Montag, 8. Oktober 2012

Was so passiert

 
Diesmal handelt der Podcast über das Thema Drohnen. Ist auf jeden Fall hörenswert, auch wenn man sich nicht für Waffen und Kriegsführung interessiert.
 
 
Aber nicht etwa, weil die Masse der Menschen weniger Einkommen hat, sondern weil
 
Der Verbraucherpreisindex große Anschaffungen wie Immobilien nicht abbildet
 
Wie viele Menschen in Deutschland dies tatsächlich betrifft schreibt er nicht. Auch der nächste Punkt des Beraters ist interessant.
 
Mayer sieht eine Spekulationsblase bei deutschen und amerikanischen Staatsanleihen. Die Folge seien niedrige Zinsen, die an den Ersparnissen der Bürger zehren.
 
Folgen wir der Logik. Es wird sich über die hohen Staatsschulden Sorgen gemacht. Diese sollen reduziert werden. Dabei sind die niedrigen Zinsen bei deutschen und amerikanischen Staatsanleihen ein Zeichen dafür, dass die Nachfrage hoch ist. Zum Beispiel von Lebensversicherungen
 
Wer streng regulierte Produkte wie Lebensversicherungen kaufe, werde in Anleihen gezwungen, wo die Niedrigzinsen voll zuschlagen.
 
Mich würde es nicht wundern, wenn demnächst die Forderung nach der Aufweichung dieser Regeln kommt. Es geht den Banken und Versicherungen auch nicht darum eine vernünftige Rente zu zahlen, sondern Geld zu verdienen. Die aktuellen Zinsen geben das kaum her. Also weg mit der Sicherheit.
 
 
Diese Meldung verdeutlicht zwei Dinge. Zum Einen funktioniert die Propaganda des engeren Gürtels immer noch. Zum Anderen existiert der immer wieder unterstellte Egoismus der älteren Generation, welche eine hohe Rente haben will und damit die arbeitende Generation ausblutet, nicht.
 
 
Gratulation Herr Steinbrück. So macht man sich Populär und wird Bundeskanzler. Jeder kleine Beamte muss seine Nebentätigkeiten offenlegen damit nicht der Verdacht entsteht er könnte korrupt sein. Für einen Bundeskanzlerkandidaten, welcher zudem vom Volk (zumindest teilweise) bezahlt wird gilt das natürlich nicht.
 
Chris

Kommentare:

  1. Daß der CPI viele Sachen nicht abbildet ist sehr schlimm. Nicht nur, weil sich manche Menschen dann eventuell kein ganz so großes Haus mehr leisten können.
    Das wirkliche Problem ist, daß das auch eine Form von Inflation ist, genauso wie steigende Aktienkurse auch. Die letzten Jahre zeigen doch deutlich, daß die konventionellen Inflationindizes in einer globalisierten Welt mit Preisdruck bei Konsumgütern nicht mehr funktionieren.
    Der Berater hat auch mit dem Rest Recht. Auch auf die Gefahr hin, daß ich mich wieder wie ein troll anhöre. Die Welt ist einfach viel komplizierter als Du Dir das vorstellt und Du hast ganz offensichtlich keine Ahnung von Wirtschaft. Warum maßt Du Dir da eigentllch ständig eine Meinung zu an?

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    1. "Das wirkliche Problem ist, daß das auch eine Form von Inflation ist, genauso wie steigende Aktienkurse auch."

      Natürlich ist das eine Form der Inflation. Allerdings trifft sie wohl kaum die breite Masse. Wieso soll dort also Angst geschürt werden?

      "Die Welt ist einfach viel komplizierter als Du Dir das vorstellt und Du hast ganz offensichtlich keine Ahnung von Wirtschaft."
      Natürlich ist die Welt komplizierter. Wenn mir ein Bankberater, welcher primär seine Produkte verkaufen möchte, mir die Welt erklärt werde ich vorsichtig. Ebenso vorsichtig sollte man sein, wenn ein Gebrauchtwagenhändler ein Auto verkauft, oder eine Pharmafirma ein neues Medikament. Das heißt nicht, dass alles immer schlecht ist, aber man muss die Motivation der Verkäufer im Hinterkopf haben.

      "Warum maßt Du Dir da eigentllch ständig eine Meinung zu an?"
      Offensichtlich maßt du dir auch eine Meinung an. Sonst würdest du mich nicht kritisieren. Ein paar Argumente wären natürlich schön. Dann könnte man diskutieren. Keine Ahnung von Wirtschaft ist kein haltbares Argument. Es gibt bei der Erklärung von wirtschaftlichen Problematiken eben mehr als eine Sichtweise.

      Was ist zum Beispiel an der Sichtweise falsch, dass die Zinsen aufgrund der hohen Nachfrage von zum Beispiel Lebensversicherungen niedrig seien? Der Schluss, dass die Rendite von sicheren Anleihen dadurch mehr als gering ist, ist naheliegend. Das Banken dann eventuell fordern könnten die Regulierungen in diesem Bereich aufzuweichen ist ebenso naheliegend. Schlussendlich wollen diese Geld verdienen. Das schafft man eben nicht, wenn man den volkswirtschaftlichen und gesellschaftlichen Nutzen im Hinterkopf hat, sondern primär den betriebswirtschaftlichen.

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  2. Die Nachfrage nach amerikanische, britischen und deutschen Staatsanleihen ist wie du richtig beschreibst sehr hoch. Die Frage ist allerdings, ob dies berechtigt ist, oder ob wie Mayer behauptet, nicht Regulierungen der Grund dafür sind und darüberhinaus Fehleinschätzungen der Anleger. In Europa werden Anlagen in vermeintlich riskanten Krisenstaaten derzeit gemieden. Die zunächst kaum vorhandene Zinsspreizung von Anlagen innerhalb der Eurozone wird nun deutlich übertrieben. Ich kann mich noch erinnern wie der staatlich unterstützte Kapitalvernichter Commerzbank auf dem bisherigen Höhepunkt der Eurokrise stolz verkündete, man habe das Engagement in italienischen Staatsanleihen stark reduziert. Nach bisherigen Entwicklungen war dies schon wieder ein schwerer Fehler. In der Tat sind die niedrigen Zinsen aber auch ein Signal für den Staat die Kreditaufnahme auszuweiten. So könnte er die Nachfrage stärken, die anderenorts aufgrund der Kapitalflucht stark zurückgeht.
    In den USA und in Großbritannien ist es die Zentralbank die erhebliche Anteile der Staatsanleihen aufgekauft hat und vermutlich zwingen auch dort Regulierungen viele Anleger in diese Anlageklasse. Dies sollte einen renditebewussten Anleger davon abhalten dort auch zu investieren. Was ja auch einer der Gründe ist, warum die Zentralbank diese Aufkäufe durchführt. Anleger sollen dazu bewegt werden mehr reale Güter nachzufragen oder indirekt über riskante Anlagen dazu beitragen, dass andere dies tun.

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    1. "Die Frage ist allerdings, ob dies berechtigt ist, oder ob wie Mayer behauptet, nicht Regulierungen der Grund dafür sind und darüberhinaus Fehleinschätzungen der Anleger."

      Natürlich sind Regulierungen zu einem gewissen Maß dafür verantwortlich. Die Lebens- und Rentenversicherer brauchen Anlagen mit den höchsten Bewertungen. Gibt es wenige davon, dann steigt die Nachfrage. Natürlich könnte man diese Regeln aufweichen. Allerdings ist die Frage wie zukunftssicher dann diese Arten der Versicherungen noch sind. Im Zweifelsfall müsste dann der Staat wahrscheinlich wieder rettend eingreifen.

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