Donnerstag, 13. Januar 2011

Zitat

Der freie Markt ist nicht, wie die heutige Wirtschaftsphilosophie gemeinhin annimmt, naturgegeben; er stellt sich auch nicht einfach her, wenn politische Eingriffe in das Marktgeschehen ausbleiben. Blickt man zurück in die Geschichte, so ist die freie Marktwirtschaft eine seltene und kurzlebige Abweichung vom normalen Lauf der Dinge. Die Norm sind regulierte Märkte; sie sind es, die in jeder Gesellschaft von selbst entstehen. Die freie Marktwirtschaft dagegen ist ein Geschöpf staatlicher Macht. Die zum Inventar der Neuen Rechten gehörende Vorstellung, freie Märkte und geringstmögliche Intervention der Regierung gehörten zusammen, stellt die Wahrheit auf den Kopf. ... Freie Märkte können nur durch die Machtmittel eines zentralisierten Staates geschaffen werden. Als dessen Schöpfungen sind freie Märkte nicht in der Lage, ohne starken Staat zu bestehen.


Quelle: Systemfrage21

Anmerkung: Bei näherer Betrachtung wird klar wie war dieses Zitat ist. Ohne einen starken Staat wird ein freier Markt nicht existieren können. Schließlich müssen Preisabsprachen, Monopole, Korruption, Bestechung, etc. vermieden werden. Diese rechtliche Seite sahen auch die Urliberalen Mises und Hayek. In diesem Bereich gestanden sie also einen staatlichen Handlungspielraum zu. Damit die Menschen in diesem Land die Gesetze befolgen muss ein gewisses Maß an sozialer Stabilität gewährleistet sein. Diese kann man durch soziale Absicherung oder durch eine starke Polizei (was nicht sehr freiheitlich wäre) gewährleisten. Lässt man beides weg, dann würden nur im Falle einer relativ gleichmäßigen Wohlstandsverteilung die Stabilität in meinen Augen gewährleistet bleiben. Dies kann und wird der Markt nicht generieren, zumindest nicht ohne Regeln. Bei sozialer Instabilität folgen Unruhen und ggf. eine Revolution. Ein Blick in die Geschichte zeigt dies. Die soziale Komponente wird meist außer acht gelassen. Die Annahme, dass ein möglichst freier Handel den Wohlstand aller maximal steigert, ist ein Ideal. Real ist, dass die "Großen" den "Kleinen" Dinge aufzwängen können (warum sonst funktioniert z.B. Werbung?). Die Macht des Kunden existiert nur, wenn man diese unter einem Banner vereint. Das wird selten bis gar nicht geschehen. Somit ist der Glaube, das ein möglichst unregulierter freier Markt das absolute Optimum darstellt in meinen Augen ein Mythos. Dieser Glaube ergibt sich aus Modellen und Logik, welchen Annahmen vorrausgehen die nicht erfüllbar sind.

Chris

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