Freitag, 19. August 2011

Ortners Kritik an Schirrmacher

Des Weiteren verschlechtern die Regierungen in den USA wie in Europa die legistische Qualität der Regulierung von Finanzmärkten erheblich; abermals gravierendes Staatsversagen. 

Was Herr Ortner vergisst ist, dass gerade die liberalen weniger Gängelung und einen befreiteren Finanzmarkt gefordert haben. Die Reduzieruzng der Regulierungen wurde unter großem Applaus in Deutschland unter Schröder und Steinbrück durchgeführt. Im Übrigen der Steinbrück, welcher sich heute als Retter des Finanzmarktes in Deutschland feiern lässt. Das angeführte Argument ist also keines. Man kann keinen möglichst freien Markt und möglichst wenig Staat fordern und es im Gegenzug als Staatsversagen abtun, wenn etwas schiefläuft. Nach diesem Prinzip wurde die Kirche unfehlbar und manch politisches System wurde es auch.

Chris

Kommentare:

  1. Naja- kann man schon. Die Neolibs wollen damit nur sagen, dass man nicht auf die Dummköpfe hätte hören sollen, die von der "dümmsten Theorie aller Zeiten" überzeugt sind und laut nach ihrer Umsetzung geschrien haben.
    Und tatsächlich, hätten unsere Gesundheitbehörden seinerzeit die Bagage komplett eingewiesen, wäre uns einiges erspart geblieben. Klares Staatsversagen ;-)

    Einzige Schwierigkeit war nur die Einordnung der Theorie:
    " Bei dem neoklassischen Gebilde handelt es sich um ein Sammelsurium mathematischer Modelle, die vorne und hinten nicht zusammen passen und eigentlich nur zeigen, dass die Verwendung von Mathematik allein einen horrenden Mangel an Logik nicht wettmachen kann.

    Die Kennzeichnung der Neoklassik als Wahnsystem wäre nicht korrekt, denn jedes anständige Wahnsystem ist doch zumindest in sich schlüssig und logisch konsistent. " Claus Peter Ortlieb

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  2. "die vorne und hinten nicht zusammen passen und eigentlich nur zeigen, dass die Verwendung von Mathematik allein einen horrenden Mangel an Logik nicht wettmachen kann."

    Da muss ich widersprechen. Die Modelle funktionieren schon. Nur leider lassen sich weder die notwendigen Parameter, noch die Beweise für die Funktionstüchtigkeit in der Realität erbringen. Das wird leider von vielen populären Ökonomen nicht im Ansatz erwähnt. Im besten Fall lässt sich ein Trend erklären. Absolute Wertungen sind unmöglich.

    Ich widerspreche Ortner auch nicht, dass es Staatsversagen ist wenn ein Staat seinen regulatorischen Pflichten nicht nach kommt. Allerdings darf kein Neoliberaler die Konsequenzen einer Entstaatlichung kritisieren. Schließlich fordert er sie die ganze Zeit.

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  3. Hi chriwi,

    das Problem sind die Prämissen.
    Wenn's dich interessiert kannst dort ja mal schmökern:
    http://www.math.uni-hamburg.de/home/ortlieb/

    oder dies:
    http://www.egbert-scheunemann.de/Say-und-die-Folgen.pdf

    Gruß
    Willi

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  4. Danke. Ich hab über den zweiten Link schon drüber gelesen. Dort wird zusammengefasst, was man auch bei Forum Systemfrage lesen kann. Die wesentlichen Probleme liegen eben in der Modellbildung. Das Modell des perfekten Marktes hat schlicht und einfach nichts mit der Realität zu tun. Dies wird (zumindest bei Stieglitz) selbst in Grundlagen VWL Büchern erläutert und es werden die Grenzen aufgezeigt. Im besten Fall kann man mit Hilfe dieses Modells Tendenzen verstehen. Das Problem hierbei ist, dass man sich auf Modellannahmen verlässt, um Realereignisse zu erklären. Wenn man nichts vom Atomunfall in Japan wüsste und nur die Wirtschaftsdaten hätte, dann könnte man der Logik der Modelle folgen und auf eine Lösung kommen. Diese würde aber nichts mit den realen Verhältnissen zu tun haben. Dieses extreme Beispiel verdeutlicht die Misere der Ökonomie. In einem chaotischen System haben kleine Ursachen unter Umständen große Wirkung. Somit sind Erklärungen und Vorhersagen immer abhängig vom genutzten Modell. Das wollen viele Ökonomen (egal welcher Richtung) nicht einsehen. Dabei sind in meinen Augen die Liberalen die Schlimmsten. Sie leugnen eine Beschreibbarkeit der Wirtschaft, fordern aber die Freiheit der Märkte als höchstes Gut. Ein Widerspruch in sich. Wenn man nicht weiß was passiert kann man sich streng genommen auf keine Position festlegen.

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