Dienstag, 21. März 2017

Warum schaden sich die Nachdenkseiten selber Teil 2

Nun ist es also der Kennedy Mord. Kritisch sein ist gut und schön. Die Nachdenkseiten sollten sich in meinen Augen auf das besinnen, was sie beherrschen. Das ist nun einmal linke Wirtschaftspolitik. Medienkritik funktioniert auch noch halbwegs. 
Je mehr sie sich dem Verschwörungsrand nähern, desto unseriöser wirken sie. Damit meine ich nicht, dass die Aussagen und Analysen falsch sind. Es ist aber egal. Wer gegen den Mainstream anschreibt und dabei als seriöse Quelle zitierbar bleiben möchte, sollte nur etwas publizieren was belegbar ist. Genau, dass ist das Problem, wenn über 9/11 oder den Kennedy Mord spekuliert wird. Man findet alle Arten von Belegen. Allerdings zeichnen diese Belege sich oft genug durch ein Fehlen von Primärquellen aus. Sozialwissenschaftler können dann auf einmal Aussagen von Architekten und Bauingenieuren einschätzen und gegeneiander Wichten. Plausible Argumentationen kann jeder Ingenieur aufspannen. Aber erst wenn man Messungen durchführt, wird die vermutlich richtige Argumentation validiert. So auch bei Kennedy. Es ist Spekulation was bei der Veröffentlichung der Akten in diesem Jahr herauskommt. Daher sollte man abwarten bis es soweit ist. Wenn Bröckers meint, es sei ein Inside Job gewesen, gut und schön. Aber man sollte sich dann nicht wundern, warum die Nachdenkseiten für Außenstehende zu den Verschwörungsspinnern gehören. In der Tagesschaurealität ist das eine Verschwörungstheorie und Verschwörungstheoretiker sind Spinner. Das sollte Albrecht Müller wissen. Daher verstehe ich nicht, warum man sich selbst schwächt. Schließlich geht es doch darum, die deutsche Sozialpolitik wieder in die richtige Richtung zu bringen. 

Chris

Kommentare:

  1. Macht es denn Sinn sich an der "Tagesschaurealität" zu orientieren, d. h. den Mainstream zum Maßstab zu nehmen?
    Oder sollte man nicht eher den Mut haben, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, um nicht auf die durchschaubaren Propagandatricks hereinzufallen.
    Ich konnte dem folgenden Vortrag von Prof. Rainer Mausfeld viel abgewinnen:
    Die Angst der Machteliten vor dem Volk
    https://www.youtube.com/watch?v=Rk6I9gXwack

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    1. Ich kenne den Vortrag. Mausfeld weißt auf interessante Dinge hin. Nur stellt sich folgende Frage. Lügen Eliten immer, nur weil sie regelmäßig Lügen.

      Es gibt Gegendarstellungen zu 9/11 und zum Kennedy Mord. Alle zeichnen sich dadurch aus, dass kaum Primärquellen verwendet werden. Das liegt zum Teil daran, dass sie nicht offen gelegt werden. Ist dadurch automatisch die offizielle Darstellung falsch? Sicher nicht. Sie ist auch nicht zwangsläufig richtig.

      In meinen Augen, sollten die Nachdenkseiten sich auf ihre Expertise fokussieren. Dazu gehört sicher nicht 9/11 auf den Grund zu gehen.
      Ich gebe hierzu mal ein Beispiel

      Und noch auffälliger: Der Zusammensturz von WTC 7 soll die Folge überspringender Feuer von WTC 1 oder 2 sein. Nur: WTC 7 wird von WTC 1 durch WTC 6 abgeschirmt, einem länglichen Bau, zumindest 100 Meter von WTC 1 entfernt. WTC 2, der Südturm, ist doppelt so weit entfernt von WTC 7 wie WTC 1.

      "Offizielle Erklärung für den Einsturz von WTC 7: Ursache für den Einsturz seien die Feuer gewesen. Nur ist weltweit noch niemals ein Hochhaus aufgrund von Feuer in sich zusammengestürzt. Am 9. Februar 2009 war der fast fertiggestellte Neubau des Hotels Mandarin Oriental in Peking in Brand geraten. Zur Feier wurden besonders starke Böller und Raketen gezündet. Dadurch brach ein Feuer aus. Der gesamte 160 Meter hohe Bau brannte vom Erdgeschoss bis zum Dach lichterloh. Erst am nächsten Morgen konnte das Feuer gelöscht werden. Gleichwohl stürzte das Gebäude nicht zusammen."
      Die Aussage in einem von Albrecht Müller redigierten Text ist falsch. Ursache war eine Schwächung der Struktur durch Trümmerteile. Das Feuer tat sein übriges.
      Auch diese Aussage ist fragwürdig.
      "Allerdings: Die ‘architects and engineers for 9/11 truth’ bezweifeln das. WTC 7 sei mit seiner Höhe von 170 Metern in wenigen Sekunden mit nahezu der Geschwindigkeit des freien Falls zusammengestürzt. Das sei mit den Gesetzen der Bauphysik und der Statik völlig unvereinbar. "
      Wie soll denn ein Gebäude sonst zusammenstürzen? Wesentliche Tragstrukturen brechen in Bruchteilen einer Sekunde. Die Lastpfade lagern sich in Schallgeschwindigkeit in andere Bereiche der Struktur um. Die brechen dann ebenfalls und das Gebäude bricht zusammen, als wäre es gesprengt worden. Es fällt in sich zusammen, weil die Massenträgheit des Gebäudes riesig ist und die kurzzeitig Schrägstellung des Gebäudes nicht ausreicht. Das alles kann man abschätzen und berechnen.

      Das es Widersprüche gibt ist klar. Jeder Ingenieur hat seine Annahmen, um eine Aussage zu treffen. Diese müssen offen gelegt werden. Alle Analysen die ich bisher gesehen habe, erscheinen plausibel.

      Das es offene Punkte gibt, steht außer Frage. Das die US Regierung diesen Zwischenfall ausgebeutet hat und ihre Agenda gefahren hat auch.

      Zurück zu meinem Punkt. Man macht sich als Quelle angreifbar gegenüber dem Mainstream den man abändern will. Wenn es das Ziel der Nachdenkseiten ist, die Menschen wirtschaftspolitisch aufzuklären, dann sollten sie es tun. Wenn sie solch kontroverse und nicht auflösbare Themen angehen, dann werden sie und ihre durchaus nachdenkenswerten Themen ins abseits gestoßen.

      Die Frage ist, was man damit gewinnt? Wo spielt 9/11 in der Sozialpolitik eine Rolle?

      "Oder sollte man nicht eher den Mut haben, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, um nicht auf die durchschaubaren Propagandatricks hereinzufallen."
      Ich benutze meinen eigenen Verstand. Daher kritisiere ich die Nachdenkseiten an dieser Stelle. Nur weil man gegen etwas ist, ist man nicht automatisch kritisch. Es ist meine Meinung, dass man mehr erreichen kann, wenn man sich auf seine Expertise fokussiert. Anders sieht es aus, wenn man tatsächlich Dokumente hat, welche man veröffentlichen kann.

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  2. @chris: theoretisch würde ich dir zustimmen, dass die nds eher bei ihren leisten bleiben sollten. allerdings habe ich den eindruck, dass die nds auch nur eine ganz bestimmte "linke" wirtschaftspolitik vertreten. bisweilen wird gegen alternative sichtweisen einfach rumgepöpelt - was nicht ins konzept passt, wird zunehmend als gelenkt usw. betitelt. was du hier mit 9/11 und kennedy beschreibst, hast du auch bei der wirtschaftspolitik. nur fällt das dort nicht so auf, weil das blinde huhn auf dem wirtschaftspolitischen rasen halt öfters ein korn findet...

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    1. "das blinde huhn"
      Das mag durchaus sein. Allerdings sind im volkswirtschaftlichen Bereich, meiner Meinung nach, alle blinde Hühner.

      Die NDS geben eine andere Sichtweise auf die Dinge, vereinfachen natürlich in ihrem Sinne. Interessant ist dabei, dass man identische Zusammenhänge verschieden sehen kann. Das ist der Wert für mich. Die Argumentationen sind bei den NDS meist logisch schlüssiger als im Mainstream, wo sich Ökonomen innerhalb eines 200 Zeilen Beitrag widersprechen.
      Das mit dem Pöbeln stimmt allerdings teilweise. Man kennt halt die Wahrheit und vergisst die Realität.

      Bspw. wird Obama Care gefeiert. So toll ist es für viele Amerikaner nicht. Die Leistungen sind gesunken und sie müssen mehr zahlen. Die Versicherungsquote ist eben nur die eine Seite.

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