Dienstag, 15. Januar 2019

Ich begreife es nicht

Manchmal frage ich mich, wie dumm man eigentlich sein kann. Die deutsche Politik deckelt den Beitragssatz der deutschen Rentenversicherung mit der Begründung, es würde die Menschen zu stark belasten. Dann merkt die deutsche Politik, dass die gesetzliche Rente nicht mehr zum Leben reicht.

Dass die gesetzliche Rente allein nicht mehr zum Leben reicht, ist seit Jahren Konsens in der deutschen Politik. Beitragssätze für die Rentenversicherung wurden gedeckelt.

Die Lösung der deutschen Politik ist, dass 4 Prozent des Bruttolohns in eine private Rente eingezahlt werden sollte, um damit eine Durchschnittsrendite von 2% zu generieren.

sollen wie bei Riester-Verträgen vier Prozent des Bruttolohns eingezahlt werden,

Wie offensichtlich kann eigentlich der Widerspruch sein. Eine privaten Belastung ist immer noch eine Belastung. Ich zahle 4% meines Bruttogehalts an ein privates Unternehmen und das ist dann besser als es der Rentenversicherung zu geben. Wenn man von 2% Lohnsteigerung pro Jahr im Schnitt ausgeht, dann haben Näherungsweise auch die Rentenkassen 2% mehr. D.h. auch dort hätte ich eine Durchschnittsrendite von 2%. So oder so. Die Begründung für die private Vorsorge ist eine Hausgemacht. Offensichtlicher kann man sich nicht widersprechen. Vor lachen sollten die Autoren von ihren Stühlen fallen. Stattdessen wird seriös berichtet. Wer meint die deutsche Journalistenlandschaft hätte wegen ihrem Rolotius Skandal ein Problem, sollte mal fragen, warum sie solche Sachen unhinterfragt berichten. Das nicht seit gestern, sondern seit Jahren.

Chris

Kommentare:

  1. Den Kapitalismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf...

    Die Privatisierung öffentlicher Daseinsvorsorge um immer neue private Gewinnfelder zu erschließen gehört zu den Kernkompetenzen des K. Das ist systemimmanent.

    Die Menschen werden der Privatwirtschaft zum Fraß vorgeworfen. Den letzten beißen die Hunde.

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  2. Dein Argument setzt voraus, dass es eine Steuerung von Leuten gibt die das erzwingen. Das passiert nicht. Journalisten schreiben das ganz freiwillig, weil sie nicht in der Lage sind einen kleinen Schritt weiter zu denken. Sie feiern lieber ihre Grandiosität und merken nicht, dass sie ihre eigene Lebensgrundlage zerstören.

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