Dienstag, 8. Februar 2011

Inflation

Ob die Unternehmen die Preise erhöhen, ist häufig abhängig von ihrer Marktmacht. Dort wo kein oder wenig Wettbewerb herrscht, kann das Management seine Preisvorstellungen und Verteilungsansprüche durchsetzen. Die Energie- und Nahrungsmittelmärkte sind nur die prominentesten Beispiele. Hier sind Politik, Kartellamt und Regulierungsbehörden aufgefordert gegen die marktbeherrschende Stellung einzelner Unternehmensgruppen vorzugehen. Ordnungspolitischer Anspruch und Realpolitik klaffen jedoch bei Brüderle, Westerwelle & Co weit auseinander. Wer aber ständig über Inflationsgefahr redet, darf von Marktmacht nicht schweigen.

Dass das Leben in den letzten Monaten teurer geworden ist, darf für die Gewerkschaften kein Anlass sein, sich in Bescheidenheit zu üben. Mittel- bis langfristig steht uns keine Inflation ins Haus. Für die Preise sind noch immer die Unternehmen verantwortlich. Ihre Gewinnansprüche entscheiden letzten Endes über die Höhe der Güterpreise. Lohnzurückhaltung ist kein Schutz vor Inflation, sondern Futter für die Gewinne.


Das sind wahre Worte des Tagesspiegel. Auf duckhome wird passend gefragt

Wenn jemand z.B. jede Minute eine 500 Euro teure Auspuffanlage fertigstellt und dafür 20 Euro Stundenlohn bekommt, um wieviel Prozent müsste dann der Preis der 500 Euro teuren Auspuffanlage steigen, um selbst eine 10-prozentige Lohnerhöhung gegenfinanzieren zu können?


Wenn man natürlich das einfache Weltbild hat, dass Löhne = Inflation ist dann kann man dies nicht sehen. Wieso die Gewinne dabei im Übrigen nie eine Rolle spielen wird nicht erklärt. Denn ein Steigen der Selbigen hat scheinbar keinen Einfluss auf die Inflationrate. Dabei wird immer behauptet, das die Gewinne letztenende auch konsumiert werden.

Chris

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