Mittwoch, 18. Oktober 2017

Aus der Kommentarspalte

Huch, was ist da passiert. Die INSM muss einräumen, dass die Rente im Prinzip finanzierbar ist. Es ist eben nur eine Verteilungsdiskussion. 


Der Punkt der in der Rentendiskussion (in anderen Diskussionen über Finanzierbarkeit im Übrigen auch) immer falsch gemacht wird ist, zu behaupten etwas wäre nicht bezahlbar, weil es zu viele alte Menschen geben wird. 
Die Frage müsste immer lauten "Könnten wir es uns leisten?", um danach die Frage zu stellen "Wollen wir es uns leisten?". Stellt man die Frage bei der Rente oder dem Gesundheitssystem, dann ergibt sich als Antwort, dass wir  es uns leisten können. Die Diskussion verschiebt sich also zum Wollen und steht daher auf einer anderen Basis.
Die Kosten mögen dann hoch sein. Allerdings ist auch die Kostendiskussion real betrachtet absurd. Als Gesellschaft leisten wir uns über eine Millionen Millionäre und Milliardäre. Diese beziehen über Zinsen, Mieten und andere Formen von Kapitalerträge, Einkünfte die durch die Gesellschaft erwirtschaftet werden. Das ist für uns alle auch relativ teuer, wird aber selten thematisiert oder diskutiert.

Chris

Freitag, 13. Oktober 2017

Wer hätte das ahnen können?


Jahrelang wird Personal im öffentlichen Dienst abgebaut und dann jammert man, dass man keine Personal mehr hat, welches die Arbeiten durchführt. Die Forderung nach Personalreduktion kam auch von Wirtschaftsinsituten, da sie meinten der Staat sei ineffizient. Jetzt kommen eben jene Insitute und werfen dem Staat vor sein Personal abgebaut zu haben. Schon dumm, wenn man Konsquenzen nicht bedenkt.
War ja nicht abzusehen, dass man Personal für die Bearbeitung von Projekten braucht. Hauptsache die schwarze Null steht und wir belasten nicht die nächste Generation....

Es ist für mich erstaunlich wie sich die Wirtschaftsforscher hinstellen können, ohne ihre Aussagen und Foderungen der letzten Jahre überhaupt noch in Betracht ziehen zu können. Es scheint für sie nur das Jetzt zu geben und keine Geschichte die dahinter steht. Es sollte die schwarze Null geben. Es sollten dafür unbedingt Konsumausgaben des Staates wie Personal abgebaut werden. Es sollte unbedingt auf Landesbene eine Schuldenbremse installiert werden. Das alles wollte man so. Die Jammerei ist also scheinheilig. Jeder der bis drei zählen kann, hätte das vorhersehen können. Dazu braucht man keine komplizierten Modelle, sondern nur gesunden Menschenverstand.

Chris

Dienstag, 10. Oktober 2017

Verkehrsprobleme

Wie kann man das täglich Verkehrschaos in den Städten verringern? Man muss Autofahren unattraktiv machen und Alternativen attraktiv. Was passiert ist meist das genaue Gegenteil. So werden beispielsweise Parkplätze an Straßenrändern nicht zugunsten einer Busspur oder breiterer Fahrradwege rückgebaut. Die Fahrradwege sind fast immer zu schmal oder werden gleich auf die Straße gelegt. Auch wenn viele behaupten, man sähe die Fahrradfahrer besser, sind solche Radwege häufig sehr unangenehm zu befahren. Man wird viel zu dicht überholt oder von Autos kurz vor Kreuzzungen geschnitten. 
Mehrspurige Straßen werden nicht rückgebaut. Ein Problem wäre das nicht. Wieso nicht die Zweitspur für eine Bus- und Radspur nutzen? Für Autofahrer, so wird es gemeinhin behauptet, wäre das eine Einschränkung der Freiheit schnell ans Ziel zu kommen. Alle anderen bleiben auf der Strecke. Die Optimierung der Ampelsysteme auf Fußgänger, Busse und Fahrradfahrer wäre auch hilfreich. Langes stehen demotiviert. Klar stehen Autos dann länger rum. Aber dort sitzt man im warmen.
Wer jetzt sagt, dass alles sei unrealistisch und das ginge nicht, sollte mal nach Eindhoven fahren. Dort fahren Elektrobusse auf Mittelspuren. Die Ampel schalten für den Bus auf grün. Die Fahrradwege sind breit und die Straßen auf weniger Spuren für die Autos zurückgebaut. Machbar ist das. Man muss es nur wollen. In Deutschland passiert das nicht. Da werden Fahrradstraßen bei denen man nebeneinander fahren darf eingeführt. Trotzdem wird man weggehupt wenn man es tut. Es werden Radstädte ausgerufen und die Fahrradwege als letztes im Winter geräumt. Es werden Millionen in Straßensanierungen gesteckt, aber die Radwege sind schlecht. Dienstwagen werden subventioniert (je größer desto mehr), aber ein kostenlosen Nahverkehr gibt es nicht.
Wer die Umwelt schonen, die Verschmutzung, den Lärm und Verkehr reduzieren will, muss Autos aus den Städten verbannen. Das klingt drastisch. Vielleicht ist es das. Es war und ist ab den 60ern bis heute drastisch mitten durch Städte Autobahnen zu bauen. Darüber beschwert sich kaum jemand.

Chris 

Freitag, 6. Oktober 2017

Eine dumme Frage - Warum sind Wirtschaftsbosse oft Nachzügler bei Trends?

Diese Frage ist dumm, weil sie auf der Hand liegt. Jeder der sie stellt, versteht unser Wirtschaftssystem nicht im Ansatz. Sie glauben es zu verstehen und glauben, dass unser Wirtschaftssytem Innovation zum Ziel hat. Das ist aber komplett falsch. Unser Wirtschaftssystem hat Profit zum Ziel. Nichts weiter. Wenn Innovation zur Erreichung von Profiten hilfreich sind, dann werden sie getätigt. Wenn Investitionen hilfreich sind ebenso. Beides birgt ein Risiko und wird daher von den Wirtschaftsbossen gescheut. Es ist eben billiger ein paar Lobbyisten nach Berlin zu schicken und Umweltauflagen zu verwässern, anstatt etwas für die Umwelt zu tun.

Besonders dumm an dem Artikel ist zusätzlich, dass Elon Musk als der tolle Elektrofahrzeugproduzent dargestellt wird. Tesla macht faktisch keine Gewinne. Nur weil alle diese Sportwagen toll finden, heißt es nicht, dass die Produktion im Sinne einer kapitalistischen Verwertungslogik sinnvoll ist. Ein Wirtschaftsboss, der in ein Produkt investiert, welches sogar im höheren Preissegment Verluste macht, ist ein schlechter Wirtschaftsboss. Viele die das gemacht haben wurden müde belächelt. Musk kann sich gut verkaufen. Innovativ wäre er, wenn er Profite einfahren würde. Tut er aber nicht. Man muss also nicht jedem Trend blind nachlaufen und kann mal abwarten wie sich die Technik weiter entwickelt. Entwicklungen gibt es, nur eben keine Produkte.

Chris

Montag, 2. Oktober 2017

Ideologien zur Rente

Wenn man keine Ahnung hat sollte man schweigen. Vor allem dann, wenn man halbgare Sachen verbreitet. Einen Vorwurf kann man der Autorin eigentlich nicht machen. Schließlich argumentieren viele Ökonomen auf ähnlich niedrigem Niveau. Wir sollen doch bitte den Generationenvertrag aufkündigen und Geld in einen Staatsfond schieben. Die Rendite des Fonds bezahlt dann die Rente. Wenn man den Generationenvertrag aufkündigt, dann zahlen die Jungen keine Rentenbeiträge. Aber die Rendite wäre dann dieser Beitrag. Diese Rendite muss erwirtschaftet werden. D.h. die Kosten für die nächste Generation ist im besten Fall gleich hoch. 
Nehmen wir mal an, ein Fond wäre eine Möglichkeit. Dann müssten Billionen Euro investiert werden. Wohin? Keine Antwort. Das scheint auf magische Weise zu geschehen. Geld arbeitet nicht. Daher ist der Beitrag, der die Sorgen der jungen Journalistengeneration darzustellen scheint auch so besorgniserregend. Keine Recherche, keine Argumente, nur das kleine Norwegen macht das, also ist es gut. Machen wir es doch auch. Woher die Rendite kommt, warum nicht etwa die Löhne steigen sollten, oder man Steuern auf Kapital und Erbschaften zur Finanzierung heranziehen könnte, Fehlanzeige. Das wäre eine differenzierte Art der Analyse. Denn dann hätte die Autorin begriffen, dass es immer nur um eine Verteilungsfrage geht. Die ändert man nicht, indem man einen Staatsfond aufsetzt, sondern indem man Sozialpolitik betreibt.
Immerhin steht der Beitrag unter dem Label Meinung.

Chris

Donnerstag, 28. September 2017

Bildung, Bildung, Bildung

Immer wenn die Sozialpolitik dieses Landes versagt, wird nach Bildung gerufen. Bildung sei wichtig. Bildung verhindere Armut und bessere Bildung verspricht ein besseres Einkommen. Diese Aussagen sind Blödsinn. 
  1. Mit Bildung meint man immer Ausbildung. D.h. Bildung zur wirtschaftlichen Verwertung. Bildung im Sinne ich habe mich mit der kulturellen Entwicklung eines kleinen Stammes im Amazonas beschäftigt, bringt nichts.
  2. Die bestgebildesten Personen sind theoretisch an den Universitäten und diese werden mit Kurzzeitverträgen, Minimalbezahlung bei Maximalbelastung abgespeist. 
  3. Die heutige Generation ist besser gebildet als die Generationen in den 60ern. Die Löhne steigen trotzdem nicht massiv an. Ausbeutung und schlechtere Arbeitsverträge nehmen eher zu.
Davon abgesehen, können weder Mainstreamökonomen noch Politiker ein Interesse an gebildeten Personen haben. Gebildete Personen würden jegliche Förderung für die Mainstreamökonomik einstellen. Wozu braucht man Institutionen die Ideologien, unter der Behauptung wissenschaftlich zu arbeiten, verbreitet? Wer es nicht glaubt soll mal bitte die Herren Ökonomen fragen wie sie ihre Modelle validieren wollen, wenn sie keine Messdaten nutzen. Wie sollen ökonomische Modelle funktionieren, wenn so etwas alltägliches wie Geld und Macht in den Standardmodellen nicht vorkommt.
Nirgendwo gibt es den perfekten Markt und sein Gleichgewicht. Nicht einmal auf dem Kartoffelmarkt. Noch nie habe ich gesehen, dass ein Markt komplett geräumt ist. Das sollte doch so sein bei einer freien Preisbildung. Klar es ist nur ein Modell. Aber es ist nicht einmal bei den einfachsten Realbedingungen in der Lage Vorhersagen zu machen. Wozu braucht man es dann? 

Gebildete Menschen würde das fragen. Darum kann man sie auch nicht brauchen und fordert eigentlich ausgebildete Leute.

Chris

Montag, 25. September 2017

Kausalitätstausch

Das ist Wirtschaftsforschung. Da vertauscht man einfach mal Ursache und Wirkung. Die Ursache für niedrige Löhne ist daher die Niedrigzinspolitik der EZB. Sie ist verantwortlich dafür, dass die Löhne stagnieren und die Wirtschaft nicht so richtig vorankommt. Für die beiden "Forscher" ist die EZB Ursache und nicht Wirkung. Warum die EZB einfach mal die Zinsen senkt, wird nicht geklärt. Warum billige Zinsen nicht genutzt werden sollten, um Investitionen zu erhöhen, wird ebenfalls nicht befriedigend geklärt. Kostensenkungen in diesem Bereich sind scheinbar schädlich. Im Lohnbereich sind sie aber förderlich, obwohl beides Kosten sind. Nachfrageänderungen aufgrund hoher Löhne, bzw. das die Motivation für Investitionen aus hohen Lohnkosten generiert werden, existieren in diesem Gedankengebäude nicht. Die EZB ist Schuld. Wenn diese dann die Leitzinsen erhöht, wird sie wieder Schuld sein. Da die Ökonomie keine konsistenten und widerspruchsfreien Modelle hat, werden alle Maßnahmen schlecht sein, wenn sie nicht in die eigene Ideologie passen.

Chris

Mittwoch, 20. September 2017

Deutsche Unternehmen stört der teure Euro nicht

An dieser Aussage sind zwei Dinge wichtig, welche in dem Artikel hier zusammengefasst sind.
 
Der Euro hat gegenüber dem Dollar stark zugelegt, was theoretisch die Exporte Deutschlands belasten könnte. Eine Analyse der LBBW kommt jedoch zu einem anderen Schluss: Erstens gehen die meisten Ausfuhren Deutschlands ohnehin in den Euroraum, zweitens ist für viele Kunden deutscher Unternehmen der Anschaffungspreis gar nicht so wichtig: Sie schätzen an den deutschen Maschinen Langlebigkeit, einfache Wartung und Qualität.

Deutschland ist im Vergleich zu den anderen Euroländern immer noch unterbewertet, sprich zu billig. Darum exportieren wir auch die meisten Güter in die Eurozone. Nehmen wir an Punkt zwei würde wirklich gelten; der Preis spielt keine Rolle. In diesem Fall sind die Forderungen der Politik, Unternehmen und Ökonomen nach weiteren Strukturreformen, um den Wirtschaftsstandort zu stärken Quatsch. Diese Reformen sorgen nur dafür, dass man billiger produzieren kann. Sie sorgen nicht dafür, dass man bessere Qualität erreicht. Das gelingt nur, indem man die Leute besser bildet, sie länger im Beruf hält, usw.
Die Aussage widerspricht sich also mal wieder. Die Steigerung von Löhnen ist für viele Ökomomen der Weltuntergang. Jetzt kommt raus. Der Preis ist fast irrelevant, die Qualität ist wichtiger. Wenn diese Schlussfolgerung falsch ist und der Preis sehr wohl wichtig ist, dann sind wir innerhalb der Eurozone zu billig. Etwas, was die Mainstream Ökonomen ebenfalls leugnen. Die Realität ist schon interessant, da sie die Gedankengebäude der neoliberalen Ökonomen wieder und wieder einstürzen lässt.

Chris

Donnerstag, 14. September 2017

Mittwoch, 13. September 2017

Soviel zur Steuerentlastung der niedrigen Einkommen

Alle wollen sie die niedrigen und mittleren Einkommen entlasten. Hier kann man es mal nachrechnen. Die FDP und CDU schneiden besonders gut ab, wenn die Einkommen deutlich steigen. Die Linken entlasten wirklich. Medial kommt das nicht vor. Das ist nachvollziehbar, da die meisten Nachrichtensprecher Gutverdienser sind.

Chris

Und sie merken es nicht einmal

Das witzige am INSM Blog ist, dass sich Beiträge untereinander widersprechen und / oder sogar in sich widersprüchlich sind. Hier mal ein Beispiel. In einem Artikel wird folgende Aussage getroffen

Die Zinsen sind niedrig, weil die EZB den Sparanreiz vernichtet. Der Witz ist, dass ein niedriger Sparanreiz zu niedrigen Sparquoten führen würde. Wo das in Deutschland zu sehen ist, weiß ich nicht so recht. Zum anderen ist die Behauptung die EZB wäre Schuld falsch. Die Nachfrage nach Krediten ist niedrig. Daher sind die Forderungen des zweiten Beitrags auch widersprüchlich


Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit heißt im Endeffekt, dass die Löhne und Abgaben für Unternehmen sinken sollen. Dadurch sinkt die Motivation der Unternehmen Investitionen zu tätigen. Höhere Rendite durch politische Entscheidungen sind ein geringeres Risiko. Die Senkung der Schulden sorgt dabei parallel zu einer weiteren Senkung der Nachfrage nach Krediten. Dann kommt oben drauf, dass die private Vorsorge immer noch bei den neoliberalen Ökonomen hoch im Kurs steht. D.h. man hat ein hohes Angebot an Geld und kaum Nachfrage. 
Wenn man nun die einfachsten ökonomischen Prinzipien dieser Leute anwendet lautet die Schlussfolgerung, der Preis für das Geld (Zinsen) muss sinken. Die Schlussfolgerung eines Ideologen lautet, die EZB ist Schuld.

Wer sich fragt, wieso die Wirtschaftspolitik so komisch ist, muss sich klar machen, dass diese Leute die Spitze der ökonomischen Forschung und Beratung darstellen. Man könnte das amüsant finden, wenn sie nicht so viele Leben kaputt machen würden.

Chris

Montag, 11. September 2017

INSM Propaganda, mal wieder...

Ich frage mich immer wieder, warum sich Doktoren die irgendwann mal das wissenschaftliche Arbeiten nachgewiesen haben, solche Texte verfassen können. Diese Texte sind sachlich unsauber, nicht objektiv dargestellt und am Ende einfach nur Propaganda. Hier ein paar Beispiele
Deutschland braucht
"Strukturreformen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit"
Der Außenhandelsübersschuss liegt bei 252 Milliarden Euro im Jahr 2016.
http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/globalisierung/52842/aussenhandel
Mehr Wettbewerbsfähigkeit bedeutet, dass noch mehr Überschüsse generiert werden und sich das Ausland noch mehr bei uns verschuldet. Gleichzeitig fordern Politiker und Ökonomen, dass das Ausland die Schulden an uns zurückzahlt. Da die Bilanzen im Welthandel ein Nullsummenspiel sind, sind solche Forderungen quatsch. Wofür brauchen wir mehr Wettbewerbsfähigkeit, wenn wir solche Überschüsse haben?

"der Abbau der Staatsverschuldung"
Die nächste sinnlose Forderung. Die Unternehmen machen Gewinne und verschulden sich aktuell nicht. Die Haushalte verschulden sich auch nicht. Beides führt zu den niedrigen Zinsen, sprich einer geringen Nachfrage nach Krediten. Wenn der Staat jetzt seine Verschuldung versucht abzubauen, wer verschuldet sich dann? Die Antwort ist einfach. Das Ausland. Denn irgendwer muss sich verschulden. Am Ende, wenn die Eurozone wieder stärker wackelt und die Zinsen weiter niedrig sind, ist die EZB Schuld und nicht etwa solche Forderungen.

"eine Kopplung des gesetzlichen Renteneintrittsalters an die fernere Lebenserwartung."
Woher kennen die Ökonomen denn bitte die Lebenserwartung? Vor allem an welche wollen sie den Renteneintritt koppeln? An die durchschnittliche Lebenserwartung oder vielleicht doch die Lebenserwartung von Berufsgruppen und/oder Einkommensklassen?
Ein reicher Deutscher lebt heute schon 10-20 Jahre länger als ein armer. Seine Rente ist auch teurer. D.h. schon wieder werden die Armen bestraft?

"Entgegen dem in der öffentlichen Diskussion vielfach vermittelten Eindruck ist die Ungleichheit der Nettoeinkommen seit 2005 weitgehend konstant geblieben."
Legt man andere Startjahre fest, dann ist diese Aussage falsch. Warum also 2005? Richtig, weil es in die Argumentationsstrategie passt. Das sieht man sehr schön hier in Abbildung 8

http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Ministerium/Geschaeftsbereich/Wissenschaftlicher_Beirat/Gutachten_und_Stellungnahmen/Ausgewaehlte_Texte/2017-02-28-einkommensungleichheit-und-soziale-mobilitaet-anlage.pdf?__blob=publicationFile&v=5

Das Bezugsjahr ist entscheidend. Im Jahr 2005 war ein Peak in der Gini Kurve. Startet man etwas früher oder später, dann stimmt die Aussage nicht mehr.


"So würde die Rückkehr zu einem Renteneintrittsalter von 65 Jahren dazu führen, dass der Beitragssatz von heute 18,7 Prozent bis 2080 auf ca. 25 Prozent steigt"
2080???
Wer schreibt so etwas als Argument hin? Wie groß ist die Streuung dieser Prognose? +-18 beim Beitragssatz. Allein wenn die Löhne um 0.5% stärker steigen oder die Geburtenrate um 0.1% verändert wird, bricht diese Aussage in sich zusammen. Wieviel Wert hätte eine Prognose 1900 gemacht?

Fazit
Man kann diese Forderungen gerne Aufstellen. Sie entsprechen der Politik der letzten 20 Jahre. Aber man sollte als Ökonom und Wissenschaftler eine messbare Zielgröße Aufstellen. Beispielsweise die Reduktion der Ungleichheit um 10%. Das wird bewusst nicht gemacht. Stattdessen werden Arbeitslosenzahlen herangezogen. Diese werden aber nicht bereinigt, um die Rentner, oder diejenige die aufgrund von Krankheit oder Maßnahmen der Arge nicht auftauchen.
Die Erwerbstätigen werden auch nicht in den Kontext der Wochenarbeitszeit gestellt. Es zeigt sich, dass im Durchschnitt in Frankreich mehr gearbeitet wird. Es ist halt nur anders verteilt. So etwas kann man feiern, aber wenn die Löhne niedrig bleiben ist es kein Erfolg.

Chris

In einem Land in dem wir gut und gerne leben

So steht es auf den CDU Plakaten. Diese Aussage suggeriert, dass diese Aussage für alle Menschen hier im Land gilt. Das ist natürlich Unsinn. Will man wissen wie gut es einem Land geht, so muss man meiner Meinung nach an die Ränder gehen. Man sollte sich die Schwächsten der Gesellschaft anschauen und wie sie behandelt werden. Dann bekommt man ein Bild. Hier mal einige Beispiele

Diese Menschen werden faktisch nicht angesprochen. Ich frage mich, ob sie es genauso sehen. Viel Spaß beim wählen.

Chris

Freitag, 1. September 2017

Investiert in Mistgabel


Nick Hanauer beschreibt es eigentlich ganz gut. Er vertritt nur sein Eigeninteresse. Er will nicht mit Mistgabeln aus seiner Villa gejagt werden. Er denkt den Schritt weiter, den andere Superreiche nicht denken können. Daran sieht man, dass die meisten Reichen eben nicht so clever sind wie sie glauben.

Chris

Donnerstag, 31. August 2017

Fragen die bezüglich der Rente nicht gestellt werden

Bei der INSM gibt es mal wieder einen Anlauf die Rente mit 70 schmackhaft zu machen. Dazu nimmt man eine Wissenschaftlerin die eine Analyse durchgeführt hat und sie stellt diese vor. Im Rahmen der Annahmen wird diese Analyse auch richtig sein. Allerdings sind diese Annahmen einseitig und blenden wesentliche Dinge aus.
Hier ein paar Beispiele
1. Geht ein Arbeitsloser in Rente, dann ändert sich die Art der Sozialbezüge, nicht aber das er welche bezieht. Volkswirtschaftlich ist das egal.
2. Wenn es weniger Kinder gibt, dann muss an der Stelle weniger gezahlt werden.
3. Wenn die Renten hoch sind, gibt es einen steigen Konsum der Alten, welcher die Arbeitsplätze der Jüngeren sichert.
4. Ein sinkendes Arbeitskräfteangebot lässt die Einkommen steigen + die Arbeitsplatzsicherheit (vielleicht daraus resultierend die Motivation Kinder zu bekommen).
5. Weniger Arbeitskräfte und daraus resultierend steigende Arbeitskosten lässt die Motivation der Unternehmen steigen, mehr in die Produktivität zu investieren.
6. Die seit 1990 nicht gestiegen Gesamtarbeitsstundenzahl in Deutschland. Es gibt mehr Rentener aber keine größere Nachfrage nach Arbeit. Das ist ein Widerspruch zur Prognose.

Es gibt noch viel mehr Punkte. Es wird immer wieder vergessen, dass die Rente wie alles im ökonomischen Leben eine Verteilungsfrage ist. Beispielsweise stellen andere leistungslose Einkommen, welche von den Erwerbstätigen erbracht werden müssen,  komischerweise kein Problem für die Ökonomen dar (Mieten, Unternehmensgewinne). Dabei sind hohe Mieten auch eine enorme Belastung und müssen erwirtschaftet werden. Hier reden wir von 20-40% des Nettoeinkommens eines Arbeitnehmers. 
Medial wahrgenommene Ökonomen und Politiker blenden diesen Fakt aus. Niemand fragt, ob es sinnvoll ist Superreiche zu alimentieren. Das tun wir alle jeden Tag, indem wir einen Teil des volkswirtschaftlichen Einkommens an diese Gruppe abführen. Das ist kein Naturgesetz, sondern einfach ein vertragsrechtliches Konstrukt, welches vom Staat garantiert wird. Die Belastung wird nicht bestimmt und interessiert auch nicht. Bei den Sozialleistungen sieht es anders aus. Würde man beides, die Rendite der Superreichen und die Sozialleistungen, als Verteilungsfrage diskutieren, wäre viel gewonnen. Dann stellt sich eben nicht mehr die Frage ob wir uns die Rente leisten können, sondern ob wir es wollen. Es stellt sich nicht mehr die Frage ob ein Erwerbstätiger einen Rentner durchfüttern sollte. Es stellt sich die Frage ob ein Erwerbstätiger, einen Rentner, ein viertel Kind, einen halben Arbeitslosen,  einen Superreichen, usw. durchfüttern soll. Das ist es was er / sie tut. Wenn man das offen legt, dann würde viele sagen, alt werde ich irgendwann mal. Das ich Superreich werde ist eher unwahrscheinlich. Man würde also eher eine gute Rente als eine gute Rendite fordern.
Die Schlacht auf irgendwelchen Nebenkriegsschauplätzen lenkt vom eigentlichen Problem ab. Daher wird die Rente mit 70 nichts lösen. Denn das Problem ist nicht das Alter, sondern die Verteilung des Wohlstands.

Chris

Spaß an Statistik

Wenn man seinen Glauben in der Gegenwart nicht wiederfindet, dann muss man in die Zukunft schauen. Wenn es also heutzutage keinen Fachkräftemangel gibt, man seine arbeitnehmerfeindliche Politik weiter verfolgen will, dann muss man auf potentiell fehlende Fachkräfte in der Zukunft verweisen. Tritt der Fall dann ein, dann hat die Politik zu wenig gemacht und kann dann doppelt und dreifach zuschlagen. Tritt der Fall nicht ein, dann kann man jubeln wie gut man war. Kriterien zur Bewertung der Prognosen gibt es nicht. Die Annahmen sind meist dürftig. Wie schlecht sich solche Sachen prognostizieren lassen, kann man einfach verdeutlichen. Es ist eine Prognose ins Jahr 2030. Hätte man 1995 eine solche Prognose gewagt, dann wäre der Flüchtlingszuzug weggefallen. Die Digitalisierung, der Einbruch der New Economy und eine Weltwirtschaftskrise wäre nicht dabei gewesen. Das heißt, die Schwankungsbreite der Vorhersage ist naturgemäß riesig.

Chris

Mittwoch, 30. August 2017

Gedanken zu Arbeitsmarktreformen

Wie kommt es eigentlich, dass diejenigen die am lautesten nach Reformen am Arbeitsmarkt rufen oder gerufen haben, leugnen, dass diese eine Wirkung haben? Wenn die Löhne in allen anderen entwickelten Ländern im Vergleich zu Deutschland gestiegen sind und der wesentliche Unterschied darin besteht, dass wir die Agenda Reformen durch geführt haben, wieso sollte sich das Ganze nicht umdrehen lassen? 
Plausible Argumente hierzu habe ich noch nicht gelesen. Es wird einfach behauptet es ginge nicht, weil "Wettbewerbsfähigkeit". Gleichzeitig behaupten diese Leute, dass die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands auf den tollen Produkten beruht und eben nicht auf den schwach gestiegene Löhnen. Ein plausbiles Argument, warum hohe Löhne der Wettbewerbsfähigkeit schaden, obwohl niedrige Löhne nicht der Grund für die deutsche Wettbewerbsfähigkeit ist, konnte mir auch noch niemand geben. Das ist insofern nachvollziehbar, da es sich widerspricht.
So lange die wesentlichen Verantwortlichen in der SPD und CDU diesen Dogmen hinterherjagen braucht man sich über die absurde Politik die betrieben wird nicht wundern. Sie argumentieren Zusammenhänge der Realität je nach Bedarf in vollkommen verschiedenen Modellen. Das wäre so, als ob die Physik einmal sagt ein Stein fällt nach unten aber wenn es mir passt dann auch nach oben...

Chris

Dienstag, 29. August 2017

132 Milliarden Euro


Das sind 132 Milliarden Euro mehr. Dieses Geld muss die Volkswirtschaft für 1000 Familien erwirtschaften und ihnen bereitstellen. Hartz 4 kostet nur 40 Milliarden Euro. Rechnet man das Wohngeld noch dazu wird man dennoch weit unter den 132 Milliarden Euro bleiben. D.h. es findet eine Umverteilung an die Spitze statt.
Auch diese Umverteilung ist staatlich legitimiert. Der Staat schützt die Verträge und das Eigentum. Über die Verträge und das Eigentum findet eine "freiwillige" Zahlung an die Reichen statt. Niemand findet es schlimm, wenn er Miete zahlt und jemand leistungslos davon lebt. Das wird nicht als Enteignung verstanden. Wenn der Staat Steuern nimmt und dann bestimmte Leistungen zurückzahlt, dann wird gejammert. Bei beidem hat man keine freie Wahl. Dennoch wird ein massiver Unterschied gemacht, obwohl es generisch gesehen sehr ähnlich bis gleich ist. Der wesentliche Unterschied ist nur die Sichtbarkeit.

Chris

Montag, 28. August 2017

Huch ein differenzierter Beitrag

Was ist da denn passiert? Wenn dann noch die Löhne mit einbezogen worden wären, dann hätten sich die Leser ein komplettes Bild machen können. So macht man Journalismus. Man stellt einfach mal die Positionen dar. Durch die unterschiedlichen Darstellungen wird sehr schnell klar, dass jeder, alles argumentieren kann. Selbst der eher neoliberale Spiegel muss zugeben, dass nicht alles so rosa ist, wie sie es selbst seit Jahren darstellen.

Chris

Wie wird man Milliardär?

Hier mal ein paar Milliardäre und Milliardärsfamilien. Es geht mir um die Neiddebatte. Eine, zugegeben, kurze Recherche zeigt was so alles in den Konzernen stattfindet, die einen Unternehmensgründer reich gemacht haben. Alle die geerbt haben starten soweit vorne, dass ich das nicht für eine besondere Leistung halte. Gerade bei den Familienunternehmen ist bezeichnend, dass diese eben nicht in Eigenleistung aufgebaut worden sind. Sie sind geerbt worden. Hier mal eine kurze Liste.

Familie Reiman - Erbschaft
Albrecht - Betriebsrat, Ausbeutung
Klatten - Erbschaft
Quandt - Zwangsarbeiter im Dritten Reich
Würth - Steuernhinterziehung, Erbe
Porsche - Erbschaft
Siemens - Erbschaft
Boehringer u.v. Baumbauch - Erbschaft
Merck - Erbschaft
Henkel- Erbschaft
Freudenberg - Erbschaft

Das Fazit lautet also wie folgt. Jegliche Neiddebatte ist berechtigt. Ich begründe auch warum. Offiziell sind wir in einer Leistungsgesellschaft. Derjenige mit der besten Leistung innerhalb des Systems soll den größten Reichtum haben. Daher würde ich Dieter Schwarz, die Aldi Brüder und Schaeffler fast noch als Systemkonform akzeptieren. Der Rest allerdings, hat keine Leistung erbracht. Diese Leute wurden beim 100m Lauf an die Ziellinie mit einem Auto gefahren und wurden über die Linie getragen. Danach feiern sie den fairen Wettbewerb und unterstellen ihren Kritikern, neidisch auf ihre Höchstleistung zu sein.
Die Höchstleistung besteht darin geboren worden zu sein. Und selbst das, inklusive der Zeugung, haben sie nicht selbst geschafft. Die Frage ist also, wieso die Gesellschaft diese Menschen, bei so wenig Eigenleitung, ein bedingungsloses Maximaleinkommen garantiert? Warum geben wir alle, direkt oder indirekt diesen Leuten wahnsinnig viel Geld? Wer es nicht glaubt, muss sich fragen woher die Einkommen dieser Menschen stammen. Sie sind volkswirtschaftlich erarbeitet. Landet dieses Einkommen bei Milliardären, dann fehlt es woanders. Folglich versorgen alle die Arbeiten die reichen Menschen. Gleichzeitig, und das ist das besonders perfide, sorgen diese Menschen über Stiftungen und Think Tanks dafür, dass diejenigen die ihnen die Ressourcen schenken, immer stärker ausgebeutet werden. Das nennen sie Leistungsgesellschaft und sonnen sich in ihrer Grandiosität.

Chris

Dienstag, 22. August 2017

Truppenaufstockung im sicheren Herkunftsland

Trump schickt seine Truppen wahrscheinlich nach Afghanistan. Warum eigentlich, wenn es laut unserer Bundesregierung ein sicheres Herkunftsland ist? 

Anmerkung: Ja ich verlinke eine Satireseite, weil das was unsere Regierung macht Satire ist. Es wäre ja lustig, wenn nicht Menschen sterben, bzw. leiden müssten.

Chris

Montag, 21. August 2017

Wohnraumsubventionen

Eine super Folge von Alternativlos. Der spannenste Punkt war, dass wir jedes Jahr die Vermieter mit mehreren 10 Milliarden Euro über das Wohngeld subventionieren. Von marktradikalen Parteien wie der FDP wird jegliche Einmischung in den Markt kritisiert. Hier ist sie still.

Chris

Sand wird knapp

Eine interessante Doku von Arte (hier, hier). Dieses Thema ist nirgendwo öffentlich verankert. Dabei sind die geschilderten Folgen mittelfristig relevant. Den Meeren wird sehr viel Sand entnommen. Neben dem Klimawandel führt das zur Zerstörung von Inseln und Küstengebieten. Menschen die dort leben, können nicht mehr Fischen (der Abbau zerstört die Lebensgrundlage der Fische), bzw. sie haben keinen Platz mehr an dem sie leben könnten. Wenn sie sich dann auf den Weg machen und bei uns landen, dann ist es wieder einmal nicht unsere Schuld. Dabei treibt die vermeintlich entwickelte Welt ein Wirtschaftssystem voran, welches unter dem Primat des angeblich unfehlbaren Marktes, diese Zustände erschafft. Das führt zu absurden Situationen, dass viele Häuser mit Sand gebaut werden, welche dann leer stehen, weil man auf Spekulationsgewinne hofft. Gleichzeitig leben die Menschen vor den Häusern in Slums. Niemand mit ein wenig Verstand kann erklären wo der Markt dort funktioniert. 
Selbst wenn man davon ausgehen würde, Märkte würden immer funktionieren, müssten die Kosten irgendwo existieren. Das tun sie nur bedingt. Wenn sie es tun, dann treffen die Kosten die Armen zuerst. Die Reichen merken es erst sehr viel später, sind aber die Treiber des Unsinns. 
Ohne ein Umdenken wird es also nicht gehen. Wie dieses Umdenken global geschehen soll, weiß ich nicht. Die nächsten Konflikte sind im Moment zumindest vorprogrammiert.

Chris

Freitag, 18. August 2017

New research shows that countries don't necessarily do best when they specialize in making a few things

Das ist eine Erkenntnis. Das die Spezialisierung auf wenige Güter für die Länder optimal ist, war immer schon fragwürdig. Nur diejenigen die blind an eine Verallgemeinerung von David Ricardos Vermutung glaubten sorgt diese Forschung für einen Aha Moment. Man hätte die Ricardo Annahme  nur gegen die Realität prüfen müssen. Das wurde viele Male gemacht und die Ergebnisse viele Male ignoriert. Daher wundert mich eigentlich nur, dass es jetzt ankommt. 
Die ach so weisen Ökonomen haben nicht bemerkt, dass Frankreich nicht nur Wein produziert und Deutschland nur Autos. Beide Länder produzieren beides.

Chris

Montag, 14. August 2017

Haltet den Dieb

Wie verdeckt man seine eigene Unfähigkeit? Man gibt einfach jemandem anderen die Schuld. Nicht die europäische Politik und deren mangelhafte Bereitschaft flüchtende Menschen zu unterstützen und vor dem Ertrinken zu retten ist Schuld. NEIN. Es sind die freiwilligen Helfer. Sie werden kriminalisiert, damit die meisten Menschen in ihrer Wohlstandblase fernab von jeglichem Leid leben können. Es sind die Menschen die sich Kinofilme wie Elysium an und finden es zutiefst ungerecht, dass die Reichen auf einer Raumstation leben. Sie ignorieren dabei, dass wir die Reichen sind und auf eben jener Raumstation leben. Der Friedensnobelpreisträger EU hat Blut an den Händen. Wieviel mehr Belege braucht es, dass wir in einem menschenverachtenden von menschengemachten System leben? Aber der Kapitalismus und alle seine Auswüchse die wir jetzt erleben ist angeblich das Beste was es gibt. Wer glaubt eigentlich wirklich noch daran?
Die Frage bleibt bestehen. Wer würde seinen eigenen Kindern ein solches krankes Weltbild mitgeben? Niemand postuliere ich. Wer sich fragt, wie die Nazis Auschwitz betreiben konnten und sich niemand erhob, hat hier eine Antwort.

Chris

Freitag, 11. August 2017

Gruselanalyse

Hier ist ein tolles Beispiel zu meinen Gedanken zur ökonomischen Lehre. Alexander Horn sieht die Probleme. Seine Schlussfolgerung sind aber im kompletten Widerspruch zur Realität. Das liegt daran, dass er seine Behauptungen nicht im Ansatz mit dieser abklärt. Er behauptet die Schuld an der niedrige Investionsquote liegt an den staatlichen Krisenprogrammen 2007-2008. Diese waren Konjunkturgetrieben und haben das schlimmste verhindert. Für ihn sind sie ursächlich. Nur sieht man in dieser Abbildung, dass der große Investitionsknick schon vorher passiert ist. Die Agenda Reform lässt grüßen. D.h. seine Aussage ist falsch. Auch sonst macht er es sich sehr einfach. Staat und Unternehmen hängen in seinem Weltbild halt nicht zusammen. Es sind zwei unabhängige Entitäten, die einander nur einseitig beeinflussen. Der Staat macht die bösen Gesetze und die Unternehmen leiden. Das die Unternehmen den Staat beeinflussen, Steuern zahlen, der Staat Aufträge vergibt, usw. Das wird komplett ausgeblendet. Das Unternehmen nur investieren, wenn die Kosten zu hoch sind und die Chance besteht irgendwann in naher Zukunft mehr zu verkaufen, dass stört nur. Nein die Nachfrage den Staates an Produkten der Unternehmen ist Schuld daran, dass diese Unternehmen leiden. Darauf muss man erst einmal kommen. Wer die Produkte kaufen soll wird nicht beantwortet. Das sich die Löhne in Deutschland schwach entwickelt haben in den letzten 15 Jahren ist egal. Das Deutschland ohne Produktivitätssteigerung massive Exportüberschüsse erreicht (Wozu also risikovoll investieren) ist egal. All diese Dinge werden ignoriert, weil ein magische Hand die Adam Smith nie so gedacht hatte wie sie heute missbraucht wird, alles regeln wird. Tut sie es nicht muss alleinig der Staat Schuld sein. Sonst müsste man ja seine Modelle und Analysen hinterfragen. Wer will das schon?

Chris

Homöopathieaussteigerin

Ein sehr schönes Interview mit der Homöopathieaussteigerin Natalie Grams. Ihre letzten Punkte sind besonders interessant. Homöopathen werfen der Pharmaindustrie vor, die Homöopathie zerstören zu wollen, damit sie mehr Geld verdienen. Ebene jene Pharmaindustrie verdient aber mit der Homöpathie soviel Geld, dass sie niemals ein Interesse daran hätte Aufklärung zu betreiben.

Ein weiterer Punkt ist, dass Homöpathie und andere pseudomedizinischen Methoden oft zu Impfgegnerschaft führen. Gerade die vermeintlich gebildeten Personen in unserer Gesellschaft wissen nicht mehr, wie schrecklich die geimpften Krankheiten sind. Daher ist Aufklärung enorm wichtig.

Die Kritik an der Homöopathie ist im Übrigen keine Meinung. Sie ist berechtigt. Es ist ja auch keine Meinung, dass ein Mensch auf der Erde ohne technische Hilfsmittel nicht fliegen kann. Auf Homöopathisch übersetzt würde die Antwort darauf lauten, wir haben noch nicht genug angepasste Experimente durchgeführt, die unsere Meinung bestätigen.

Chris

Mittwoch, 9. August 2017

Fahrräder gegen Smog

Autos machen den Dreck und Fahrradfahrer sollen ihn wieder weg machen. Wie absurd ist das bitte. Einfacher wäre es doch, Autos zu verbieten und gleich alle auf Fahrräder zu setzen. Der erhöhte Lufwiderstand dank dieses tollen Filters ist ja egal. Vor allem stellt sich mir die Frage nach der Motivation. Warum soll ich mich mehr anstrengen, wenn offensichtlich die Politik versagt? Das ganze wir dann noch als Heilsversprechen verkauft.

Chris

Gedanken zur ökonomischen Lehre

Ein Kommentar zur Empfehlung hier.
Das erschreckende an der dargestellten Analyse ist, dass die grundlegenden ökonomischen Modelle wesentliche Effekte ausblenden. Die Ökonomen gehen dabei in der Lehre einen ähnlichen Weg wie die Physiker oder Ingenieure. Dort werden am Anfang einfache Modelle gelehrt. Der Unterschied ist, dass sich diese Modelle in den komplexen Modellen wiederfinden. Sie stellen eine gute Basis dar, auf der man tiefer in bestimmte Bereiche einsteigen kann.
In der Ökonomie passt das nicht so ganz. Wenn meine Annahme ist, dass es kein Geld gibt, dass Machteinflüsse nicht existieren, dass Institutionen nicht existieren, usw. dann entwickelt sich ein Denken, welches die Welt nicht richtig darstellt. Das Problem ist, dass sich die Studenten später im Studium nicht zwangsläufig komplexere Modellierungsmethoden anschauen. D.h. es bleibt bei einfachen und offensichtlich falschen Modellen. Dass diese Aussage nicht absurd ist, kann jeder begreifen, der die Nachrichten ließt. Es wird in der Regel im Modell der Neoklassik argumentiert. Dabei entstehen ständig Widersprüche. Beispiele hierzu sind in der Eurokrise deutlich zu erkennen. Deutschland spielt seine Macht aus, um Griechenland zu einem Reformkurs zu zwingen. Gleichzeitig hält es sich nicht an die Regeln. Fügt man die Machtkomponente ein, ist dies sehr einfach zu erklären. Für die Neoklassiker nicht. Dort liegt es dann an der Qualität der deutschen Produkte und dem Markt der es belohnt.
Der Dieselskandal ist ein nächster Punkt. Die Verflechtung zwischen Industrie und Politik ist institutionalisiert. Die Abhängigkeit von Arbeitsplätzen und der Fakt, dass man hundertausende davon nicht auf magische Weise ohne Zeitverzögerung ersetzen kann, ist ebenfalls offensichtlich. Diese Offensichtlichkeit existiert nicht in den Köpfen der Ökonomen. Dort wird argumentiert, dass der Markteingriff dazu führte. Das ist absurd, da jegliche Interaktion innerhalb eines Marktes ein Eingriff darstellt.
Geld ist auch ein gutes Beispiel. Es wird ignoriert, dass Geld aus dem Nichts geschöpft wird. Das macht die EZB. Das Buchgeld der privaten Banken, welches wir de facto als Zahlungsmittel verwendet wird. wird von privaten Banken geschöpft. Der EZB vorzuwerfen, sie sei daran Schuld das die Zinsen niedrig sind, ist daher absurd. Die Banken brauchen einfach wenig Zentralbankgeld als Einlage, um Kredite zu vergeben, weil sie keine Kredite vergeben können. Das alles liegt auf der Hand, wenn man das Währungssystem berücksichtigt. Tut man es nicht und bleibt bei der Neoklassik, muss es der böse Staat sein, welcher durch den Markteingriff die Zinsen senkt.

Die drei Beispiele verdeutlichen, dass die Denkweise sehr vereinfacht ist. Meine Analyse ist es auch, fügt aber zusätzliche Komponenten hinzu. welche nicht gelehrt werden. 

Chris

Montag, 7. August 2017

Belastungsgedanken

Wer kennt sie nicht die Argumentation von Ökonomen die ungefähr so lauten. Die ärmere Bevölkerung sollte sich nicht über die zu niedrige Rente und/oder Löhne aufregen. Schließlich können sie sich real wesentlich mehr leisten als jemand aus den 60er oder 70er Jahren. Damals musste man für einen Fernseher x Stunden arbeiten. Heute ist es weniger.
Die Aussage ist im Grunde richtig. Interessanterweise wird diese Logik bei den oberen Einkommen nicht angewandt. Dort zählt nur die prozentuale Belastung durch Steuern und Abgaben. Genausogut könnte man diese Rechnung für reichsten der Reichen aufmachen. Man könnte dort genausogut vorrechnen, dass prozentual die Belastung höher sei, real die Einkommen und Vermögen, durch eine stärkeres Wirtschaftswachstum, mehr steigen.
Dieses Argument wird aber nicht vorgebracht. Dabei würde es linker Politik helfen die Besserverdiener auf ihre Seite zu ziehen. Wenn ein Arzt 10000 Euro verdient und aktuell 50% Abgaben zahlen muss, dann hat er 5000 Euro übrig. Die FDP Lösung ist, die Abgaben auf 40% zu senken. Dann sind es 6000 Euro. Wenn linke Politik zwar mehr Abgaben, aber eine bessere Verteilung der Einkommen vertritt, dann kann es bei diesem reinen Rechenbeispiel dazu kommen, dass der Arzt 20000 Euro verdient und dafür 60% zahlt. Dann hat er real mehr, bei höherer Belastung.

Diese Möglichkeit wird von wirtschaftsliberalen Politikern nicht im Ansatz in Betracht gezogen. Linke Politiker stellen es auch nicht so dar. In meinen Augen würde es in vielen Fällen aber ganu dazu kommen. Der Arzt würde besser bezahlt werden und/oder hätte weniger Stress da mehr Personal vorhanden ist. Der Unternehmer zahlt mehr Steuern, dafür arbeitet die Bürokratie schneller, da die Personalausstattung wieder auf ein vernünftiges Maß erhöht werden kann. D.h. er verdient automatisch mehr. Das sind nur Beispiele. Aber sie sollen verdeutlichen, dass eine prozentuale Belastung nichts über Einkommenszuwächse in solch komplexen Strukturen aussagt. Ich habe immer das Gefühl, dass wirtschaftsliberale Eliten nicht besonders clever sind. Sie kommen immer genau bis zur ersten Ebene. Folgeebenen und Folgeinteraktionen blenden sie aus. Das ist auch einfacher. 

Chris

Donnerstag, 3. August 2017

Antisemitismus

Ein interessanter Podcast über Antisemitismus. Eine Frage die mich tatsächlich stark zum Nachdenken anregte war sinngemäßt "Warum kritisiert man eigentlich Isreal so stark und andere Länder wie China (Stichwort Tibet), Saudi-Arabien (Stichwort Jemen) nicht?" Ich konnte diese Frage für mich nur so beantworten. Israel ist präsenter. Warum die Verletzungen des Völkerrechts öfter dargestellt werden, warum positive Handlungen Isreals gegenüber den Palästinensern nicht präsent sind (die wird es auch geben), weiß ich nicht.
Das heißt nicht, dass ausgewogene Kritik nicht richtig und wichtig ist. Allerdings sollte man immer nicht vergessen, es ausgewogen zu tun und die vielen anderen (inklusive uns selbst) nicht zu vergessen.

Chris

In der eigenen Ideologie gefangen

Die INSM kommentiert folgendes

von dem freien Handel profitiert kaum ein Land so sehr wie Deutschland. Die fortschreitende Globalisierung nach dem Fall des Eisernen Vorhangs bescherte jedem Deutschen in den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten inflationsbereinigte Einkommensgewinne von durchschnittlich 1.130 Euro im Jahr, wie aus einer Studie im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung hervorgeht. 

kann aber nicht erklären, warum wir in einem solchen Gewinnerland dann noch Aufstocker brauchen.

Chris

Mittwoch, 2. August 2017

Zweifel an der Vernunft


und zwar obwohl das Land 2016 sogar einen Primärüberschuss erzielt hat, der Staatshaushalt also im Plus ist, wenn man die Zinszahlungen außen vor lässt.

Diese Aussage ist nicht neu, aber immer noch Quatsch. Nehmen wir an, ich verdiene 1000 Euro, habe Ausgaben ohne Zinsen von 900 Euro und muss 200 Euro Zinsen bedienen, dann steigt mein Schuldenstand an. Irgendwoher muss ich die 100 Euro Defizit bekommen. Das sind dann wohl neue Schulden. Wie kann man in diesem Fall von einem Überschuss reden? Richtig man kann es nicht. 
 
Umgekehrt kommen Ökonomen vonm Schlage Freytags und behaupten die schwarze Null sei keine, da die Zinsen gerade niedrig sind. Damit haben sie eigentlich Recht, da Schäuble die Zinsvorteile gerne mitnimmt und das Ergebnis als seine tolle Politik verkauft. Bezogen auf die Ökonomen stellt sich aber folgende Frage. Wenn doch Zinsen keine Rolle spielen, dann haben wir ja schon lange einen Überschuss, oder? 

Ökonomie der sichtbaren Ökonomen ist die Kunst, identische Zusammenhänge so unterschiedlich darzustellen, dass sie die eigenen Vorurteile und den eigenen Glauben unterfüttern. Richard Feynman nannte solche Dinge Cargo-Cult-Wissenschaften. Seine Beschreibung zu diesem Begriff passt perfekt auf faktisch alle Ökonomen, welche auf der INSM publizieren. Jeder mit einem Funken Verstand erkennt die Widersprüche. 

Chris

Montag, 3. Juli 2017

Endlich mehr Rüstungsausgaben

Darauf haben wir alle lange gewartet. Hartz 4 erhöhen geht gar nicht. Das sind keine Investitionen, sondern nur Konsumausgaben des Staates. Rüstung hingegen, dass ist Investition. Wir investieren in die Invasion, den Raub und die wirtschaftliche Expansion im Ausland. Toll ist das. Hat in Rom auch schon funktioniert. Lasst uns um die Welt ziehen und die Expansion unserer Konzerne mit Waffen unterstützen. Wer braucht da schon TTIP oder CETA? In schwachen Ländern reicht da auch die Bundeswehr oder NATO. Wenn wir Fabriken bombardieren entsteht eine Angebotslücke die wir füllen können. Städte müssen auch wieder aufgebaut werden. Wenn wir vorher die Bildungselite töten oder aus dem fremden Land zu uns vertreiben, können nur wir die benötigte Leistung anbieten. Wir gewinnen dabei. Warum also die Kritik. Das beste ist, wir bauen auch noch Waffen. Auch das schafft Arbeitsplätze. Rüstung ist also etwas tolles. Die doofen Linken haben es nicht begriffen. Nur wenn wir zerstören können wir wieder aufbauen. Das beste ist, wenn wir den Stein zum zerschießen der Scheibe verkaufen und die Scheibe selbst auch noch, verdienen wir doppelt. Wie kann man bei einem solch tollen Modell dagegen sein? Menschenrechte? Egal! Der Markt kennt keine Menschenrechte. Die unsichtbare Hand des Marktes (armer Adam Schmith) kennt das nicht und will das nicht. Ein Mensch ist in neun Monaten ersetzt. Profite halten länger.

Chris

Freitag, 30. Juni 2017

Relationen

Da kann man nur mit dem Kopf schütteln.


30000 Menschen kommen weltweit durch Terror ums leben. Ein Bruchteil davon stirbt in der reichen westlichen Welt. Gleichzeitig sterben huntertausende aufgrund von Passivrauchen und Millionen durch Verkehrsunfälle. In Deutschland sind die Relationen wahrscheinlich ähnlich dramatisch, da unser Nichtraucherschutz relativ schlecht ist im Vergleich anderer Industrienationen. D.h. will man die Menschen wirklich schützen, will man ihr Leben sicher machen, dann müsste man Rauchen auf ein Minimum reduzieren. Der Weg ist einfach. Der Preis muss hoch und es muss Werbeverbote geben. Jeder der bis zum 20. Lebensjahr nicht angefangen hat zu rauchen, raucht mit hoher Wahrscheinlichkeit nie.
Bei Straßenverkehr das Gleiche. Wenn man diese Zahlen sieht, dann kann man sich nur wundern. Massive Reduktion des Individualverkehrs mittels eines Autos müsste der Slogan heißen. Autos töten Menschen. Da traut sich niemand ran. Wenn allerdings ein Verrückter ein Auto nimmt und in einem Weihnachtsmarkt rast, dann bauen wir den Überwachungsstaat aus. Wenn ein Fahrradfahrer überfahren wird, dann diskutieren wir, ob man eine Helmpflicht einführen sollte.
Interessanterweise sind beide Themen nicht existent im aktuelle Wahlkampf. Stattdessen steht sicherheitspolitisch der Terror im Zentrum. Unverständlich, wenn man solche Zahlen ließt.

Chris

Dienstag, 27. Juni 2017

Immer und immer wieder

Heute morgen habe ich es geschrieben und es dauert nur einige Stunden und es wird bestätigt. Unkritisch werden Aussagen aus dem weißen Haus einfach so übernommen. Vielleicht gab es einen Giftgasangriff, vielleicht nicht. Beweise gibt es nicht und Untersuchungen auch nicht. Trotzdem werden diese Nachrichten verbreitet. Bei den Lesern bleibt nur hängen, Assad = Giftgas = böse. Wie war das noch mit der Intention keine Fake News zuzulassen. Aber wenn es aus dem weißen Haus kommt muss es ja stimmen?! Die gleiche Journalisten die sich über die Unfähigkeit Trumps aufregen erblöden sich nicht eine solche Propagandameldung zu veröffentlichen.

Chris

Alle sind sich beim Giftgas sicher gewesen

Nun kommen doch Zweifel auf. Was ich den Mainstream Medien vorwerfe ist, dass sie zu unkritisch sind. Wenn sie die Menschen aufscheuchen, dann entstehen Kriege und es sterben Menschen. Hinterher sagen sie sinngemäß
"...basierend auf der damaligen Faktenlage...", "...uns ist wohl ein Fehler unterlaufen..." oder
"...".
Eben jene Medien die hinterher von NATO Lügen berichten, hängen an den Worten derer Pressesprecher. Anonyme Quellen aus dem Geheimdienst werden genutzt ohne sich zu fragen, ob vielleicht, nur vielleicht, eine Motivation hinter der Informationsbereitstellung steht. Vor allem, wenn die Quelle Anonym bleiben will und es sich um Skandale wie Mord, Terror und Giftgas handelt. Der schnelle Schuß die kurze Aufregung und Emotionen. Die kriegt man schnell transportiert. Wir sind dann wieder die Guten und das tote Kinder aufgrund dieser miesen Berichterstattung zu keinem Aufschrei führen ist egal. Wer hätte das wissen können.

Mehr und mehr wird einem bewußt, dass wir in die Vergangenheit, wo ganze Völker der Propaganda erlegen sind, nicht ganz so arrogant zurückschauen sollten. Unsere Propaganda wird bereitwillig von der freien Presse verteilt. Der Grund ist einfach. Man will dem König nahe sein. Macht strahlt ab. Macht ist Boulevard. So lesen sich auch viele Berichte. Inhalt ist unsexy und daher ist es besser Emotionen zu verbreiten und in Kauf zu nehmen das Menschen sterben, anstatt sachlich zu berichten.
Syrien ist dabei kein Einzelfall. Jeder Terroranschlag folgt diesem Schema.

Chris

Montag, 26. Juni 2017

Wahlkampf

Wie gewinnt man Wahlkämpfe? Das ist schwer zu beantworten. Sicher gewinnt man sie nicht indem man den Menschen vorrechnet, dass sie vielleicht 100 Euro pro Jahr mehr in der Tasche haben werden, wenn die Sonne scheint.

Man braucht Visionen und die sollten anecken. Der Vorteil ist, dass die anderen Parteien, wenn die Vision richtig gesetzt wird, nicht damit klar kommen. Die Grünen könnten einfach mal mit dem Wahlslogan

Abschaffung des Individualverkehrs 

in den Wahlkampf gehen. Alle würde sich aufregen. Die Arbeitsplätze, die Freiheit und, und, und...
Dann wäre man erst einmal im Fokus. Man rechnet die tausenden Toten jedes Jahr durch Unfälle vor, die Kosten für die Autobahnen, die Umweltverschmutzung (keine Autos, keine Stickoxide), der Lärm, Terroranschläge,..
Man könnte viele wirklich umweltinteressierte hinter sich bringen. Es wäre ein langfristiges Ziel, dass alternative Mobilitätskonzepte vorsieht. Autos sollten aus der Stadt verband werden. Fahrrad, öffentlicher Nahverkehr in einer guten Taktung und Laufen sollten zur Fortbewegung dienen. Die Autoindustrie würde leiden. Keine Frage. Allerdings sind die Ressourcen die wir aktuell ins Auto stecken nicht weg. Sie könnten in andere Bereiche gesteckt werden. 

Der Wahlkampfslogan klingt schräg und in Deutschland würde sich niemand trauen ihn auszurufen. Donald Trump wollte eine Mauer bauen und die Menschen wählten ihn. In Deutschland versprechen die Politiker die Einschränkung der Freiheitsrechte und werden gewählt (Entschuldigung, sie versprechen Sicherheit). 
Der wesentliche Punkt ist, dass alle Parteien sich über diese Forderung aufregen würden. Es würde jede Menge sinnlose Talkshows geben und Zeitungsbeiträge. Man wäre medial präsent. Faktisch alle würden dagegen arbeiten. Das solche Strategie funktionieren kann zeigt die AfD. Sie lebt davon, dagegen zu sein. Warum sollten die Linken, SPD oder Grünen nicht auch den Mut haben alternative Wege zu gehen. Jeder der morgens durch laute Städte fahren muss, würde es am Ende toll finden, wenn die Autos verschwinden würden. Es ist ein langer Weg, mit vielen Problemen. Aber irgendwann muss man ja anfangen.

Chris

Unternehmensverbände

Wenn Vorstände von Unternehmensverbänden sich um die Arbeitnehmer sorgen, dann sollte man vorsichtig sein. Das gilt umsomehr, wenn solche Vorstände bei Lobbyorganisationen schreiben. Vor allem, wenn mit zu niedrigen Löhnen argumentiert wird, gleichzeitig aber keinerlei bestreben besteht diese zu erhöhen.
Meine Erfahrung lehrt mich, dass wenn Unternehmensverbandsvertreter etwas feiern und fördern, dass meist nichts gutes bei rauskommt. Die Exportfokussierung der letzten 15 Jahre ist eines dieser Resultate. Die Verbände feiern, was ihre Unternehmen zerstört. Interessanterweise setzt die INSM mein Aufruf zu Vorsicht damit gleich, dass es nicht in mein Weltbild passt, dass Unternehmen etwas gutes tun. Daran glaube ich tatsächlich. Der Verband ist allerdings eine Ebene darüber. Dort geht es um Lobbyarbeit und um das vermeintliche Wohl der meisten Unternehmen des Verbandes. D.h. Umweltauflagen können gut sein (für einzelne Unternehmen), man würde sie verbandsseitig in vielen Fällen torpedieren. Lohnerhöhungungen und Mindestlohn sind ebenfalls positiv für viele Unternehmen, dennoch würden sich die Verbände dagegen positionieren. Das liegt einfach daran, dass Die Verbandsvertreter BWLer sind, die auf einmal volkswirtschaftlich denken und arbeiten sollen.

Chris

Freitag, 23. Juni 2017

Die Demokraten in den USA haben Probleme

SPON schreibt Donald Trump blamiert sich im Weißen Haus - trotzdem können US-Demokraten nicht punkten und liefert die Analyse gleich mit. Ein wesentlicher Punkt ist, dass Anti-Trump zu sein nicht ausreicht. Die Demokraten müssten auf die Bedürfnisse der Bevölkerung eingehen. Tun sie es nicht und verstricken sich weiter in ihrer kleinlichen Machtpolitik werden sie keinen Erfolg haben. Ein wesentlicher Punkt wurde allerdings vergessen. Aus deutscher Sicht sind die Republikaner böse. Vereinfacht gesprochen. Allerdings ist Republikaner nicht gleich Republikaner. Man kann die Grünen aus Stuttgart nur bedingt mit den Grünen in Kiel vergleichen. Einzelpersonen beider Parteien können moderat bis radikal sein. Sie können gute Ideen haben oder auch nicht. Nur auf den Präsidenten zu schauen ist absurd. Trump wird einen Effekt haben, aber wie groß dieser ist, ist schwer zu sagen.

Chris

Dienstag, 20. Juni 2017

Effizienz

Es gibt Dinge die kann ich nicht nachvollziehen. Eines davon ist die Annahme, dass Märkte immer effizient seien. Diese These wurde in den 1970er aufgestellt und ist vielfach widerlegt worden. Wenn die Effizienzhypothese nicht generalisierbar ist, wie kann man sie dann als Begründung immer und immer wieder heransziehen? Mit ihr werden Privatisierungen begründet, Eingriffe des Staates ins Tarifrecht verhindert (natürlich nur, wenn es den Arbeitnehmern nützt), usw. 
Jeder der die Begründung hört, der Markt ist halt effizienter als der Staat muss sofort laut schreien
In welchen Zeiträumen? Für wen? Basierend auf welchen Messgrößen?
Wenn diese Fragen beantwortet werden, könnte man im Nachhinein die Aussagen prüfen. Der typische medial vorkommende Ökonom macht eine solche Aussage nicht öffentlich. Dann wäre er widerlegbar. Stattdessen feiert er sich als kritischer Wissenschaftler und ignoriert die Basis der Wissenschaft, die Falsifizierbarkeit von Modellen. 
Selbst wenn man logisch herangeht kann man einfach zeigen, dass Märkte nicht effizient sein müssen. Nur wenn man allerlei absurde Annahmen trifft, kann es zufällig passen. Ein Beispiel aus der Realität verdeutlicht das. Wenn in Händler die ganze Woche 24/7 Produkte verkaufen kann, dann ist das für gut und er gewinnt beträchtlich an Einfluss und Gewinn. D.h. die anderen Händler müssen nachziehen. Am Ende wird aber nicht wirklich mehr gekauft. Das Angebot bleibt schließlich gleich. Schlimmer noch, die Preise steigen, bzw. die Löhne sinken, da die Läden immer offen sein müssen und mehr Personal benötigt wird. Am Ende verlieren alle, außer diejenigen die jederzeit einkaufen können wollen. Der Markt ist also effizient und wieder nicht, je nach gemessener Größe. Da ein Mangel an kritischem Denken in der Politik (zumindest nach Außen) vorherrscht, werden solche Dinge nicht im Ansatz durchdacht und diskutiert.

Zusatz
Die Markteffizienzhypothese bezieht sich auf eine Hypthese zur Preisbildung an Märkten.

Chris

Freitag, 16. Juni 2017

Die drei Stufen des neoliberalen Rentenirrsinns.

Es wird propagiert, dass die Rente (Beitragssatz zu hoch!!!) viel zu teuer sei. Wir müssten das Rentenniveau sinken lassen, damit wir überhaupt wirtschaftlich überleben.

Stufe II
Die Renten sinken und reichen nicht mehr zum Leben. Man schiebt das auf die geringe Leistungsfähigkeit der gesetzlichen Rente und propagiert, dass wir bitte privat vorsorgen sollen. Der resultierende Beitragssatz wird ignoriert und liegt natürlich deutlich höher als im worst-case Szenarion von Stufe I.

Stufe III
Es wird propagiert, dass alles so bleiben muss wie es ist. Warum wird mit allerlei Zahlen versucht zu argumentieren. Der Fakt, dass es sich letztenendes um eine Verteilungsfrage handelt wird nicht betrachtet. Man muss sich überlegen ob man verteilen will und wo man es herholt. Alles Beiwerk, das man präsentiert, lenkt von diesem simplen Fakt ab.
Natürlich kann man sich eine Rente leisten die deutlich höher ist als heute. Wir diskutieren aktuell ob wir mal eben 2% des BIP für Rüstung ausgeben wollen. Jedes Jahr gibt es 1-2% mehr Wirtschaftsleistung zu verteilen. Die Frage ist also wofür. 

Wenn man bei der Bewertung der Rentenkosten gesamtwirtschaftlich denkt, dann sind die INSM Vorstöße der komplette Irrsinn. In der neoliberalen Denke ist die gezahlte Rente einfach weg. Dort kommt scheinbar niemand auf die Idee, dass das Geld auch an Unternehmen fließt, welche diese Lobbyorganisation vertritt. Die Renten werden ausgeben. Sie stabilisieren die Nachfrage und halten den Wirtschaftskreislauf am Leben. Rentner fahren in Urlaub, sie kaufen Schnickschnack für ihre Enkel, usw. D.h. Renten kosten nicht nur, sie bringen auch Einkommen.
Wieder stellt sich also die Frage, wollen wir diese Nachfrage an diese Personen verteilen oder nicht. Eine Bewertung auf reiner Kostenbasis ist absurd. Man muss den Nutzen entgegenstellen. Klar ist, wenn man schon mit Kosten argumentiert, dann sollte der Privatversicherungsmarkt ebenfalls betrachtet werden. Er ist teuer, wird steuerlich subventioniert und im Zweifelsfall vom Staat gerettet. Alles simple Fakten. Dennoch fallen ständig Politiker darauf rein. Der Grund ist einfach. Es klingt gut, es ist einfach, und es ist bunt.

Chris

Mittwoch, 14. Juni 2017

Schon wieder terroristische Taten

Die Attentäter töteten 106 Zivilisten darunter 42 Kinder. Ich bin endlich auch überzeugt. Es muss ein Ende haben. Wir müssen die radikalen Fundamentalisten ausweisen oder ins Gefängnis bringen. Wir müssen sie überwachen und Fußfesseln an sie klemmen. Alles, um die Bevölkerung zu schützen.

Chris

Montag, 12. Juni 2017

Die Ausrede gleich mitgeliefert


Das Beschäftigungsplus könne viel höher ausfallen, wenn nur genügend Fachkräfte zur Verfügung stünden.

Vor allem ist amüsant, dass Unternehmen folgende Aussagen treffen.

Der Fachkräftemangel zementiert sich als Top-Risiko aus Sicht der Unternehmen - und zwar in allen Regionen und vielen Branchen" 

Allerdings steigt die Zahl der befristeten Verträge und die Löhne steigen auch nicht wirklich in diesem Hochrisikobereich. Man sollte doch vermuten, dass man die Leistungsträger halten möchte. 
Alles in allem ein Beitrag den man sich vermutlich sparen kann. Es wird nicht zu den 750.000 Arbeitsstellen kommen. Wenn doch werden sie schlecht bezahlt sein. Es geht im Grunde darum der aktuellen Bundesregierung eine tolle Wirtschaftspolitik durch die Lobbyverbände zu bescheinigen. 

Chris

Wortwahl und Widersprüche

Macron ist ein Mann der Mitte schreibt SPON.
 
jahrzehntelangen Herrschaft der Rechts- oder Linksbündnisse wird Frankreich zum ersten Mal von einer Mehrheit der Mitte regiert. (..)
 Der Präsident benötigt zur Durchsetzung seiner radikalen Agenda 
Mal abgesehen davon, dass SPON und viele andere deutsch Journalisten lieber auf die durchgeführte Politik als auf die Labels der Parteien schauen sollten. Was bedeutet diese Aussage? Was ist diese ominöse Mitte? Niemand beantwortet das. Da wir Deutschen aber alles besser wissen und sich hier alle Parteien an dieser Mitte orientieren, muss es was gutes sein.
Macron macht also Politik für die Mitte mit einer radikalen Agenda???
Wird diese Agenda dieser Mitte (angenommen es ist bezogen auf den Mittelstand) nützen, oder wie in Deutschland schaden? Man braucht kein Prophet zu sein, um die Antwort zu wissen. Wenn SPON schreibt es ist Politik der Mitte mit einer radikalen Agenda, dann hangeln sich die neoliberalen Dogmatiker von einem Höhepunkt zum Nächsten. Endlich, endlich, noch jemand der unser krankes Weltbild als real annimmt. Nein es ist nicht falsch, nur die Menschen müssen endlich anfangen zu funktionieren wie wir glauben das sie funktionieren...

Chris

Mittwoch, 31. Mai 2017

Soviel zum sicheren Herkunftsland

Scheinbar hat es jetzt sogar Thomas de Maizere begriffen, dass Afghanistan kein sicheres Herkunftsland ist. Er hätte es wissen können. Einfach mal mit Ursula geredet und sich erklären lassen, warum man die Bundeswehr immer noch dort braucht, wenn es doch so sicher ist.
Leute wie Thomas de Maizere und Wolfgang Schäuble sind für mich zwei der besten Beispiele wie Unmenschlich Politik sein kann. Wir sind kein humanistisches Vorzeigeland!

Chris

Montag, 29. Mai 2017

Die alternative Welt des Herrn Schäuble

Entweder Wolfgang Schäuble lügt oder er führt regelmäßig seine totale Unfähigkeit komplexe Zusammenhänge zu verstehen aller Welt vor. 
Wolfgang Schäuble meint, es stehe nicht in der Macht des deutschen Staates die Löhne zu steigern.
Nehmen wir mal an diese Aussage stimmt. Dann ist die logische Folge
  1. Griechenlands "Reformen" bringen nichts,
  2. man kann die Hartz Gesetze einfach abschaffen,
  3. die Empfehlungen in Richtung Frankreich kann man sich sparen.
Alle diese Dinge sollen die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen. Wettbewerbsfähigkeit ist in diesem Zusammenhang eine besser klingende Bezeichnung für Preissenkung. Da alle wesentlichen Reformen den Arbeitsmarkt betreffen, bedeutet Kostensenkung automatisch Lohnsenkung, bzw. Reduktion der Lohnsteigerung.
Wenn also Wolfgang Schäuble Lohnsenkungen in anderen Staaten durch die Politik dieser Staaten fordert  und gleichzeitig sagt, man könne Löhne durch den Staat nicht beeinflussen ist das ein logisch nicht aufzulösender Widerspruch.
Noch klarer wird dies, wenn man sich vor Augen führt, dass der deutsche Staat viele Beschäftigte hat. Niemand zwingt ihn die Löhne im öffentlichen Dienst niedrig zu halten. Man könnte einfach diese Löhne steigern und so den öffentlichen Dienst als Konkurrenz zur Wirtschaft aufbauen. Diese müsste dann nachziehen. 
Man sieht also, Schäuble der in einer Regierung sitzt die vor alternativen Fakten und Fake News warnt, bedient sich genau diesen Mitteln um seine Politik zu verteidigen. In den vielen Jahren im politischen Geschäft hat er verlernt Fehler zuzugeben und/oder überhaupt erst zu erkennen.

Chris

Mittwoch, 24. Mai 2017

Wir brauchen mehr Optimismus

Das ist die Antwort der Öknomen auf die aktuellen wirtschaftlichen Probleme. Nicht die Ungleichheit, fehlende Einkommenszuwächse, niedrige Arbeitsplatzsicherheit und steigender Leistungsdruck ist verantwortlich, dass die Menschen negativ in die Zukunft schauen und weniger konsumieren. NEIN! Es wird zu wenig optimismus verbreitet. Die deutsche Bundesregierung zerählt den Bürgern wie toll es ihnen geht. Die Arbeitslosigkeit ist niedrig und uns geht es so super wie nie.
Wieviel positive Signale will man noch verbreiten, wenn die realen Zahlen dem gegenüber stehen. Schon lustig, wenn Ökonomen nicht mehr weiter wissen.

Chris

Sinnlose Aussage

Individuelles Zockertum ist jedem unbenommen, aber es darf nicht sein, dass der Staat diesen Zockern bei Verlusten unter die Arme greift: Der Markt kann Gier belohnen, der Staat darf es nicht.

Otto Graf Lambsdorff, (1926 - 2009), deutscher Politiker, Bundesminister für Wirtschaft, Bundesvorsitzender der FDP


Solche Aussagen kamen von vielen Politiker während der Hochzeit der Finanzkrise. Die Banken wurden trotzdem gerettet. Ein wesentliches Problem, was Herr Lambsdorf wie viele seiner liberalen Kollegen ausblendet, ist die Wechselwirkung der Zocker mit dem Rest der Gesellschaft. Klar sollten die Zocker haften, nur tun sie es in aller Regel nicht. Wenn die Deutsche Bank aufgrund von Fehlentscheidungen an der Spitze, trotz Warnungen aus dem eigenen Haus (aus niedrigeren Ebenen) pleite gehen sollte, dann ist das Management wunderbar abgesichert. Es trifft eben alle anderen nur nicht die Spitze. Mehr noch, es trifft auch alle die mit der Bank zusammengearbeitet haben und/oder die Einkommen der Mitarbeiter in Geschäften als Bezahlung von Gütern entgegengenommen haben. 
Das klingt komisch? Ist es aber nicht. Volkswagen ist diesbezüglich das aktuelle Paradebeispiel. Dort wurde betrogen. Die Messwerte wurden manipuliert. Die Strafzahlungen aus den USA trifft die Region Wolfsburg-Braunschweig. In Braunschweig wurde die kostenlose Kindergartenbetreuung abgeschaft. Leiharbeiter bekommen Probleme. Das irgendjemand an der Spitze ins Gefängnis oder zumindest eine hohe Strafe zahlen musste ist mir nicht bekannt. Das Risiko wird also auch ohne staatlichen Eingriff an die Allgemeinheit abgewälzt. Das ist kein Plädoyer für mehr staatlichen Eingriff. Es ist ein Plädoyer für eine Verringerung der Macht der Privatkonzerne. Wenn Unternehmen so groß sind, dass sie bei Versagen die Gesamtwirtschaft massiv Schädigen, gehören diese Unternehmen entweder verstaatlicht oder verkleinert. Gerade im zweiten Fall wäre der Einfluss auf die Politik geringer. 

Chris

Freitag, 12. Mai 2017

Neuer INSM Vorstoß gegen die gesetzliche Rente

Wer will Populismus sehen, der soll zur INSM gehen. Wie baue ich mir ein alarmistisches populistisches Weltbild? Ich lasse wesentliche Fakten weg.

1. Fakt
Produktivität. Wie ist die Entwicklung? Wie war die Entwicklung? Wie kompensiert diese Entwicklung den Wegfall der Erwerbstätigen?

2. Fakt
1993 37 Millionen Erwerbstätige --> 57000 Millionen Stunden wurden gearbeitet
1540h pro Erwerbstätigen
2013 41 Millionen Erwerbstätige --> 58000 Millionen Stunden wurden gearbeitet
1414h pro Erwerbstätigen

http://doku.iab.de/grauepap/2005/tab-az2004.pdf
http://doku.iab.de/grauepap/2014/tab-az13.pdf

Entwicklung der Rentnerquote 1/2,7 (1992) und 1/2,1 (2015) https://www.demografie-portal.de/SharedDocs/Informieren/DE/ZahlenFakten/Beitragszahler_Altersrentner.html

Weniger Menschen müssen mehr Rentner versorgen und die Durchschnittsarbeitszeit sinkt dabei. Vorschlag der INSM, wir müssen die Arbeitszeit verlängern?!

3. Fakt
Ein Erwerbstätiger finanziert nicht nur Rentner. Er finanziert auch alle Nichterwerbstätigen (Kinder, Arbeitslose, Kranke, usw.)
Was ändert sich, wenn Arbeitslose zu Rentnern werden? Die Belastung von
der Arbeitslosenversicherung verlagert sich in die Rente.

4. Fakt
Aussagen über das Jahr 2060 sind nicht möglich. 1980 hätte man die Wiedervereinigung nicht betrachtet. 1910 hätte man 2 Weltkriege und Pillenknick ignoriert.

Fazit
Jeder der diesen Quatsch unterzeichnet schadet sich selbst. Die obigen Aussagen halten keinerlei Fakten stand. Das es der deutschen Rente schlecht geht ist kein demographisches Problem, sondern ein rein politisches. In Österreich sind die gesetzlichen Renten deutlich höher, bei niedrigeren Kosten. Man musste in Deutschland halt die privaten Rentenversicherungen subventionieren.

Die Verlängerung des Eintrittsalters geht wieder in diese Richtung. Erst wird die gesetzliche Rente unattraktiv gemacht, dann schlägt man die private vor. Diese Vorschläge kommen von markttreuen unkündbaren Beamten, welche am Ende eine professorale Pension bekommen, welche es nicht betrifft.

Chris

Arbeitsplätze sind das falsche Ziel

Im Wahlkampf wird über Arbeit, Arbeitsplätze, Arbeitslosigkeit, usw. debattiert. Es geht vereinfacht darum, Arbeit zu schaffen. Der Witz ist, es ist genug Arbeit da. Jeder der eine Familie hat, kann sich nicht über einen Mangel an Arbeit beschweren. Daher ist das Ziel vollkommen verfehlt. Das Ziel muss die Schaffung von Einkommen sein. Menschen brauchen ein Einkommen, um zu leben. Das können sie über Erwerbstätigkeit generieren, aber auch Transferleistungen wie Sozialleistungen oder Zinsen. Politisches Ziel sollte es daher sein, eben diese Einkommen auf ein hohes Niveau für jede Person in diesem Land zu heben.
Der Fokus auf den Arbeitsplatz verdeckt genau diese Sicht. Wenn dann jemand in Arbeit ist, dann kann man eine Statistik feiern und im Nachgang ganz Kleinlaut wird die Bezahlung kritisiert. Da sind aber schon alle von der Party verschwunden. Wenn man die Einkommen ins Zentrum stellt, dann ist Arbeit auf einmal nur noch ein Mittel zum Zweck. Es gäbe eine Einkommenspolitik und keine Arbeitsmarktpolitik. Ziel ist ein lebenswerteres Leben und nicht Arbeit damit man arbeitet.

Chris

Montag, 8. Mai 2017

Trickle Down mal anders

Es ist nicht unwahrscheinlich, daß ein Anstieg der Körperschaftsteuer um einen Euro am Ende die Arbeitseinkommen um 50 Cent drückt. Und dies ist eine moderate Schätzung, in manchen Studien finden sich auch drastisch höhere Verteilungseffekte zu Lasten der Arbeitseinkommen.
 
Heißt übersetzt, dass man die Körperschaftsteuer nicht anfassen darf, weil sonst die Löhne sinken. Ich bin bei solchen Aussagen mehr als skeptisch.Vor allem ist es logisch widersprüchlich, wenn man sich die Motivation von Unternehmen anschaut. Körperschaftssteuer wird auf den Gewinn gezahlt. Erhöhe ich die Steuer sinkt der Gewinn. Nun soll das Unternehmen weniger Lohn zahlen, bzw. Leute entlassen. Hier fängt in meinen Augen der Widerspruch an. Unternehmen wären auch schon vorher in der Lage eben dieses zu tun. Dann wären die Gewinne noch höher. Warum sorgt also die Steuer dafür, die Löhne zu senken? 
Das man so etwas messen kann, bezweifle ich nicht. Nur ist die Frage, ob eine Steuererhöhung direkt zu einer Lohnsenkung führt, oder ob Sekundäreffekte und/oder kurzfristige Erwartungen diesen Effekt herbeiführen. Mir ist zumindest die obere Aussage zu einfach. Der Umkehrschluss wäre, dass eine Senkung der Steuer zu mehr Arbeit, höheren Investitionen und / oder höheren Löhnen führt. Dem ist nicht so, wie man am Beispiel Deutschland sehen kann.

Chris

Montag, 24. April 2017

Wir alle sind reich

Wenn ich solche Texte lese, dann wundere ich mich. Der Autor ein Liberaler argumentiert, dass jeder Mensch heute reicher ist als John D. Rockefeller vor 100 Jahren. Sein Fazit ist daher:

It means, at least given my preferences, I am today materially richer than was John D. Rockefeller in 1916.  And if, as I think is true, my preferences here are not unusual, then nearly every middle-class American today is richer than was America’s richest man a mere 100 years ago.

Was ist die Schlussfolrgerung aus solch einem Fazit. Uns allen geht es super und wir sollen uns nicht beschweren? Oder ist das Fazit früher war doch nicht alles besser? Oder ist das Fazit Reichtum ist relativ.
Meine Schlussfolgerung ist, dass diese Aussage A) teilweise falsch ist und B) unbrauchbar. Ein Rockefeller hätte sich damals viel Land und viele Immobilien kaufen können. Das hat er sicher auch. Ich kann das heute nicht. Wieso bin ich dann reicher als der reichste Mensch von damals? Wenn man dann sagt, ich bin reicher als diese Person, basierend auf meinen Präferenzen, dann ist das immer wahr (oder es kann immer wahr sein). Nur ist diese Aussage unbrauchbar. Wenn ich gerne hungere, dann bin ich reicher als der reichste, oder wie soll man eine solche Aussage verstehen.
Ich unterstelle daher, dass der Autor bewusst mit "uns geht es doch super in unserer hochtechnologisierten Welt" spielt. Folgt man seinen Aussagen spricht nichts dafür mehr in den soziale Ausgleich zu stecken. Schließlich sind wir alle Milliardäre. Für meine Unterstellung spricht, dass der Autor beim Cafe Hayek publiziert. Hayek war ein, in meinen Augen, Pseudoliberaler dessen Argumente für Freiheit und Markt auf Annahmen beruhen die nicht existieren und daher zwangsläufig in die Unterdrückung führen müssen. Warum Menschen Hayek folgen erschließt sich mir nicht, muss es vielleicht auch nicht.

Chris

Steuerliche Fake News

Beim Kampf gegen Fake News sind die Mainstream Medien nicht wirklich effizient, wenn sie diese selbst verbreiten. Die Behauptungen

Ein Single mit einem Bruttogehalt von 1940 Euro im Monat zahlt demnach 46 Prozent Steuern und Abgaben.
Ein alleinstehender Durchschnittsverdiener mit 3250 Euro muss mit 51 Prozent mehr als jeden zweiten Euro abführen. 

sind schlicht und einfach falsch. Jeder kann das Nachrechnen wenn er will. Es sind bei der ersten Aussage 31,25 % und bei der zweiten 38,29 %. Wie man auf die über 40% Belastung kommt, weiß ich nicht. Es suggeriert, dass der Staat einem alles wegnimmt. Wenn man dann noch die Subventionen und staatlichen Leistungen gegenrechnet, sieht es nochmal anders aus.

Chris

Sonntag, 16. April 2017

Samstag, 15. April 2017

Laut INSM gibt es keine relative Armut

In den Kommentaren zeigt die INSM ihr wahres Gesicht.

da das Armutsrisiko relativ ist, kann selbst bei steigenden Lebensverhältnissen, das Armutsrisiko steigen, obwohl es keinem schlechter geht. 

Was bedeutet dieses Aussage? Sie bedeutet singemäß, dass die relative Armut nicht existiert. Den Umkehrschluss könnte man ja auch mal ziehen. Steigende Steuern an der Spitze stören nicht, da es keinem schlechter geht, wenn dort mehr Steuern gezahlt werden.

Chris