Montag, 19. September 2011

Zitat

Der freie Markt ist nicht, wie die heutige Wirtschaftsphilosophie gemeinhin annimmt, naturgegeben; er stellt sich auch nicht einfach her, wenn politische Eingriffe in das Marktgeschehen ausbleiben. Blickt man zurück in die Geschichte, so ist die freie Marktwirtschaft eine seltene und kurzlebige Abweichung vom normalen Lauf der Dinge. Die Norm sind regulierte Märkte; sie sind es, die in jeder Gesellschaft von selbst entstehen. Die freie Marktwirtschaft dagegen ist ein Geschöpf staatlicher Macht. Die zum Inventar der Neuen Rechten gehörende Vorstellung, freie Märkte und geringstmögliche Intervention der Regierung gehörten zusammen, stellt die Wahrheit auf den Kopf. ... Freie Märkte können nur durch die Machtmittel eines zentralisierten Staates geschaffen werden. Als dessen Schöpfungen sind freie Märkte nicht in der Lage, ohne starken Staat zu bestehen.



Chris

Kommentare:

  1. Unsere Rechtsliberalen sollten einfach mal Antimonopoly spielen, als immer nur an die Übertragbarkeit des einfacheren Originals in die Realität zu glauben. Der Monopolist zerstört den Wettbewerb, wuchert und geht dafür u.U. in den Knast wahrscheinlich aber nicht. Das ist die Realität der "freien Märkte", das ist Antimonopoly.

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  2. Das Problem ist, dass die Rechtsliberalen (wie du sie so schön nennst) zwar recht haben, dass sich Monopole und Oligopole irgendwann von selbst auflösen, allerdings kann dies Jahrzehnte dauern. Bis dahin kann eine Menge Schaden angerichtet werden. In der Verzweifelung des Verlustes kann es so weit gehen, dass die Politik gekauft wird und mit ihr die Verluste sozialisiert werden. Durch eine deutrliche Schwächung des Staates ändert sich daran gar nichts. Japan hat eine deutlich niedrigere Staatsquote als wir und übernimmt dennoch die Probleme von Tepco.

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