Freitag, 12. Oktober 2018

Das sind interessante Leserbriefe

Die nachdenkseiten haben einen Beitrag über die Dieselhysterie geschrieben und nun Leserbriefe publiziert. Interessant an den Briefen ist, dass sie das Mindset der Deutschen widerspiegeln. Wir wurden betrogen und der Individualverkehr ist nicht das Problem. Da liegen so ziemlich alle falsch. Eine Halbierung der Streckenkilometer ist eben auch eine Halbierung der Emissionen. Wahrscheinlich sogar noch mehr, da Staus vermieden werden. Die Argumente, dass der ÖPNV so schlecht sei, sind kein Argument für den Individualverkehr, sondern für eine deutliche Verbesserung des ÖPNV. Niemand schlägt das vor. Warum eigentlich nicht. Die Argumente mit den ländlichen Regionen finde ich auch absurd. Park and Ride Konzepte würden funktionieren und sogar deutlich Zeit sparen, wenn man sie gut umsetzt. Auf diese Ideen kommt komischerweise niemand.
Ich persönlich finde das merkwürdig. Denn die Emmissionsmenge kann man nur durch eine Grenze bei den Absolutwerten senken und nicht bei den Relativwerten wie es heute der Fall ist. Wenn ein vermeintlich schmutziger Diesel wenig fährt, dann ist er immer noch sauberer als ein Auto neuester Generation das viel fährt. So simpel wie dieser Zusammenhang ist, so wenig exisistiert er in Diskussionen.
Anstatt also auf der Ist Situation zu diskutieren, sollte man schauen wo man hin will. Da ist der Individualverkehr etwas, was eingeschränkt gehört. Gerade in Städten sorgt er für Lärm, Staub und Abgase die nicht notwendig wären. 

Chris

Donnerstag, 4. Oktober 2018

Den Fehler den wir alle machen

Im wichtigen Beitrag von Monitor über die Flüchtlingssituation in der Türkei und in Libyen ist mir aufgefallen, dass wir alle dazu neigen einen Fehler zu begehen. Wir schieben die Entscheidungen auf die Bundesregierung oder die EU. Das ist aber nicht richtig. Es sind nicht die Institutionen die diese Entscheidungen treffen. Es sind Personen innerhalb dieser Institutionen. Wenn wir diese Personen bestimmen, dann können wir sie mit den Ergebnissen ihrer Entscheidungen konfrontieren. Wir können einen Herrn Seehofer in die Flüchtlingslager schicken. Wir können die Rassisten der AfD einfach mal in ein Schlauchboot im Mittelmeer aussetzen. Wenn sie dann in der Nähe eines Begleitschiffes immer noch glauben, dass machen Menschen aus Spaß und um uns mutwillig zu Schaden ist ihnen nicht mehr zu helfen. Jeder mit ein wenig Empathie würde zumindest anfangen nachzudenken. Indem wir auf Institutionen schimpfen, ändert sich nichts. Es sind starre Regelwerke die von Menschen gestaltet worden sind, um sich dahinter auch verstecken zu können. Das gelingt aktuell sehr gut. Da werden Regeln zitiert, wenn es darum geht Menschen an der humanitären Hilfe zu hindern. Gleichzeitig werden Regeln verletzt oder ignoriert, wenn es der eigenen Agenda dient. Solche Zustände kann man nur durch eine Personalisierung der Entscheidungen aufbrechen. Dann kann man hohe Beamte, Politiker und Abgeordnete direkt ansprechen, ihnen direkt die Ergebnisse ihres Handels vor Augen führenund ggf. direkt vor Ort bringen. Ein kleiner Geschmack der Realität bietet die Möglichkeit der positiven Änderung.

Chris

Freitag, 28. September 2018

Realität und Selbstdarstellung

Soviel zu der Innovationskraft von Tesla. Den deutschen Autoherstellern wurde immer vorgeworfen, dass sie im Elektrobereich hinterherhinken. Das mag stimmen, oder auch nicht. Immerhin hatten sie erkannt, dass man kein Geld machen kann, bzw. die Margen zu gering sind. Tesla wurde als strahlendes Beispiel vorgebracht, hatte bisher nie Gewinne gemacht und jetzt warnt sogar die Börsenaufsicht. Soviel dazu.

Chris

Freitag, 31. August 2018

Wir reden über Rassisten in Chemnitz?!

Klar ist das schlimm. Klar muss uns das sorgen machen, wenn Menschen so agieren. Was erwarten wir eigentlich? Im Gegensatz zu vielen Eltern denke ich, dass wir Kinder durch Vorbild erziehen. Indem wir höflich sind, andere Menschen gut behandeln, nicht vor dem Smartphone hängen, zeigen wir Kindern wie sie sich verhalten sollen. Sie lernen durch Nachmachen.
In einer Gesellschaft ist das in meinen Augen ähnlich. Wir regen uns darüber auf, dass dort Menschen ausrasten. Wer regt sich darüber auf, dass Horst Seehofer humanitäre Hilfe in Form von Seenotrettung kriminalisiert? Wer regt sich darüber auf, dass wir mit dem Finger nach Italien und Malta zeigen (ihr nehmt keine Flüchtlinge auf), diese Länder aber allein lassen? Wer regt sich darüber auf, dass Kinder an der US Grenze von ihren Eltern weggenommen werden und Kleinkinder vor ein Einwanderungsgericht gestellt werden? Wer regt sich auf, dass ein Säugling und ein Rollstuhlfahrer an der Grenze zu Gaza erschossen wurden? 
Wer regt sich über diese Form von Rassismus auf? Niemand. Es werden Lager in Libyen aufgebaut wo gefoltert wird. Alles im Namen des Humanismus. Das ist in Ordnung. Wenn marodierende Personen durch Sachsen rennen und Ausländer jagen, dann sind wir erschrocken? Warum? Auf eine tumbe Art und Weise verhalten sich diese Nazis wie ihre Vorbilder. Sie behandeln Menschen schlecht, weil sie nicht weiß sind. In gewisser zynischer Art und Weise sind diese Menschen ehrlicher. Sie verstecken sich nicht hinter Floskeln und Institutionen. 
Die Frage ist, was unsere Eliten eigentlich erwartet haben. Wer jahrzehntelang eine menschenverachtende technokratische Politik nach außen und auch innen fährt, braucht sich nicht wundern, dass diese marktkonforme Politik Früchte trägt. Sie sollten es als Erfolg feiern. Nicht sie, die Eliten, sind es die gejagt werden, sondern diejenigen die sie ebenfalls menschenverachtend behandelt haben. Gratulation dazu. Und jetzt wieder jammern...

Chris

Freitag, 24. August 2018

Um den Leistungsbilanzüberschuss zu reduzieren

Dazu soll Deutschland laut Clemens Fuest mehr investieren und dann Mittel verwenden, die anderen Ländern von den gleichen Ökonomen empfohlen werden, um wettbewerbsfähiger zu werden.

Um den Leistungsbilanzüberschuss zu reduzieren, sollte Deutschland dem IWF zufolge mehr in die öffentliche Infrastruktur und in Bildung investieren und zudem auch deregulieren. In Deutschland seien die Verfahren für die Vergabe von öffentlichen Aufträgen und das Planungsrecht zu komplex, kritisierte unlängst der Chef von Felbermayr, der Präsident des Ifo-Instituts Clemens Fuest, in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Er sprach sich für einen Abbau von Hemmnissen durch eine Unternehmenssteuerreform aus. Vor allem den Verlustausgleich hält er für zu streng.

Wie man über Steuersenkungen eine Senkung des Außenhandelsüberschusses generiert, weiß nur ein neoliberaler Ökonom. Warum eine Derregulierung dazu führen soll, ist auch nicht wirklich klar. Die Kaufkraft ist zu gering. D.h. wir importieren zu wenig. Gleichzeitig sind die Lohnstückkosten zu niedrig, d.h. die Kosten (im wesentlichen die Lohnkosten) sind zu niedrig. Das man einfach die Löhne im öffentlichen Dienst um 10% anheben könnte, um das Problem zu reduzieren, ist keine Option. Dabei wäre das einfach möglich. 

Chris

Dienstag, 21. August 2018

Liebe Mainstreamökonomen

Warum blüht der Osten Deutschlands nicht? Die Löhne sind niedriger als im Westen und die Menschen arbeiten auch noch länger. Das sind alles Mindestanforderungen an jegliche Reform die ihr vorschlagt. Dennoch ist das Wachstum nicht wesentlich anders und die Lebensstandards niedriger. Warum geht irgendein Unternehmen nach Hamburg, wenn Sachsen-Anhalt so billig ist?

Die Antwort ist für jeden klar denkenden Menschen ziemlich einfach. Für Neoklassiker ist es nicht zu erklären.

Chris

Dienstag, 7. August 2018

Wozu braucht man einen 1223 Kilometern pro Stunde schnellen Zug?

Um 11 Meilen zu überbrücken und die Fahrzeit während der Rushhour von einer Stunde auf 5 Minuten zu reduzieren. Grandiose Arbeit der Journalisten. San Jose liegt 11 Meilen von Cupertino entfernt. Dort will man jetzt einen Hyperloop bauen. Eine normale S-Bahn würde es auch tun. Aber das wäre weniger spektakulär. Nehmen wir mal die 1223 km/h als Spitzengeschwindigkeit als gegeben an (genau in der Mitte). Dann bräuchte man auf der Strecke eine Beschleunigung von 0.6 g. Damit könnte man wahrscheinlich schon an der Rückwand stehen.

Fazit
Schön die Werbebotschaft von Hyperloop abgeschrieben. Es gibt eine Lösung für das Stauproblem und das nennt sich öffentlicher Nahverkehr.

Chris