Dienstag, 15. Januar 2013

Oswaldsche Widersprüche, Halbwahrheiten und Absurditäten

Oh man. Die Beiträge von Oswald Metzger werden immer schlimmer.
statt die Ursachen der desaströsen US-Budgetpolitik in den Fokus seiner Lösungsvorschläge zu stellen – explosionsartiger Anstieg der Staatsschulden wegen hoher Rüstungs- und Sozialausgaben

Wo ist der Hinweis auf die desaströse Steuersenkungs + Bankenrettungspolitik?
Diese sind zentral, wenn man die hohe Verschuldung verstehen will. Man muss begreifen, dass hohe Geldvermögen auf der einen Seite immer zu einer hohen Verschuldung irgendwo anders führen müssen. Müssen ist hierbei das Zauberwort. Wenn Metzger fordert, dass die Verschuldung sinken soll, dann muss er irgendwo Vermögen senken.

Über Sparmaßnahmen will Krugmann erst garnicht diskutieren; diese würden die Konjunktur abwürgen. Er plädiert – wie immer – für expansive Fiskalpolitik. Doch seine eierlegende Wollmilchsau, sprich –Münze, erinnert mich eher an jene Hyperinflationszeiten, als in der Weimarer Republik Banknoten mit Milliarden- und Billionenbeträgen gedruckt wurden.

Herr Metzger diskutiert nicht über die zerstörerische Deflationspolitik in Weimar. Diese hat ins Dritte Reich geführt und zu einem Weltkrieg. In Spanien hat sie zu 56% Jugendarbeitslosigkeit geführt und in Griechenland zu Dauerstreiks. Das ist natürlich eine nachhaltigere Politik.
Doch kreditfinanzierter Wohlstand ist auf Sand gebaut.

Herr Metzger wird wohl zum Marxisten? Er meint, dass der Kapitalismus auf Sand gebaut ist. Fast jede Investition basiert auf Krediten und steigert den Wohlstand.
Dass die Pensionszusagen der beamteten Staatsdiener in Deutschland nicht durch Rücklagen gedeckt sind, passt zur Leichtfertigkeit, mit der die Politik generell Leistungszusagen für Millionen Menschen ohne solide Finanzierung verspricht.

Was ist denn eine solide Finanzierung? Soll Geld auf ein Konto gezahlt und mit den Zinsen sollen die Pensionen der Beamten finanziert werden? Das wird sicher gut funktionieren. Der Norwegische Staatsfond ist auf der Suche nach sicheren Anlagen. Wenn jedes Land einen solchen Fond hätte, dann würde es keine Anlagemöglichkeiten geben. Sichere Anlagen gibt es primär bei Staaten. Diese sollen aber solide Finanzieren. Somit müssen sie sich selbst Geld leihen. Das sind also seriöse Buchungstricks Herr Metzger?
„Wir schaffen mit sieben bis acht Prozent der Weltbevölkerung noch etwa rund 25 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der Welt. Wir haben aber auch rund 50 Prozent der Sozialausgaben der Welt: Sieben bis acht Prozent der Menschen haben 50 Prozent der Sozialausgaben.“ Wir zahlen soziale Leistungen inzwischen dauerhaft mit Krediten – eine der Hauptursachen für die immense Verschuldung in weiten Teilen Europas. Pervers!

Dieser Satz zeigt die bestechende Logik von Herrn Metzger. 7-8% schaffen 25% des Welt BIP und haben 50% der Weltsozialausgaben. Das ist pervers? Um das zu entscheiden sollten sie reale und keine relativen Zahlen nehmen. Jedes arme Land hat ein BIP. Die Sozialabgaben in armen Ländern sind aber Null. Somit muss der Anteil der Sozialabgaben in reichen Ländern im Verhältnis höher sein als das erwirtschaftet BIP. Beispiel.

Wenn alle Länder 100 Billionen Euro BIP schaffen würden, dann wären 25% davon 25 Billionen. Wenn die gleichen Länder zusammen 2 Euro an Sozialausgaben hätten und die reichen Länder 1 Euro zahlen, dann ist es nach Oswald Metzger pervers.

Meinung

Metzger nimmt ein paar oberflächliche Zusammenhänge aus seiner Erfahrungswelt und ignoriert dabei die Realitäten. Schulden sind immer schlecht, er vergisst dabei, dass den Schulden immer gleich hohe Guthaben gegenüber stehen. Metzger bedient sich billigen Rechentricks (wie dargestellt) und meint, dass doppelte Prozentzahlen auch doppelten Werten entsprechen. Des Weiteren ignoriert er die Vergangenheit und arbeitet selbst in seinen eigenen Gedankenmodellen nicht konsistent. Ihn als Finanzexperten zu bezeichnen ist mehr als ein Armutszeugnis. Das die INSM ihn als Schreiberling behält  kann ich nicht verstehen. Es sei denn sie wollen Humor in die Welt bringen.

Fazit

Jede Verschwörungstheorie ist konsistenter und glaubwürdiger als dieser Erguss von Oswald Metzger.

Chris

Kommentare:

  1. "...explosionsartiger Anstieg der Staatsschulden wegen hoher Rüstungs- und Sozialausgaben."

    Auch die argumentative Gleichsetzung Metzgers von 'Rüstungs- und Sozialausgaben' sollte nicht unbeachtet bleiben...

    Grüße, Duderich

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  2. Den Beitrag kann man nicht lesen. Wenn man jeden absurden Gedanken dieses Mannes auseinander nimmt, dann braucht man ein ganzes Buch.

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  3. ICh besitze auch Vermögen. Nciht viel, aber immerhin. Ein paar Aktien und etwas Bargeld.

    Was micht jetzt interessiert: Wer genau mußte sich denn verschulden, damit ich Aktien kaufen konnte? Und wer genau mußte sich denn verschulden, damit ich Geld in meinem Portemonnaie stecken konnte?

    Könnte es nicht vielleicht sein, daß man doch gar keine Schulden anhäufen muß, wenn jemand anderes spart?

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    1. Dein Bargeld konnte nur ausgeben werden, da jemand einen Kredit aufgenommen hatte. Das ist die Basis unseres Geldsystems.

      "Wer genau mußte sich denn verschulden, damit ich Aktien kaufen konnte?"
      Zum Beispiel der Staat. Er gibt Bundesanleihen aus. Für dieses Geld bezahlt er, zum Beispiel, dich und du kaufst Aktien.

      "Und wer genau mußte sich denn verschulden, damit ich Geld in meinem Portemonnaie stecken konnte? "
      Das gleiche Spiel.

      "Könnte es nicht vielleicht sein, daß man doch gar keine Schulden anhäufen muß, wenn jemand anderes spart?"

      Nein mit einer kleinen Ausnahme. Münzegeld wird ohne Kredite von Staat geprägt und ausgegeben. Die Menge ist verschwindent im Vergleich zum Rest.
      Generell kann man die Bilanzen in verschiedene Sektoren einteilen.

      Das sind der private Sektor, der privatwirtschaftliche Sektor, Banken, der Staat und der Außenhandel. Die Summe der Sektoren ist Null, wenn keine Außenhandelsüberschüsse existieren. Auf globalem Level ist die Summe aber immer Null.

      Davon abgesehen, wenn man spart bekommt man Zinsen für das Verleihen von Geld. Irgendjemand nimmt also einen Kredit auf. Eine positives Guthaben bei einer Bank bedeutet, dass die Bank bei dir verschuldet ist. Sie zahlt dir für diesen Kredit Zinsen.

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    2. Nee kann nicht sein! Angenommen es gibt zu einen gegebenen Zeitpunkt in einem Währungsgebiet 1 Mill Einheiten dieser Währung (der Einfachheit halber sag ich mal €), also 1 Mill €uro und insgesammt 10 Einwohner und jeder dieser Einwohner spart 100 Tsd € gibt sie also nicht aus, dann ist kein Geld mehr in Umlauf. Wenn die Einwohner also weiter Geld verdienen wollen muß der entsprechende Staat entsprechend Kredit aufnehmen, denn neues Geld gibts nur per Kredit.

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    3. Genau das ist eben falsch. Die 1 Millionen Euro gibt es, aber diesem Geld stehen 1 Millionen Euro Schulden gegenüber. Die EZB schafft Geld über Kredite aus dem Nichts. D.h. zu dem gegebenen Zeitpunkt ist die Summe aller Schulden und Guthaben ebenfalls Null.

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  4. Die Geldmenge ist doch aber gar nicht unbedingt immer gleich. Warum sollte sie das sein?

    Außerdem kann das Vermögen auf der Welt nicht konstant sein. Dann wüchse auch die Wirtschaft nicht, höchstens in Höhe des Bevölkerungswachstums, da die gezahlten Zinsen ja Aufwand sind und den Gewinn sinken lassen.
    Wo kommt denn dann das Wirtschaftswachstum der Welt her? Daß die Wirtschaft wächst ist ja wohl sehr deutlich.

    http://en.wikipedia.org/wiki/Gross_world_product#Historical_and_prehistorical_estimates

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    1. "Die Geldmenge ist doch aber gar nicht unbedingt immer gleich. Warum sollte sie das sein?"

      Warum sollte sie das Sein? Wenn die Summe der Guthaben und Schulden Null ist, dann können beide Seiten doch beliebig hoch sein.

      "Außerdem kann das Vermögen auf der Welt nicht konstant sein."
      Was verstehst du unter Vermögen? Die Guthaben der Sektoren können beliebig variieren. Allerdings ist die Summe zwischen Guthaben und Schulden Null. Neben der Geldseite gibt es aber noch Realwerte.
      Wenn du einen Kredit aufnimmst um ein Haus zu bauen und diesen Kredit komplett bedient hast, dann ist das die Summe der Schulden und Guthaben wieder Null. Das Haus steht trotzdem als Wert da.
      Diese Werte werden dann natürlich in Geldeinheiten dargestellt. Es wird sicherlich nicht passieren, dass man Schulden und Guthaben ausgleicht. Warum sollte man das auch tun? Dann hätte man ja ein Geld mehr.
      Zur Vertiefung solltest du dir ansehen, wie die Geldschöpfung bei der EZB funktioniert. Das ist deshalb so wichtig, weil der permanente Ruf der Politiker nach einer Begrenzung aller Schulden bilanztechnisch nicht funktioniert.

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