Dienstag, 27. Juni 2017

Immer und immer wieder

Heute morgen habe ich es geschrieben und es dauert nur einige Stunden und es wird bestätigt. Unkritisch werden Aussagen aus dem weißen Haus einfach so übernommen. Vielleicht gab es einen Giftgasangriff, vielleicht nicht. Beweise gibt es nicht und Untersuchungen auch nicht. Trotzdem werden diese Nachrichten verbreitet. Bei den Lesern bleibt nur hängen, Assad = Giftgas = böse. Wie war das noch mit der Intention keine Fake News zuzulassen. Aber wenn es aus dem weißen Haus kommt muss es ja stimmen?! Die gleiche Journalisten die sich über die Unfähigkeit Trumps aufregen erblöden sich nicht eine solche Propagandameldung zu veröffentlichen.

Chris

Alle sind sich beim Giftgas sicher gewesen

Nun kommen doch Zweifel auf. Was ich den Mainstream Medien vorwerfe ist, dass sie zu unkritisch sind. Wenn sie die Menschen aufscheuchen, dann entstehen Kriege und es sterben Menschen. Hinterher sagen sie sinngemäß
"...basierend auf der damaligen Faktenlage...", "...uns ist wohl ein Fehler unterlaufen..." oder
"...".
Eben jene Medien die hinterher von NATO Lügen berichten, hängen an den Worten derer Pressesprecher. Anonyme Quellen aus dem Geheimdienst werden genutzt ohne sich zu fragen, ob vielleicht, nur vielleicht, eine Motivation hinter der Informationsbereitstellung steht. Vor allem, wenn die Quelle Anonym bleiben will und es sich um Skandale wie Mord, Terror und Giftgas handelt. Der schnelle Schuß die kurze Aufregung und Emotionen. Die kriegt man schnell transportiert. Wir sind dann wieder die Guten und das tote Kinder aufgrund dieser miesen Berichterstattung zu keinem Aufschrei führen ist egal. Wer hätte das wissen können.

Mehr und mehr wird einem bewußt, dass wir in die Vergangenheit, wo ganze Völker der Propaganda erlegen sind, nicht ganz so arrogant zurückschauen sollten. Unsere Propaganda wird bereitwillig von der freien Presse verteilt. Der Grund ist einfach. Man will dem König nahe sein. Macht strahlt ab. Macht ist Boulevard. So lesen sich auch viele Berichte. Inhalt ist unsexy und daher ist es besser Emotionen zu verbreiten und in Kauf zu nehmen das Menschen sterben, anstatt sachlich zu berichten.
Syrien ist dabei kein Einzelfall. Jeder Terroranschlag folgt diesem Schema.

Chris

Montag, 26. Juni 2017

Wahlkampf

Wie gewinnt man Wahlkämpfe? Das ist schwer zu beantworten. Sicher gewinnt man sie nicht indem man den Menschen vorrechnet, dass sie vielleicht 100 Euro pro Jahr mehr in der Tasche haben werden, wenn die Sonne scheint.

Man braucht Visionen und die sollten anecken. Der Vorteil ist, dass die anderen Parteien, wenn die Vision richtig gesetzt wird, nicht damit klar kommen. Die Grünen könnten einfach mal mit dem Wahlslogan

Abschaffung des Individualverkehrs 

in den Wahlkampf gehen. Alle würde sich aufregen. Die Arbeitsplätze, die Freiheit und, und, und...
Dann wäre man erst einmal im Fokus. Man rechnet die tausenden Toten jedes Jahr durch Unfälle vor, die Kosten für die Autobahnen, die Umweltverschmutzung (keine Autos, keine Stickoxide), der Lärm, Terroranschläge,..
Man könnte viele wirklich umweltinteressierte hinter sich bringen. Es wäre ein langfristiges Ziel, dass alternative Mobilitätskonzepte vorsieht. Autos sollten aus der Stadt verband werden. Fahrrad, öffentlicher Nahverkehr in einer guten Taktung und Laufen sollten zur Fortbewegung dienen. Die Autoindustrie würde leiden. Keine Frage. Allerdings sind die Ressourcen die wir aktuell ins Auto stecken nicht weg. Sie könnten in andere Bereiche gesteckt werden. 

Der Wahlkampfslogan klingt schräg und in Deutschland würde sich niemand trauen ihn auszurufen. Donald Trump wollte eine Mauer bauen und die Menschen wählten ihn. In Deutschland versprechen die Politiker die Einschränkung der Freiheitsrechte und werden gewählt (Entschuldigung, sie versprechen Sicherheit). 
Der wesentliche Punkt ist, dass alle Parteien sich über diese Forderung aufregen würden. Es würde jede Menge sinnlose Talkshows geben und Zeitungsbeiträge. Man wäre medial präsent. Faktisch alle würden dagegen arbeiten. Das solche Strategie funktionieren kann zeigt die AfD. Sie lebt davon, dagegen zu sein. Warum sollten die Linken, SPD oder Grünen nicht auch den Mut haben alternative Wege zu gehen. Jeder der morgens durch laute Städte fahren muss, würde es am Ende toll finden, wenn die Autos verschwinden würden. Es ist ein langer Weg, mit vielen Problemen. Aber irgendwann muss man ja anfangen.

Chris

Unternehmensverbände

Wenn Vorstände von Unternehmensverbänden sich um die Arbeitnehmer sorgen, dann sollte man vorsichtig sein. Das gilt umsomehr, wenn solche Vorstände bei Lobbyorganisationen schreiben. Vor allem, wenn mit zu niedrigen Löhnen argumentiert wird, gleichzeitig aber keinerlei bestreben besteht diese zu erhöhen.
Meine Erfahrung lehrt mich, dass wenn Unternehmensverbandsvertreter etwas feiern und fördern, dass meist nichts gutes bei rauskommt. Die Exportfokussierung der letzten 15 Jahre ist eines dieser Resultate. Die Verbände feiern, was ihre Unternehmen zerstört. Interessanterweise setzt die INSM mein Aufruf zu Vorsicht damit gleich, dass es nicht in mein Weltbild passt, dass Unternehmen etwas gutes tun. Daran glaube ich tatsächlich. Der Verband ist allerdings eine Ebene darüber. Dort geht es um Lobbyarbeit und um das vermeintliche Wohl der meisten Unternehmen des Verbandes. D.h. Umweltauflagen können gut sein (für einzelne Unternehmen), man würde sie verbandsseitig in vielen Fällen torpedieren. Lohnerhöhungungen und Mindestlohn sind ebenfalls positiv für viele Unternehmen, dennoch würden sich die Verbände dagegen positionieren. Das liegt einfach daran, dass Die Verbandsvertreter BWLer sind, die auf einmal volkswirtschaftlich denken und arbeiten sollen.

Chris

Freitag, 23. Juni 2017

Die Demokraten in den USA haben Probleme

SPON schreibt Donald Trump blamiert sich im Weißen Haus - trotzdem können US-Demokraten nicht punkten und liefert die Analyse gleich mit. Ein wesentlicher Punkt ist, dass Anti-Trump zu sein nicht ausreicht. Die Demokraten müssten auf die Bedürfnisse der Bevölkerung eingehen. Tun sie es nicht und verstricken sich weiter in ihrer kleinlichen Machtpolitik werden sie keinen Erfolg haben. Ein wesentlicher Punkt wurde allerdings vergessen. Aus deutscher Sicht sind die Republikaner böse. Vereinfacht gesprochen. Allerdings ist Republikaner nicht gleich Republikaner. Man kann die Grünen aus Stuttgart nur bedingt mit den Grünen in Kiel vergleichen. Einzelpersonen beider Parteien können moderat bis radikal sein. Sie können gute Ideen haben oder auch nicht. Nur auf den Präsidenten zu schauen ist absurd. Trump wird einen Effekt haben, aber wie groß dieser ist, ist schwer zu sagen.

Chris

Dienstag, 20. Juni 2017

Effizienz

Es gibt Dinge die kann ich nicht nachvollziehen. Eines davon ist die Annahme, dass Märkte immer effizient seien. Diese These wurde in den 1970er aufgestellt und ist vielfach widerlegt worden. Wenn die Effizienzhypothese nicht generalisierbar ist, wie kann man sie dann als Begründung immer und immer wieder heransziehen? Mit ihr werden Privatisierungen begründet, Eingriffe des Staates ins Tarifrecht verhindert (natürlich nur, wenn es den Arbeitnehmern nützt), usw. 
Jeder der die Begründung hört, der Markt ist halt effizienter als der Staat muss sofort laut schreien
In welchen Zeiträumen? Für wen? Basierend auf welchen Messgrößen?
Wenn diese Fragen beantwortet werden, könnte man im Nachhinein die Aussagen prüfen. Der typische medial vorkommende Ökonom macht eine solche Aussage nicht öffentlich. Dann wäre er widerlegbar. Stattdessen feiert er sich als kritischer Wissenschaftler und ignoriert die Basis der Wissenschaft, die Falsifizierbarkeit von Modellen. 
Selbst wenn man logisch herangeht kann man einfach zeigen, dass Märkte nicht effizient sein müssen. Nur wenn man allerlei absurde Annahmen trifft, kann es zufällig passen. Ein Beispiel aus der Realität verdeutlicht das. Wenn in Händler die ganze Woche 24/7 Produkte verkaufen kann, dann ist das für gut und er gewinnt beträchtlich an Einfluss und Gewinn. D.h. die anderen Händler müssen nachziehen. Am Ende wird aber nicht wirklich mehr gekauft. Das Angebot bleibt schließlich gleich. Schlimmer noch, die Preise steigen, bzw. die Löhne sinken, da die Läden immer offen sein müssen und mehr Personal benötigt wird. Am Ende verlieren alle, außer diejenigen die jederzeit einkaufen können wollen. Der Markt ist also effizient und wieder nicht, je nach gemessener Größe. Da ein Mangel an kritischem Denken in der Politik (zumindest nach Außen) vorherrscht, werden solche Dinge nicht im Ansatz durchdacht und diskutiert.

Zusatz
Die Markteffizienzhypothese bezieht sich auf eine Hypthese zur Preisbildung an Märkten.

Chris

Freitag, 16. Juni 2017

Die drei Stufen des neoliberalen Rentenirrsinns.

Es wird propagiert, dass die Rente (Beitragssatz zu hoch!!!) viel zu teuer sei. Wir müssten das Rentenniveau sinken lassen, damit wir überhaupt wirtschaftlich überleben.

Stufe II
Die Renten sinken und reichen nicht mehr zum Leben. Man schiebt das auf die geringe Leistungsfähigkeit der gesetzlichen Rente und propagiert, dass wir bitte privat vorsorgen sollen. Der resultierende Beitragssatz wird ignoriert und liegt natürlich deutlich höher als im worst-case Szenarion von Stufe I.

Stufe III
Es wird propagiert, dass alles so bleiben muss wie es ist. Warum wird mit allerlei Zahlen versucht zu argumentieren. Der Fakt, dass es sich letztenendes um eine Verteilungsfrage handelt wird nicht betrachtet. Man muss sich überlegen ob man verteilen will und wo man es herholt. Alles Beiwerk, das man präsentiert, lenkt von diesem simplen Fakt ab.
Natürlich kann man sich eine Rente leisten die deutlich höher ist als heute. Wir diskutieren aktuell ob wir mal eben 2% des BIP für Rüstung ausgeben wollen. Jedes Jahr gibt es 1-2% mehr Wirtschaftsleistung zu verteilen. Die Frage ist also wofür. 

Wenn man bei der Bewertung der Rentenkosten gesamtwirtschaftlich denkt, dann sind die INSM Vorstöße der komplette Irrsinn. In der neoliberalen Denke ist die gezahlte Rente einfach weg. Dort kommt scheinbar niemand auf die Idee, dass das Geld auch an Unternehmen fließt, welche diese Lobbyorganisation vertritt. Die Renten werden ausgeben. Sie stabilisieren die Nachfrage und halten den Wirtschaftskreislauf am Leben. Rentner fahren in Urlaub, sie kaufen Schnickschnack für ihre Enkel, usw. D.h. Renten kosten nicht nur, sie bringen auch Einkommen.
Wieder stellt sich also die Frage, wollen wir diese Nachfrage an diese Personen verteilen oder nicht. Eine Bewertung auf reiner Kostenbasis ist absurd. Man muss den Nutzen entgegenstellen. Klar ist, wenn man schon mit Kosten argumentiert, dann sollte der Privatversicherungsmarkt ebenfalls betrachtet werden. Er ist teuer, wird steuerlich subventioniert und im Zweifelsfall vom Staat gerettet. Alles simple Fakten. Dennoch fallen ständig Politiker darauf rein. Der Grund ist einfach. Es klingt gut, es ist einfach, und es ist bunt.

Chris