Donnerstag, 11. August 2011

Eine Steuersenkungsgleichung

Im Anhang dieser Studie findet sich eine Gleichung, welche die Nützlichkeit einer Steuersenkung "beweisen" soll. Interessant dabei ist, dass keine Aussage über die Art der Steuerratenfunktion noch über die Art der Wirtschaftswachstumsfunktion getätigt wird. Denn die Aussage, dass langfristig eine Kompensation der Steuerausfälle gegeben sein muss, gilt nicht in jedem Fall. Der funktionale Zusammenhang zwischen Steuerrate und dem Wachstum ist nicht gegeben. Somit kann man je nach Motivation alles und nichts ausrechnen. 

Chris

Kommentare:

  1. Nun weiß ich zwar nicht, was eine Wirtschafts-wachstumsfunktion sein soll, ich weiß aber, daß man sie überhaupt nicht braucht, um die Aussage zu belegen.
    Da steht folgendes: Wenn man die Steuern senkt, wächst die Wirtschaft. Das ist empirisch sehr, sehr gut belegt.
    hier als ein Beispiel mit recht extremen Ergebnissen.
    http://elsa.berkeley.edu/~cromer/RomerDraft307.pdf

    Da höhere Wirtschaftsleistung zu höheren Staatseinnahmen führen, lohnt es sich auch für den Staat die Steuern zu senken, da die höhere Wirtschaftsleistung und damit höheren Steuereinnahmen in der Zukunft die heutigen Mindereinnahmen wieder ausgleicht.

    Zumindest gilt das, wenn der Plaungshorizont des Staats lange genug ist. Das ist bei Politikern natürlich nicht der Fall. Die denken höchstens bis zur nächsten Wahl und daran, wie sie die gewinnen können.

    AntwortenLöschen
  2. "Da höhere Wirtschaftsleistung zu höheren Staatseinnahmen"

    Die erste Aussage stimmt, diese hier stimmt nicht zwangsläufig. Man muss sich nur den Grenzfall 0% Steuern ansehen. Dort gibt es keine Steuereinnahmen. Somit ist die die Kausalität zwischen höherem Wachstum und mehr Einnahmen nicht in jedem Fall gegeben. Es gibt einen Zusammenhang zwischen Wachstum und Steuereinnahmen. Wie dieser aussieht ist Spekulation. So kann dies in bestimmten Bereichen zu Mehreinnahmen führen. Es kann aber auch zu Mindereinnahmen führen. Je nach Annahme des Wirtschaftlers kann man das dann "belegen". Hinzu kommt, dass sich die Entwicklung der Steuereinnahmen über einen längeren Zeitraum sehr schlecht determinieren lässt. Hätte man 2000 die Steuern sehr stark gesenkt und der positive Effekt würde 2010 eintreten, dann läge eine Wirtschaftskrise dazwischen. Wie will man diese externen Effekte herausrechnen?

    AntwortenLöschen