Montag, 20. Februar 2017

Wahnsinn

Der friedliche Islam soll sich von Terror distanzieren...

Warum eigentlich? Ist Islam = Terror?

Man kann keine Managergehälter deckeln...

Warum eigentlich? Einen Mindestlohn gibt es doch auch.

Saudi Arabien wird von CIA dafür gelobt dem Weltfrieden und dem Kampf gegen den Terror zu dienen...

Krieg in Jemen und Förderung des islamischen Staats sind egal.

Und immer noch kein geschlossenes Guantanamo Bay.

Das ist der Wahnsinn unserer Welt. Unsere Politikeliten jammern, dass die Welt unsicherer geworden ist. Sie verkennen, dass sie Teil des Problems sind. Sie verkaufen uns Gewalt als notwendig und wundern sich, dass sie Gewalt ernten. Sie verkaufen uns Ungerechtigkeit als notwendig und wundern sich, wenn Menschen "Alternativen" wählen. 
Ich finde die aktuellen Entwicklungen nicht überraschend. Im Grunde spiegeln die Menschen ihre Eliten wider. Wer Hass, Vorurteile, Fremdenfeindlichkeit als normales eigenes Argumentationsmuster zulässt, darf sich nicht wundern, dass sich Menschen diese Methodik abschauen. Wenn die Menschen sehen, dass Mörder frei herumlaufen, weil sie Präsident oder Kanzler sind und irgendwas von Weltfrieden reden, dann braucht man sich nicht wundern, dass man sie nicht mehr Ernst nimmt.

Chris

Dienstag, 14. Februar 2017

Wie rede ich mir etwas schön

Die INSM macht im Moment eine Offensive, um die Liberalisierungen der letzten Jahre zu feiern. Aktuell ist es der Fernbus vs. Bahn. Nur ein paar Punkte als Kritik dieses undifferenzierten Geschwurbels. Warum ist der Bus billiger?
  1. Die Busunternehmen nutzen Infrastruktur ohne sie selbst zu bauen. Wenn sie Maut zahlen müssten wie LKW sähe die Welt anders aus.
  2. Fernbusse fahren nur auf renditeträchtigen Strecken.
  3. Fernbusse fahren nicht im Stundentakt.
  4. Fernbusse können niemals eine reale Konkurrenz zur Bahn sein, da sie die große Zahl von Personen nicht transportieren können.
  5. Fernbussunternehmen zahlen schlecht und befinden sich aktuell im massiven Preiskampf.
  6. Fernbusse sind in der Regel langsamer bei den Verbindungen großer Städte.
Fernbusse sind also mit der Bahn nicht zu vergleichen. Würden diese Unternehmen eine ähnlich Taktung wie die Bahn fahren, wären sie teurer, da sie nicht immer ausgelastet sind. Es gibt auch noch keine Gewerkschaften. Die werden hoffentlich kommen, sodass die Busfahrer vernünftig bezahlt werden. Warum Busse keine Maut zahlen ist ebenfalls nicht klar. Das alles muss also differenziert betrachtet werden. Ich halte die Fernbusse für einen großen Fehler. Sie steigern den Verkehr auf den Straßen, verschleißen die Straßen, sind Umweltverschmutzender als die Bahn und bringen keinen zusätzlichen Vorteil. Statt die Bahn vernünftig auszustatten und die Quasiprivatisierung zurückzuziehen, wird wieder einmal durch Pseudowettbewerb versucht irgendetwas zu regeln. Ideologie siegt vor Vernunft.

Chris

Mittwoch, 8. Februar 2017

Was ich nicht verstehe

In den letzten Wochen wird immer wieder über Trump geredet, wie schlimm er sei, usw. Was ich nicht verstehe ist, warum wird sich so entrüstet. War denn die US Außenpolitik bisher von Ausgleich und Fairness dominiert. Ich denke nicht. Immer noch wird Deutschland, obwohl ein Verbündeter, von der NSA abgehört. Der Irak Krieg, Syrien, Libyen, Jemen, Afghanistan sind scheinbar vergessen. Da wird die USA in den Gedanken der Menschen zur Friedensmacht und das wird jetzt zerstört? Ich verstehe das alles nicht. Trump ist ein Idiot. Seine Politik ist bestenfalls fragwürdig. Die Millionen Toten eines George W. Bush muss er aber erst einmal toppen.
Das Gleiche gilt für die Putin Argumentation. Wie kann man denn, zu Recht, Russland kritisieren, dass sie die Krim annektiert und gleichzeitig die Kriege der USA und deren massive Völkerrechtsverletzungen hinnehmen. Warum empören wir uns da nicht. Was übersehe ich da, oder leben wir wirklich in einer Welt in der Wir die Guten sind und Die die Schlechten? Ich will in einer Welt leben, wo die Allianzen egal sind und Menschen für ihren Taten verantwortlich gemacht werden. Bei Trump gibt es noch keine Taten und wir regen uns auf. Bei Obama gab es jede Menge Taten und die Angehörigen der Toten werden ihm nicht nachjammern wie wir es tun. Der Unterschied zwischen beiden Präsidenten ist in meinen Augen, dass Obama besser reden konnte. Es klang besser in den europäischen Ohren, weniger arrogant eben. Die Taten sprachen eine andere Sprache.

Chris

Dienstag, 24. Januar 2017

Da wundern sich die Lobbyisten

Ist der Neoliberalismus schuld an „The Donald“ und Konsorten? stellt sich die INSM als Frage. Die Antwort ist einfach, nein. Die Begründung für diese Ausage ist pseudoökomomisches Geschwafel. Die wesentlichen Gründe warum der "real existierendem Neoliberalismus" mit etwas schlechtem assoziiert wird. Liberalismus und Deregulierung wird nämlich als Wert an sich verstanden. 
Thatcher und Reagan entfesselten damit die Finanzmärkte. Das kann man ja als Verfechter der neoliberalen Ideologie gut finden. Wenn man dann aber ignoriert, dass die Crashrate massiv zunahm, dann versteht man natürlich nicht die Probleme, welche die Menschen mit dieser Politik haben.
Die INSM Verfechter schreiben dann auch solche Aussagen
 per se richtigen Reformen von Weltbank und IWF in Transformations-, Schwellen- und Entwicklungsländern.
Das tun sie, obwohl der IWF selbst mittlerweile seine Politik der Liberalisierung hinterfragt. Die zwei Beispiele verdeutlichen, was ich mit pseudoökonomischen Geschafel meine. Es werden die unangenehmen Dinge ausgeblendet, die Angenehmen werden hervorgehoben. Daher ist die Agenda auch etwas tolles. Und auch hier zeigt sich das eigentliche Problem in einem Kommentar

was an den Reformen von Schröder so erfolgreich war? Die Reformen der Agenda haben sich vor allem in der Umstrukturierung des Arbeitsmarktes sowie der Arbeitsvermittlung bewährt. Das Herzstück, die Zusammenlegung von Arbeits- und Sozialhilfe („Hartz IV“), hat sich beschäftigungspolitisch nach herrschender Meinung der Evaluationsforschung besonders gelohnt. Die strukturelle Arbeitslosigkeit sank allein durch diese Maßnahme – je nach Evaluationsverfahren – um bis zu 2,8 Prozentpunkte. Der Anreiz zu arbeiten stieg mit der einhergehenden Kürzung der Bezugsdauer von Arbeitslosengeld sprunghaft an. So beseitigte Hartz IV Fehlanreize – gerade für die arbeitsmarktpolitische Problemgruppe der Älteren. Im Ergebnis: Die Reformen waren eine Zumutung, aber eine, die sich gelohnt hat

Die INSM vertritt die Eliten aus Wirtschaft und Politik. Daher spiegelt sie in gewissen Maße das Weltbild aus diesen Köpfen wieder. Die Reformen sind gut, weil die herrschende Meinung es sagt. Nur ist Meinung eben keine empirische Basis. Jeder hat eine Meinung. Richtig ist, dass die Arbeitslosenzahlen zurückgegangen sind. Aber zu welchem Preis? Sind die Löhne vernünftig, oder die Arbeitsbedingungen? Das ist letztenendes der Kern des Problems. Ich reduziere Arbeitslosigkeit um der Arbeitslosigkeit willens. Dabei sollte Arbeit nicht Selbstzweck sein. 
Hinzu kommt die unglaublich verachtende Wortwahl. Da wird Kürzung der Bezugsdauer als Anreiz verkauft. Alte Menschen sind Problemgruppen. Das Fazit der INSM lautet dann natürlich, dass die Agenda 2010 ein Erfolg war und sich gelohnt hat. Aber auch hier schreibt sie nicht für wen es sich gelohnt hat.
Die Menschen die es betrifft sind enttäuscht und haben keine Hoffnung. Sie gehen unter in der Interpretation falscher Kennwerte. Ihre Sorgen werden weggemittelt und man versteht sie dadurch nicht. Diese Menschen müssten doch glücklich sein, weil die Wirtschaft wächst. Das tut sie aber eben bei diesen Menschen eben gerade nicht. Wer jeden Tag Angst haben muss in die Armut abzurutschen, oder eben Angst hat, dass seine Kinder abrutschen, der wird den Neoliberalismus eben zu Recht verteufeln.

Die Mainstream Ökonomen sind wie die aktuellen politischen Journalisten. Die Journalisten verteufeln Russland, ohne sich in die Lage des Landes zu versetzen. Sie verstehen nicht, dass die NATO Osterweiterungen als aggressiv wahrgenommen werden. Die Ökonomen schauen durch die Brille ihre falschen Modelle auf die Welt und wundern sich, dass Menschen sich nicht verhalten wie erwartet. Sie verstehen nicht, dass Menschen eben nicht sterben wollen, um das Modell blind zu befolgen. Sie sitzen eben weit weg und denken nicht mehr. Solange sie das tun und die Menschen in den verschiedenen Ländern nicht sprechen und verstehen, werden sie Trump nicht verstehen. Sie werden den Brexit nicht verstehen und auch nicht, dass Angela Merkel wieder Kanzlerin werden wird. Denn rational ist das alles nicht. Wären wir rationale Menschen würden wir auf neoliberale Ökonomen nicht hören und sie zum Teufel jagen.

Chris

Montag, 23. Januar 2017

Was unterscheidet Trump von anderen Politikern

Trump lügt
Das tun andere Politiker auch. Nur tut er es so offensichtlich, dass sich die Medien empören müssen. Indem er es offensichtlich tut, nimmt man den Medien den Enthüllungsjournalismus und die Empörung über die entdeckte Lüge. Merkel wusste auch nichts von Ramstein und was dort läuft. Schon klar.

Trump ist gefährlich
Warum eigentlich? Er geifert rum und tut agressiv. Ist das schlimmer als jemand der den Friedensnobelpreis bekommen hat und eine Drohnenprogramm ohne Ende nutzte? Oder ist es schlimmer als jemand der zwei Kriege vom Zaun brach; einen dabei auf Basis von einer offensichtlichen Lüge? Ob Trump gefährlich ist oder nicht, wird sich zeigen. Fairerweise muss man sagen, man weiß es nicht.

Trump handelt irrational
Das ist ebenfalls Blödsinn. Er handelt ebenso rational wie andere Politiker, nur eben mit anderen Mitteln. Mir kann niemand erzählen, dass jeder CSU Poltiker gerne zu dutzenden Weinfesten rennt. Er macht das, weil seine Wähler das implizit von ohm fordern. Trump nutzt Twitter. Das kann gut oder schlecht halten. Der wirkliche Unterschied ist die Reichweite. Diese bekommt er auch ohne die Medien.

Trump hat keine Inhalte
Eine solche Kritik aus den deutschen Medien finde ich besonders amüsant. Vieles was sie Trump zu Recht vorwerfen, können sie auch auf die deutsche Politik münzen. Wieviel substanziellen Inhalt verbreitet denn Angela Merkels "Wir schaffen das" oder Obamas "Change"? Die beiden Politiker passen ins Bild der Medien und sie gefallen ihnen. Also keine Kritik. Objektiver Journalismus hätte diese Floskeln ebenso kritisieren müssen, wie sie es jetzt bei Trump tun.

Fazit
Man kann dieses Spiel weiterspielen. Nur was bringt es? Trump passt nicht ganz ins Schema. Er will mit Russland kooperieren. Für uns Europäer, die zwischen diesen Machtblöcken stehen, eigentlich eine gute Sache. Er führt die Medien vor und spiegelt ihnen ihre Fehler. Auch das finde ich per se nicht schlecht. So wird die Arroganz im Besitzt der einzig richtigen Wahrheit zu sein, vielleicht etwas beschnitten. Journalisten sollten eben endlich aufhören über die Person Trump zu meckern. Sie sollten anfangen die Taten Trumps zu analysieren und wenn nötig zu kritisieren. Das gilt genauso für die AfD, CSU, CDU, SPD, Linke, Grüne,...
Lasst sie reden und prüft die Taten. Reden sind schnell vergessen. Gesetze hat man länger.

Chris

Freitag, 20. Januar 2017

Daran erkennt man das Schäuble zu alt ist

Wolfgang Schäuble: Wir haben eine bewegte Zeit, aber man darf nicht den Fehler machen, stets das Hier und Jetzt zu überschätzen. Ich kann mich noch lebhaft erinnern, wie 1956 der Volksaufstand in Ungarn niedergeschlagen wurde und die Sowjetunion gleichzeitig wegen der Suezkrise mit Atomangriffen auf Paris und London drohte. Auch während der Kubakrise 1962 musste man sich Sorgen um den Frieden machen, und und und. Jede Zeit hat ihre Probleme, auch die heutige.

Schäuble ist alt wie man sieht. Er erkennt nicht, dass das deutsche Modell viel mehr zu exportieren als zu importieren jetzt am Ende ist. Es ist weder ein nachhaltiges Modell, noch ein sinnvolles. Eine kurze Zeit konnte man sich aber wichtig fühlen. Jetzt hat man Angst, dass die USA die deutschen Importe mit Zöllen belegen. Die Briten drohen ebenfalls damit. Wenn dann ein Herr Schäuble den Euro Raum ein Sparprogramm abpresst, wird es eng mit den Exporten. Spannende Zeiten.

Chris

Freitag, 13. Januar 2017

Wenn Lobbyorganisation Klartext schreiben

Wie leicht man – trotz Liberalisierung – unliebsame Wettbewerber ausbooten kann, zeigte sich im Herbst 2007. Damals beschlossen die Postgewerkschaft ver.di und der Arbeitgeberverband Postdienste einen Tarifvertrag über einen Mindestlohn von 9,80 Euro in Westdeutschland und 8 Euro in Ostdeutschland. Solche Stundenlöhne konnten private Anbieter schlicht nicht bezahlen – und versuchten deshalb erst gar nicht, auf dem Briefmarkt tätig zu werden.

Wettbewerber konnten sich auf dem Markt nicht einbringen, weil ein Lohndumping nicht möglich war. Innovation reicht offensichtlich nicht aus. So sozial sieht also die Initiative neue soziale Marktwirtschaft aus. Ehrlicher kann man es eigentlich nicht verkaufen. Warum kann die Post denn die Löhne zahlen? Ach ja weil die Preise höher sind, sie bereits ein Vertriebsnetz betreiben, etc. Neue Teilnehmer am Markt können nur über geringere Preise hinzukommen. Das können sie über Innovationen in der Produktivität oder über Lohndumping machen. Scheinbar gibt es keine Innovationen mehr beim Postdienst.
 Nur stellt sich die Frage, warum sollte man diesen Markt überhaupt Liberalisieren? In der Summe werden nicht mehr Briefe verschickt werden. D.h. man wird wohl nicht mehr Menschen brauchen um sie zu verteilen. Man braucht auch nicht mehr Infrastruktur, denn die Briefe werden auch heute schon verteilt. 
Lässt man es zu, dann fahren mehr Fahrzeuge herum, es werden mehr Personen schlecht bezahlt, ohne das sich an der Leistung für den Kunden irgendetwas ändert. Sie wird vielleicht etwas billiger. Das Fazit lautet also, das was die INSM kritisiert, reduziert den Verkehr, schont die Umwelt und sorgt für ein Einkommen von dem Menschen halbwegs leben können. Das ist dann für diesen Lobbyverein unsozial, weil es den heiligen Regeln des Marktes widerspricht. Amen.

Chris