Montag, 19. August 2013

Über den Vortrag von Hans-Hermann Hoppe

Ein teilweise gruseliger Vortrag über die Freiheit, oder das was ein gealterter Professor in seiner ideologischen Welt darunter versteht. Professor Hans-Hermann Hoppe legitimiert nicht nur Steuerbetrug, sondern plädiert gegen die Abschaffung des Sozialstaats und der Demokratie. In gewisser Weise ist das konsequent. Seine Kernthese ist, dass alle die erfolgreich sind; klüger, besser, wichtiger für die Gesellschaft sind. Somit haben sie ihren Status verdient. Die Armen sind faktisch alle zu dumm und aus diesem Grund verdienen sie es auch am unteren Ende zu stehen.
Leider vernachlässigt der liebe Professor so einiges aus der realen Welt und der Geschichte die dazu gehört. Er erläutert nicht, dass etliche Vermögen nicht aufgrund von Intelligenz, sondern aufgrund von Skrupellosigkeit entstanden, bzw. vermehrt worden sind. Die Familie Quant (Zwangsarbeiter) und die Firma Pfister (willkürliche Medikamententests in Afrika) seien nur zwei Beispiele.  Es wird nicht erläutert warum gerade Intelligenz das Maß aller Dinge sein muss und sollte. Nur wenn man, wie Hoppe fordert, Eigentum als Natur gegeben voraussetzt, funktioniert diese Annahme vielleicht. Man erlaubt dann nicht dem Besten Eigentum anzuhäufen. Denn der Beste wäre in dem Fall, unter Umständen, der körperlich Starke der sich das Eigentum einfach nimmt. Hoppe hebt also seine Bildungsbürger hervor. Sie sind etwas besonderes. Das kann er logisch beweisen, da seine Annahmen zu diesem Schluss führen müssen.
Hoppe baut sich also ein Weltbild wie er es braucht. Arme sind Schmarotzer und Parasiten, der Staat sowieso. Interessanterweise verbreitet er seinen Vortrag über ein Medium, das es ohne staatliche Forschung nicht gegeben hätte, das Internet. Er verwendet tagtäglich Straßen, isst Essen welches nicht vergiftet ist und atmet saubere Luft. Er lebt in keinem Reichenghetto und kann die Straße überqueren ohne überfahren zu werden, da es Regeln für den Straßenverkehr gibt. Er genoss die staatliche Schulbildung und promovierte innerhalb des staatlichen Systems. Er war also selbst einer seiner Parasiten. Würden seine Thesen stimmen, wäre er ein solcher Parasit geblieben. Im Grunde blieb es auch. Er lehrte an einer staatlichen Hochschule (University of Nevada) über viele Jahre. Wann stellte er sich dem Wettbewerb, wann zeigte er Unternehmertum und ließ sich vom Markt für sein Denken bezahlen? Hoppe ist einer der typischen Prediger, die Wasser rufen und Wein trinken. Er ist ein Parasit, da er von einem System lebt, dass er versucht zu zerstören. Arme Menschen die staatliche Leistungen erhalten wollen, dass diese Bezüge weiter fließen. Viele wollen Arbeit, um nicht weiter von Leistungen abhängig zu sein.
Professoren wie Hoppe nicht. Sie nehmen die Bezüge mit, leben gut und beschweren sich dann, dass die Steuern zu hoch sind. Er würde auch jubelnd in seinem Publikum sitzen und Herrn Hoeneß für die Steuerhinterziehung feiern. Wenn dann kein Geld für seine Pension da wäre, würde er jammern. Denn das verletzt ja den geschlossenen Vertrag.

Chris

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