Sonntag, 15. Mai 2016

Wachen sie langsam auf?

Ungeachtet solcher Details steht der Fall Tepper allerdings auch exemplarisch für eine Entwicklung der Finanzmärkte und der Gesellschaft insgesamt: Einzelne Big Player bekommen immer mehr Einfluss auf das Geschehen. Sie haben viel Macht, ohne demokratisch legitimiert zu sein. Und ihr Wirken reicht über die Finanzmärkte hinaus weit in die Unternehmen und in den Rest der Gesellschaft hinein.

Wenn man solche Texte im Manager Magazin findet, dann scheint auch langsam den stärksten Befürwortern des Neoliberalismus mulmig zu werden. Sie erkennen vielleicht langsam, dass die Zentralisierung der Vermögen zu dem Verlust der Freiheit der breiten Bevölkerung führt. Warum sollen wir als breite Bevölkerung uns das gefallen lassen? Mir ist sowieso nicht klar, warum dieser Zustand nicht diskutiert wird.

Chris

Kommentare:

  1. "Einzelne Big Player bekommen immer mehr Einfluss auf das Geschehen. Sie haben viel Macht, ohne demokratisch legitimiert zu sein. Und ihr Wirken reicht über die Finanzmärkte hinaus weit in die Unternehmen und in den Rest der Gesellschaft hinein."

    Eigentlich eine Binsenweisheit, die niemanden überraschen solte.
    Die Reichtumsverteilung von arm zu reich bezweifelt ja auch niemand ernsthaft.
    Das leistungslose Kapitalerträge geringer besteuert werden, als die Lohnarbeit, wird ebenfalls 'nicht diskutiert'.

    Was ebenfalls 'nicht diskutiert' wird, ist eine Alternative zum Kapitalismus.

    Und genau da liegt das Problem.

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    1. Schon richtig. Mich hat erstaunt, dass gerade das Manager Magazin so etwas bringt. Eine schöne Alternative zum Kapitalismus beschreibt Sarah Wagenknecht in ihrem aktuellen Buch. Ich finde es an einigen Stellen zu optimistisch gedacht. Aber immerhin ist es ein Konzept mit dem die meisten Menschen mitgehen würden, denke ich. Es wird niemals in den Diskurs einfließen, weil es von links kam.
      Sie will nichts weniger als die leistungslosen Kapitaleinkommen abzuschaffen. Alle Unternehmen sollen nachdem die Gründungskosten an den Gründer zurückgezahlt sind als eine Art Stiftung betrieben werden. Je nach Größe mit unterschiedlicher Zusammensetzung in der Führung. Beispiele, dass dies funktioniert, bringt sie auch. Kurzfristige Gewinne werden durch langfristigen Erfolg ersetzt. Das ist sicher kein Allheilmittel. Die meisten Menschen begreifen nicht (oder es wird nicht breit disktutiert) das die Kapitaleinkommen ab einem bestimmten Wert sowohl riskoarm, als auch leistungslos erlangt werden. Der Grund, dass das geht sind Gesetze. Also können wir das ändern. Die Elite will es natürlich so aussehen lassen, als ob dieser Zustand Gott geben und unabänderbar wäre.

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