Dienstag, 7. August 2018

Wozu braucht man einen 1223 Kilometern pro Stunde schnellen Zug?

Um 11 Meilen zu überbrücken und die Fahrzeit während der Rushhour von einer Stunde auf 5 Minuten zu reduzieren. Grandiose Arbeit der Journalisten. San Jose liegt 11 Meilen von Cupertino entfernt. Dort will man jetzt einen Hyperloop bauen. Eine normale S-Bahn würde es auch tun. Aber das wäre weniger spektakulär. Nehmen wir mal die 1223 km/h als Spitzengeschwindigkeit als gegeben an (genau in der Mitte). Dann bräuchte man auf der Strecke eine Beschleunigung von 0.6 g. Damit könnte man wahrscheinlich schon an der Rückwand stehen.

Fazit
Schön die Werbebotschaft von Hyperloop abgeschrieben. Es gibt eine Lösung für das Stauproblem und das nennt sich öffentlicher Nahverkehr.

Chris

Montag, 30. Juli 2018

Es dauert 4 Kommentare

Wenn es um sicheres Radfahren geht, dann kommen schnell die Besserwisser auf den Plan. Langsam erkennt die Politik, dass man Radfahrer eigene Spuren geben muss, um sie und andere zu schützen. Nach 4 Kommentaren kommt im fünften die Aussage 
Radfahren wird auch ohne solchen teuren Firlefanz plötzlich ganz von alleine sicherer, wenn sich die Radfahrer endlich mal an die Verkehrsregeln halten. Kaum einer zeigt Abbiegevorhaben an. Es wird quer über alle Fahrstreifen gefahren, mit dem Queren bis zur Ampel warten kommt nicht in Frage. Und so weiter. Radfahrer gefährden sich selbst.
So oder so ähnlich schreiben es Menschen, die selten bis nie Fahrrad und meistens Auto fahren. Eine ähnliche Diskussion hatte ich an anderer Stelle. Dort wurde den Fahrradfahrern vorgeworfen eine Gefahr zu sein, weil ihr langsames Fahren zu gefährlichen Überholmanövern führe. 
Was sagt diese Aussage aber aus. Sie sagt aus, dass Fahrradfahrer durch den Autoverkehr und Fußgänger nicht gefährdet sein. Jeder der Notbremsungen durchführen muss, weil Passanten zwar schauen ob Autos kommen, aber es bei Fahrradwegen nicht so genau nehmen weiß wovon ich rede. Geschnitten werden beim Rechtabbiegen oder viel zu enges überholen sind im Repertoire von Autofahrern vorhanden. 
Es geht also sehr wohl eine Gefährdung von den anderen Verkehrsteilnehmern aus. Umgekehrt sorgt die Durchmischung zu Frust bei Passanten, weil Fahrradfahrer sich noch irgendwie durchmogeln und bei Autofahrer, weil sie hinter den Radfahrern bleiben müss(t)en.
Die Einführung von einer vernünftigen Radinfrastruktur führt zu mehr Radfahrern oder -fahrten. Wenn ich schnell von A nach B ohne Parkplatzsuche komme, ist das bei kürzeren Strecken attraktiv.  Jeder Autofahrer sollte sich viele Radfahrer wünschen, denn dann fahren weniger Autos. Kommentare wie der Obere helfen nicht weiter. Auf der Argumentation brauche ich keine Autobahnen, da Autofahrer sich selbst in die Quere kommen?! Bzw. ich bräuchte überhaupt keine Fahrbahn für Autos...

Chris

Donnerstag, 26. Juli 2018

Wie war das mit der Selbstverantwortung?

Diese Floskel wird immer wieder gebracht. Der Arbeitslose ist selbst Schuld an seiner Misere und hat diese dann bitte selbst auszubaden. Der Staat solle doch bitte möglichst wenig helfen und so weiter und so fort. Nur lebt das die FDP gar nicht...

Wer hätte das gedacht?

Chris

Donnerstag, 21. Juni 2018

Ein Propagandastück vom Feinsten

"Meinungsstark und unideologisch: Anti-Trump-Buch für eine gerechtere Welt" so betitelt die INSM eines ihrer Lobbybücher. Liest man den Text über das Buch, erkennt man schnell, dass diese Aussage so nicht stimmt. Freihandel ist per se gut. Wenn das keine Ideologie ist, dann weiß ich auch nicht. 
Es wird kritisiert, dass die Gegner des Freihandels nur wenige Menschen sind die sich organisieren. Das sei zutiefst undemokratisch. Es wird, ganz ideologisch, davon ausgegangen, dass alle  Nichtbeteiligten für  eine Freihandel wären. Weiterhin wird nicht darauf eingegangen, dass die Befürworter des Freihandels ebenfalls mit ihre Lobbyarbeit den demokratischen Prozess umgehen. Sponsoring von Staaten gibt es direkt oder indirekt genauso. 

Die Schwäche des Buchs wird in der Zusammenfassung also schon klar. Es soll um eine gerechtere Welt gehen. An keiner Stelle geht es um Gerechtigkeit. Es geht um Leistungsbilanzen, es geht um Schiedsgerichte (undemokratisch, aber das stört hier halt nicht) und um Ängste. Das Freihandel von Unternehmen ausgenutzt wird, um Steuern zu sparen, Löhne zu drücken und Arbeitnehmer effektiver auszubeuten, wird nicht erwähnt. Das Schiedsgerichte nichts mit freiem Handel zu tun hat, ist kein Thema. Das die Gegner sehr wohl Argumente haben, stört nicht. Lieber wird die Legitimation der Argumente geschwächt, weil man die Finanzierung aufgreift.

Das Buch wird also zutiefst ideologisch geprägt sein. Wenn Freihandelsabkommen, denn darum geht es und eben nicht um freien Handel, so toll sind, wo sind die Analysen. Wo wird gezeigt wieviel Gewinne erzielt worden sind, wieviel mehr Wohlstand generiert worden ist, usw. Es gibt diese Studien wahrscheinlich nicht, da sie vortrefflich schwierig durchzuführen sind. Daher bleibt es eben nur Glauben und Ideologie, dass Freihandel das Beste ist was man machen kann. Der einzige Vorteil eines freien Handels, den sogar ich sehe, wird nicht vorgebracht. Intensiver Handel reduziert die Gefahr von militärischen Konflikten.

Fazit
Ein Propagandastück vom Feinsten.

Chris

Freitag, 1. Juni 2018

Warum ich Ökonomen nicht Ernst nehmen kann

  1. Sie machen Prognosen bis ins Jahr 2080.
  2.  Sie behaupten die Zahl der Erwerbstätigen sinkt und man hätte da zukünftig mehr Bedarf. Gleichzeigtig steigen die Kosten für die Arbeitslosenversicherung (Abb 2. & Abb. 4)
  3. Das "Primär- und Finanzierungssaldo des gesamtstaatlichen Haushalt" 2000-2018 zeigt deutlich, dass der Haushalt durch die Konjunktur massiv beeinflusst wird. Danach wird er nur noch durch demographische Entwicklungen getrieben (Abb. 5). Das ist interessant, wenn man bedenkt, dass die demographische Entwicklung seit 200 Jahren sich in diese Richtung geht. Komischerweise hat es bisher funktioniert, trotz Leitungsausweitung.
  4. Hohe Fertilitätsraten kosten kein Geld (Abb. 6). Schule, Studium, Ausbildung fällt kostenlos vom Himmel.
  5. Die Erwerbslosenquote steigt zwingend (Abb. 7). Die Ausgaben des Staates werden also verbrannt?! Wer kriegt das Geld im Gesundheitssystem, dass so teuer werden soll? Wer kriegt denn die Renten die so teuer werden sollen?
Die darauffolgende Analyse braucht man sich nicht anzusehen. Sie geht von widersprüchlichen Analysen aus. Der Startpunkt ist schon falsch. Wenn alle Gelder die aktuell in privaten Rentenversicherungen fließen (staatlich) in die gesetzliche fließen würde, sähe das Bild anders aus. Auch die Belastungsanalyse ist nur realistisch, wenn man die privaten Renten mit hinein packt. Denn dann sieht man sehr schnell, dass die Deckelung der Rentenabgaben nicht das Ziel dieser als Wissenschaft getarnten, Privatrentenwerbung ist. Es geht darum die Leistungen zu senken, damit die Menschen privat vorsorgen und Bertelsmann daran verdient.

Chris

Mittwoch, 30. Mai 2018

Mimimi

"Das große Mimimi" ist ein Beitrag der so einleitet

Wir leben in einem der reichsten und sichersten Länder der Erde. Das ist 2018 keine Phrase, sondern ein Befund: Die Kriminalitätsrate ist so niedrig, der Haushaltsüberschuss so hoch wie nie lange nicht. Wenn man sich den Tonfall deutscher Debatten anhört, dann müsste man allerdings meinen, die Menschen im Land seien heftigen Zumutungen ausgesetzt.

So wahr diese Aussage ist, so falsch ist sie gleichzeitig. Global gesehen stimmt es, dass Deutschland reich ist. Nur ist die Armutsquote eben auch sehr hoch. Vom akademischen Prekariat hat der Autor ebenfalls nicht gehört. Unter 10% unbefristete Stellen an Universitäten stehen für Forscher zur Verfügung. Das zeigt, dass viele Menschen nicht nur meinen es sei eine Zumutung, es ist tatsächlich eine.
Einen zweiten Punkt den der Autor vollständig ignoriert ist die Medienwahrnehmung. Alles was er anprangert gibt es schon sehr lange. Jetzt wird es von seiner Zunft aufgeblasen, um Emotionen zu erzeugen und hierdurch die Leserzahlen zu erhöhen. Wer schrieb und berichtete vom Terror, wenn ein muslimischer Hintergrund bestand. Wer hat kein Problem damit, arme Menschen als Schmarotzer zu bezeichnen? Das sind die Medien, die sich jetzt wundern, dass Menschen auf sie reagieren.

Klar gibt es komische Auswüchse. Aber wesentliche Probleme die der Autor ausmacht sind in meinen Augen Reaktionen auf die wahrgenommene Realität der Menschen. Wenn ich täglich in der Zeitung lese die Löhne für gleiche Arbeit sind im Westen höher, dann finde ich mich nun einmal schlecht behandelt. Das die intellektuelle Elite das nicht versteht, liegt an ihrer Empathielosigkeit, welche sich an vielen Stellen wieder und wieder zeigt.

Chris

Donnerstag, 17. Mai 2018

14 Jahre

Wurden Schiedsgerichte nicht immer argumentativ eingeführt, weil die Prozesse im staatlichen System so lange dauern. 14 Jahren sind schon ziemlich lang.

Chris