Dienstag, 12. Juni 2012

Gauck der Präsident der Freiheit fordert die Deutschen zu mehr Krieg auf

Aussagen

Gauck hat die Deutschen zu größerer Offenheit für Auslandseinsätze der Bundeswehr aufgerufen und zugleich eine gewisse Ignoranz der Bürger gegenüber den Streitkräften bemängelt.


Das die Menschen in Deutschlan die Armee ignorieren finde ich persönlich nicht weiter schlimm. Sie hat ihre Berechtigung, sollte aber nicht wie in den USA als Ansammlung von Helden stilisiert werden. Gauck hat aus der Geschichte scheinbar wenig gelernt. Denn seine Aussage:

Er stelle in der Bevölkerung auch eine Tendenz zum "Nicht-Wissen-Wollen" fest, kritisierte Gauck
trifft auf ihn im stärkeren Maße zu. Er will nicht wissen, dass es tote Zivilisten aufgrund des Einsatzes der Bundeswehr in Afghanistan gab. Er will nicht wissen, dass es sich um einen Angriffskrieg handelt.
Es sei zwar menschlich, nicht mit Leid und Terror behelligt werden zu wollen, sagte Gauck. "Und dass es wieder deutsche Gefallene gibt, ist für unsere glücksüchtige Gesellschaft schwer zu ertragen." Aber: "'Ohne uns' als purer Reflex kann keine Haltung sein, wenn wir unsere Geschichte ernst nehmen", mahnte der Präsident.
Die Abscheu gegen Gewalt sei zwar verständlich, und Gewalt werde immer ein Übel bleiben. "Aber sie kann - solange wir in der Welt leben, in der wir leben (...) - notwendig und sinnvoll sein, um ihrerseits Gewalt zu überwinden oder zu unterbinden", betonte Gauck.

Auch hier könnte man Gauck Geschichtsvergessenheit unterstellen. Durch Krieg entsteht Terror und Gewalt. Wenn die Deutschen gegen Kriegseinsätze haben diese es wenigstens verstanden.

Gerade Deutschland wisse, dass Frieden, Freiheit und die Achtung der Menschenrechte vielfach nicht von allein entstünden. "Freiheit ist ohne Verantwortung nicht zu haben, sie entbehrt auch ihres Wertes und ihrer Würde ohne diesen Begriff", sagte der Präsident. Dies sei für Soldaten selbstverständlich, nicht aber in der Gesellschaft.

Ein wenig Sodaten- und Freiheitsethos muss dann schon eingestreut werden. Wie sonst kann Gauck die Sinnlosigkeit der aktuellen Kriegshandlungen erklären. 

"Freiheit und Wohlergehen sehen viele als Bringschuld der Demokratie und des Staates", kritisierte Gauck. "Manche verwechseln Freiheit mit Gedankenlosigkeit, Gleichgültigkeit und Hedonismus." Eine funktionierende Demokratie erfordere aber auch Einsatz, Aufmerksamkeit, Mut "und eben manchmal auch das Äußerste, was ein Mensch geben kann: das Leben, das eigene Leben". 

Das stimmt ja alles, aber wieso muss die Bundeswehr die deutschen Werte in andere Länder verschiffen? Wer gibt uns das Recht dazu? Das beantwortet Gauck nicht. Wenn die Bundeswehr in Form eines UNO Mandats eine humanitäre Mission hat, dann würde ich persönlich sagen das dies in Ordnung geht. Gauck fordert aber Einsätze zu Verteidigung der deutschen Freiheit. Diese wird nirgendwo auf der Welt im Moment bedroht.


Gauck, der in der DDR als Bürgerrechtler aktiv war, würdigte die Bundeswehr als Parlamentsarmee im Gegensatz zur NVA, die eine unmenschliche Grenze gegen das eigene Volk militärisch abgesichert habe. "Diese Bundeswehr ist keine Begrenzung der Freiheit, sondern eine Stütze unserer Freiheit", betonte Gauck. Die Bundeswehr habe sich von unseligen militärischen Traditionen gelöst und sei heute fest verankert in einer lebendigen Demokratie. "Sie hat unser Zutrauen verdient", erklärte Gauck. 

Sinngemäß fordert Gauck, dass sich genau das ändert. Laut Grundgesetz ist die Bundeswehr eine Verteidigungsarmee. Was verteidigen wir am Horn von Afrika oder Afghanistan? Mir war neu, dass diese Teile der Welt zu Deutschland gehören.

Wer sind die Gewinner?

Wem nützt Gauck, wenn er versucht dem deutschen Volk Auslandseinsätze schmackhaft zu machen?

Den Soldaten sicherlich nicht. Wenn ihr Ansehen steigt fühlen sie sich vielleicht besser. Dennoch sind sie es die ihren Kopf hinhalten für die Ideale oder Interessen der Politiker. Wem nützen Orden, wenn man das Bein verloren hat? Die Ausrede "die sind ja freiwillig da" relativiert sich spätestens seit die Bundeswehr (ähnlich wie in den USA) als Aufstiegschance aus den Hartz 4 Ghettos gesehen wird. Akademikerkinder brauchen diesen Weg nicht zu gehen und das Leid des Krieges wird eher akzeptiert, schließlich sind die Soldaten freiwillig dort.

Bleibt die Frage wem es nützt. Die Antwort ist eigentlich einfach. Denn sie trifft seit Jahrtausenden zu. Krieg nützt den Mächtigen. Indem Ressourcen und Transportrouten gesichert werden, können deutsche Unternehmen billig produzieren und machen mehr Gewinn. Auch treiben Kriegen den Waffenverkauf an. Unsere Politiker können sich als freiheits- und demokratieliebende Menschen sehen. Intervenieren sie in verschiedenen Ländern, dann steigt der weltpolitische Einfluss.

Wer sind die Verlierer?

Die Verlierer blendet Gauck bewusst aus. Er erwähnt nicht, dass Zivilisten erschossen werden und es den humanen Krieg nicht gibt und auch niemals geben wird. Er vergisst die traumatisierten, verstümmelten Soldaten. Er muss schließlich nicht an die Front. Die Ausrede, dass man schließlich Völker befreien will ist Unsinn. In Libyen hatte man prächtig mit einem Diktator zusammengearbeitet, nach Saudi Arabien liefert man sogar Panzer die bei der Unterdrückung der in der Region lebenden Menschen helfen.

Fazit

Für Gauck verteidigt die Bundeswehr die Freiheit. Vor wem und was spart er sich aus. Worthülsen sind einfacher zu verbreiten. Die Menschen wollen keinen Krieg und haben die richtigen Gedanken. Indem man ihnen ein schlechtes Gewissen macht, kann man dies ändern. Die Frage ist, ob wir das wollen. Zur Demokratie gehört auch der Frieden. Den erreicht man eben nicht durch Krieg, sondern durch Diplomatie und die Bekämpfung von wirtschaftlicher Ungleichheit auf der Welt. Somalische Fischer müssen keine Piraten werden, wenn die EU Hochseeflotte das mehr vor der Küste nicht leerfischt. Etliche afrikanische Länder würden sich besser entwickeln, wenn man den Diktatoren keine Kredite gewähren würde. Gesetze zu Förderung von Fair Trade Handel und vieles mehr wären vernünftige und nachhaltige Mittel zur Bekämpfung der Armut. Haben Menschen einen höheren Lebensstandard ziehen sie seltener in den Krieg. Nur wer wenig oder nichts zu verlieren hat tut dies.
Chris

Kommentare:

  1. Hallo,
    ich habe ja nichts Gutes vermutet, als er Präsi wurde, aber diese "Rede" schlägt dem Fass den Boden aus...
    Unerträglich dieser Typ. auf welchem Planeten lebt der?
    Gott bewahre uns vor disem Pfaffen
    Gruß Christine

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  2. Warum sind es eigentlich immer die gleichen Länder, die hier kritisiert werden?

    Ich glaube ja, daß das übliche Friedensgerede der Linken nur ein Vorwand ist, um endlich einmal über die westliche Welt und ihren bösen Kapitalismus herziehen zu können.
    Die Rechte der Frauen unter den Taliban interessieren sie schließlich überhaupt nicht. Es interessiert sie auch nicht, wenn im Iran Schwule erhänht werden. Es interessiert sie auch überhaupt nicht, wie die Lage der religiösen Minderheiten im Rest der Welt ist. Es interessiert sie auch nicht, was in Syrien so passiert.

    Und nun fangt bitte nicht mit Werterealtivismus an! Entweder Werte gelten überall und generall. Dann haben wir auch die Pflicht sie überall und generell durchzusetzen. Alles andere wäre rassistisch, da einen dann ganz offensichtlich fremde Menschen einen Dreck interessieren. Oder Werte gelten nur für jeden Menschen einzeln und er muß sich sie selbst suchen. Dann gibt es allerdings überhaupt keinen Grund, sich über das Verhalten anderer Menschen zu beschweren. Sie haben eben ganz einfach ein anderes Moralverständnis und das hat man dann zu respektieren.

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    1. "Ich glaube ja, daß das übliche Friedensgerede der Linken nur ein Vorwand ist, um endlich einmal über die westliche Welt und ihren bösen Kapitalismus herziehen zu können."

      Ein schöner Glaube. Wenn ich über die Rede des Bundespräsidenten über Bundeswehreinsätze schreibe ist es nur logisch, dass es um Deutschland geht oder?

      "Es interessiert sie auch nicht, was in Syrien so passiert."
      Was passiert da? Sagen sie es mir. Die Berichte aus Syrien sind nicht so eindeutig wie sie glauben. Die oppositionellen Truppen verbreiten Lügen und begehen Verbrechen wie eben auch die Regierungstruppen. Das liegt an der Natur des Krieges. Welche Seite ist besser. Nun kann man sagen Assad sollte zurücktreten. Okay, aber im Gegenzug kann ich fragen warum Wasserwerfer in Stuttgart auf Demonstranten feuerten. Man hätte doch einfach den Bau des Bahnhofs einstellen können. Es ist eben nicht so einfach wie uns die Medien gerne verkaufen. Wenn man bestimmte Bilder hinterfragt, dann ist man links, Kapitalismusfeindlich und gegen alle westlichen Staaten.

      "Die Rechte der Frauen unter den Taliban interessieren sie schließlich überhaupt nicht."
      Woher maßen sie sich an zu wissen, wie es den Frauen der Taliban geht? Ähnlich der Diskussion über den Verbot des Schleiers oder eines Kopftuch setzt man sich über religiöse und gesellschaftliche Entwicklungen hinweg. Wer sind wir, dass wir uns das anmaßen? Damit sage ich nicht, dass ich bestimmte Entwicklungen unterstütze. Aber mit Gewalt wird man die Menschen wohl kaum aufklären. Nur durch Bildung und Zeit.

      "Entweder Werte gelten überall und generall. Dann haben wir auch die Pflicht sie überall und generell durchzusetzen."

      1. Wer legt diese Werte fest und worin bestehen sie? Die Menschenrechte sind ein Ideal das ich untersütze. Das erste grundlegenden Recht ist das

      "Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit"

      Wie kann man dieses Recht durch Krieg durchsetzen?

      Viele weitere Menschenrechte gelten nicht annähernd in unserer Gesellschaft. Da hätten wir genug bei uns zu tun bevor wir Kriege in andere Regionen tragen.
      2. Wo liegt die rechtliche Grundlage der Wertdurchsetzung? Sie dürfen auch niemanden richten, auch wenn er schuldig ist. Genau das fordern sie aber. Auf der einen Seite wird die Angst der Islamisierung gelebt auf der anderen Seite wird eine verwestlichung anderer Gesellschaften betrieben. Dürfen diese Menschen nicht diese Angst haben?

      3. Beinhalten diese Werte, dass man ein Land in dem sie nicht gelten Bombadieren darf?

      4. Wir führen Kriege zur "Befreiung" von Menschen und finanzieren im Gegenzug diktatorische Regim. Ist das nicht etwas scheinheilig? Sollte man nicht erst einmal mit der Finanzierung aufhören bevor man Kriege führt?

      5. Wir können wir beurteilen, dass es der Bevölkerung unter oppositionellen Gruppen deutlich besser geht? Libyen ist ein aktuelle Beispiel wie wirksam Krieg ist.

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  3. "In jedem Lande gibt es eine Kriegspartei, d. h. Leute, die auf Grund von Beobachtungen, Forschungen, eigenen oder fremden Theorien, oder sonstwie zu der Meinung gelangt sind, dass der Bürger- und Völkerfrieden eine Schwärmerei sei. Wer aber nicht an den Frieden glauben kann, glaubt notwendigerweise an den Krieg und wirkt für den Krieg durch sein ganzes Tun und Lassen. Wenn er auch kein eingeschriebenes Mitglied der eigentlichen Kriegspartei ist, so kann man ihn doch als Mitläufer rechnen. Es ist dabei durchaus nicht nötig, dass der Betreffende etwa den Krieg wünscht und Freude bei seinem Ausbruch empfindet. Es genügt, dass er an die Unvermeidlichkeit der Kriege glaubt; der Rest kommt dann ganz von selbst."

    Silvio Gesell (aus "Die Natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld", 1916)

    Dass ein studierter Theologe (Moralverkäufer) wie Herr Gauck nicht an den Frieden glauben kann, ist nicht weiter verwunderlich, denn erst die Religion (Rückbindung auf den künstlichen Archetyp Jahwe) machte den Kulturmenschen "wahnsinnig genug" für die Benutzung von Geld (Edelmetallgeld ist immer Zinsgeld), lange bevor diese seitdem grundlegendste zwischenmenschliche Beziehung wissenschaftlich erforscht war.

    Aus dem anfänglichen Wahnsinn mit Methode wurde ein gänzlich irrationaler Wahnsinn ohne Methode (Cargo-Kult um die Heilige Schrift), der die halbwegs zivilisierte Menschheit bis heute davon abhielt, den eigentlichen Beginn der menschlichen Zivilisation, die Natürliche Wirtschaftsordnung (Marktwirtschaft ohne Kapitalismus = echte Soziale Marktwirtschaft), und damit allgemeinen Wohlstand auf höchstem technologischem Niveau, eine saubere Umwelt und den Weltfrieden zu verwirklichen.

    http://www.anww.de

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