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Dienstag, 11. Mai 2021

Rettet den Unsinn

Bitte, bitte erhaltet ein sinnloses Finanzprodukt. Man braucht unbedingt eine Kapitaldeckung bei der Rente. Warum? Keine Ahnung. Aber wer widerspricht schon einem Professor?

Von manchen politischen Akteuren wird nicht nur die Riester-Rente als solche, sondern auch gleich die Sinnhaftigkeit der Kapitaldeckung bei der Altersvorsorge generell infrage gestellt.

In meinen Augen zu Recht. Die kapitalsgedeckte Rente ist teuer und unsicherer als die gesetzliche Rente. Die Behauptung man können das Geld ja sinnvoll am Aktienmarkt anlegen halte ich persönlich für sehr fragwürdig. Was für ein Land wie Schweden vielleicht noch klappt ist für Deutschland oder sogar die ganze EU eine andere Nummer. Die Summen die gespart werden müssen sind enorm. Hier fängt dann die Absurdität an. Es sollen möglichst hohe Rendite erwirtschaftet werden. Das Problem ist, dass die Menschen die sparen gleichzeitig die erwirtschafter der Rendite sind.

D.h. sie sind es im Zweifel, die weniger Lohn bekommen, oder Arbeitslos werden. Rendite muss schließlich her. In den USA sieht man wie schlecht die Kapitaldeckung teilweise funktioniert.


Die Riester-Rente muss daher dringend reformiert werden, nicht allein um ihrer selbst willen, sondern vielmehr, um das Instrument der Kapitaldeckung in der Bevölkerung nicht vollkommen zu diskreditieren.

Die Frage ist doch, warum sollte man eine schlechte Lösung am Leben halten? Angeblich sollen Ökonomen begrenzte Ressourcen möglichst effizient verwalten. Dann fällt die kapitalgedeckte Rente raus. Wer produziert denn die Dienstleistungen und Güter? Eben jene die nicht in Rente sind. Bezahlt wird es von Geld. Sind Güter knapp, dann sinkt der Wert des Geldes. Soll heißen, es kann nicht für die Rente volkswirtschaftlich gespart werden. Es muss dafür gesorgt werden, dass die Produktivität der Erwerbsbevölkerung reicht den Rest zu versorgen. So einfach das ist, so schwierig ist es in die Köpfe der neoliberalen Ökonomen zu bekommen. Nichts spricht für Riester auf einer volkswirtschaftlichen Ebene.

Es gibt zwei Gruppen die profitieren. Das ist die Finanzwirtschaft und die Politik die Sozialabbau betreiben will. Alle Bedenken über die Riesterrente sind eingetroffen. Das störte damals niemanden und sie wurde eingeführt. Aber jetzt, jetzt hat man wirklich eine Idee wie es funktionieren kann. Mich würde nicht wundern, wenn die private Hochschule des Herrn Professor von Finanzdienstleistern gesponsort wird. Ich liebe eine gute Verschwörung ;).

Chris

Mittwoch, 7. April 2021

Es kam wie es kommen musste. Die private Rente ist am sterben

Überraschung! Das private Rentenversicherungssystem finanziert vom deutschen Staat funktioniert nicht. Wer hätte das Wissen können? Komischerweise all jene die eben nicht auf einen Bernd Raffelhüschen, Walter Riester und Bert Rührup auf den Leim gegangen sind. Wie schön wurde die Welt gemalt. Alle sparen etwas. Der Staat gibt sogar noch etwas dazu. Wir müssen ja fürs Alter sparen. Der arme Staat schafft das nicht mehr. Oh je. Aber privat geht vor Staat und funktioniert immer. So die damaligen Slogans. Und nun? Wer lange gespart hat, der macht Verlust. Das Prinzip funktioniert nicht. Aktuell wird es deutlich, da die Zinsen niedrig sind. Das der Staat daran Schuld ist, ist sogar teilweise richtig. Es wurde zu wenig investiert, es gab zu geringes Wachstum. Genau das wollten die neoliberalen Vordenker. Sie wollten, dass wir wenig Staatsausgaben haben und privat Vorsorgen. Also wenig konsumieren und gleichzeitig nicht investieren. Wer hätte ahnen können, dass das ein Problem werden könnte? Jeder der ein wenig logisch denken kann. Die Verantwortung wird entspannt auf die Sparer ausgelagert. Die Gewinner (einige Professoren und Politiker) und eine Finanzwirtschaft freuen sich. Sie hatten etwas davon und glaubten wahrscheinlich auch daran. 


Chris

Donnerstag, 12. April 2012

Beitragszahlungen in die Rentenkassen müssen sinken

Nur wenn die Beitragszahlungen reduziert werden greift das Demographieargument der Raffelhüschen und Riesters wieder. Nur so kann man weiter in Richtung der privaten Rentenkassen laufen. Man erkennt an dem aktuellen Zustand der Sozialkassen, dass ein moderates Wachstum die Geldsorgen der Sozialsysteme drastisch reduzieren kann. Warum ein solches Wachstum nicht auch in Zukunft möglich sein soll ist mir persönlich nicht klar. Eigentlich widerlegt die Realtität die Befürworter der privaten Rente im Moment ein wenig.

Chris

Montag, 4. April 2011

Riestern sie doch endlich

Der Mann braucht scheinbar Geld. Herr Walter Riester, Ex-Arbeitsminister und nun Versicherungsvertreter, möchte " dass jeder eine Riester-Rente abschließen kann". Der Grund dies weniger Menschen tun als erwartet sieht er nicht etwa darin, dass das Konzept schlecht ist, sondern darin, dass die Fördermittelverteilung besser funktionieren müsste. Er will sie alle drin haben. Nur bedenkt, oder ignoriert er dabei die Realität. Ein Großteil der Menschen, auch die von ihm genannten Selbstständigen, haben kein Geld welches sie sparen könnten. Ein weitere Punkt ist, dass die Menschen während der Finanzkrise die Sicherheit der kapitalgedeckten Rente kennengelernt haben. Im Zweifelsfall springt der Staat ein. Da stellt sich zu recht die Frage, warum er es nicht sofort tut. Vor allem, weil die Riesterrente sehr teuer ist und Durchschnittsrenditen um die 7% versprochen werden. Wo diese bei einem durchschnittlichen Wachstum von 1-2% herkommen sollen verrät er nicht. Auch verrät er nicht, wo die Anlagen getätigt werden sollen. Aktuell sollen sich Bund und Länder nicht mehr verschulden. Das ist die Zauberei eines Versicherungsvertreters. Schließlich konnte Jesus auch aus Wasser Gold machen. So lange es Menschen gibt, welche glauben das alle reicher werden können wenn sie nur ihr Geld zur Bank schleppen haben solche Typen eine Verkaufschance. Der vernünftige Menschenverstand widerspricht dem.

Anmerkung: Eigentlich müsste der Spiegel über dem Artikel "Achtung Werbung" schreiben.

Chris