich
alles super ist. Das genau wie 2007 die USA ihr Wachstum über Schulden finanzieren, das Deutschland genau wie 2009 und vorher sein Wachstum über Exporte in die EU finanziert ist scheinbar für diese Leute in Ordnung. Wo schreien die Menschen "Stopp" und fragen: Moment, genau das führte zu den Problemen, warum machen wir weiter so?

Ich weiß es nicht.

Chris

Donnerstag, 15. April 2010

Gedanken über den Krieg

Politik kann so durchsichtig sein. Fordert der FDP Mann und neue Wehrbeauftragte Königshaus Panzer in Afghanistan wird er lauthals abgewehrt. Fährt sein Vorgesetzer zu Guttenberg nach Afghanistan hat er ein paar Haubitzen im Gepäck. Die übliche Strategie. Erst einen dummen vorschicken, welcher dramatisiert und die Schläge kassiert und dann in abgemilderte Form genau diese Idee von einem sympathischeren Minister oder der Kanzlerin durchgesetzt. Auch das die Kanzlerin ein neues Bundeswehrmandat verweigert ist in meinen Augen nur Wahlkampfstrategie für NRW. Ist Rüttgers wieder an der Macht und ein weiterer Soldat gefallen müssen mehr Soldaten in den Krieg damit sie die übrigen beschützen können.
Währenddessen wird an der Heimatfront für Solidarität gekämpft. Mit gelben Bändern soll den Toten des Krieges gedacht werden. Das dieser Krieg von der Mehrheit nicht gewollt ist wird gerne übersehen. Auch ettliche Soldaten würde es bevorzugen statt Solidarität das Ticket für die Heimreise zu bekommen. Auch das Zitat eines Historikers namens Naumann

Aber derartige Kampagnen sind zugleich auch Anzeichen einer Normalisierung. Und das ist ein positiver Prozess.

finde ich persönlich bedenklich. Wohin normalisiert sich etwas und warum soll dies ein positiver Prozess sein? Egal wie man es dreht Soldaten sind legalisierte Mörder, wenn sie in den Krieg ziehen. Auf der anderen Seite sieht es ähnlich aus. Warum ist der Tod unserer Soldaten dann mehr Wert und sollte Unterstützung erfahren. Sind die Afghanen bei uns einmarschiert, haben sie Menschen geschändet oder Terror an uns verübt? Wieso verteidigen wir uns dann gegen sie?
Eine Entwicklung zur breiten Akzeptanz für die Armee, Heldentod und ähnliche Dinge ist in meinen meinen Augen kein positiver Prozess. Den Soldaten die Tod sind nützt es nichts und durch diese Kampagnen werden neue, junge Menschen gefunden die ihren Platz einnehmen.

Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin

Carl Sandburg

Anmerkung: Georg Schramm bringt es mit den Toten und ihrer Verehrung den Punkt.

Chris



Donnerstag, 1. April 2010

Neulich in Indien V - Geschichten

Irgendwann ist die Zeit der Heimkehr gekommen. Viele Fotos werden gezeigt und Geschichten der Eindrücke erzählt. Dabei fällt sehr schnell auf, dass viele eigene Eindrücke in dieses Bild eingebartcht werden. Man Idealisiert für seine Zuhörer das Bild. Fahren sie selbst hin werden viele Enttäuscht sein. Denn dieses Bild muss wachsen und man muss sich selbst darauf einlassen. Eine objektive Darstellung ist daher eigentlich nicht möglich. Vergleiche helfen dabei sehr. Damit meine ich aber weniger die Vergleiche mit dem Heimatland, sondern mit allem Möglichen was die Siuation beschreibt. Indien ist ein Land im Umbruch. Vieles ist fremd und wird es für Europäer auch bleiben. Schaut man aber in der Geschichte zurück wird das verstehen um Vieles einfacher. Soziale Unterschiede, Kasten, Schönheitsideale, etc. exitierten oder existieren versteckt auch in Europa. Die Parallelen sind da und müssen nur gefunden werden. Durch diese Vergleiche ist eine gewisse Objektivierung möglich. Denn durch den Blick in die eigene Vergangenheit verliert der Durchschnittseurpäer seine überhebliche Haltung. Indien braucht Zeit. Diese Zeit wird genutzt werden und es wird sich entwickeln. In der Zukunft werden viele ebenso Reise und unterschiede sehen die sie nicht verstehen können. Nehmen sie ihre eigene Geschichte zu Rat dann kann es auch ihnen helfen das Leben in fremden Ländern besser zu verstehen.

Chris

Donnerstag, 25. März 2010

Gleichnisse

Wie ich schon in diesem Eintrag beschrieben habe sind oft mehr Gleichnisse vorhanden als man auf anhieb zu sehen vermag. Ein Beispiel hierfür ist das vielverteufelte, leistungslose Einkommen und das es jeglichen Anreiz zum Arbeiten nehmen würde und deshalb abgeschafft gehört. Auf den ersten Blick klingt dies absolut nachvollziehbar, aber auch auf den zweiten. Denn als leistungsloses Einkommen werden nur die Sozialsysteme bezeichnet. Alle anderen Einkommen dieser Art werden weder hinterfragt, noch analysiert. Wenn jemand ein Erbe antritt und von den Zinsen sein leben lang lebt, dann hat er dieses Einkommen genauso und lebt auf Kosten der Gesellschaft. Im liberalen Ansatz ist dies ein Unterschied zur Alimentierung durch den Staat. Denn die Zahlung in Form von Zinsen die er erhält wird "freiwillig" geleistet. Auch hat ja sein Vater eine Voleistung erbracht. Hat dies aber nicht eventuell auch der Vater oder Großvater des Hartz 4 Jugendlichen getan. Hat dieser nicht eventuell Deutschland nach dem Krieg mit aufgebaut, so das die Millionen des reichen Erben erst entstehen konnten. Das Argument der Vorleistung tritt zu kurz. Ein Zitat aus dem Seewolf von Jack London trifft es da sehr gut:

Wer hat diese Betten, diese Kleider und Mahlzeiten geschaffen? Sie nicht. Sie hatten nie etwas im Schweiße ihres Angesichts getan. Sie lebten von den Einnahmen, die Ihr vater geschaffen hatte. Sie glichen dem Fregattenvogel, der auf den Tölpel niederstößt und ihm den gefangenen Fisch entreißt Sie gehören zu denen, die sich zu Herren über die anderen aufgeworfen haben und die Nahrung verzehren, die andere erzeugen und selber essen möchten. Sie tragen warme Kleidung. Andere haben diese Kleidung gemacht, aber die zittern in Lumpen und bitten Sie, Ihren Rechtsanwalt oder Geschäftsführer, ihnen etwas zu verdienen zu geben

Der Unterschied ist eigentlich nicht vorhanden. In beiden Fällen ist die Gesellschaft vertraglich/gesetzlich verpflichtet Zinsen, bzw. Sozialabgaben zu zahlen.

Das Argument des Anreizes wird somit ebenfalls teilweise entkräftet. Kein Millionär, kein Manager mit Abfindung, kein Rentner, kein pensionierter Politiker dürfte mehr arbeiten und sei es ehrenamtlich. Einige tun dies tatsächlich nicht, aber die Mehrzahl versucht immer wieder Geld zu verdienen. Wieso sonst sollten so viele Manager nachdem sie eine Abfindung bekommen haben die Firma wechseln, um weiterhin Geld zu verdienen? Auch bei den Hartz 4 Empfängern arbeiten einige, obwohl sie am Ende weniger herausbekommen als wenn sie es nicht täten. Die Argumente werden von verschiedenen Studien widerlegt und sind dennoch nicht aus der Welt zu schaffen. Gehen wir nun in einen anderen Bereich der nichtgesehenen Gleichnisse. Die Freiheit st ein vielgepriesenes Gut. Die Freiheit der liberalen wird darauf bezogen, dass die Menschen frei Wählen sollen, welche Leistungen sie bezahlen möchten. Keinerlei Staat soll bitte schön in den Wirtschaftsprozess mehr als nötig eingreifen. Somit sollen Rente, Energie, Transport, etc. privatisiert werden und wir sind frei und die Wirtschaft brummt. Die Frage ist doch aber, ob es wirklich einen Unterschied macht. Es gibt genug Beispiele in denen man sehen kann das man auch in der "freien" Wirtschaft unterdrückt wird und Macht (in Form von Geld) eine große Rolle spielt. Es geht in erster Linie um die Vermeidung von Willkür die, die liberalen Denker unserer Nation treibt. Das ist erst einmal nichts schlechtes. Allerdings glauben sie, dass man sie erreichen kann indem man Regeln abschafft, denn sie sind es die Willkür erst ermöglichen. Dies ist leicht zu widerlegen. Denn wenn Banken den Kreditkonditionen anhand des Wohnortes vergeben ist dies willkürlich. Wenn Banken aufgrund der monentären Lage kein Konto vergeben, dann ist dies auch willkürlich. Auch die unausgesprochene "Erpressung", dass ohne Überstunden der Job in Gefahr ist, ist ziemlich willkürlich. Auch bei Unternehmen kann man dies sehen. Wenn Aldi aufgrund seiner schieren Bestellmengen Rabatte erhält, dann verkauft man dort auch nicht mehr als in dem kleinen Ein-Mann-Geschäft. Allerdings ist diese Wettbewerbsverzerrung auch ziemlich willkürlich. Denn es geht nur darum Kunden zu binden und dies auf Kosten anderer. Ein letztes Beispiel ist die Werbung. Nur durch Tests und Kontrollen kommt man auf solche Resultate. Für den Normalbürger herrscht die Willkür. Es ist in meinen Augen auch nicht zu verstehen, wieso ein System welches darauf beruht das alle probieren ihren persönlichen Nutzen zu maximieren (koste es was es wolle) mehr Freiheit und weniger Willkür bedeuten sollte. Die Mafia handelt nach ähnlichen Prinzipien und man würde sie nicht mit diesen beiden Begriffen in Zusammenhang bringen.

Es zeigt sich also ein sehr einfachen Beispielen aus dem Leben, dass sehr Wohl der Staat willkürlich sein kann. Das Heilmittel in einer ökonomischen Theorie zu suchen wird dies aber nicht ändern. Denn das "Grundübel" wurde nicht geändert. Es leben Menschen im System. Wer behauptet, dass die Sozialsysteme Schuld sind an Armut und Ausbeutung hat scheinbar 10 tausend Jahre Menschheitsgeschichte verschlafen. Wer behauptet, dass ein liberaler Kapitalismus die Probleme lösen kann, die letzten 200. Es kann nur den Kompromiss in meinen Augen geben. Einen Staat, welcher die Möglichkeit schafft zu wählen. Wahl in Form von Bildung, Arbeit und Politik. Dieser Staat muss transparent sein und die Bürger müssen Möglichkeiten haben den Regierenden Konsequenzen anzudrohen. Dieser Staat ist der Gegenpol zu Wirtschaft. Diese muss so reglementiert sein, dass Umwelt und Menschen darin vorkommen und gut behandelt werden. Ausbeutung muss vermieden werden. Das führt unweigerlich zu niedrigeren Gewinnen von Einzelpersonen oder Unternehmen. In meinen Augen ein kleiner Preis, wenn sich dafür der breite Wohlstand erhöht wird. Um diesen Zustand zu erreichen muss endlich wieder Kritik zugelassen werden. Sowohl aus der linken als auch aus der liberalen oder der konservativen Ecke. In der Diskussion muss dann das Optimum gesucht werden. Nach der Durchsetzung muss unabhängig kontrolliert werden, ob und wie gut Gesetze funktionieren. Sind sie fehlerhaft muss dies zugegeben und geändert werden. So oder so ähnlich könnte es funktionieren.

Chris

Montag, 14. Dezember 2009

Was sind „Reformer“?

Eine sehr schöne Analyse von Albrecht Mülle über "Reformer". Das sind die Art von Politiker die erst mal was bewegen wollen, ohne zu wissen was sie überhaupt tun. Im Artikel sind mir zwei prägnante Abschnitte aufgefallen:

Sachliche Erwägungen spielen bei den programmatischen Vorstellungen dieser Reformflügel eine zweitrangige Rolle; soweit es sie gibt, sind sie häufig ausgesprochen einfältig.

Wenn man sich die Politik der letzten Jahre ansieht wird es sehr deutlich. Rente, Afghanistan, sogar das die FDP sozial politisch engagiert sei wird propagiert. Dabei werden Fakten klar vernachlässigt. Man sieht aber sehr deutlich, wie ich finde auf welchem Niveau sich unsere "Eliten" damit bewegen. Im Kindergarten hat auch immer der Stärkere und Laute die Spielzeuge bekommen. Auch wenn sie nicht seine waren. Ich denke es sagt einiges zum Zustand dieser Menschen aus.

Der zweite Punkt ist sehr anschaulich:

"Es wurde damals behauptet, mit der Lockerung der Ladenöffnungszeiten würden 40.000 Arbeitsplätze geschaffen. Die Reformer glaubten das, obwohl auch schon eine einfache ökonomische Analyse hätte zeigen müssen, dass das Länger-offen-lassen von Ladentüren keinerlei Wertschöpfung darstellt, im Gegenteil, es kann auch eine Vergeudung von Ressourcen sein. So ist es jedenfalls, wenn man zur Befriedigung der gleichen Kaufkraft im Einzelhandel 40.000 Personen mehr braucht."

Ähnliche Debatten wurde mehrfach geführt.

Arbeitszeitverlängerungen = Arbeitsplätze
Sparen im Haushalt (Entlassungen) = Schuldenvermeidung und mittelfristig Arbeitsplätze
Steuersenkungen = Arbeitsplätze
Lohnsenkungen = Arbeitsplätze

Wie und wo wird nie gesagt. Auf Einzelunternehmen trifft das sicherlich zu. Wenn ein Supermarkt in einer Stadt die ganze Nach auf hat, schafft er neue Arbeitsplätze und generiert mehr Umsatz. Denn nachts wird bei ihm gekauft. Die Aussage ist also bestätigt. Oder doch nicht? Was passiert denn weiter? Die anderen Supermärkte der Stadt verkaufen natürlich prozentual weniger. Folglich entlassen sie Leute. In der Summe passiert gar nichts, außer das man nachts einkaufen kann und einige Leute schlechtere Arbeitsbedinungen haben. Ähnlich sieht es bei den anderen "Fakten" aus. Es werden auf den ersten Blick logisch nachvollziehbare Aussagen getroffen. Auf den zweiten Bilck erkennt man recht schnell, dass sie nicht stimmen können. Selbst ohne Wirtschaftsdiplom (oder jetzt Master) kann man das verstehen. Man muss nur sein Gehirn auf Kritik schalten.

Chris

Montag, 7. Dezember 2009

Verrückte Welt

Ein schöner Beitrag von weißgarnix. Er weißt darauf hin, dass kritisches Hinterfrage der eigenen Modelle nicht die Stärke unserer "Experten" ist. Worin liegt das begründet? Zum einen, dass diese Menschen nicht sehr selbstkritisch sind und das sie sich für den Nabel der Welt halten. Freiwillig muss alles sein, aber kurz nach der Krise (kurz vor der Neuen) genehmigen sie sich ordentliche Boni, obwohl sie freiwillig verzichten wollten. London will diese besteuern, um wenigstens ein wenig Geld für den vorher erbrachten Schaden abzugreifen. Ich höre schon die Stimmen der Vernunft, dass genau dieses Verhalten die Märkte und die Freiheit für Alle einschränkt . Denn was weißgarnix nicht bedenkt ist, dass die Wirtschaftsmodelle der neoliberalen Jünger gut funktionieren. Sie sorgen dafür, dass die größten Verfechter richtig viel Geld verdienen. Damit der einfache Bürger davon nichts mitkriegt wird ihm die heile Welt geliefert. So sieht es halt aus. Die Menschen machen sich über sich selbst sorgen. Bei Abstimmungen werden Minarette verboten aus Angst vor Ausländern. Die Truppen in Afghanistan werden aufgestockt, aus Angst vor dem Terror. Aber wo werden die maßgeblichen Verursacher aus Politik und Wirtschaft eingeschränkt? Nirgendwo, denn diese nimmt man nicht wirklich wahr. Man tritt halt lieber auf Schwache anstatt die Starken einzuschränken.