Freitag, 23. Juni 2017

Die Demokraten in den USA haben Probleme

SPON schreibt Donald Trump blamiert sich im Weißen Haus - trotzdem können US-Demokraten nicht punkten und liefert die Analyse gleich mit. Ein wesentlicher Punkt ist, dass Anti-Trump zu sein nicht ausreicht. Die Demokraten müssten auf die Bedürfnisse der Bevölkerung eingehen. Tun sie es nicht und verstricken sich weiter in ihrer kleinlichen Machtpolitik werden sie keinen Erfolg haben. Ein wesentlicher Punkt wurde allerdings vergessen. Aus deutscher Sicht sind die Republikaner böse. Vereinfacht gesprochen. Allerdings ist Republikaner nicht gleich Republikaner. Man kann die Grünen aus Stuttgart nur bedingt mit den Grünen in Kiel vergleichen. Einzelpersonen beider Parteien können moderat bis radikal sein. Sie können gute Ideen haben oder auch nicht. Nur auf den Präsidenten zu schauen ist absurd. Trump wird einen Effekt haben, aber wie groß dieser ist, ist schwer zu sagen.

Chris

Dienstag, 20. Juni 2017

Effizienz

Es gibt Dinge die kann ich nicht nachvollziehen. Eines davon ist die Annahme, dass Märkte immer effizient seien. Diese These wurde in den 1970er aufgestellt und ist vielfach widerlegt worden. Wenn die Effizienzhypothese nicht generalisierbar ist, wie kann man sie dann als Begründung immer und immer wieder heransziehen? Mit ihr werden Privatisierungen begründet, Eingriffe des Staates ins Tarifrecht verhindert (natürlich nur, wenn es den Arbeitnehmern nützt), usw. 
Jeder der die Begründung hört, der Markt ist halt effizienter als der Staat muss sofort laut schreien
In welchen Zeiträumen? Für wen? Basierend auf welchen Messgrößen?
Wenn diese Fragen beantwortet werden, könnte man im Nachhinein die Aussagen prüfen. Der typische medial vorkommende Ökonom macht eine solche Aussage nicht öffentlich. Dann wäre er widerlegbar. Stattdessen feiert er sich als kritischer Wissenschaftler und ignoriert die Basis der Wissenschaft, die Falsifizierbarkeit von Modellen. 
Selbst wenn man logisch herangeht kann man einfach zeigen, dass Märkte nicht effizient sein müssen. Nur wenn man allerlei absurde Annahmen trifft, kann es zufällig passen. Ein Beispiel aus der Realität verdeutlicht das. Wenn in Händler die ganze Woche 24/7 Produkte verkaufen kann, dann ist das für gut und er gewinnt beträchtlich an Einfluss und Gewinn. D.h. die anderen Händler müssen nachziehen. Am Ende wird aber nicht wirklich mehr gekauft. Das Angebot bleibt schließlich gleich. Schlimmer noch, die Preise steigen, bzw. die Löhne sinken, da die Läden immer offen sein müssen und mehr Personal benötigt wird. Am Ende verlieren alle, außer diejenigen die jederzeit einkaufen können wollen. Der Markt ist also effizient und wieder nicht, je nach gemessener Größe. Da ein Mangel an kritischem Denken in der Politik (zumindest nach Außen) vorherrscht, werden solche Dinge nicht im Ansatz durchdacht und diskutiert.

Zusatz
Die Markteffizienzhypothese bezieht sich auf eine Hypthese zur Preisbildung an Märkten.

Chris

Freitag, 16. Juni 2017

Die drei Stufen des neoliberalen Rentenirrsinns.

Es wird propagiert, dass die Rente (Beitragssatz zu hoch!!!) viel zu teuer sei. Wir müssten das Rentenniveau sinken lassen, damit wir überhaupt wirtschaftlich überleben.

Stufe II
Die Renten sinken und reichen nicht mehr zum Leben. Man schiebt das auf die geringe Leistungsfähigkeit der gesetzlichen Rente und propagiert, dass wir bitte privat vorsorgen sollen. Der resultierende Beitragssatz wird ignoriert und liegt natürlich deutlich höher als im worst-case Szenarion von Stufe I.

Stufe III
Es wird propagiert, dass alles so bleiben muss wie es ist. Warum wird mit allerlei Zahlen versucht zu argumentieren. Der Fakt, dass es sich letztenendes um eine Verteilungsfrage handelt wird nicht betrachtet. Man muss sich überlegen ob man verteilen will und wo man es herholt. Alles Beiwerk, das man präsentiert, lenkt von diesem simplen Fakt ab.
Natürlich kann man sich eine Rente leisten die deutlich höher ist als heute. Wir diskutieren aktuell ob wir mal eben 2% des BIP für Rüstung ausgeben wollen. Jedes Jahr gibt es 1-2% mehr Wirtschaftsleistung zu verteilen. Die Frage ist also wofür. 

Wenn man bei der Bewertung der Rentenkosten gesamtwirtschaftlich denkt, dann sind die INSM Vorstöße der komplette Irrsinn. In der neoliberalen Denke ist die gezahlte Rente einfach weg. Dort kommt scheinbar niemand auf die Idee, dass das Geld auch an Unternehmen fließt, welche diese Lobbyorganisation vertritt. Die Renten werden ausgeben. Sie stabilisieren die Nachfrage und halten den Wirtschaftskreislauf am Leben. Rentner fahren in Urlaub, sie kaufen Schnickschnack für ihre Enkel, usw. D.h. Renten kosten nicht nur, sie bringen auch Einkommen.
Wieder stellt sich also die Frage, wollen wir diese Nachfrage an diese Personen verteilen oder nicht. Eine Bewertung auf reiner Kostenbasis ist absurd. Man muss den Nutzen entgegenstellen. Klar ist, wenn man schon mit Kosten argumentiert, dann sollte der Privatversicherungsmarkt ebenfalls betrachtet werden. Er ist teuer, wird steuerlich subventioniert und im Zweifelsfall vom Staat gerettet. Alles simple Fakten. Dennoch fallen ständig Politiker darauf rein. Der Grund ist einfach. Es klingt gut, es ist einfach, und es ist bunt.

Chris

Mittwoch, 14. Juni 2017

Schon wieder terroristische Taten

Die Attentäter töteten 106 Zivilisten darunter 42 Kinder. Ich bin endlich auch überzeugt. Es muss ein Ende haben. Wir müssen die radikalen Fundamentalisten ausweisen oder ins Gefängnis bringen. Wir müssen sie überwachen und Fußfesseln an sie klemmen. Alles, um die Bevölkerung zu schützen.

Chris

Montag, 12. Juni 2017

Die Ausrede gleich mitgeliefert


Das Beschäftigungsplus könne viel höher ausfallen, wenn nur genügend Fachkräfte zur Verfügung stünden.

Vor allem ist amüsant, dass Unternehmen folgende Aussagen treffen.

Der Fachkräftemangel zementiert sich als Top-Risiko aus Sicht der Unternehmen - und zwar in allen Regionen und vielen Branchen" 

Allerdings steigt die Zahl der befristeten Verträge und die Löhne steigen auch nicht wirklich in diesem Hochrisikobereich. Man sollte doch vermuten, dass man die Leistungsträger halten möchte. 
Alles in allem ein Beitrag den man sich vermutlich sparen kann. Es wird nicht zu den 750.000 Arbeitsstellen kommen. Wenn doch werden sie schlecht bezahlt sein. Es geht im Grunde darum der aktuellen Bundesregierung eine tolle Wirtschaftspolitik durch die Lobbyverbände zu bescheinigen. 

Chris

Wortwahl und Widersprüche

Macron ist ein Mann der Mitte schreibt SPON.
 
jahrzehntelangen Herrschaft der Rechts- oder Linksbündnisse wird Frankreich zum ersten Mal von einer Mehrheit der Mitte regiert. (..)
 Der Präsident benötigt zur Durchsetzung seiner radikalen Agenda 
Mal abgesehen davon, dass SPON und viele andere deutsch Journalisten lieber auf die durchgeführte Politik als auf die Labels der Parteien schauen sollten. Was bedeutet diese Aussage? Was ist diese ominöse Mitte? Niemand beantwortet das. Da wir Deutschen aber alles besser wissen und sich hier alle Parteien an dieser Mitte orientieren, muss es was gutes sein.
Macron macht also Politik für die Mitte mit einer radikalen Agenda???
Wird diese Agenda dieser Mitte (angenommen es ist bezogen auf den Mittelstand) nützen, oder wie in Deutschland schaden? Man braucht kein Prophet zu sein, um die Antwort zu wissen. Wenn SPON schreibt es ist Politik der Mitte mit einer radikalen Agenda, dann hangeln sich die neoliberalen Dogmatiker von einem Höhepunkt zum Nächsten. Endlich, endlich, noch jemand der unser krankes Weltbild als real annimmt. Nein es ist nicht falsch, nur die Menschen müssen endlich anfangen zu funktionieren wie wir glauben das sie funktionieren...

Chris