Mittwoch, 6. Mai 2026

Ökonomendenken

Ich lese gerade ein sehr interessantes Buch über Ökonomie und ökonomische Modelle. Interessant dabei ist, den Wahrheitsanspruch den scheinbar viele Ökonomen haben. Als Ingenieur kann ich sagen, dass man mit einem solchen Anspruch deutlich vorsichtiger ist. Dabei kann man viele Dinge im Gegensatz zur Ökonomie testen.

Was mich tatsächlich faziniert ist, dass viele Dinge die mir etwas merkwürdig vorkamen, tatsächlich merkwürdig sind. So ist die Aussage, dass Märkte effizient seien mit der Aussage Märkte könne man nicht steuern und Regeln, weil sie zu komplex seien nicht kompatibel. Tatsächlich ist das wohl eine alte Diskussion. Aber diese taucht nirgends auf. Das Machtungleichgewichte nicht betrachtet werden, fiel mir auch in vielen Diskussionen auf. Aber das es tatsächlich so ist, entsetzt mich dann doch. 

In der Standardökonomie lebt man scheinbar von Floskeln die in Modelle gegossen worden sind. Effizienz ist das größte Mantra. Was effizient ist, wird nicht wirklich definiert. Man nimmt dann Paretooptima an. Gleichzeitig ignoriert man soziale Ungleichheiten und Umweltzerstörung. Will sagen, wie kann man von Effizienz reden, wenn man ganz wesentliche Aspekte auslässt. Die soziale Ungleichheit kann dazu führen, dass die Märkte komplett  verschwinden. Scheint nicht sehr effizient von einem Markt zu sein, wenn er sich selbst abschafft?

Auch wird selten diskutiert wo Märkte gut funktionieren und wo nicht. Wenn man sehr viel Bürokratie braucht, um einen Markt zu konstruieren, funktioniert er wahrscheinlich nicht gut. Diese Ignoranz ist erstaunlich. Ökonomen leben in ihrer eigenen Welt. Das akzeptiere ich. Aber das niemand sonst auf die Idee kommt das breit in Frage zu stellen ist erstaunlich. Weniger ökonomisches Denken würde uns guttun.

 Chris 

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