Montag, 14. August 2017

Haltet den Dieb

Wie verdeckt man seine eigene Unfähigkeit? Man gibt einfach jemandem anderen die Schuld. Nicht die europäische Politik und deren mangelhafte Bereitschaft flüchtende Menschen zu unterstützen und vor dem Ertrinken zu retten ist Schuld. NEIN. Es sind die freiwilligen Helfer. Sie werden kriminalisiert, damit die meisten Menschen in ihrer Wohlstandblase fernab von jeglichem Leid leben können. Es sind die Menschen die sich Kinofilme wie Elysium an und finden es zutiefst ungerecht, dass die Reichen auf einer Raumstation leben. Sie ignorieren dabei, dass wir die Reichen sind und auf eben jener Raumstation leben. Der Friedensnobelpreisträger EU hat Blut an den Händen. Wieviel mehr Belege braucht es, dass wir in einem menschenverachtenden von menschengemachten System leben? Aber der Kapitalismus und alle seine Auswüchse die wir jetzt erleben ist angeblich das Beste was es gibt. Wer glaubt eigentlich wirklich noch daran?
Die Frage bleibt bestehen. Wer würde seinen eigenen Kindern ein solches krankes Weltbild mitgeben? Niemand postuliere ich. Wer sich fragt, wie die Nazis Auschwitz betreiben konnten und sich niemand erhob, hat hier eine Antwort.

Chris

Freitag, 11. August 2017

Gruselanalyse

Hier ist ein tolles Beispiel zu meinen Gedanken zur ökonomischen Lehre. Alexander Horn sieht die Probleme. Seine Schlussfolgerung sind aber im kompletten Widerspruch zur Realität. Das liegt daran, dass er seine Behauptungen nicht im Ansatz mit dieser abklärt. Er behauptet die Schuld an der niedrige Investionsquote liegt an den staatlichen Krisenprogrammen 2007-2008. Diese waren Konjunkturgetrieben und haben das schlimmste verhindert. Für ihn sind sie ursächlich. Nur sieht man in dieser Abbildung, dass der große Investitionsknick schon vorher passiert ist. Die Agenda Reform lässt grüßen. D.h. seine Aussage ist falsch. Auch sonst macht er es sich sehr einfach. Staat und Unternehmen hängen in seinem Weltbild halt nicht zusammen. Es sind zwei unabhängige Entitäten, die einander nur einseitig beeinflussen. Der Staat macht die bösen Gesetze und die Unternehmen leiden. Das die Unternehmen den Staat beeinflussen, Steuern zahlen, der Staat Aufträge vergibt, usw. Das wird komplett ausgeblendet. Das Unternehmen nur investieren, wenn die Kosten zu hoch sind und die Chance besteht irgendwann in naher Zukunft mehr zu verkaufen, dass stört nur. Nein die Nachfrage den Staates an Produkten der Unternehmen ist Schuld daran, dass diese Unternehmen leiden. Darauf muss man erst einmal kommen. Wer die Produkte kaufen soll wird nicht beantwortet. Das sich die Löhne in Deutschland schwach entwickelt haben in den letzten 15 Jahren ist egal. Das Deutschland ohne Produktivitätssteigerung massive Exportüberschüsse erreicht (Wozu also risikovoll investieren) ist egal. All diese Dinge werden ignoriert, weil ein magische Hand die Adam Smith nie so gedacht hatte wie sie heute missbraucht wird, alles regeln wird. Tut sie es nicht muss alleinig der Staat Schuld sein. Sonst müsste man ja seine Modelle und Analysen hinterfragen. Wer will das schon?

Chris

Homöopathieaussteigerin

Ein sehr schönes Interview mit der Homöopathieaussteigerin Natalie Grams. Ihre letzten Punkte sind besonders interessant. Homöopathen werfen der Pharmaindustrie vor, die Homöopathie zerstören zu wollen, damit sie mehr Geld verdienen. Ebene jene Pharmaindustrie verdient aber mit der Homöpathie soviel Geld, dass sie niemals ein Interesse daran hätte Aufklärung zu betreiben.

Ein weiterer Punkt ist, dass Homöpathie und andere pseudomedizinischen Methoden oft zu Impfgegnerschaft führen. Gerade die vermeintlich gebildeten Personen in unserer Gesellschaft wissen nicht mehr, wie schrecklich die geimpften Krankheiten sind. Daher ist Aufklärung enorm wichtig.

Die Kritik an der Homöopathie ist im Übrigen keine Meinung. Sie ist berechtigt. Es ist ja auch keine Meinung, dass ein Mensch auf der Erde ohne technische Hilfsmittel nicht fliegen kann. Auf Homöopathisch übersetzt würde die Antwort darauf lauten, wir haben noch nicht genug angepasste Experimente durchgeführt, die unsere Meinung bestätigen.

Chris

Mittwoch, 9. August 2017

Fahrräder gegen Smog

Autos machen den Dreck und Fahrradfahrer sollen ihn wieder weg machen. Wie absurd ist das bitte. Einfacher wäre es doch, Autos zu verbieten und gleich alle auf Fahrräder zu setzen. Der erhöhte Lufwiderstand dank dieses tollen Filters ist ja egal. Vor allem stellt sich mir die Frage nach der Motivation. Warum soll ich mich mehr anstrengen, wenn offensichtlich die Politik versagt? Das ganze wir dann noch als Heilsversprechen verkauft.

Chris

Gedanken zur ökonomischen Lehre

Ein Kommentar zur Empfehlung hier.
Das erschreckende an der dargestellten Analyse ist, dass die grundlegenden ökonomischen Modelle wesentliche Effekte ausblenden. Die Ökonomen gehen dabei in der Lehre einen ähnlichen Weg wie die Physiker oder Ingenieure. Dort werden am Anfang einfache Modelle gelehrt. Der Unterschied ist, dass sich diese Modelle in den komplexen Modellen wiederfinden. Sie stellen eine gute Basis dar, auf der man tiefer in bestimmte Bereiche einsteigen kann.
In der Ökonomie passt das nicht so ganz. Wenn meine Annahme ist, dass es kein Geld gibt, dass Machteinflüsse nicht existieren, dass Institutionen nicht existieren, usw. dann entwickelt sich ein Denken, welches die Welt nicht richtig darstellt. Das Problem ist, dass sich die Studenten später im Studium nicht zwangsläufig komplexere Modellierungsmethoden anschauen. D.h. es bleibt bei einfachen und offensichtlich falschen Modellen. Dass diese Aussage nicht absurd ist, kann jeder begreifen, der die Nachrichten ließt. Es wird in der Regel im Modell der Neoklassik argumentiert. Dabei entstehen ständig Widersprüche. Beispiele hierzu sind in der Eurokrise deutlich zu erkennen. Deutschland spielt seine Macht aus, um Griechenland zu einem Reformkurs zu zwingen. Gleichzeitig hält es sich nicht an die Regeln. Fügt man die Machtkomponente ein, ist dies sehr einfach zu erklären. Für die Neoklassiker nicht. Dort liegt es dann an der Qualität der deutschen Produkte und dem Markt der es belohnt.
Der Dieselskandal ist ein nächster Punkt. Die Verflechtung zwischen Industrie und Politik ist institutionalisiert. Die Abhängigkeit von Arbeitsplätzen und der Fakt, dass man hundertausende davon nicht auf magische Weise ohne Zeitverzögerung ersetzen kann, ist ebenfalls offensichtlich. Diese Offensichtlichkeit existiert nicht in den Köpfen der Ökonomen. Dort wird argumentiert, dass der Markteingriff dazu führte. Das ist absurd, da jegliche Interaktion innerhalb eines Marktes ein Eingriff darstellt.
Geld ist auch ein gutes Beispiel. Es wird ignoriert, dass Geld aus dem Nichts geschöpft wird. Das macht die EZB. Das Buchgeld der privaten Banken, welches wir de facto als Zahlungsmittel verwendet wird. wird von privaten Banken geschöpft. Der EZB vorzuwerfen, sie sei daran Schuld das die Zinsen niedrig sind, ist daher absurd. Die Banken brauchen einfach wenig Zentralbankgeld als Einlage, um Kredite zu vergeben, weil sie keine Kredite vergeben können. Das alles liegt auf der Hand, wenn man das Währungssystem berücksichtigt. Tut man es nicht und bleibt bei der Neoklassik, muss es der böse Staat sein, welcher durch den Markteingriff die Zinsen senkt.

Die drei Beispiele verdeutlichen, dass die Denkweise sehr vereinfacht ist. Meine Analyse ist es auch, fügt aber zusätzliche Komponenten hinzu. welche nicht gelehrt werden. 

Chris

Montag, 7. August 2017

Belastungsgedanken

Wer kennt sie nicht die Argumentation von Ökonomen die ungefähr so lauten. Die ärmere Bevölkerung sollte sich nicht über die zu niedrige Rente und/oder Löhne aufregen. Schließlich können sie sich real wesentlich mehr leisten als jemand aus den 60er oder 70er Jahren. Damals musste man für einen Fernseher x Stunden arbeiten. Heute ist es weniger.
Die Aussage ist im Grunde richtig. Interessanterweise wird diese Logik bei den oberen Einkommen nicht angewandt. Dort zählt nur die prozentuale Belastung durch Steuern und Abgaben. Genausogut könnte man diese Rechnung für reichsten der Reichen aufmachen. Man könnte dort genausogut vorrechnen, dass prozentual die Belastung höher sei, real die Einkommen und Vermögen, durch eine stärkeres Wirtschaftswachstum, mehr steigen.
Dieses Argument wird aber nicht vorgebracht. Dabei würde es linker Politik helfen die Besserverdiener auf ihre Seite zu ziehen. Wenn ein Arzt 10000 Euro verdient und aktuell 50% Abgaben zahlen muss, dann hat er 5000 Euro übrig. Die FDP Lösung ist, die Abgaben auf 40% zu senken. Dann sind es 6000 Euro. Wenn linke Politik zwar mehr Abgaben, aber eine bessere Verteilung der Einkommen vertritt, dann kann es bei diesem reinen Rechenbeispiel dazu kommen, dass der Arzt 20000 Euro verdient und dafür 60% zahlt. Dann hat er real mehr, bei höherer Belastung.

Diese Möglichkeit wird von wirtschaftsliberalen Politikern nicht im Ansatz in Betracht gezogen. Linke Politiker stellen es auch nicht so dar. In meinen Augen würde es in vielen Fällen aber ganu dazu kommen. Der Arzt würde besser bezahlt werden und/oder hätte weniger Stress da mehr Personal vorhanden ist. Der Unternehmer zahlt mehr Steuern, dafür arbeitet die Bürokratie schneller, da die Personalausstattung wieder auf ein vernünftiges Maß erhöht werden kann. D.h. er verdient automatisch mehr. Das sind nur Beispiele. Aber sie sollen verdeutlichen, dass eine prozentuale Belastung nichts über Einkommenszuwächse in solch komplexen Strukturen aussagt. Ich habe immer das Gefühl, dass wirtschaftsliberale Eliten nicht besonders clever sind. Sie kommen immer genau bis zur ersten Ebene. Folgeebenen und Folgeinteraktionen blenden sie aus. Das ist auch einfacher. 

Chris